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Christian W. Röhl und der DividendenAdel: was das Dividenden-Raster 2026 wirklich taugt

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2026

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15 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Christian W. Röhl ist in Deutschland der bekannteste Name, wenn es um Dividenden geht. Seine Marke DividendenAdel steht seit Jahren für die Idee, Aktien nicht nach der höchsten Ausschüttung auszuwählen, sondern nach der verlässlichsten. Wer nach dem Begriff sucht, landet fast immer bei ihm.

Seit dem 1. Oktober 2024 hat sich seine Rolle allerdings verschoben. Röhl ist Chief Economist bei Scalable Capital, also bei einem Broker. Gleichzeitig sind die Länderlisten auf seiner eigenen Website leer, während die jährliche Dividendenstudie weiterläuft. Das verändert die Frage, was der DividendenAdel heute eigentlich noch liefert.

In diesem Erfahrungsbericht zeige ich dir, was hinter dem DividendenAdel wirklich steckt: die vier Auswahlkriterien mit ihren Schwellenwerten, die Zahlen der aktuellen Dividendenstudie, was das Angebot kostet und wo seine Grenzen liegen. Ich stütze mich dabei auf Röhls eigene Angaben, die Studien-PDF von FOM und DSW sowie öffentlich einsehbare Quellen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Christian W. Röhl (DividendenAdel): das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Wer er ist: Christian W. Röhl, Jahrgang 1976, ist Investor, Autor und seit 1. Oktober 2024 Chief Economist bei Scalable Capital. Nach eigener Angabe ist er seit über 25 Jahren an den Finanzmärkten aktiv.
  • Was der DividendenAdel ist: ein Qualitätsraster für Dividendenaktien mit vier Kriterien: mindestens 10 Jahre ohne Kürzung, Ausschüttungsquote geglättet über 3 Jahre zwischen 25 und 75 Prozent, mindestens 3 Anhebungen in 10 Jahren und eine Dividendenrendite über 1 Prozent im Schnitt.
  • Was es kostet: nichts. Röhl stellt ausdrücklich klar, dass er keinerlei kostenpflichtige Börsendienste anbietet. Studie, Renditedreiecke und Podcasts sind frei zugänglich.
  • Die aktuelle Studie: Für 2026 schütten die 160 Firmen aus DAX, MDAX und SDAX rund 65 Milliarden Euro aus, gut 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Rekord entsteht aber nur im DAX, im MDAX und SDAX senkt jede fünfte Firma.
  • Die wichtigste Einschränkung: Die Länderlisten auf dividendenadel.de sind leer. Eine fertige Kaufliste bekommst du dort nicht mehr, nur noch die Studie und die Grafiken.
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Was ist der DividendenAdel?

Der DividendenAdel ist ein Qualitätsraster für Dividendenaktien. Er sammelt Unternehmen, die ihre Ausschüttung über viele Jahre nicht gekürzt, mehrfach angehoben und dabei einen vertretbaren Anteil ihres Gewinns ausgezahlt haben. Entwickelt hat ihn Christian W. Röhl.

Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Ranglisten steckt in dem, was nicht zählt. Eine hohe Dividendenrendite allein qualifiziert eine Aktie nicht. Sie kann sogar ein Warnsignal sein, denn die Rendite steigt auch dann, wenn der Kurs fällt. Der DividendenAdel fragt stattdessen nach Verlässlichkeit über die Zeit.

Die vier Kriterien des DividendenAdels

Ein Unternehmen muss alle vier Hürden gleichzeitig nehmen. Genau darin liegt die Härte des Rasters: Jede einzelne Bedingung ist für sich genommen machbar, die Kombination schaffen nur wenige Firmen.

  • Kontinuität: mindestens 10 Jahre in Folge ohne Dividendenkürzung. Wer einmal senkt, fällt heraus und muss die Reihe neu aufbauen.
  • Payout: die über drei Jahre geglättete Ausschüttungsquote muss zwischen 25 und 75 Prozent des Gewinns liegen. Darunter ist die Firma zu geizig, darüber fehlt ihr das Geld für Investitionen.
  • Wachstum: mindestens drei Anhebungen in zehn Jahren, und im zuletzt abgeschlossenen Jahr muss die Dividende gestiegen sein. Eine eingefrorene Ausschüttung reicht nicht.
  • Rendite: die durchschnittliche historische und indikative Dividendenrendite muss über 1 Prozent pro Jahr liegen. Diese Hürde ist bewusst niedrig, sie schließt nur Firmen aus, die praktisch nichts zahlen.
DividendenAdel Kriterien: Kontinuität 10 Jahre, Payout 25 bis 75 Prozent, Wachstum, Rendite über 1 Prozent

Die vier Begriffe wirken auf den ersten Blick technisch. Sie beschreiben aber eine sehr einfache Idee: Eine gute Dividendenaktie zahlt seit langem, zahlt aus dem Gewinn und zahlt mit der Zeit mehr. Wer diese Logik verstanden hat, kann sie auch ohne fertige Liste auf einzelne Werte anwenden. Wie du die nötigen Kennzahlen selbst prüfst, steht in unserem Leitfaden zur Fundamentalanalyse.

DividendenAdel bei Röhl und bei aktien.guide: zwei verschiedene Dinge

Hier lohnt eine Abgrenzung, die viele Leser überrascht. Wer bei Google nach „Dividendenadel” sucht, bekommt auf den vorderen Plätzen auch aktien.guide ausgespielt, mit einer täglich aktualisierten „Dividendenadel Liste 2026″.

Diese Liste stammt nicht von Christian W. Röhl. Der Anbieter hat den Begriff für sein eigenes Screening übernommen und wertet dafür nach eigenen Angaben ein Universum von über 9.000 Aktien nach 67 Kriterien aus. Das kann ein nützliches Werkzeug sein, es ist aber ein anderes Produkt mit anderer Methodik. Was der Screener leistet, haben wir in unseren aktien.guide Erfahrungen geprüft.

Wer ist Christian W. Röhl?

Christian W. Röhl wurde 1976 geboren und ist damit 50 Jahre alt. Er lebt in Berlin, ist Investor und Publizist und verwaltet nach eigener Darstellung vor allem sein eigenes Vermögen. Seit dem 1. Oktober 2024 arbeitet er zusätzlich als Chief Economist bei Scalable Capital.

Christian W. Röhl, Gründer des DividendenAdel und Chief Economist bei Scalable Capital

Vom Neuen Markt zum Chief Economist

Röhls Werdegang beginnt 1998, mitten in der Euphorie am Neuen Markt. Damals gründet er ein Print-Magazin für Neuemissionen mit. Danach wird er nach eigenen Angaben junger Prokurist einer börsennotierten Wertpapierbank und startet einen der ersten Online-Börsenbriefe Deutschlands.

Es folgen Mandate für internationale Investmentbanken über nach eigener Angabe mehr als 400 Millionen Euro sowie die Gründung eines heute global tätigen Index-Anbieters. Seine eigene Firma bringt er an die Börse und verkauft kurz vor der Finanzkrise die Mehrheit seiner Anteile an einen europäischen Medienkonzern. Das ist die finanzielle Grundlage, auf der er seither als Selbstentscheider anlegt.

Der Wechsel zu Scalable Capital ist für die Einordnung seiner Inhalte wichtig. Röhl schreibt und moderiert seitdem im Auftrag eines Brokers, unter anderem für den Podcast „Asset Class” und den Blog „CWR Cash Wealth Returns”. Seine Analysen bleiben inhaltlich unabhängig, aber sie erscheinen jetzt teilweise auf der Plattform eines Anbieters, dessen Geschäft davon lebt, dass Menschen handeln und sparen. Wer das weiß, liest die Beiträge anders. Was der Broker taugt, steht in unseren Scalable Capital Erfahrungen.

Bücher, Podcasts und Reichweite

Bekannt wurde Röhl einem breiten Publikum 2016 mit dem Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren”, geschrieben gemeinsam mit Werner H. Heussinger. Darin steht die Dividendenadel-Logik erstmals ausformuliert. Zuvor hatte er bereits mehrere Bücher über Zertifikate veröffentlicht.

Cool bleiben und Dividenden kassieren von Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger, Buchcover

Heute läuft der größere Teil seiner Reichweite über Bewegtbild und Audio. Er ist Gastgeber beim YouTube-Format echtgeld.tv, das er 2017 mit Tobias Kramer gestartet hat und das rund 63.500 Abonnenten zählt. Dazu kommt der Vermögenspodcast „Leben mit Aktien” mit WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar. Weitere Formate findest du in unserer Übersicht der besten Börsen-Podcasts.

Ein Detail wird häufig übersehen: Röhl ist Vorsitzender des Fachbeirats am isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule. Über diese Anbindung entsteht die jährliche Dividendenstudie, und sie erklärt, warum die Zahlen dort einen akademischen Unterbau haben statt nur einen redaktionellen.

Die Dividendenstudie Deutschland 2026

Die Dividendenstudie Deutschland ist das eigentliche Herzstück des DividendenAdels. Sie erscheint seit 2011 jedes Jahr Anfang April und entsteht gemeinsam mit Prof. Eric Frère vom isf der FOM Hochschule und Marc Tüngler von der DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Der Download ist kostenlos.

Die Ausgabe 2026 trägt den Titel „Rekorde nur im DAX”, und dieser Titel ist die ganze Botschaft. Die 160 in DAX, MDAX und SDAX enthaltenen deutschen Aktiengesellschaften schütten rund 65 Milliarden Euro aus, gut 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Von diesem Zuwachs profitiert allerdings nur ein Teil des Marktes.

SegmentAusschüttung 2026gegen Vorjahr
DAX55.480 Mio. €+4,9 %
MDAX7.763 Mio. €−2,2 %
SDAX1.797 Mio. €−1,6 %
Nebenwerte2.157 Mio. €−54,1 %
DAX, MDAX und SDAX65.040 Mio. €+3,8 %

Die Spreizung ist der eigentliche Befund. Im DAX heben 29 von 40 Unternehmen ihre Dividende je Aktie an. Im MDAX und SDAX schütten dagegen nur 40 Prozent der Firmen mehr aus als im Vorjahr, und jede fünfte senkt oder streicht die Zahlung ganz. Unterhalb der Indices zahlt weiterhin mehr als die Hälfte der Unternehmen überhaupt keine Dividende.

Dividendenausschüttungen 2026 nach Index: DAX 55.480, MDAX 7.763, SDAX 1.797 und Nebenwerte 2.157 Mio. Euro
Der Zuwachs von 3,8 Prozent entsteht allein im DAX. MDAX, SDAX und die Nebenwerte schütten weniger aus als im Vorjahr. Quelle: Dividendenstudie Deutschland 2026.

Getragen wird der DAX-Rekord vom Finanzsektor, der inzwischen mehr als ein Viertel des gesamten Dividendenaufkommens stellt und damit die Schwäche der Autobauer ausgleicht. Bei den Herstellern geht es deutlich nach unten: Volkswagen kürzt um 17 Prozent, Mercedes um 19 Prozent und Porsche um 56 Prozent. Größte Einzelzahler bleiben Allianz mit 6,5 Milliarden Euro, die Deutsche Telekom mit 4,8 Milliarden und Siemens mit 4,2 Milliarden Euro.

Neun Unternehmen haben 25 Jahre lang nie gekürzt

Für Anleger ist die Kontinuitäts-Rangliste der praktisch nützlichste Teil der Studie. Nur neun deutsche Börsenfirmen kommen seit einem Vierteljahrhundert oder länger ohne eine einzige Kürzung aus. Vier davon stehen im DAX, mit Paul Hartmann ist auch ein Wert aus dem Freiverkehr dabei.

UnternehmenIndexWachstum p.a.
Münchener RückDAX12,8 %
SAPDAX12,1 %
Fuchs Vz.MDAX12,0 %
BechtleMDAX11,9 %
Sedlmayr GrundFreiverkehr9,1 %
Henkel Vz.DAX7,1 %
Hornbach HoldingSDAX5,9 %
BeiersdorfDAX4,5 %
Paul HartmannFreiverkehr4,3 %

Die Tabelle zeigt zugleich, warum Kontinuität allein nicht genügt. Alle neun Werte haben 25 Jahre lang nicht gekürzt, aber die Spanne beim Wachstum reicht von 4,3 bis 12,8 Prozent pro Jahr. Bei der Münchener Rück hat sich die Ausschüttung seit 2023 mehr als verdoppelt, Beiersdorf dagegen hat seit der Finanzkrise nur ein einziges Mal erhöht. Genau deshalb steht im DividendenAdel-Raster neben der Kontinuität auch das Wachstumskriterium.

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Das Renditedreieck und was es zeigt

Ein Renditedreieck ist eine Tabelle, die für jede Kombination aus Kauf- und Verkaufsjahr die durchschnittliche Jahresrendite zeigt. Man liest es wie eine Entfernungstabelle im Atlas: Einstiegsjahr unten, Ausstiegsjahr rechts, im Schnittpunkt steht die Rendite pro Jahr.

Die Darstellung ist keine Erfindung Röhls. Bekannt gemacht hat sie das Deutsche Aktieninstitut mit dem DAX-Renditedreieck. Röhls Beitrag ist eine eigene, jährlich aktualisierte Fassung für den MSCI World Index, gerechnet in Euro und abzüglich einer kalkulatorischen ETF-Gebühr. Die aktuelle Version reicht von 1970 bis Ende 2024 und steht auf seiner Website zum Download bereit.

Die Kernaussage ist schnell erzählt: Je länger der Anlagezeitraum, desto seltener steht am Ende ein Minus. In der MSCI-World-Fassung liefern Zeiträume ab etwa 15 Jahren unabhängig vom Einstiegsjahr keine negativen Durchschnittsrenditen mehr. Das ist ein starkes Argument für einen langen Atem.

Zwei Einschränkungen gehören dazu, und Röhl macht daraus selbst kein Geheimnis. Erstens ist die Grafik eine Rückschau, keine Prognose. Die Datenreihe deckt eine Phase ab, in der Aktien global gestiegen sind. Zweitens verdeckt der Durchschnitt, was zwischendurch passiert. Wer 2007 gekauft hat, sah bis 2009 rund die Hälfte seines Einsatzes verschwinden, auch wenn die Fünfzehn-Jahres-Zahl später ordentlich aussieht. Wie stark ein Weltindex dabei von wenigen Werten abhängt, zeigt unser Beitrag zum Klumpenrisiko.

Was der DividendenAdel kostet

Der DividendenAdel kostet nichts. Es gibt kein Abonnement, keinen Börsendienst und keinen Premium-Bereich. Röhl formuliert das auf seiner Startseite selbst sehr deutlich und schreibt, dass er keinerlei kostenpflichtige Börsendienste anbietet. Wie der Gegenentwurf aussieht, zeigt das Abo-Modell von FeneroFolio, das seine kostenlose Ebene inzwischen abgeschafft hat.

Frei zugänglich sind damit die jährliche Dividendenstudie Deutschland als PDF mit über 30 Seiten, die Renditedreiecke für den MSCI World, eine Langfristgrafik zum S&P 500 sowie sämtliche Podcasts und Videos. Für alles davon brauchst du weder ein Konto noch eine E-Mail-Adresse.

Das ist ein ungewöhnlich sauberes Modell in einem Umfeld, in dem Dividendenlisten sonst fast immer hinter einer Bezahlschranke stehen. Es hat allerdings eine Kehrseite: Was nichts kostet, wird auch nicht mit dem Anspruch eines bezahlten Dienstes gepflegt. Genau das lässt sich an den leeren Länderseiten ablesen.

Vorteile und Grenzen des DividendenAdels

Nach der Durchsicht der aktuellen Studie und der Website bleibt ein zwiespältiges Bild. Die Methode überzeugt, die Pflege des Angebots nicht durchgehend. Hier die Bilanz aus meiner Sicht als Trader:

Vorteile des DividendenAdels

  • Nachvollziehbare Kriterien: Alle vier Hürden sind mit Zahlen benannt. Du kannst jede Aktie selbst durchprüfen, ohne auf eine fremde Liste angewiesen zu sein.
  • Kostenlos und ohne Anmeldung: Studie, Grafiken und Podcasts sind frei verfügbar. Es gibt keinen Upselling-Trichter.
  • Akademischer Unterbau: Die Studie entsteht mit dem isf der FOM Hochschule und der DSW. Methodik und Stichtag sind offengelegt, die Zahlen sind nachprüfbar.
  • Gegen die Renditefalle: Das Raster bestraft hohe Ausschüttungsquoten statt sie zu belohnen. Das schützt vor Werten, deren Dividendenrendite nur wegen eines fallenden Kurses hoch aussieht.
  • Lange Zeitreihen: Die Studie läuft seit 2011, die Kontinuitätsrechnung greift 25 Jahre zurück. Solche Reihen findest du sonst selten frei zugänglich.

Grenzen des DividendenAdels

  • Die Länderlisten sind leer: Die Seiten für Deutschland, die Eurozone und die Schweiz enthalten nur noch ihre Überschrift. Eine fertige Auswahlliste bekommst du dort nicht mehr.
  • Veraltete Startseite: Dort wird noch die Dividendenstudie 2024 beworben, obwohl die Ausgabe 2026 seit April vorliegt. Wer nicht weitersucht, lädt die alte Fassung.
  • Nur einmal im Jahr: Die Studie erscheint zum Stichtag Anfang April. Wer im Herbst sucht, arbeitet mit einem halbjahresalten Datenstand.
  • Deutschland-Fokus: Die aktuelle Studie deckt den deutschen Markt ab. Für ein international gestreutes Dividendendepot reicht das allein nicht.
  • Rollenkonflikt im Hintergrund: Röhl ist Chief Economist bei einem Broker. Das macht seine Analysen nicht falsch, gehört bei der Einordnung seiner Inhalte aber mitgedacht.
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Christian W. Röhl auf X, LinkedIn und Instagram

Ein großer Teil von Röhls Tagesgeschäft spielt sich inzwischen auf Social Media ab. Er postet dort seit 2016 unter dem einheitlichen Kürzel @CWRoehl, meist mehrmals täglich, und kommentiert vor allem Marktdaten, Unternehmenszahlen und wirtschaftspolitische Entscheidungen.

  • X (früher Twitter): @CWRoehl ist sein aktivster Kanal. Hier erscheinen kurze Einordnungen zu Quartalszahlen, Zinsentscheidungen und Marktbewegungen, oft mehrmals am Tag.
  • LinkedIn: rund 48.000 Follower, mit längeren und sachlicheren Beiträgen als auf X.
  • Instagram: @cwroehl mit rund 69.000 Followern, dort mischen sich Grafiken, Veranstaltungshinweise und persönliche Einblicke.
  • Weitere Kanäle: Facebook, Threads und Bluesky laufen unter demselben Kürzel, dienen aber überwiegend der Zweitverwertung.
YouTube-Kanal echtgeld.tv von Christian W. Röhl und Tobias Kramer

Vorsicht vor gefälschten Röhl-Profilen

Diesen Punkt halte ich für wichtiger als alles andere in diesem Artikel, weil er echtes Geld kosten kann. Röhl warnt auf seiner Startseite ausdrücklich davor, dass unter seinem Namen Fälschungen im Umlauf sind.

Er stellt dort klar, dass er keine WhatsApp- oder Telegram-Gruppen betreibt, keine kostenpflichtigen Börsendienste anbietet und niemanden auffordert, irgendwohin Geld zu überweisen. Solche Annoncen sind nach seiner Aussage ausnahmslos gefälscht, ebenso wie Social-Media-Profile mit seinen Inhalten, die nicht exakt auf @CWRoehl lauten.

Praktisch heißt das: Prüfe die Schreibweise des Profilnamens, bevor du irgendetwas anklickst. Bindestriche, Unterstriche, ein zusätzliches „official” oder ein vertauschtes Zeichen sind die üblichen Muster. Und wer dich in eine Gruppe einlädt, in der angeblich Röhl Tipps verteilt, ist nicht Röhl.

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Fazit: für wen sich der DividendenAdel lohnt

Der DividendenAdel ist heute weniger ein Produkt als eine Denkweise. Wer eine fertige, laufend gepflegte Kaufliste erwartet, wird enttäuscht: Die Länderseiten sind leer, und die Startseite bewirbt noch eine zwei Jahre alte Studienausgabe.

Was bleibt, ist trotzdem viel. Die vier Kriterien sind ein brauchbares Raster, das du selbst anwenden kannst, und die jährliche Dividendenstudie ist in ihrer Datentiefe für den deutschen Markt konkurrenzlos, zumal kostenlos. Die Ausgabe 2026 liefert mit der Spreizung zwischen DAX und Nebenwerten eine Aussage, die man an keiner Renditetabelle ablesen kann.

Mein Rat aus Trader-Sicht: Nimm die Studie als jährlichen Datencheck und das Raster als Filter, aber verlasse dich nicht darauf, dass jemand die Arbeit für dich aktuell hält. Dividendenstrategien scheitern selten an der Auswahl und häufig an der Nachlässigkeit im zweiten Jahr. Wer seine Ausschüttungen laufend im Blick behalten will, braucht dafür ohnehin ein eigenes Werkzeug, etwa einen Portfolio-Tracker wie Parqet.

Einen anderen Zugang zum selben Thema wählt Tim Schäfer Media. Statt einer Auswahlliste veröffentlicht Schäfer sein eigenes Depot mit allen Positionen und macht damit seine Treffer und seine Fehlgriffe gleichermaßen nachvollziehbar. Wer Empfehlungsdienste breiter vergleichen will, findet in unseren aktienlust Erfahrungen einen weiteren Kandidaten, und ebenfalls auf langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet sind unsere Balthasar Becker Erfahrungen. Wer statt einer Jahresstudie laufend nachgezogene Einzelanalysen sucht, findet sie im Boersenpaar Premium Service.

Röhl gehört zu den Namen in unserer Übersicht der wichtigsten Finanzexperten.

Häufige Fragen zu Christian W. Röhl und dem DividendenAdel

Wie alt ist Christian W. Röhl?

Christian W. Röhl wurde 1976 geboren und ist damit 50 Jahre alt. Er lebt in Berlin und ist nach eigener Angabe seit über 25 Jahren professionell an den Finanzmärkten aktiv.

Was macht Christian W. Röhl beruflich?

Röhl ist seit dem 1. Oktober 2024 Chief Economist bei der Investment-Plattform Scalable Capital. Daneben verwaltet er sein eigenes Vermögen, ist Vorsitzender des Fachbeirats am isf der FOM Hochschule und Gastgeber mehrerer Podcasts.

Was kostet der DividendenAdel?

Nichts. Röhl stellt auf seiner Website klar, dass er keinerlei kostenpflichtige Börsendienste anbietet. Dividendenstudie, Renditedreiecke und Podcasts sind ohne Anmeldung frei zugänglich.

Welche Kriterien muss eine DividendenAdel-Aktie erfüllen?

Vier Bedingungen gleichzeitig: mindestens 10 Jahre ohne Dividendenkürzung, eine über drei Jahre geglättete Ausschüttungsquote zwischen 25 und 75 Prozent, mindestens drei Anhebungen in zehn Jahren mit Erhöhung im letzten Jahr sowie eine durchschnittliche Dividendenrendite über 1 Prozent.

Gibt es noch eine aktuelle DividendenAdel-Liste?

Nein. Die Seiten für Deutschland, die Eurozone und die Schweiz auf dividendenadel.de enthalten nur noch ihre Überschrift. Aktuelle Ranglisten findest du stattdessen in der jährlichen Dividendenstudie als PDF.

Wie viel schütten deutsche Aktien 2026 aus?

Die 160 Gesellschaften aus DAX, MDAX und SDAX zahlen rund 65 Milliarden Euro, etwa 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs entsteht allein im DAX, im MDAX und SDAX senkt jede fünfte Firma.

Ist Christian W. Röhl noch bei echtgeld.tv?

Ja. Er ist weiterhin einer der beiden Gastgeber des Formats, das er 2017 mit Tobias Kramer gestartet hat. Der Kanal veröffentlicht regelmäßig neue Folgen und zählt rund 63.500 Abonnenten.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.

Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Dividendenstrategien betrachtet Karsten aus der Perspektive des Praktikers: Eine Ausschüttung ist kein Geschenk, sondern eine Entnahme aus dem Unternehmenswert, und sie rechnet sich erst, wenn das Geschäft dahinter sie über Jahre trägt. Anbieter und Börsendienste prüft er deshalb nüchtern auf zwei Fragen: Ist die Methodik offengelegt, und werden die Daten tatsächlich gepflegt?

Eine andere bekannte Stimme der deutschen Finanzszene stellen wir im Beitrag über Madame Moneypenny und ihre Kritik vor.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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