Tradingdusche Erfahrungen: Was hinter der kostenlosen Trading-Ausbildung steckt

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2026

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13 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Eine komplette Trading-Ausbildung, dauerhaft kostenlos, ohne Vertrag und ohne Abo. Genau das verspricht Tradingdusche seit 2010. Wer den Namen zum ersten Mal hört, reagiert meist gleich: Das kann nicht sein. Irgendwo muss ein Haken sein.

Wir haben uns das Angebot genau angesehen. Nicht nur die Verkaufsseite, sondern die komplette Anmeldestrecke, das Impressum, die Handelsregisterdaten und die Broker dahinter. Das Ergebnis ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Der Kurs kostet tatsächlich nichts. Die Teilnahme hat trotzdem eine Bedingung, die erst ganz am Ende genannt wird. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Tradingdusche: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Tradingdusche ist eine kostenlose Trading-Ausbildung der tradingdusche GmbH aus Berlin, finanziert über Werbeeinnahmen von Partnerbrokern.
  • Für den Zugang musst du dich über den Partnerlink als Neukunde bei XTB oder AvaTrade registrieren. Ältere Angaben zu Trive, ALB und IG sind überholt.
  • Die Einrichtung eines Echtgeldkontos ist laut Anbieter für die Teilnahme erforderlich. Diese Bedingung steht in Schritt 8 von 8, ganz am Ende der Anmeldestrecke.
  • Der Anbieter empfiehlt ein Startkapital von mindestens 1.000 Euro. Bei den Partnerbrokern verlieren 74 Prozent (XTB) und 70 Prozent (AvaTrade) der Kleinanlegerkonten Geld im CFD-Handel.
  • Die im Footer als Impressum verlinkte Seite enthält keine Anschrift, keine Registernummer und keinen Vertretungsberechtigten (Stand 27.07.2026).
  • Der YouTube-Kanal hat rund 72.800 Abonnenten und läuft seit Oktober 2010. Er ist das stärkste Vertrauenssignal des Anbieters.

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Was ist Tradingdusche?

Tradingdusche ist ein Berliner Anbieter einer kostenlosen Trading-Ausbildung, der sich nicht über Kursgebühren finanziert, sondern über Provisionen von Partnerbrokern, bei denen sich die Teilnehmer registrieren müssen.

Das Geschäftsmodell dreht die übliche Logik der Trading-Branche um. Statt einen Kurs für mehrere tausend Euro zu verkaufen, verschenkt Tradingdusche die Inhalte und verdient an der Broker-Vermittlung. Der Anbieter nennt das selbst ein Win-Win-Win-Konzept. Der Teilnehmer bekommt die Ausbildung, der Broker einen Kunden, Tradingdusche eine Werbeeinnahme.

Inhaltlich richtet sich das Angebot klar an Einsteiger. Vermittelt werden Grundlagen der Chartanalyse im Daytrading, Risiko- und Moneymanagement, der Umgang mit Indikatoren sowie Strategien für das News-Trading. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer bereits erfahren handelt, findet hier wenig Neues.

Wer steckt hinter Tradingdusche?

Hinter dem Angebot steht eine eingetragene deutsche Gesellschaft. Im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg ist die tradingdusche GmbH unter HRB 188239 B geführt. Als Geschäftsführer mit Alleinvertretungsbefugnis ist Mirco Frehse eingetragen, das Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Die Eintragung datiert auf den 18. Juli 2017.

Zwischen Marke und Gesellschaft liegen sieben Jahre. Der Anbieter wirbt mit dem Gründungsjahr 2010 und der Formulierung „seit 15 Jahren am Markt”. Das ist nachvollziehbar: Der YouTube-Kanal wurde am 20. Oktober 2010 angelegt. Die GmbH entstand erst 2017. Beides ist richtig, meint aber Verschiedenes. Wer die Firmenhistorie prüfen will, sollte das im Kopf behalten.

Die Impressumslage

An dieser Stelle wird es dünn. Die im Footer als „Impressum” verlinkte Seite führt (Stand 27.07.2026) ausschließlich Haftungsausschluss, Urheberrechtshinweis und eine sehr lange Risikowarnung. Wir haben die Seite im Browser geprüft und nach den üblichen Pflichtangaben gesucht. Gefunden haben wir die Firmierung „tradingdusche GmbH, Berlin”. Nicht gefunden haben wir Anschrift, Registergericht, Registernummer, Vertretungsberechtigten, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Das ist ein sachlicher Befund, keine Unterstellung. Die Angaben mögen an anderer Stelle existieren oder nachgetragen werden. Zum Zeitpunkt unserer Prüfung waren sie auf der Website nicht auffindbar. Für einen Anbieter, der Vertrauen und Transparenz zum zentralen Verkaufsargument macht, ist das eine vermeidbare Schwachstelle. Ein vollständiges Impressum gehört zu den einfachsten Vertrauenssignalen überhaupt.

Zur Einordnung: Ältere Erfahrungsberichte im Netz nennen abweichende Anschriften und einen anderen Namen als Ansprechpartner. Wir verzichten bewusst darauf, diese Angaben zu wiederholen, weil wir sie heute nicht verifizieren können. Belastbar ist allein der Handelsregistereintrag.

Das Geschäftsmodell: Wie sich eine kostenlose Ausbildung finanziert

Die Ausbildung wird über Affiliate-Provisionen finanziert: Tradingdusche erhält eine Vergütung vom Broker, wenn sich ein Teilnehmer über den bereitgestellten Link als Neukunde registriert und ein Konto eröffnet.

Der Anbieter kommuniziert das offen. Auf der Über-Seite steht wörtlich, dass eine Werbeeinnahme fließt, wenn ein Nutzer über den Broker-Link ein Echtgeldkonto eröffnet. Diese Transparenz ist ihm anzurechnen. Viele Anbieter verstecken Affiliate-Beziehungen im Kleingedruckten oder verschweigen sie ganz.

Eine Einschränkung fällt leicht unter den Tisch. Das Angebot gilt ausdrücklich nur für Neukunden des jeweiligen Brokers. Wer dort bereits ein Konto hat oder hatte, bekommt keine Provision zugeordnet und damit auch keinen kostenlosen Zugang. Wer schon länger handelt und bei einem der beiden Online-Broker Kunde ist, fällt also raus.

Aus Sicht des Teilnehmers ist die entscheidende Frage nicht, ob Provisionen fließen. Entscheidend ist, ob die Broker-Empfehlung dadurch verzerrt wird. Ein Anbieter, dessen Einnahmen an genau zwei Brokern hängen, kann schwerlich neutral beurteilen, ob diese beiden die passenden sind. Das ist kein Vorwurf, sondern eine strukturelle Eigenschaft des Modells. Sie gilt für jedes Affiliate-Geschäft, auch für unseres.

Tradingdusche Anmeldung: Ablauf in acht Schritten mit Echtgeldkonto-Bedingung in Schritt 8
Der Anmeldeweg bei Tradingdusche. Die Echtgeldkonto-Bedingung wird erst im letzten Schritt genannt.

Was der kostenlose Zugang wirklich kostet

Der Kurs selbst kostet nichts. Es gibt keinen Kaufpreis, keine Rechnung, kein Abo und keine Zahlungsdaten bei der Registrierung. Das haben wir Schritt für Schritt nachvollzogen, und es stimmt. Wer nur die Videos auf YouTube schauen will, zahlt ohnehin nie etwas.

Die große Ausbildung hat trotzdem eine Eintrittsbedingung. In Schritt 8 von 8 der Anmeldestrecke steht der Satz, auf den es ankommt: Für die Teilnahme an der großen kostenlosen Trading-Ausbildung ist auch die Einrichtung eines Echtgeldkontos beim Broker erforderlich. Vorher ist durchgehend vom Demokonto die Rede, auf der Startseite wirbt der Anbieter mit „Ohne Zahlungsdaten”.

Das ist der Kernpunkt dieses Erfahrungsberichts. Die Bedingung wird nicht verschwiegen. Sie steht dort sogar unter der Überschrift „Offen und ehrlich”. Aber sie steht am Ende einer achtstufigen Strecke, nachdem der Interessent bereits ein Konto eröffnet und eine Mail geschrieben hat. Wer die Information am Anfang erwartet, findet sie dort nicht. Fair wäre, diese Voraussetzung in Schritt 1 zu nennen.

Dazu kommt eine Kapitalvorgabe. Der Anbieter empfiehlt ein Trading-Startkapital von mindestens 1.000 Euro und begründet das mit den ESMA-Vorgaben zu Hebel und Margin. Diese Begründung ist sachlich richtig und aus Sicht des Anlegerschutzes sogar löblich. Sie ändert nichts daran, dass die „kostenlose” Ausbildung faktisch ein Konto mit vierstelligem Betrag voraussetzt, um sinnvoll genutzt zu werden.

Und dann ist da das eigentliche Risiko. Beide Partnerbroker weisen die gesetzlich vorgeschriebene Verlustquote aus. Bei XTB verlieren 74 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld beim CFD-Handel, bei AvaTrade sind es 70 Prozent. Wer mit 1.000 Euro startet, muss wissen, in welcher Wahrscheinlichkeitsverteilung er sich bewegt. Ein Kurs, der nichts kostet, senkt dieses Risiko nicht.

Tradingdusche kostenlos: Versprechen des Anbieters und Voraussetzungen für die Teilnahme im Vergleich
Was der Anbieter verspricht und was für die Teilnahme tatsächlich nötig ist.

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Die Ausbildung: Inhalte, Module und Anmeldung

Der Umfang ist für ein kostenloses Angebot beachtlich. Die große Ausbildung besteht laut Anbieter aus vier Modulen, ergänzt um Livetradings und 1:1-Coachings. Ältere Beschreibungen nennen zwei Module, das ist überholt. Enthalten sind Demokonto, Handelssoftware, Indikatoren und Templates.

Die Themen decken das übliche Einsteigerprogramm ab:

  • Grundlagen und Chartanalyse für den Einstieg in die Daytrading-Ausbildung
  • Risiko- und Moneymanagement als eigener Schwerpunkt
  • Indikatoren, Templates und Tools, darunter ein Pivot-Punkte-Indikator
  • Handelsstrategien für verschiedene Märkte, auch für Berufstätige
  • Livetrading-Sessions zur US-Eröffnung
  • Wirtschaftliche Zusammenhänge und deren Wirkung auf die Kurse

Die Betreuung ist das stärkste Argument des Anbieters. Jeder Teilnehmer bekommt einen festen Ansprechpartner, die Freischaltung erfolgt stufenweise nach Lernfortschritt, und im 1:1-Coaching wird das bisherige Trading besprochen. Das ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich, denn die Preisklasse ist null.

Die Anmeldung läuft über acht Schritte. Zuerst erklärt der Anbieter Konzept, Finanzierung und Qualitätsanspruch. In Schritt 5 folgt die Registrierung beim Partnerbroker über den Affiliate-Link, zunächst mit Demokonto. In Schritt 8 schickst du eine Mail mit einem Screenshot deiner Demokonto-Nummer, und dort steht auch die Echtgeldkonto-Bedingung. Die Antwort kommt laut Anbieter innerhalb von zwei bis drei Werktagen.

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Der YouTube-Kanal als Aushängeschild

Bekannt geworden ist Tradingdusche über YouTube. Der Kanal existiert seit Oktober 2010, hat rund 72.800 Abonnenten, etwa 254 Videos und insgesamt über 5,1 Millionen Aufrufe (Stand Juli 2026). Damit gehört er zu den reichweitenstärkeren deutschsprachigen Trading-Kanälen.

Für die Seriositätsprüfung ist das ein belastbares Signal. Ein Kanal, der seit fünfzehn Jahren unter demselben Namen läuft und kontinuierlich Inhalte veröffentlicht, ist kein kurzlebiges Projekt. Wer das Angebot einschätzen will, sollte sich vor der Anmeldung schlicht ein paar Videos ansehen. Die Lehrqualität lässt sich dort kostenlos und ohne Kontoeröffnung beurteilen. Das ist der ehrlichste Test, den es gibt.

Einordnend gehört dazu: Reichweite belegt Reichweite, nicht Handelserfolg. Ein großer Kanal sagt nichts darüber aus, ob die vermittelten Trading-Strategien im eigenen Handel funktionieren. Diese Unterscheidung geht in der Bewertung von Trading-Anbietern regelmäßig verloren.

Tradingdusche Erfahrungen: Was Nutzer berichten

Die öffentlich auffindbare Resonanz ist überwiegend positiv, aber dünn. In Foren und Frageportalen berichten Nutzer vor allem, dass sie über die YouTube-Videos auf das Angebot gestoßen sind und den Einstieg als verständlich empfanden. Kritische Stimmen drehen sich fast immer um denselben Punkt: die Kontoeröffnung als Voraussetzung.

Die Quellenlage ist allerdings schwach. Viele der auffindbaren Beiträge stammen aus den Jahren 2019 bis 2023 und beziehen sich auf frühere Partnerbroker. Ein Trustpilot-Profil für tradingdusche.de existiert nicht, obwohl Nutzer aktiv danach suchen. Unabhängige, aktuelle und in nennenswerter Zahl vorliegende Bewertungen gibt es damit praktisch nicht.

Das ist weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen. Es bedeutet schlicht, dass du dir kein Urteil aus fremden Bewertungen bilden kannst. Bei einem Anbieter ohne Kaufpreis fehlt der übliche Anlass, eine Bewertung zu schreiben. Wer belastbare Erfahrungen sucht, muss sie selbst machen. Die Videos sind dafür der risikofreie Einstieg.

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Betrugswarnung: Fake-Accounts im Namen von Tradingdusche

Dieser Punkt ist wichtiger als alles andere in diesem Artikel. Der Anbieter warnt auf einer eigenen Seite davor, dass Betrüger seinen Namen, sein Logo und seine Videos missbrauchen. Die Masche läuft über Telegram-Gruppen, die unter dem Namen „Tradingdusche” auftreten und angebliche Krypto-Investments mit garantierten Renditen anbieten. Gezeigt werden gefälschte Kontoauszüge und Gewinnmeldungen.

Die Abgrenzung des Anbieters ist eindeutig. Laut eigener Darstellung ist Tradingdusche nicht bei Telegram, Signal, TikTok oder Snapchat vertreten, bietet keine Investments an, fragt nie nach Überweisungen und ruft Interessenten nicht an. Wer über einen dieser Kanäle kontaktiert wird und Geld einzahlen soll, hat es nicht mit dem Anbieter zu tun.

Für dich als Leser ergibt sich daraus eine einfache Regel. Prüfe bei jedem vermeintlichen Trading-Angebot zuerst den Kanal, über den der Kontakt zustande kam. Seriöse Anbieter fordern dich nicht per Messenger zu Krypto-Einzahlungen auf. Diese Betrugsform trifft nicht nur Tradingdusche, sondern praktisch jeden bekannten Namen der Szene. Auch bei uns landen regelmäßig Meldungen über gefälschte Profile, die angebliche Trading-Signale verkaufen.

Ist Tradingdusche seriös? Vorteile und Nachteile

Nach unserer Prüfung sprechen mehr Fakten für als gegen den Anbieter. Es gibt eine eingetragene deutsche GmbH, eine fünfzehnjährige Historie unter demselben Namen, regulierte Partnerbroker und ein Finanzierungsmodell, das offen benannt wird. Das unterscheidet Tradingdusche von einem großen Teil der Angebote in dieser Branche.

Dafür spricht:

  • Kein Kaufpreis, kein Abo, kein Vertrag. Das finanzielle Risiko des Kurses selbst ist null.
  • Eingetragene deutsche Gesellschaft mit Handelsregistereintrag und benanntem Geschäftsführer.
  • Finanzierungsmodell wird offengelegt. Die Affiliate-Beziehung wird nicht versteckt.
  • Fünfzehn Jahre Marktpräsenz mit durchgehend aktivem YouTube-Kanal.
  • Persönliche Betreuung mit festem Ansprechpartner und 1:1-Coaching.
  • Regulierte Partnerbroker mit Aufsicht in der EU.
  • Eigene Warnseite zu Betrugsversuchen unter fremdem Namen.

Dagegen spricht:

  • Die Echtgeldkonto-Bedingung steht in Schritt 8 von 8, während vorne mit „Ohne Zahlungsdaten” geworben wird.
  • Unvollständige Impressumsangaben auf der Website zum Zeitpunkt unserer Prüfung.
  • Faktische Kapitalhürde von rund 1.000 Euro empfohlenem Startkapital.
  • Brokerauswahl ist wirtschaftlich gebunden. Nur zwei Partner, an denen die Einnahmen hängen.
  • Nur für Neukunden der beiden Broker nutzbar.
  • Keine unabhängigen Bewertungen in nennenswerter Zahl, kein Trustpilot-Profil.
  • Veraltete Angaben auf einzelnen Unterseiten, etwa Seitentitel früherer Partnerbroker.

Fazit: solides Einsteigerangebot mit einer spät genannten Bedingung

Tradingdusche ist kein Abzockmodell. Wir haben nach den typischen Warnzeichen gesucht: überteuerte Kurse, Renditeversprechen, Druckverkauf, versteckte Abos, Anbieter ohne greifbare Rechtsform. Nichts davon trifft zu. Was wir gefunden haben, ist ein Anbieter mit einem ungewöhnlichen, aber nachvollziehbaren Finanzierungsmodell und einem für den Preis von null bemerkenswerten Betreuungsangebot.

Der Kritikpunkt liegt woanders. Wer eine Ausbildung als „100 Prozent kostenlos” und „ohne Zahlungsdaten” bewirbt, sollte die Echtgeldkonto-Pflicht und die Kapitalempfehlung im ersten Schritt nennen, nicht im achten. Der Anbieter verschweigt beides nicht, er stellt es nur spät. Diese Reihenfolge ist der Grund, warum Nutzer sich getäuscht fühlen können, obwohl formal alles offengelegt wurde. Dazu kommt das lückenhafte Impressum, das für einen Anbieter mit diesem Transparenzanspruch schlicht nicht sein müsste.

Unsere Einschätzung fällt deshalb zweigeteilt aus. Für Einsteiger, die ohnehin ein Konto bei XTB oder AvaTrade eröffnen wollen und über das nötige Kapital verfügen, ist das Angebot rechnerisch schwer zu schlagen. Für alle anderen gilt: Der YouTube-Kanal liefert einen großen Teil der Inhalte ohne jede Bedingung. Wer erst prüfen will, ob ihm die Vermittlung liegt, fängt dort an und entscheidet danach.

Und unabhängig vom Anbieter bleibt die wichtigste Zahl bestehen. Rund sieben von zehn Kleinanlegerkonten verlieren im CFD-Handel Geld. Keine Ausbildung, ob kostenlos oder vierstellig bezahlt, ändert etwas an dieser Ausgangslage. Wer traden lernen will, sollte mit dieser Zahl im Kopf beginnen und nicht mit einer Renditeerwartung. Weitere Wege zum Einstieg findest du in unserem Überblick zum Traden lernen und in unserem Vergleich der Trading-Kurse.

Häufige Fragen zu Tradingdusche

Ist Tradingdusche wirklich kostenlos?

Der Kurs selbst kostet nichts, es gibt keinen Kaufpreis, keine Rechnung und kein Abo. Für die Teilnahme an der großen Ausbildung ist laut Anbieter aber die Einrichtung eines Echtgeldkontos bei einem Partnerbroker erforderlich. Empfohlen wird ein Startkapital von mindestens 1.000 Euro.

Ist Tradingdusche seriös?

Es handelt sich um eine im Handelsregister eingetragene deutsche GmbH mit fünfzehnjähriger Marktpräsenz und regulierten Partnerbrokern. Typische Warnzeichen unseriöser Anbieter haben wir nicht gefunden. Kritisch sehen wir die spät genannte Echtgeldkonto-Bedingung und die unvollständigen Impressumsangaben auf der Website.

Muss ich Geld einzahlen, um die Ausbildung zu bekommen?

Für die Registrierung und das Demokonto sind keine Zahlungsdaten nötig. Für die vollständige Ausbildung nennt der Anbieter in Schritt 8 die Einrichtung eines Echtgeldkontos als Voraussetzung.

Welche Broker arbeiten mit Tradingdusche zusammen?

Aktuell sind XTB und AvaTrade die Partnerbroker. Angaben zu Trive, ALB oder IG stammen aus früheren Jahren und sind überholt. Das Angebot gilt jeweils nur für Neukunden.

Wer steht hinter Tradingdusche?

Betreiber ist die tradingdusche GmbH mit Sitz in Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 188239 B. Als Geschäftsführer ist Mirco Frehse eingetragen.

Gibt es Tradingdusche-Bewertungen auf Trustpilot?

Nein, ein Trustpilot-Profil für tradingdusche.de existiert nicht. Öffentlich auffindbare Erfahrungsberichte stammen überwiegend aus Foren und sind mehrere Jahre alt.

Ist Tradingdusche auf Telegram aktiv?

Nein. Der Anbieter stellt ausdrücklich klar, dass er nicht bei Telegram, Signal, TikTok oder Snapchat vertreten ist. Gruppen unter diesem Namen, die Krypto-Investments anbieten, sind Betrugsversuche mit fremdem Namen.

Für wen eignet sich die Ausbildung?

Vor allem für Einsteiger ohne Vorkenntnisse, die ohnehin ein Brokerkonto eröffnen wollen und über entsprechendes Startkapital verfügen. Erfahrene Trader finden in den Inhalten wenig Neues.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Zwischen 2000 und 2010 gab er Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Aus dieser Zeit kennt Karsten die Ausbildungsseite des Geschäfts aus eigener Anschauung: was sich in Wochen vermitteln lässt, was Jahre braucht und woran Einsteiger typischerweise scheitern. Weil Kagels Trading selbst Ausbildungsinhalte anbietet, haben wir diesen Bericht bewusst dokumentierend angelegt und uns auf überprüfbare Fakten beschränkt: Handelsregister, Anmeldestrecke, Impressum und die Risikohinweise der Partnerbroker.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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