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Nasdaq Biotechnology Index erklärt: Zusammensetzung, Gewichtung und Risiken

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026

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Der bekannte Biotech-ETF IBB von iShares folgt dem Nasdaq Biotechnology Index seit Juni 2021 nicht mehr, obwohl er oft noch als NBI-Fonds genannt wird. Schon daran sieht man, wie leicht Biotech-Index und Fonds verwechselt werden. Der NBI selbst ist ein Aktienindex mit klaren Regeln, der Biotechnologie und Pharma an der Nasdaq bündelt und deutlich anders tickt als die einzelne Biotech-Aktie.

Hier erfährst du, welche Werte im NBI stecken, wie Nasdaq sie gewichtet und welche Fonds ihm tatsächlich folgen. Dazu kommen zwei eigene Charts aus der offiziellen Indexreihe seit 2003 und ein ehrlicher Vergleich mit dem Nasdaq-100. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Nasdaq Biotechnology Index: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Nasdaq Biotechnology Index ist ein Aktienindex für Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen, die an der Nasdaq notiert sind. Sein Kürzel ist NBI, berechnet wird er von Nasdaq seit dem 1. November 1993.
  • Aufgenommen wird jeder Wert, der die Regeln erfüllt. Eine feste Zahl gibt es nicht. Am 28. Oktober 2026 waren es 245 Werte, neu ausgewählt wird einmal im Jahr im Dezember.
  • Gewichtet wird nach Börsenwert, mit Obergrenzen von 8 und 4 Prozent. Nur die fünf größten Werte dürfen über 4 Prozent liegen. Am 30. September 2026 führten Gilead, Amgen und Vertex mit 8,16, 7,85 und 7,69 Prozent, die fünf größten wogen zusammen 33,8 Prozent.
  • Seit 2003 fiel der NBI viermal um mehr als 25 Prozent. Am tiefsten ging es von Juli 2015 bis Juni 2016 um 39,4 Prozent, das alte Hoch war erst im Mai 2020 wieder erreicht.
  • Nicht jeder Biotech-ETF bildet den NBI ab. Der große IBB von iShares folgt heute einem NYSE-Index, die UCITS-ETFs BTEC von iShares und SBIO von Invesco folgen dagegen NBI-Varianten.

Was ist der Nasdaq Biotechnology Index?

Der Nasdaq Biotechnology Index ist ein Aktienindex, der die Kursentwicklung von Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen abbildet, die an der Nasdaq notiert sind. Er wird von Nasdaq berechnet, trägt das Kürzel NBI und gewichtet seine Werte nach Börsenwert mit Obergrenzen.

Der NBI ist selbst kein Wertpapier. Er ist eine Rechengröße, ein Maßstab für die Branche. Wer ihn handeln will, braucht ein Produkt, das ihn nachbildet, etwa einen ETF.

Der Index startete am 1. November 1993 mit 200 Punkten. So steht es in der Indexübersicht von Nasdaq. Am 28. Oktober 2026 schloss er bei 7.256 Punkten. Berechnet wird er an US-Handelstagen jede Sekunde neu, von 9:30 bis 17:16 Uhr New Yorker Zeit. In der Methodik heißt er Nasdaq Biotechnology Index, Kursportale schreiben oft Nasdaq Biotech Index oder kurz Biotech-Index.

Trotz des Namens steckt im NBI auch Pharma. Zugelassen sind Werte, die nach der Branchensystematik ICB entweder zur Biotechnologie oder zu den Pharmazeutika gehören. Der Index bildet also nicht nur junge Forschungsfirmen ab, sondern auch etablierte Arzneimittelhersteller mit hohen Umsätzen.

Entscheidend ist der Börsenplatz, nicht der Firmensitz. Die Aktie muss ihre US-Notiz ausschließlich an der Nasdaq haben, im Segment Global Select Market oder Global Market. Deshalb stehen auch ausländische Firmen im Index, etwa BioNTech aus Mainz, argenx oder Sanofi über ihre US-Zertifikate. Große Pharmakonzerne mit Notiz an der New York Stock Exchange, etwa Eli Lilly oder Pfizer, fehlen dagegen. Wie sich die beiden Börsen unterscheiden, zeigt unser Beitrag zur New York Stock Exchange.

Welche Aktien sind im Nasdaq Biotech Index?

Im NBI steht jeder Wert, der die Regeln erfüllt, eine Höchstzahl gibt es nicht. Die Indexmethodik von Nasdaq legt die Aufnahmeregeln fest. Einmal im Jahr prüft Nasdaq alle Kandidaten, und wer besteht, kommt in den Index.

  • Branche: Einordnung nach ICB in die Untergruppe Biotechnologie oder Pharmazeutika.
  • Börsenplatz: US-Notiz ausschließlich an der Nasdaq, im Global Select Market oder Global Market. Zugelassen sind Stammaktien, ADRs und einige weitere Aktienformen, bei mehreren Aktiengattungen eines Emittenten alle.
  • Mindestgröße: 200 Millionen Dollar Börsenwert.
  • Handel: im Schnitt mindestens 100.000 gehandelte Aktien pro Tag, gemessen vom Jahresanfang bis zum Stichtag.
  • Börsenhistorie: mindestens drei volle Kalendermonate Handel, den Monat des Börsengangs nicht mitgezählt.

Ein ADR (American Depositary Receipt) ist ein Zertifikat, das an einer US-Börse gehandelt wird und für Aktien eines ausländischen Unternehmens steht. Die eigentlichen Aktien liegen bei einer Depotbank.

Bei ADRs zählt nur der in den USA hinterlegte Teil. Laut Methodik setzt Nasdaq die Zahl der tatsächlich ausgegebenen Hinterlegungsscheine an, nicht alle Aktien des Konzerns. Ein großer ausländischer Konzern kann deshalb im NBI deutlich weniger wiegen, als sein gesamter Börsenwert vermuten lässt.

Die Zahl der Mitglieder schwankt von Jahr zu Jahr. Am 28. Oktober 2026 führte Nasdaq 245 Werte in seiner Mitgliederliste. Die Neuauswahl wird Anfang Dezember angekündigt und gilt ab dem Handelsschluss am dritten Freitag im Dezember. Wird ein Unternehmen im Lauf des Jahres übernommen, nimmt Nasdaq es heraus, sobald der Abschluss als sehr wahrscheinlich gilt. Ersetzt wird es erst bei der nächsten Neuauswahl.

UnternehmenKürzelGewicht
Gilead SciencesGILD8,16 %
AmgenAMGN7,85 %
Vertex PharmaceuticalsVRTX7,69 %
ModernaMRNA5,04 %
Regeneron PharmaceuticalsREGN5,03 %
Revolution MedicinesRVMD2,88 %
IlluminaILMN2,71 %
BiogenBIIB2,19 %
Alnylam PharmaceuticalsALNY2,16 %
Roivant SciencesROIV1,73 %
Die zehn größten Werte im NBI laut Factsheet von Nasdaq, Stand 30.09.2026. Zusammen 45,44 Prozent des Index. Die Gewichte ändern sich mit jedem Kurs, die aktuelle Mitgliederliste führt Nasdaq.

Die fünf größten Werte bringen es zusammen auf knapp 34 Prozent, die zehn größten auf gut 45 Prozent. Die übrigen rund 235 Werte teilen sich den Rest. Wer den NBI liest, liest also vor allem die Kurse von Gilead, Amgen und Vertex, ergänzt um eine lange Reihe kleinerer Biotech-Firmen, von denen viele noch kein Medikament am Markt haben. Ältere Factsheets mit anderen Spitzenreitern beschreiben einen vergangenen Stand und taugen nicht als Liste von heute.

Wie wird der NBI berechnet und gewichtet?

Ein modifiziert nach Börsenwert gewichteter Index gewichtet jede Aktie zunächst nach ihrem Börsenwert und kappt danach einzelne Gewichte bei festen Obergrenzen. So bleibt die Größe entscheidend, ohne dass ein einzelner Wert den Index beherrscht.

Beim NBI läuft die Kappung in zwei Stufen. Zuerst bekommt jeder Wert das Gewicht, das seinem Börsenwert im Verhältnis zur Summe aller Werte entspricht. In der ersten Stufe wird jedes Gewicht über 8 Prozent gekappt. In der zweiten Stufe behalten die fünf größten Werte ihr Gewicht, alle anderen werden auf höchstens 4 Prozent begrenzt.

RegelWert
Höchstgewicht je Wert8 %
Werte über 4 %höchstens die fünf größten
Alle übrigenhöchstens 4 %
Neugewichtungvierteljährlich, wirksam nach dem 3. Freitag im März, Juni, September, Dezember
Neuauswahljährlich, wirksam nach dem 3. Freitag im Dezember, Marktdaten Ende Oktober
Gewichtungs- und Anpassungsregeln laut Indexmethodik von Nasdaq, abgerufen am 29.10.2026. Letzter im Dokument ausgewiesener Änderungseintrag: 19.03.2024.

Zwischen den Anpassungen dürfen die Gewichte über ihre Grenze wachsen. Nasdaq rechnet die Neugewichtung mit Aktienzahl und Kurs vom letzten Monatsende davor, also Ende Februar, Mai, August und November. Danach bewegen sich die Gewichte mit den Kursen. Deshalb stand Gilead am 30. September mit 8,16 Prozent leicht über der Grenze von 8 Prozent. Bei der nächsten Neugewichtung im Dezember wird der Überhang wieder verteilt.

Ein Kursindex bildet nur die Kursveränderungen seiner Aktien ab. Ein Performanceindex rechnet zusätzlich die Dividenden so ein, als würden sie sofort wieder angelegt.

Der bekannte NBI-Stand ist ein Kursindex ohne Dividenden. Laut Übersicht der Indexversionen gibt es daneben den Performanceindex XNBI, der Dividenden am Ex-Tag wieder anlegt, und eine Nettofassung mit dem Kürzel XNBINNR. Sie legt nur 70 Prozent der Dividenden wieder an und zieht eine angenommene Steuer von 30 Prozent ab. Weil viele Biotech-Firmen keine Dividende zahlen, liegen die Fassungen nicht weit auseinander. Beim Vergleich von Renditen zählt trotzdem, welche Version du vor dir hast.

Wie hat sich der Nasdaq Biotechnology Index entwickelt?

Langfristig ist der NBI stark gestiegen, aber mit langen Durststrecken. Die frei abrufbare Tagesreihe von Nasdaq beginnt am 21. Januar 2003 bei 515 Punkten. Das Rekordhoch auf Schlusskursbasis liegt beim 19. August 2026 mit 7.405 Punkten, am 28. Oktober lag der Index rund 2 Prozent darunter. Der Chart zeigt die Reihe auf logarithmischer Skala, auf der gleiche prozentuale Bewegungen gleich hoch aussehen. In Orange sind die vier größten Rückgänge markiert.

Nasdaq Biotechnology Index Chart seit 2003 mit den vier größten Rückgängen, Tagesschlusskurse logarithmisch
Tagesschlusskurse des NBI vom 21.01.2003 bis 28.10.2026 aus dem Indexarchiv von Nasdaq, Kursindex in US-Dollar, logarithmische Skala. Orange: tiefster Schluss der vier Rückgänge von mehr als 25 Prozent, jeweils gemessen vom bis dahin höchsten Schluss der Reihe seit 2003. Eigene Auswertung.

Vier Rückgänge von mehr als 25 Prozent zeigt die Reihe seit 2003. Gemessen wird jeweils vom bis dahin höchsten Schluss bis zum tiefsten Schluss vor dem nächsten Hoch. Auffällig ist weniger die Tiefe als die Dauer. Nach dem Hoch von Juli 2015 dauerte es fast fünf Jahre bis zu einem neuen Rekord, nach dem Hoch von August 2021 gut vier Jahre.

Hoch bis TiefRückgangNeues Hoch
07/2015 bis 06/2016-39,4 %05/2020
08/2021 bis 06/2022-38,5 %11/2025
08/2008 bis 03/2009-34,7 %03/2010
04/2004 bis 08/2004-26,9 %02/2006
Die vier Rückgänge des NBI von mehr als 25 Prozent seit dem 21.01.2003 (Hoch und Tief: 20.07.2015 und 27.06.2016, 09.08.2021 und 13.06.2022, 14.08.2008 und 09.03.2009, 27.04.2004 und 09.08.2004), Tagesschlusskurse aus dem Indexarchiv von Nasdaq, Kursindex in US-Dollar. Neues Hoch: erster Schluss über dem alten Rekord. Eigene Auswertung, Stand 28.10.2026.

JahrNBINasdaq-100
2008-12,6 %-41,6 %
2013+66,0 %+36,9 %
2016-21,3 %+7,3 %
2022-10,1 %-32,4 %
2023+4,6 %+55,1 %
2025+33,4 %+21,0 %
2026 bis 28.10.+27,7 %+18,7 %
Veränderung im Kalenderjahr, jeweils Schluss zu Schluss, Performanceindizes XNBI und XNDX mit wieder angelegten Dividenden in US-Dollar. Berechnet aus den Tagesreihen von Nasdaq, Stand 28.10.2026. Eigene Auswertung.

Die annualisierte Volatilität gibt an, wie stark die täglichen Kursbewegungen auf ein Jahr hochgerechnet schwanken. Je höher der Wert, desto größer sind die üblichen Ausschläge nach oben und unten.

Als Ganzes schwankt der NBI weniger wild, als sein Ruf vermuten lässt. Das Factsheet von Nasdaq nennt für die zehn Jahre bis September 2026 eine annualisierte Volatilität von 23,37 Prozent und eine durchschnittliche Rendite von 9,64 Prozent pro Jahr, beides für den Performanceindex XNBI. Nach unserer Rechnung lag die Volatilität vom 25. September 2003 bis 28. Oktober 2026 bei 23,7 Prozent, beim Nasdaq-100 bei 21,9 Prozent. Berechnet wurde die Standardabweichung der logarithmischen Tagesrenditen, multipliziert mit der Quadratwurzel aus 252. Beide Reihen sind Performanceindizes. Die Zahlen beschreiben die Vergangenheit und sind kein Maßstab für die Zukunft. Wie man Rückgänge misst und einordnet, erklärt unser Beitrag zum Drawdown im Trading.

Die Ruhe des Index gilt nicht für seine einzelnen Aktien. Eine kleine Biotech-Firma mit nur einem Wirkstoff kann nach einer gescheiterten Studie an einem Tag einen großen Teil ihres Werts verlieren. Im NBI fällt so ein Wert kaum ins Gewicht, weil er nur einen Bruchteil eines Prozents wiegt. Das Ereignisrisiko der einzelnen Aktie verschwindet im Index nicht, es wird verdünnt.

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NBI und Nasdaq-100 im Vergleich

Der Nasdaq-100 enthält einige Biotech-Werte, wird aber von Technologie dominiert. Der NBI ist dagegen reine Gesundheitsbranche. Legt man beide auf einen gemeinsamen Startwert, sieht man, wann Biotech dem breiten Markt voraus- oder hinterherlief. Die Grafik vergleicht beide als Performanceindex mit Dividenden, beide Kurven starten am 25. September 2003 bei 100.

Nasdaq Biotechnology Index gegen Nasdaq-100 seit 2003, Performanceindizes auf 100 normiert, logarithmisch
Performanceindizes XNBI und XNDX, beide am 25.09.2003 auf 100 gesetzt, Tagesschlusskurse bis 28.10.2026 aus dem Indexarchiv von Nasdaq. Beide mit wieder angelegten Dividenden in US-Dollar, logarithmische Skala, nur gemeinsame Handelstage. Eigene Auswertung.

Seit September 2003 hat sich der NBI auf das 10,8-Fache gesteigert, der Nasdaq-100 auf das 27,4-Fache. Bis 2015 lag Biotech sogar vorn, danach zog der Technologiemarkt deutlich davon. Seit Ende 2015 gewann der NBI 120 Prozent, der Nasdaq-100 gut 600 Prozent. In zehn der 23 betrachteten Jahre von 2004 bis 2026 schnitt der NBI besser ab, das Jahr 2026 nur bis zum 28. Oktober gerechnet.

Dafür fiel der NBI in den großen Krisen weniger tief. 2008 verlor er 12,6 Prozent, der Nasdaq-100 41,6 Prozent. 2022 waren es 10,1 gegen 32,4 Prozent. Der größte Rückgang des Performanceindex seit 2003 lag bei 39,2 Prozent, beim Nasdaq-100 bei 53,4 Prozent. Medikamente werden auch in einer Rezession gebraucht, das stützt die großen Pharma-Werte. Eine Garantie für die nächste Krise ist das nicht.

Relative Stärke ist das Verhältnis zweier Kurse oder Indizes zueinander. Steigt das Verhältnis, entwickelt sich der erste Wert besser als der zweite, fällt es, entwickelt er sich schlechter.

Teilt man den NBI durch den Nasdaq-100, erhält man die relative Stärke von Biotech. Diese Linie zeigt, ob sich die Biotech- und Pharmawerte im NBI besser oder schlechter entwickeln als der Nasdaq-100. Kapitalzuflüsse oder Abflüsse misst sie nicht. Wie das Kapital zwischen Branchen wandert, erklärt unser Beitrag zur Sektorrotation. Ein Frühwarnsystem ist die Linie aber nicht. Sie zeigt, welche Indexgruppe sich gerade besser entwickelt, und sagt nicht voraus, wann ein Trend endet.

Auch ein anderer Biotech-Index kann ein ganz anderes Bild zeichnen. Der S&P Biotechnology Select Industry Index, dem der ETF XBI folgt, enthält nur Biotech ohne Pharma und gewichtet seine Werte annähernd gleich. Dort zählt die kleine Forschungsfirma fast so viel wie der Großkonzern, im NBI dominieren die Schwergewichte. Keiner der beiden ist der bessere Index, sie messen Verschiedenes. Wie es beim Technologieindex selbst steht, zeigt unsere Nasdaq-100-Prognose.

Was bewegt Biotech-Aktien und den NBI?

Biotech-Kurse hängen an Ereignissen, die kein Chart vorhersagt. Fünf Kräfte prägen die Branche. Sie zeigen sich zuerst in Studiendaten, Behördenentscheidungen und Quartalszahlen, erst danach im Kurs.

  • Klinische Studien: Ein Wirkstoff durchläuft mehrere Testphasen am Menschen. Gute oder schlechte Daten bewegen vor allem kleine Werte mit wenigen Projekten stark.
  • Zulassung: In den USA entscheidet die Arzneimittelbehörde FDA nach Prüfung der Daten über die Zulassung. Der Termin ist oft bekannt, das Ergebnis nicht.
  • Patente: Läuft der Schutz eines umsatzstarken Medikaments aus, drohen günstige Nachahmer. Das trifft vor allem die großen Werte mit hohem Indexgewicht.
  • Finanzierung: Viele kleine Firmen verdienen noch kein Geld und brauchen frisches Kapital. Ob sie es bekommen und zu welchem Preis, hängt auch von der Stimmung am Kapitalmarkt ab.
  • Übernahmen: Große Konzerne kaufen Forschungsfirmen, um ihre Pipeline zu füllen. Für das Ziel bringt das oft einen Kurssprung, für den Index einen Abgang.

Übernahmen verändern den NBI direkt. Laut Methodik nimmt Nasdaq ein Unternehmen heraus, sobald der Abschluss einer Übernahme als sehr wahrscheinlich gilt, etwa nach Zustimmung der Behörden. Einen Nachfolger gibt es erst bei der nächsten Neuauswahl im Dezember. Deshalb kann die Mitgliederzahl im Lauf des Jahres schrumpfen.

Wichtige Termine sind die Zahlen der Schwergewichte und die Anpassungstermine. Weil Gilead, Amgen, Vertex, Moderna und Regeneron zusammen gut ein Drittel des Index ausmachen, bewegen ihre Quartalsberichte den ganzen NBI. Dazu kommen die Neugewichtungen im März, Juni, September und Dezember, an denen Indexfonds umschichten. Wer einzelne Biotech-Werte um solche Termine handelt, sieht die erwartete Bewegung oft in der impliziten Volatilität der Optionen.

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Wie kann man in den Nasdaq Biotechnology Index investieren?

Direkt kaufen lässt sich der NBI nicht, nur über Produkte, die ihn nachbilden. Viele Biotech-ETFs tragen ähnliche Namen und folgen trotzdem anderen Indizes. Die Tabelle zeigt, welchem Index die bekanntesten Fonds laut Anbieter folgen, abgerufen am 29. Oktober 2026.

ETFIndex laut AnbieterNBI?
iShares IBB (USA)NYSE Biotechnologynein
SPDR XBI (USA)S&P Biotechnology Select Industrynein
Invesco IBBQ (USA)Nasdaq Biotechnologyja
iShares BTEC (UCITS)Nasdaq Biotechnology, Nettofassungja
Invesco SBIO (UCITS)Nasdaq Biotechnology, Performanceindexja
Index laut Produktseite oder Factsheet des Anbieters und laut Produktliste von Nasdaq, abgerufen am 29.10.2026. ISIN der UCITS-ETFs: iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF IE00BYXG2H39, Invesco Nasdaq Biotech UCITS ETF IE00BQ70R696.

Der bekannteste Biotech-Fonds folgt dem NBI nicht mehr. Laut Produktseite von iShares bildet der iShares Biotechnology ETF mit dem Kürzel IBB seit dem 21. Juni 2021 den NYSE Biotechnology Index ab. Vorher war sein Maßstab der NBI. Ein Beitrag der NYSE beschreibt, wie der Wechsel die Gewichte unter den Biotech-Indizes verschoben hat. Die Produktliste von Nasdaq führt IBB nicht mehr als NBI-Fonds, dafür den Invesco Nasdaq Biotechnology ETF mit dem Kürzel IBBQ.

Für Privatanleger in Deutschland sind US-ETFs meist nicht kaufbar. Diesen Fonds fehlt das Basisinformationsblatt, das die EU für Privatanleger vorschreibt. Warum das so ist, steht in unserem Beitrag zu den PRIIPs-Regeln. Anders als beim Halbleiterindex gibt es für den NBI aber zwei europäische UCITS-ETFs, die ihm folgen. Ob dein Broker sie anbietet, prüfst du am besten mit der ISIN.

Ein UCITS-ETF ist ein börsengehandelter Fonds nach den europäischen Regeln für Investmentfonds. Ob du eine bestimmte Anteilsklasse kaufen kannst, hängt auch von den nötigen Unterlagen, dem Vertriebsstatus in deinem Land und deinem Broker ab.

Die beiden UCITS-ETFs bilden verschiedene Fassungen des NBI ab. Der iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF kauft laut Factsheet von iShares die Aktien selbst und misst sich an der Nettofassung des Index. Der Invesco Nasdaq Biotech UCITS ETF bildet den Performanceindex XNBI synthetisch über Tauschgeschäfte mit Banken nach. Beide notieren in Europa, der Index selbst läuft in US-Dollar. Für Anleger in Euro kommt deshalb das Währungsrisiko hinzu.

Wer einen Fonds wählt, prüft im Factsheet den Index, nicht nur den Namen. Ein Fonds auf ein gleich gewichtetes Biotech-Barometer verhält sich anders als einer auf den NBI mit seinen Schwergewichten. Kosten und Nachbildung stehen im Basisinformationsblatt des Anbieters. Wie Branchen-ETFs grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Ratgeber zu Branchen-ETFs und Sektoren.

Stärken und Grenzen des NBI

Der NBI ist ein guter Maßstab für Biotech an der Nasdaq, aber kein Abbild der ganzen Gesundheitsbranche. Die beiden Kästen fassen zusammen, was er für die Einordnung leistet und wo seine Aussagekraft endet.

Was der Nasdaq Biotechnology Index gut kann

  • Er bündelt rund 245 Biotech- und Pharmawerte in einer Zahl und macht die Branche mit einem Blick lesbar.
  • Seine Regeln sind öffentlich, mit klaren Obergrenzen und festen Anpassungsterminen.
  • Er verdünnt das Studien- und Zulassungsrisiko einzelner Firmen, das bei Einzelaktien sehr hoch ist.
  • Im Vergleich mit dem Nasdaq-100 zeigt er, ob Biotech führt oder hinterherläuft.

Wo der Nasdaq Biotechnology Index an Grenzen stößt

  • Er enthält nur Werte mit Nasdaq-Notiz, große Pharmakonzerne an der NYSE fehlen.
  • Die fünf größten Werte machen rund ein Drittel aus, die vielen kleinen Firmen wiegen wenig.
  • Nach großen Rückgängen dauerte es seit 2003 bis zu fünf Jahre bis zu einem neuen Hoch.
  • Ein Vergleich mit anderen Indizes beschreibt die Vergangenheit und ist kein verlässliches Signal für morgen.

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Fazit: Was der Nasdaq Biotechnology Index Tradern sagt

Der NBI ist das Branchenbarometer für Biotech und Pharma an der Nasdaq. Er nimmt jeden Wert auf, der die Regeln erfüllt, gewichtet nach Börsenwert mit Obergrenzen von 8 und 4 Prozent und wird stark von wenigen Schwergewichten wie Gilead, Amgen und Vertex geprägt.

Als Ganzes ist er ruhiger als seine einzelnen Aktien, aber nicht ohne Risiko. Seit 2003 fiel er viermal um mehr als 25 Prozent, und zweimal dauerte die Erholung über vier Jahre. Der Vergleich mit dem Nasdaq-100 zeigt, wann Biotech gefragt ist, aber nicht, wie lange das so bleibt.

Beim Investieren entscheidet der Index im Kleingedruckten. Der bekannte IBB folgt dem NBI nicht mehr. Wer eine Branchenwette eingeht, prüft im Factsheet den Index, die Fassung mit oder ohne Dividenden und ob das Produkt in Deutschland überhaupt kaufbar ist. Nach demselben Muster erklären wir den Halbleiterindex im Beitrag zum SOX Index.

Häufige Fragen zum Nasdaq Biotechnology Index

Was misst der Nasdaq Biotechnology Index?

Er misst die Kursentwicklung von Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen mit Notiz an der Nasdaq. Der NBI ist ein Aktienindex, den Nasdaq seit dem 1. November 1993 berechnet. Die Werte gewichtet er nach Börsenwert mit Obergrenzen.

Wie viele Aktien sind im NBI?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Der NBI nimmt jeden Wert auf, der die Regeln erfüllt. Am 28. Oktober 2026 waren es 245 Werte. Neu ausgewählt wird einmal im Jahr im Dezember, übernommene Firmen fallen schon vorher heraus.

Welche Werte sind im Nasdaq Biotech Index am größten?

Die drei größten Werte waren Gilead, Amgen und Vertex. Am 30. September 2026 waren Gilead Sciences mit 8,16 Prozent, Amgen mit 7,85 und Vertex mit 7,69 Prozent die größten Gewichte, gefolgt von Moderna und Regeneron. Die aktuelle Liste veröffentlicht Nasdaq.

Folgt der iShares IBB dem Nasdaq Biotechnology Index?

Nein, nicht mehr. Laut Produktseite von iShares folgt IBB seit dem 21. Juni 2021 dem NYSE Biotechnology Index, vorher dem NBI. Dem NBI folgt in den USA zum Beispiel IBBQ von Invesco.

Kann ich in Deutschland in den NBI investieren?

Grundsätzlich ja, über zwei UCITS-ETFs. Ob dein Broker sie führt, prüfst du mit der ISIN. Der iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF bildet die Nettofassung des NBI ab, der Invesco Nasdaq Biotech UCITS ETF den Performanceindex. US-ETFs sind für Privatanleger meist nicht kaufbar, weil das Basisinformationsblatt fehlt.

Ist der NBI dasselbe wie der Biotech-Index XBI?

Nein. XBI ist ein ETF und folgt dem S&P Biotechnology Select Industry Index. Der enthält nur Biotech ohne Pharma und gewichtet seine Werte annähernd gleich. Im NBI dominieren dagegen die großen Werte.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Die großen US-Indizes verfolgt er seit über 45 Jahren.

Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel wurden die Indexregeln direkt in der Methodik von Nasdaq geprüft und über 5.900 Tagesschlusskurse des NBI seit 2003 ausgewertet. Sie wurden gegen den Nasdaq-100 gerechnet, die Gewichte am Factsheet von Nasdaq abgeglichen und die Indizes der genannten ETFs bei den Anbietern und in der Produktliste von Nasdaq nachgesehen.

Zahlen und Indexregeln dieses Artikels wurden am 29.10.2026 in einer KI-gestützten Zweitprüfung gegen die Quellen von Nasdaq und der ETF-Anbieter abgeglichen.

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