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SOX Index erklärt: Zusammensetzung und Bedeutung des Halbleiterindex

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2026

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15 Min

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Vom Rekordhoch am 22. Juni 2026 bis Ende Juli verlor der SOX Index 28,6 Prozent, nachdem er in den zwölf Monaten davor um 181 Prozent gestiegen war. Solche Ausschläge sind beim Halbleiterindex keine Ausnahme, sondern sein Wesen. Er bündelt die 30 größten in den USA notierten Chip-Unternehmen und schwankt deutlich stärker als breite Aktienindizes.

Hier erfährst du, welche Aktien im SOX stecken, wie Nasdaq sie gewichtet und welche ETFs ihm tatsächlich folgen. Dazu kommen zwei eigene Charts aus der offiziellen Indexreihe seit 2004 und ein ehrlicher Blick darauf, was der Vergleich mit dem Nasdaq-100 aussagt und was nicht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

SOX Index: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der SOX Index ist ein Aktienindex, der die Kursentwicklung der 30 größten an US-Börsen gelisteten Halbleiter-Unternehmen abbildet. Er heißt offiziell PHLX Semiconductor Sector Index und wird von Nasdaq berechnet.
  • Dazu zählen Chip-Entwickler, Hersteller und Ausrüster. Auch ADRs ausländischer Firmen wie TSMC sind zulässig. Bei ihnen zählt nur der Börsenwert der in den USA hinterlegten Aktien.
  • Gewichtet wird nach Börsenwert, aber mit Obergrenzen. Die drei größten Werte dürfen höchstens 12, 10 und 8 Prozent wiegen, alle anderen höchstens 4 Prozent.
  • Nvidia war Ende September 2026 das größte Indexgewicht. Am 30. September wog Nvidia 11,35 Prozent, vor Broadcom mit 8,67 und Micron mit 8,13 Prozent.
  • Der SOX schwankt deutlich stärker als breite Indizes. Seit 2004 fiel er sechsmal um mehr als 28 Prozent unter sein bisheriges Hoch, am tiefsten 2008 um 68,7 Prozent.
  • Nicht jeder Halbleiter-ETF bildet den SOX ab. SOXQ von Invesco folgt ihm, der bekannte SOXX von iShares seit 2021 dagegen einem NYSE-Index.

Was ist der SOX Index?

Der SOX Index ist ein Aktienindex, der die Kursentwicklung der 30 größten an US-Börsen gelisteten Halbleiter-Unternehmen abbildet. Sein offizieller Name lautet PHLX Semiconductor Sector Index, berechnet wird er von Nasdaq.

Der SOX ist selbst kein Wertpapier. Er ist eine Rechengröße, ein Maßstab für die Branche. Wer ihn handeln will, braucht ein Produkt, das ihn nachbildet, etwa einen ETF oder eine Option.

Ein Aktienindex-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Aktienindex nachbilden soll. Meist kauft er die enthaltenen Aktien, manche Fonds bilden den Index auch synthetisch über Tauschgeschäfte nach. Gehandelt wird er selbst wie eine Aktie.

Die Abkürzung PHLX verweist auf die Philadelphia Stock Exchange. Dort startete der Index laut Indexübersicht von Nasdaq am 1. Dezember 1993 mit 200 Punkten. Am 24. Juli 1995 wurde er im Verhältnis zwei zu eins geteilt, seitdem gilt ein Basiswert von 100. Optionen auf den SOX werden seit dem 7. September 1994 gehandelt. Heute gehört die Börse zu Nasdaq.

Im Alltag hat der Index mehrere Namen. Kursportale schreiben Philadelphia Semiconductor Index, PHLX Semiconductor oder einfach Halbleiterindex. Gemeint ist immer derselbe Index mit dem Kürzel SOX. Der Wert wird an US-Handelstagen jede Sekunde neu berechnet, von 9:30 bis 17:16 Uhr New Yorker Zeit.

Mehr als ein Kurs ist der SOX vor allem ein Branchenbarometer. Halbleiter stecken in Rechenzentren, Autos, Smartphones und Industrieanlagen. Weil die Branche früh auf Nachfrageänderungen reagiert, schauen auch Trader, die keine Chip-Aktien halten, auf den Halbleiterindex. Die einzelnen Unternehmen stellen wir in unserem Überblick über die wichtigsten Halbleiter-Aktien vor.

Welche Aktien sind im SOX Index?

Im SOX stehen genau 30 Unternehmen, und Nasdaq wählt sie nach festen Regeln aus. Die Indexmethodik von Nasdaq legt fest, wer überhaupt in Frage kommt. Aus diesem Kreis nimmt der Index einmal im Jahr die 30 größten Werte nach Börsenwert.

  • Branche: Das Unternehmen muss nach der Branchensystematik ICB zu den Halbleitern oder zu den Herstellern von Produktionsanlagen gehören. Deshalb zählen auch Ausrüster wie Applied Materials oder KLA dazu.
  • Börsenplatz: Die Aktie muss an einer US-Börse notiert sein. Der Firmensitz spielt keine Rolle, ADRs ausländischer Unternehmen sind zugelassen.
  • Mindestgröße und Handel: mindestens 100 Millionen Dollar Börsenwert und in jedem der letzten sechs Monate mindestens 1,5 Millionen gehandelte Aktien.
  • Weitere Bedingungen: mindestens drei Monate Börsenhandel, auf die Aktie müssen in den USA Optionen handelbar sein oder handelbar werden können, und je Emittent zählt nur eine Aktiengattung.

Ein ADR (American Depositary Receipt) ist ein Zertifikat, das an einer US-Börse gehandelt wird und für Aktien eines ausländischen Unternehmens steht. Die eigentlichen Aktien liegen bei einer Depotbank.

Bei ADRs zählt für den Index nur der in den USA hinterlegte Teil. Laut Methodik setzt Nasdaq den Börsenwert der hinterlegten Aktien an, nicht den des gesamten Konzerns. Bei TSMC kommen zwei Dinge zusammen: der kleinere ADR-Börsenwert und die Obergrenze von 4 Prozent, die für alle Werte außerhalb der drei größten gilt. Ende September wog TSMC 4,02 Prozent.

UnternehmenKürzelGewicht
NvidiaNVDA11,35 %
BroadcomAVGO8,67 %
MicronMU8,13 %
IntelINTC4,91 %
AMDAMD4,75 %
MarvellMRVL4,57 %
Applied MaterialsAMAT4,08 %
KLAKLAC4,06 %
TSMC (ADR)TSM4,02 %
Analog DevicesADI4,01 %
Die zehn größten Werte im SOX laut Factsheet von Nasdaq, Stand 30.09.2026. Zusammen 58,55 Prozent des Index. Die Gewichte ändern sich mit jedem Kurs, die vollständige und aktuelle Liste führt Nasdaq.

Die zehn größten Werte bringen es zusammen auf gut 58 Prozent. Die übrigen 20 teilen sich den Rest. Wer den SOX liest, liest also vor allem die Kurse von Nvidia, Broadcom und Micron, ergänzt um eine breite Mitte aus Chip-Entwicklern und Ausrüstern. Zu den drei Schwergewichten gibt es eigene Analysen: Nvidia, Broadcom und Micron.

Wie wird der SOX Index berechnet?

Ein modifiziert nach Börsenwert gewichteter Index gewichtet jede Aktie zunächst nach ihrem Börsenwert und kappt danach einzelne Gewichte bei festen Obergrenzen. So bleibt die Größe entscheidend, ohne dass ein einzelner Wert den Index beherrscht.

Genau so arbeitet der SOX. Zuerst bekommt jedes Unternehmen das Gewicht, das seinem Börsenwert im Verhältnis zur Summe aller 30 entspricht. Danach greifen Obergrenzen, damit wenige Riesen den Index nicht allein bestimmen.

RegelWert
Größter Werthöchstens 12 %
Zweitgrößter Werthöchstens 10 %
Drittgrößter Werthöchstens 8 %
Alle übrigenhöchstens 4 %
Neugewichtungvierteljährlich, wirksam nach dem 3. Freitag im März, Juni, September, Dezember
Neuauswahljährlich, wirksam nach dem 3. Freitag im September, Stichtag Ende Juli
Gewichtungs- und Anpassungsregeln laut Indexmethodik von Nasdaq, Fassung mit Änderungen bis 06.07.2026. Die Obergrenzen 12, 10 und 8 Prozent gelten seit dem 22.04.2024.

Zwischen den Anpassungen dürfen die Gewichte über ihre Grenze wachsen. Nasdaq wendet die Obergrenzen bei der vierteljährlichen Neugewichtung an, berechnet mit den Daten vom Referenztermin am letzten Handelstag im Februar, Mai, August und November. Danach bewegen sich die Gewichte mit den Kursen. Deshalb stand Micron am 30. September mit 8,13 Prozent leicht über seiner Grenze von 8, und Intel lag mit 4,91 Prozent über den 4 Prozent der übrigen Werte. Bei der nächsten Neugewichtung wird der Überhang wieder auf die kleineren Werte verteilt.

Die heutige Kappung gilt erst seit April 2024. Davor durfte kein Wert mehr als 8 Prozent wiegen, und fünf Werte durften über 4 Prozent liegen. Ältere Beschreibungen des SOX sind deshalb mit Vorsicht zu lesen. Manche Quellen beschreiben sogar noch eine Gewichtung nach Aktienkurs, die heute nicht mehr gilt.

Ein Kursindex bildet nur die Kursveränderungen seiner Aktien ab. Ein Performanceindex rechnet zusätzlich die Dividenden so ein, als würden sie sofort wieder angelegt.

Der bekannte SOX-Stand ist ein Kursindex ohne Dividenden. Laut Übersicht der Indexversionen gibt es daneben einen Performanceindex mit wieder angelegten Dividenden (Kürzel XSOX) und eine Fassung nach Quellensteuer (SOXNTR). Seit dem 27. Juli 2026 berechnet Nasdaq außerdem Euro-Versionen. Wer Renditen vergleicht, sollte darauf achten, welche Version er vor sich hat.

Wie hat sich der SOX Index entwickelt?

Langfristig ist der SOX stark gestiegen, aber in Wellen mit tiefen Tälern. Am 23. Oktober 2026 schloss er bei 10.779 Punkten. Das Rekordhoch auf Schlusskursbasis liegt beim 22. Juni 2026 mit 14.635 Punkten. Der Chart zeigt die offizielle Tagesreihe von Nasdaq seit September 2004 auf logarithmischer Skala, auf der gleiche prozentuale Bewegungen gleich hoch aussehen. Die Grafik markiert in Orange die sechs größten Rückgänge seit 2004.

SOX Index Chart seit 2004 mit den sechs größten Rückgängen, Tagesschlusskurse logarithmisch
Tagesschlusskurse des SOX vom 02.09.2004 bis 23.10.2026 aus dem Indexarchiv von Nasdaq, Kursindex in US-Dollar, logarithmische Skala. Orange: tiefster Schluss der sechs größten Rückgänge, jeweils gemessen vom bis dahin höchsten Schluss der Reihe seit 2004. In der Nasdaq-Reihe fehlen die Werte von Ende Mai bis Ende Oktober 2008. Eigene Auswertung.

Sechs Rückgänge von mehr als 28 Prozent zeigt die Reihe seit 2004. Gemessen wird jeweils vom bis dahin höchsten Schluss bis zum tiefsten Schluss vor dem nächsten Hoch. Zwei davon reichten über 40 Prozent: die Finanzkrise 2007 bis 2008 und der Rückgang 2022. Allein der Juli 2026 brachte laut Factsheet ein Minus von 20,61 Prozent.

Hoch bis TiefRückgangUmfeld
07/2007 bis 11/2008-68,7 %Finanzkrise
12/2021 bis 10/2022-46,5 %Zinswende der Fed
07/2024 bis 04/2025-39,7 %neue US-Zölle
02/2020 bis 03/2020-35,0 %Corona-Crash
02/2006 bis 07/2006-29,3 %nach dem Hoch 2006
06/2026 bis 07/2026-28,6 %nach dem Rekordhoch
Die sechs größten Rückgänge des SOX seit dem 02.09.2004 (Hoch und Tief: 17.07.2007 und 20.11.2008, 27.12.2021 und 14.10.2022, 10.07.2024 und 08.04.2025, 19.02.2020 und 18.03.2020, 01.02.2006 und 21.07.2006, 22.06.2026 und 29.07.2026), Tagesschlusskurse aus dem Indexarchiv von Nasdaq, Kursindex in US-Dollar. Hoch ist jeweils der bis dahin höchste Schluss der Reihe. Eigene Auswertung, Stand 23.10.2026.

JahrSOXNasdaq-100
2007-12,8 %+18,7 %
2008-48,0 %-41,9 %
2022-35,8 %-33,0 %
2023+64,9 %+53,8 %
2024+19,3 %+24,9 %
2025+42,2 %+20,2 %
2026 bis 23.10.+52,2 %+14,7 %
Kursveränderung im Kalenderjahr, jeweils Schluss zu Schluss, Kursindizes ohne Dividenden in US-Dollar. Berechnet aus den Tagesreihen von Nasdaq, Stand 23.10.2026. Eigene Auswertung.

Die annualisierte Volatilität gibt an, wie stark die täglichen Kursbewegungen auf ein Jahr hochgerechnet schwanken. Je höher der Wert, desto größer sind die üblichen Ausschläge nach oben und unten.

Die Schwankungsbreite ist das, was den SOX von breiten Indizes trennt. Das Factsheet von Nasdaq nennt für die zehn Jahre bis September 2026 eine annualisierte Volatilität von 35,16 Prozent und eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 31,20 Prozent, berechnet als geometrisches Mittel, beides auf Basis des Kursindex. Die hohe Rendite dieser zehn Jahre ist ein Rückblick, kein Maßstab für die Zukunft. Wer mit solchen Ausschlägen handelt, braucht eine passende Positionsgröße.

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SOX und Nasdaq-100 im Vergleich

Der Nasdaq-100 enthält viele Chip-Werte, aber auch Software, Handel und Pharma. Der SOX ist dagegen reine Halbleiter-Branche. Legt man beide Indizes auf einen gemeinsamen Startwert, sieht man, wann die Chip-Branche dem breiten Technologiemarkt voraus- oder hinterherlief. Die Grafik darunter zeigt genau das, beide Kurven starten im September 2004 bei 100.

SOX Index gegen Nasdaq-100 seit 2004, beide auf 100 normiert, logarithmisch
SOX und Nasdaq-100, beide am 02.09.2004 auf 100 gesetzt, Tagesschlusskurse bis 23.10.2026 aus dem Indexarchiv von Nasdaq. Beide als Kursindex ohne Dividenden in US-Dollar, logarithmische Skala. In der SOX-Reihe fehlen die Werte von Ende Mai bis Ende Oktober 2008, der Nasdaq-100 ist durchgehend gezeichnet. Eigene Auswertung.

Seit September 2004 hat sich der SOX auf das 28,5-Fache gesteigert, der Nasdaq-100 auf das 20,7-Fache. Der Weg dahin war aber ungleich. Bis etwa 2016 lag der SOX klar hinter dem Nasdaq-100, danach holte er auf und zog erst 2025 und 2026 deutlich davon. Über lange Strecken war die Branchenwette also nicht die bessere.

Relative Stärke ist das Verhältnis zweier Kurse oder Indizes zueinander. Steigt das Verhältnis, entwickelt sich der erste Wert besser als der zweite, fällt es, entwickelt er sich schlechter.

Teilt man den SOX durch den Nasdaq-100, erhält man seine relative Stärke. Würde man dieses Verhältnis als eigene Linie zeichnen, stiege sie, solange die Chip-Werte besser laufen als der breite Technologiemarkt. Ein Beispiel: 2007 fiel der SOX um 12,8 Prozent, während der Nasdaq-100 noch 18,7 Prozent zulegte. Ein Jahr später brachen beide ein. Wie das Kapital zwischen Branchen wandert, erklärt unser Beitrag zur Sektorrotation.

Ein Frühwarnsystem ist die relative Stärke damit nicht. Das Beispiel 2007 ist im Rückblick ausgewählt. Es gab auch Phasen, in denen der SOX zurückfiel und der Gesamtmarkt einfach weiterlief. Der Vergleich zeigt, welche der beiden Indexgruppen sich gerade besser entwickelt, er sagt aber nicht voraus, wann ein Trend endet. Wie es beim Technologieindex selbst steht, zeigt unsere Nasdaq-100-Prognose.

Was bewegt den Halbleiterindex?

Halbleiter sind eine zyklische Branche, und der SOX bildet diesen Zyklus fast ungefiltert ab. Vier Kräfte bestimmen den Takt. Keine davon lässt sich allein aus dem Chart ablesen, sie zeigen sich zuerst in den Quartalszahlen und Ausblicken der großen Werte.

  • Lagerzyklus: Bestellen Kunden auf Vorrat, steigen Umsätze und Preise schnell. Sind die Lager voll, bricht die Nachfrage oft abrupt ein. Speicherchips reagieren darauf besonders stark.
  • Investitionen: Neue Fabriken kosten Milliarden. Bauen viele Hersteller gleichzeitig aus, profitieren zuerst die Ausrüster, später drohen Überkapazitäten.
  • Endmärkte: Rechenzentren, Smartphones, PCs, Autos und Industrie fragen zu unterschiedlichen Zeiten nach. Je nach Mischung trifft eine Schwäche die einzelnen Werte sehr verschieden.
  • Politik und Handel: Exportbeschränkungen, Zölle und die Abhängigkeit von wenigen Fertigungsstandorten, vor allem in Taiwan, können Kurse über Nacht bewegen.

Künstliche Intelligenz ist ein starker Treiber, aber nicht der einzige. Die Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Rechenzentren hat die größten Gewichte im SOX getragen, allen voran Nvidia. Welche Unternehmen davon profitieren, beschreiben wir bei den KI-Aktien. Der Einbruch im Juli 2026 zeigt aber, dass auch ein starkes Thema keine Kursgarantie ist.

Wichtige Termine sind die Zahlen der Schwergewichte. Weil Nvidia, Broadcom und Micron zusammen fast 30 Prozent des Index ausmachen, bewegen ihre Quartalsberichte den ganzen SOX. Dazu kommen die Anpassungstermine im März, Juni, September und Dezember, an denen Indexfonds umschichten.

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Wie kann man in den SOX investieren?

Direkt kaufen lässt sich der SOX nicht, nur über Produkte, die ihn nachbilden. Dabei lohnt ein genauer Blick, denn viele Halbleiter-ETFs tragen ähnliche Namen und folgen trotzdem anderen Indizes. Die Tabelle zeigt, welchem Index die bekanntesten Fonds laut ihrem Anbieter am 25. Oktober 2026 folgten.

ETFIndex laut AnbieterSOX?
Invesco SOXQ (USA)PHLX Semiconductor Sectorja
iShares SOXX (USA)NYSE Semiconductornein
VanEck SMH (USA)MVIS US Listed Semiconductor 25nein
VanEck UCITS (Europa)MarketVector US Listed Semiconductor 10% Capped Screenednein
Index laut Produktseite des jeweiligen Anbieters, abgerufen am 25.10.2026. Die ersten drei sind in den USA aufgelegte Fonds, der VanEck Semiconductor UCITS ETF hat die ISIN IE00BMC38736.

Der bekannteste SOX-Fonds folgt dem SOX gar nicht mehr. Der iShares-ETF mit dem Kürzel SOXX hieß früher iShares PHLX Semiconductor ETF, und unter diesem Namen führen ihn manche Kursseiten bis heute. Laut Produktseite von iShares ist sein Maßstab heute der NYSE Semiconductor Index. Auf den SOX bezieht sich unter den großen US-Fonds der Invesco PHLX Semiconductor ETF mit dem Kürzel SOXQ.

Für Privatanleger in Deutschland sind US-ETFs meist nicht kaufbar. Diesen Fonds fehlt das Basisinformationsblatt, das die PRIIP-Verordnung der EU für Privatanleger vorschreibt. Warum das so ist, steht in unserem Beitrag zu den PRIIPs-Regeln. Europäische UCITS-ETFs auf Halbleiter gibt es, sie folgen aber eigenen Indizes, etwa der VanEck Semiconductor UCITS ETF, während sein US-Gegenstück SMH wieder einen anderen Index nutzt. Die Produktliste auf der Indexseite von Nasdaq nennt am 25. Oktober 2026 keinen europäischen Fonds auf den SOX.

Ein UCITS-ETF ist ein Fonds, der nach den europäischen Regeln für Investmentfonds aufgelegt ist. Für ihn gibt es ein Basisinformationsblatt, deshalb dürfen ihn Privatanleger in der EU kaufen.

Für die Branchenwette ist das oft verschmerzbar, für eine genaue Nachbildung nicht. Die Indizes überschneiden sich stark, unterscheiden sich aber in Zahl der Werte, Obergrenzen und der Behandlung ausländischer Firmen. Wer einen Fonds wählt, sollte im Factsheet den Index und die größten Positionen prüfen, nicht nur den Namen. Wie Branchen-ETFs grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Ratgeber zu Branchen-ETFs und Sektoren.

Stärken und Grenzen des SOX Index

Der SOX ist ein guter Maßstab für die Chip-Branche, aber ein riskanter Ort für Geld, das nicht schwanken darf. Die beiden Kästen fassen zusammen, was er für die Einordnung leistet und wo seine Aussagekraft endet.

Was der SOX Index gut kann

  • Er bündelt die wichtigsten Chip-Werte in einer Zahl und macht die Branche mit einem Blick lesbar.
  • Seine Regeln sind öffentlich, mit klaren Obergrenzen und festen Anpassungsterminen.
  • Er erfasst Entwickler, Hersteller und Ausrüster, also die ganze Wertschöpfungskette an US-Börsen.
  • Im Vergleich mit dem Nasdaq-100 zeigt er, ob die Chip-Branche führt oder hinterherläuft.

Wo der SOX Index an Grenzen stößt

  • Mit 30 Werten und gut 58 Prozent in den zehn größten ist er stark konzentriert.
  • Er schwankt deutlich stärker als breite Indizes, seit 2004 fiel er zweimal um mehr als 40 Prozent.
  • Er enthält nur US-gelistete Werte, Firmen ohne US-Notiz fehlen, und bei ADRs zählen nur die in den USA hinterlegten Aktien.
  • Ein Vergleich mit anderen Indizes beschreibt die Vergangenheit und ist kein verlässliches Signal für morgen.

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Fazit: Was der SOX Index Tradern sagt

Der SOX ist das Fieberthermometer der Chip-Branche. Er misst die 30 größten US-gelisteten Halbleiter-Werte, gewichtet nach Börsenwert mit festen Obergrenzen, und schwankt deutlich stärker als breite Indizes. Wer Nvidia, Broadcom oder Micron handelt, sollte ihn als Branchenbild im Blick haben.

Seine Stärke ist zugleich sein Risiko. Die Konzentration auf wenige Schwergewichte in einer zyklischen Branche brachte seit 2004 hohe Renditen in guten Jahren und Rückgänge bis fast 70 Prozent in schlechten. Der Vergleich mit dem Nasdaq-100 zeigt, welche der beiden Indexgruppen sich besser entwickelt, aber er sagt nicht, wie lange das so bleibt.

Beim Investieren entscheidet der Index im Kleingedruckten. Nicht jeder Fonds mit Halbleiter im Namen folgt dem SOX. Wer eine Branchenwette eingeht, prüft im Factsheet den Index, die größten Positionen und ob das Produkt in Deutschland überhaupt kaufbar ist.

Häufige Fragen zum SOX Index

Was versteht man unter dem SOX Index?

Der SOX Index, auch Philadelphia Semiconductor Index genannt, ist ein Aktienindex für Halbleiter-Unternehmen. Er misst die Kursentwicklung der 30 größten an US-Börsen gelisteten Halbleiter-Unternehmen und wird heute von Nasdaq berechnet. Gestartet ist er am 1. Dezember 1993 an der Philadelphia Stock Exchange.

Welche Werte sind im SOX?

Im SOX stehen 30 Unternehmen aus Chip-Entwicklung, Chip-Herstellung und Anlagenbau. Die größten waren am 30. September 2026 Nvidia mit 11,35 Prozent, Broadcom mit 8,67 und Micron mit 8,13 Prozent. Die vollständige, tagesaktuelle Liste veröffentlicht Nasdaq.

Wie wird der SOX gewichtet?

Nach Börsenwert, aber mit Obergrenzen. Die drei größten Werte dürfen bei der vierteljährlichen Anpassung höchstens 12, 10 und 8 Prozent wiegen, alle anderen höchstens 4 Prozent. Die Mitglieder wählt Nasdaq einmal im Jahr im September neu aus.

Was ist SOXX?

SOXX ist das Kürzel eines Halbleiter-ETFs von iShares. Er hieß früher iShares PHLX Semiconductor ETF, folgt laut Anbieter heute aber dem NYSE Semiconductor Index und nicht dem SOX. Einen US-ETF auf den SOX bietet Invesco unter dem Kürzel SOXQ an.

Kann ich in Deutschland in den SOX investieren?

Nur eingeschränkt. US-ETFs auf den SOX sind für Privatanleger in der EU meist nicht kaufbar, weil das Basisinformationsblatt fehlt. In Europa zugelassene Halbleiter-ETFs folgen eigenen Indizes, die dem SOX ähneln, aber nicht gleichen.

Warum schwankt der SOX so stark?

Weil die Halbleiter-Branche zyklisch ist und der Index auf wenige Schwergewichte konzentriert ist. Lagerzyklen, Investitionswellen und Exportregeln wirken direkt auf die Kurse. Seit 2004 fiel der SOX sechsmal um mehr als 28 Prozent, die Volatilität über zehn Jahre lag bei rund 35 Prozent.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Die großen US-Indizes verfolgt er seit über 45 Jahren.

Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel wurden die Indexregeln direkt in der Methodik von Nasdaq geprüft und über 5.400 Tagesschlusskurse des SOX seit 2004 ausgewertet. Sie wurden gegen den Nasdaq-100 gerechnet, die Gewichte am Factsheet von Nasdaq abgeglichen und die Indizes der genannten ETFs auf den Produktseiten der Anbieter nachgesehen.

Zahlen und Indexregeln dieses Artikels wurden in einer unabhängigen zweiten Prüfung gegen die Quellen von Nasdaq und der ETF-Anbieter abgeglichen.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com