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Positionsgrößenrechner für Futures: so viele Kontrakte darfst du handeln

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026

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Ein FDAX bewegt sich pro Punkt 25-mal so stark wie ein Micro-DAX. Wer bei einem Stopp von 30 Punkten zum falschen Kontrakt greift, riskiert also nicht ein bisschen mehr, sondern das 25-Fache. Darum beginnt jeder Futures-Trade mit derselben Frage: Wie viele Kontrakte verträgt mein Konto bei diesem Stopp?

Der Rechner auf dieser Seite beantwortet sie für DAX, Euro Stoxx 50, S&P 500, Nasdaq 100, Dow Jones, Russell 2000, Gold und WTI-Öl. Er stellt Voll-, Mini- und Micro-Kontrakte nebeneinander, berücksichtigt Slippage und Gebühren, rechnet Dollar-Kontrakte auf ein Euro-Konto um und zeigt, ab welchem Stopp ein Kontrakt weniger drin ist. Darunter steht der Rechenweg, damit du jede Zahl auch ohne Rechner nachvollziehen kannst. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Positionsgrößenrechner: das Wichtigste in 30 Sekunden

Die wichtigsten Punkte vorweg, falls du gleich rechnen willst:

  • Was er ist: ein Werkzeug, das aus Kontogröße, Risiko pro Trade und Stoppabstand berechnet, wie viele Kontrakte du handeln darfst, ohne bei einem Verlust am Stopp mehr als das geplante Risiko zu verlieren.
  • Die Formel: Kontrakte = Risikobudget geteilt durch das Risiko je Kontrakt, immer abgerundet. Das Risiko je Kontrakt ist (Stopp in Ticks plus Slippage) mal Tickwert, plus Gebühren.
  • Beispiel DAX: 50.000 Euro Konto, 1 % Risiko, 30 Punkte Stopp, 1 Tick Slippage, ohne Gebühren. Ein FDAX ist zu groß, erlaubt sind 3 FDXM oder 16 FDXS. Der Mix aus 3 FDXM und 1 FDXS riskiert dieselben 496 Euro wie 16 FDXS, mit 4 statt 16 Kontrakten.
  • Dollar-Kontrakte: ES, MES, NQ, MNQ, Gold und Öl rechnen in Dollar. Auf einem Euro-Konto gehört der aktuelle EUR/USD-Kurs in die Rechnung.
  • Was er nicht kann: Kurslücken über den Stopp hinweg und die Margin deines Brokers kennt der Rechner nicht.

Positionsgrößenrechner für Futures: Kontrakte zu deinem Stopp

Ein Positionsgrößenrechner ist ein Werkzeug, das aus Kontogröße, Risiko pro Trade und Stoppabstand berechnet, wie viele Kontrakte, Lots oder Stück du handeln darfst, ohne bei einem Verlust am Stopp mehr als das geplante Risiko zu verlieren.

Wähle den Markt, trag Kontogröße, Risiko und Stopp ein. Das Ergebnis aktualisiert sich bei jeder Eingabe. Voreingestellt ist das DAX-Beispiel aus diesem Artikel. Unter „Weitere Eingaben“ kannst du statt Prozent einen festen Risikobetrag setzen, den Stopp aus Einstieg und Stoppkurs berechnen lassen, Gebühren je Kontrakt eintragen und dein verbleibendes Tagesverlustbudget gegenrechnen.

Weitere Eingaben: fester Betrag, Einstieg und Stoppkurs, Gebühren, Tagesverlustbudget

Dein Risikobudget: 500 € (1,00 % von 50.000 €) bei 30 Punkten Stopp.

KontraktRisiko je KontraktAnzahlGesamt
FDAX30 Ticks775 €0zu groß
FDXM30 Ticks155 €3465 €
FDXS30 Ticks31 €16496 €

Mix mit weniger Kontrakten: 3 FDXM + 1 FDXS = 496 € Risiko, statt 16 FDXS.

Mit 3 FDXM verträgt dein Budget einen Stopp bis 32 Punkte. Für 4 FDXM dürfte er höchstens 24 Punkte betragen.

Stopp (Punkte)FDAXFDXMFDXS
151631
230420
300316
450210
60018

Tickgrößen und Tickwerte nach den Kontraktspezifikationen von Eurex und CME, Stand 20.10.2026. Der Rechner geht davon aus, dass dein Verlust am Stopp endet. Kurslücken über den Stopp hinweg können mehr kosten, die Margin deines Brokers ist nicht berücksichtigt. Keine Anlageberatung.

Die Stopp-Leiter unter dem Ergebnis ist für die Praxis gedacht. Sie zeigt, wie sich die Kontraktzahl bei halbem, dreiviertel, anderthalbfachem und doppeltem Stopp ändert. So siehst du vor dem Einstieg, ob ein etwas weiterer Stopp noch zu deiner Positionsgröße passt oder ob ein Kontrakt wegfallen muss.

So berechnest du die Positionsgröße bei Futures

Die Positionsgröße bei Futures ergibt sich aus dem Risikobudget geteilt durch das Risiko je Kontrakt, und das Risiko je Kontrakt ist der Stopp in Ticks plus Slippage, multipliziert mit dem Tickwert, zuzüglich der Gebühren je Kontrakt.

Die Rechnung läuft in drei Schritten. Zuerst legst du fest, wie viel ein Verlust-Trade höchstens kosten darf. Dann übersetzt du den Stopp vom Chart in Ticks und rechnest aus, was ein Kontrakt bis dorthin verliert. Zum Schluss teilst du das eine durch das andere und rundest immer ab.

SchrittRechnungBeispiel FDXM
1. RisikobudgetKontogröße × Risiko in %50.000 € × 1 % = 500 €
2. Stopp in TicksStopp in Punkten : Tickgröße30 : 1 = 30 Ticks
3. Risiko je Kontrakt(Ticks + Slippage) × Tickwert + Gebühren(30 + 1) × 5 € + 0 € = 155 €
4. KontrakteBudget : Risiko je Kontrakt, abgerundet500 : 155 = 3,2 → 3

Ein Tick ist die kleinste Kursbewegung, die ein Futures-Kontrakt machen kann, und der Tickwert ist der Geldbetrag, um den sich ein Kontrakt dabei verändert.

Tickgröße und Tickwert legt die Börse fest, nicht der Broker. Beim FDAX ist der kleinste Schritt ein ganzer Indexpunkt, und der ist 25 Euro wert, so die Kontraktspezifikation der Eurex. Beim Micro E-mini S&P 500 ist der kleinste Schritt dagegen ein Viertelpunkt. Wer Punkte und Ticks verwechselt, liegt beim MES um den Faktor vier daneben.

Abgerundet wird immer, auch bei 3,9. Ein vierter Kontrakt würde das Budget überschreiten, und genau das soll die Rechnung verhindern. Das ungenutzte Restbudget ist kein Verlust, sondern der Preis dafür, dass Futures nur in ganzen Kontrakten handelbar sind. Wie du den Risikobetrag selbst festlegst, beschreibt unser Artikel zur Berechnung der Positionsgröße mit drei Modellen.

Tickgrößen und Tickwerte der wichtigsten Futures

Diese Werte stecken im Rechner. Wir haben sie am 20. Oktober 2026 an den Kontraktspezifikationen von Eurex und CME Group geprüft. Die Euro-Kontrakte stammen von der Eurex, die Dollar-Kontrakte von der CME und ihren Börsen COMEX und NYMEX.

KontraktTickgrößeTickwert
FDAX (DAX)1 Punkt25 €
FDXM (Mini-DAX)1 Punkt5 €
FDXS (Micro-DAX)1 Punkt1 €
FESX (Euro Stoxx 50)1 Punkt10 €
FSXE (Micro Euro Stoxx 50)0,5 Punkte0,50 €
ES (S&P 500)0,25 Punkte$12,50
MES (Micro S&P 500)0,25 Punkte$1,25
NQ (Nasdaq 100)0,25 Punkte$5,00
MNQ (Micro Nasdaq 100)0,25 Punkte$0,50
MYM (Micro Dow Jones)1 Punkt$0,50
M2K (Micro Russell 2000)0,1 Punkte$0,50
GC (Gold)$0,10 je Unze$10,00
MGC (Micro Gold)$0,10 je Unze$1,00
CL (WTI-Öl)$0,01 je Barrel$10,00
MCL (Micro WTI-Öl)$0,01 je Barrel$1,00

Drei Werte sind Stolperfallen. Der Micro-DAX bewegt sich in ganzen Punkten zu je 1 Euro, wie die Produktseite der Eurex zum FDXS angibt. Beim FESX gilt seit dem 21. März 2022 ein ganzer Punkt als kleinster Schritt, vorher war es ein halber, nachzulesen im Eurex-Rundschreiben zur Tickänderung. Wer mit Unterlagen von vor 2022 rechnet, setzt deshalb 5 Euro je Tick an. Und der Micro-Euro-Stoxx hat einen halben Punkt als Tick, also doppelt so viele Ticks pro Punkt wie sein großer Bruder.

Bei den US-Indizes ist der Viertelpunkt die Regel. Die CME-Spezifikation des MES nennt 0,25 Indexpunkte als kleinsten Schritt. Ein Punkt im S&P 500 sind also vier Ticks, beim MES zusammen $5. Mehr zu den kleinen Kontrakten steht in unseren Artikeln zum Micro E-mini S&P 500 und zum Micro E-mini Nasdaq-100.

Beispiel DAX: FDAX, Mini-DAX oder Micro-DAX?

Beim DAX hast du drei Kontraktgrößen, und das ist ein Vorteil. FDAX, FDXM und FDXS stehen im Verhältnis 25 zu 5 zu 1. Damit lässt sich fast jedes Risikobudget genau treffen. Das Beispiel aus der 30-Sekunden-Box im Detail: 50.000 Euro Konto, 1 Prozent Risiko, 30 Punkte Stopp und 1 Tick Slippage.

KontraktRisiko je KontraktErlaubt (Risiko)
FDAX31 × 25 € = 775 €0 (zu groß)
FDXM31 × 5 € = 155 €3 (465 €)
FDXS31 × 1 € = 31 €16 (496 €)
Mix 3 FDXM + 1 FDXS155 € und 31 €4 (496 €)

Der Mix ist die eigentliche Erkenntnis. Mit 16 Micro-Kontrakten nutzt du das Budget fast ganz aus, zahlst aber 16-mal die Gebühr je Kontrakt. Drei Mini-DAX und ein Micro-DAX riskieren dieselben 496 Euro mit vier Kontrakten, gerechnet ohne Gebühren. Mit Gebühren ändern sich Risiko und Kontraktzahl, darum gehören sie ins Feld „Gebühren je Kontrakt“. Der Rechner schlägt diesen Mix automatisch vor, sobald er mit weniger Kontrakten auskommt. Wie der DAX-Future grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Überblick zum DAX-Future.

Ab welchem Stopp ein Kontrakt wegfällt

Die Schwelle ist für die Planung oft wichtiger als die Kontraktzahl selbst. Mit drei FDXM verträgt das Budget von 500 Euro einen Stopp bis 32 Punkte, denn 3 × (32 + 1) × 5 Euro sind 495 Euro. Für vier FDXM dürfte der Stopp höchstens 24 Punkte betragen. Liegt die sinnvolle Marke im Chart bei 35 Punkten, sind es nur noch zwei Mini-DAX. Den Stopp verkleinern, damit die Größe passt, ist der häufigste Fehler an dieser Stelle. Wo ein Stopp hingehört, entscheidet der Chart, wie im Leitfaden zum Setzen einer Stop-Loss-Order beschrieben.

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Gold und US-Futures: Dollar-Kontrakte richtig umrechnen

Gold, Öl und die US-Indizes rechnen in Dollar, egal in welcher Währung dein Konto geführt wird. Auf einem Dollar-Konto entfällt die Umrechnung. Auf einem Euro-Konto teilt der Rechner den Dollar-Tickwert durch den EUR/USD-Kurs.

Micro Gold mit festem Risikobetrag

Ein Beispiel mit Micro Gold zeigt, wie knapp die Schwellen liegen. Das Risiko pro Trade ist auf $340 festgelegt, der Stopp liegt 8,50 Dollar je Unze unter dem Einstieg. Ein Tick ist beim MGC 10 Cent und $1 wert, wie die CME-Spezifikation für Micro Gold angibt. Gerechnet ohne Slippage und Gebühren, also mit 0 im Slippage-Feld, sind das 85 Ticks, ein Kontrakt riskiert $85, und vier Kontrakte nutzen die $340 genau aus. Liegt der Stopp nur einen Tick weiter bei 8,60 Dollar, passen noch drei. Dasselbe passiert mit der voreingestellten Slippage von einem Tick: Dann riskiert jeder MGC $86, und es bleiben ebenfalls drei. Mehr zum Kontrakt steht in unserem Artikel zum Gold-Future.

MES auf dem Euro-Konto

Auf dem Euro-Konto kommt der Wechselkurs dazu. Nehmen wir für das Beispiel einen Kurs von 1,10 an, das Budget sind wieder 500 Euro und der Stopp liegt 20 Punkte unter dem Einstieg. Das sind beim MES 80 Ticks. Mit einem Tick Slippage riskiert ein Kontrakt 81 × $1,25 = $101,25, umgerechnet 92,05 Euro. Erlaubt sind fünf MES mit zusammen 460,23 Euro Risiko. Ein großer ES würde 920,45 Euro riskieren und passt nicht.

Den Kurs trägst du selbst ein, der Rechner holt ihn nicht aus dem Netz. Das ist Absicht: Er funktioniert so ohne Datenanbieter und ohne Verzögerung. Ändert sich EUR/USD um einige Prozent, verschiebt sich das Risiko je Kontrakt im selben Maß. Bei knappen Schwellen lohnt es sich, den aktuellen Kurs vor dem Trade einzutragen.

Slippage, Gebühren und Kurslücken

Slippage ist der Unterschied zwischen dem Kurs, zu dem eine Order ausgelöst wird, und dem Kurs, zu dem sie tatsächlich ausgeführt wird.

Eine Stop-Market-Order wird zur Market-Order, sobald der Kurs sie erreicht. In schnellen Märkten wird sie dann oft einen oder mehrere Ticks schlechter ausgeführt. Eine Stop-Limit-Order begrenzt den Ausführungskurs, kann dafür aber ganz oder teilweise unausgeführt bleiben, und dann läuft der Verlust weiter. Deshalb rechnet der Rechner standardmäßig mit einem Tick Slippage je Kontrakt. Wer zu wichtigen US-Konjunkturdaten handelt oder in dünnen Märkten, trägt besser zwei oder drei Ticks ein. Mehr dazu steht in unserem Artikel zur Slippage im Trading.

Gebühren rechnen sich je Kontrakt, nicht je Punkt. Darum trifft eine feste Gebühr kleine Kontrakte relativ härter. Trag im Feld „Gebühren je Kontrakt“ die Summe aus Kauf und Verkauf in deiner Kontowährung ein, also Kommission, Börsengebühr und Clearing. Der Rechner addiert sie zum Risiko je Kontrakt, dadurch sinkt die mögliche Kontraktzahl.

Gegen Kurslücken hilft keine Rechnung. Eröffnet der Markt nach einer Nachricht oder über Nacht deutlich jenseits deines Stopps, wird eine Stop-Market-Order zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Der Verlust kann dann ein Vielfaches des geplanten Risikos betragen. Wer Positionen über Nacht oder über das Wochenende hält, sollte das im Risikobudget einplanen. Wann die einzelnen Futures handeln und wann Lücken entstehen, zeigt unsere Übersicht der Futures-Handelszeiten.

Margin ist nicht dein Risiko

Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die dein Broker je offenem Futures-Kontrakt verlangt, und sie sagt nichts darüber, wie viel du bei einem Verlust am Stopp verlierst.

Margin und Risiko werden oft verwechselt. Die Margin bestimmt, wie viele Kontrakte dein Konto überhaupt halten darf. Das Risiko bestimmt, wie viele du halten solltest. Der Rechner beantwortet nur die zweite Frage. Passt die berechnete Kontraktzahl nicht in die Margin deines Brokers, gilt die kleinere Zahl. Wie Sicherheitsleistung und Hebel zusammenhängen, erklärt unser Artikel zum Margin-Trading.

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Positionsgröße bei Prop-Firmen: das Tageslimit mitrechnen

Ein Tagesverlustlimit ist eine Obergrenze für den Verlust an einem Handelstag, die manche Prop-Firmen und Broker für ein Konto festlegen.

Bei einem Prop-Firm-Konto zählt nicht nur der einzelne Trade. Manche Anbieter begrenzen zusätzlich den Verlust pro Tag oder den maximalen Rückgang des Kontos, und was beim Erreichen der Grenze passiert, regelt jeder Anbieter selbst. Wer pro Trade so viel riskiert, dass zwei Verluste die Grenze erreichen, hat an einem schlechten Vormittag kaum Spielraum. Trag unter „Weitere Eingaben“ ein, wie viel vom Tageslimit heute noch übrig ist: Der Rechner zeigt, wie viele volle Verlusttrades mit der ausgewiesenen Position das Budget verträgt.

Im DAX-Beispiel reicht ein verbleibendes Tagesverlustbudget von 1.500 Euro für genau drei volle Verluste von je 496 Euro. Das ist eine vereinfachte Rechnung: Offene Gewinne und Verluste, mitlaufende Grenzen und die Auslöseregeln des Anbieters kennt der Rechner nicht. Wer an einem Tag mehrere Setups handelt, braucht mehr Abstand. Die genauen Regeln stehen in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, einen Vergleich findest du in unserem Überblick zum Prop Trading. Wie tief ein Konto auch ohne Limit fällt, erklärt der Artikel zum Drawdown im Trading.

Micro-Kontrakte: Vor- und Nachteile für die Positionsgröße

Micro-Kontrakte machen Futures auch für kleinere Konten handhabbar. Für die Positionsgröße bringen sie Feinheit, kosten aber an anderer Stelle. Die Übersicht stellt beides gegenüber, mehr zur Entstehung steht im Artikel zu den Micro Futures.

Was für Micro-Kontrakte spricht

  • Feine Abstufung: Beim Micro-DAX lässt sich das Risiko in Schritten von einem Euro je Punkt einstellen statt in Schritten von 25 Euro.
  • Weite Stopps bleiben möglich: Ein Stopp an der richtigen Chartmarke muss nicht enger gezogen werden, nur weil der große Kontrakt zu viel riskiert.
  • Teilverkäufe: Mit mehreren kleinen Kontrakten kannst du eine Position schrittweise schließen.
  • Gleiche Kurse: Micro und großer Kontrakt laufen auf denselben Basiswert, die Analyse bleibt gleich.

Was gegen viele Micro-Kontrakte spricht

  • Gebühren je Kontrakt: 16 Micro-Kontrakte kosten 16-mal die Gebühr. Bei gleicher Gebühr je Kontrakt zahlt der Mix aus Mini und Micro im DAX-Beispiel nur ein Viertel davon.
  • Orderbuch prüfen: Wie viel Stückzahl zu welchem Spread im Markt liegt, unterscheidet sich je Kontrakt. Prüf das im Orderbuch, besonders außerhalb der aktiven Handelszeit.
  • Versuchung zur Übergröße: Wer sieht, dass 30 Micros „noch gehen“, handelt leicht mehr, als das Budget erlaubt.
  • Kein kleineres Lückenrisiko: Auch ein Micro ist ein gehebelter Future. Springt der Kurs über den Stopp, verliert er im selben Verhältnis wie der große Kontrakt.
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Fünf häufige Fehler bei der Positionsgröße

Die meisten Fehler entstehen nicht in der Formel, sondern bei den Eingaben. Diese fünf Fehler sind die typischen:

  • Punkte mit Ticks verwechseln: Beim MES sind 20 Punkte 80 Ticks. Wer 20 Ticks rechnet, handelt die vierfache Größe.
  • Den Stopp an die Größe anpassen: Erst kommt der Stopp aus dem Chart, dann die Kontraktzahl. Umgekehrt landet der Stopp an einer Stelle, die der Markt nicht respektiert.
  • Aufrunden: 3,9 Kontrakte sind drei. Wer aufrundet, überschreitet sein Budget bei jedem Verlust.
  • Kosten weglassen: Ohne Slippage und Gebühren ist jeder Verlust etwas größer als geplant. Über viele Trades summiert sich das zu einem spürbaren Unterschied.
  • Offene Positionen vergessen: Zwei Trades mit je 1 Prozent Risiko sind zusammen 2 Prozent, bei korrelierten Märkten wie DAX und Euro Stoxx 50 fallen sie oft gemeinsam.

Mein eigener Rahmen liegt bei 0,5 bis 1 Prozent Risiko pro Trade. Das klingt vorsichtig. Es lässt aber Platz für Verlustserien, die in jedem System vorkommen: Fünf Verluste in Folge kosten bei 1 Prozent knapp 5 Prozent des Kontos, bei 3 Prozent schon rund 14 Prozent. Wie sich Risiko pro Trade und Wachstum gegenseitig begrenzen, zeigt der Artikel zum Kelly-Kriterium, das Gesamtkonzept steht im Beitrag zum Risikomanagement im Trading.

Fazit: Erst der Stopp, dann die Kontraktzahl

Die Positionsgröße ist bei Futures keine Gefühlsfrage, sondern eine Division. Risikobudget geteilt durch das Risiko je Kontrakt, abgerundet. Schwierig wird es nur bei den Eingaben: Ticks statt Punkte, Tickwert in der richtigen Währung, Slippage und Gebühren. Genau diese Stellen übernimmt der Rechner.

Der größte Hebel liegt in der Kontraktwahl. Wer zwischen Voll-, Mini- und Micro-Kontrakt mischen kann, trifft sein Budget genau, ohne den Stopp zu verbiegen. Und wer weiß, ab welchem Stopp ein Kontrakt wegfällt, plant den Trade, bevor er ihn eingeht. Die Grenzen bleiben: Kurslücken und die Margin deines Brokers stehen in keiner Formel.

Aus meiner Sicht ist die Schwelle die wichtigste Zahl, die der Rechner liefert. Die Kontraktzahl stimmt nur für genau einen Stopp. Die Schwelle sagt dir, wie viel Spielraum du hast, wenn der Markt die Marke etwas weiter setzt, als du gehofft hast. Wer das vor dem Einstieg weiß, muss im laufenden Trade nichts mehr rechnen.

Häufige Fragen zum Positionsgrößenrechner

Wie funktioniert ein Positionsgrößenrechner für Futures?

Er teilt dein Risikobudget durch das Risiko je Kontrakt und rundet ab. Das Risiko je Kontrakt ist (Stopp in Ticks plus Slippage) mal Tickwert in Kontowährung, plus Gebühren. Bei 500 Euro Budget, 30 Punkten Stopp, 1 Tick Slippage und ohne Gebühren sind das beim FDXM 155 Euro, also 3 Kontrakte.

Wie viel ist ein Punkt im FDAX wert?

Ein Punkt im FDAX ist 25 Euro wert, und ein Punkt ist zugleich der kleinste Kursschritt. Beim Mini-DAX (FDXM) sind es 5 Euro je Punkt, beim Micro-DAX (FDXS) 1 Euro. Die Werte legt die Eurex fest.

Was ist der Unterschied zwischen Punkt und Tick?

Ein Punkt ist eine ganze Einheit im Kurs, ein Tick der kleinste erlaubte Kursschritt. Beim DAX-Future sind beide gleich. Beim S&P 500 und Nasdaq 100 ist ein Tick ein Viertelpunkt, ein Punkt hat dort also vier Ticks.

Wie viele Kontrakte darf ich bei 1 Prozent Risiko handeln?

Das hängt vom Stopp und vom Kontrakt ab, nicht nur vom Konto. Bei 50.000 Euro und 1 Prozent stehen 500 Euro zur Verfügung. Bei 30 Punkten Stopp im DAX reicht das für 3 FDXM oder 16 FDXS, bei 60 Punkten für einen FDXM oder 8 FDXS.

Funktioniert der Rechner auch für CFDs?

Ja, über die Auswahl „Eigener Wert je Punkt“. Trag dort ein, wie viel dein CFD pro Kurspunkt bewegt, bei vielen DAX-CFDs ist das 1 Euro je Einheit. Der Rechner gibt dann die Zahl der Einheiten aus. Mindestgrößen und Bruchteile deines Brokers berücksichtigt er nicht.

Berücksichtigt der Rechner die Margin?

Nein. Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die dein Broker je Kontrakt verlangt, und sie unterscheidet sich je Broker und Marktphase. Der Rechner beantwortet nur die Frage nach dem Risiko. Ob die Kontraktzahl auch in dein Margin-Konto passt, prüfst du beim Broker.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.

Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Den Rechner hat die Redaktion am 20. Oktober 2026 gebaut und mit 15 Testreihen geprüft. Alle Tickgrößen und Tickwerte stammen aus den Kontraktspezifikationen von Eurex und CME Group und wurden am selben Tag dort nachgeschlagen. Die Rechenbeispiele im Text sind mit dem Rechner gegengerechnet, der Wechselkurs von 1,10 ist ein angenommener Wert für das Beispiel.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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