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Investing.com Erfahrungen: Wie seriös ist das Finanzportal, und was taugen die Kursdaten?

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2026

|

16 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026

Kaum ein Finanzportal taucht so oft in der Google-Suche auf wie Investing.com. Wer nach einem Aktienkurs, einem Rohstoffpreis oder dem nächsten Zinsentscheid sucht, landet fast zwangsläufig dort. Das Angebot ist kostenlos, umfangreich und in 33 Sprachen verfügbar. Genau deshalb stellt sich die Frage, die dieser Artikel beantwortet: Kann man den Daten trauen, und wo liegen die Grenzen?

Ich nutze den Wirtschaftskalender von Investing.com seit Jahren selbst, zur Vorbereitung meines Handelstages. Das prägt meinen Blick auf das Portal: Es gibt Bereiche, in denen es hervorragend ist, und einen Bereich, in dem Trader genau hinsehen sollten. Diese Einschätzung stützt sich auf eigene Nutzung, auf die Angaben des Betreibers und auf 1.329 Trustpilot-Bewertungen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Investing.com: das Wichtigste
in 30 Sekunden

  • Kostenloses Finanzportal mit Echtzeitkursen, Nachrichten, Charts und Wirtschaftskalender für rund 180.000 Finanzinstrumente an 250 Börsen. Betreiber ist die M.S Fusion Media Ltd. mit Sitz in Nikosia auf Zypern.
  • Der Wirtschaftskalender ist die stärkste Funktion. Er listet Konjunkturtermine mit Uhrzeit, Prognose und Vorwert, lässt sich nach Land und Relevanz filtern und ist ohne Anmeldung nutzbar.
  • Die Kurse stammen nicht nur von Börsen. Investing.com weist selbst darauf hin, dass Daten auch von Market Makern kommen und „indikativ und nicht für Handelszwecke geeignet“ sein können. Der DAX läuft dort als derivativer Realtime-Kurs.
  • Kostenlos heißt werbefinanziert. Die Gratisversion zeigt viel Werbung, der Consent-Dialog nennt 104 Partner. Werbefrei wird es nur im Abo.
  • InvestingPro kostet ab 16,99 € im Monat oder 199,99 € im Jahr, die Stufe Pro+ liegt bei 42,49 € monatlich. Rabattaktionen laufen praktisch dauerhaft.
  • Die Bewertungen sind gespalten: 3,9 von 5 bei Trustpilot, aber 32 Prozent Ein-Stern-Wertungen. Im deutschen App Store steht die App bei 4,6 von 5.

Was ist Investing.com?

Investing.com ist ein kostenloses Finanzportal des zyprischen Betreibers M.S Fusion Media Ltd., das Echtzeitkurse, Nachrichten, Charts und einen Wirtschaftskalender für rund 180.000 Finanzinstrumente an 250 Börsen in 33 Sprachen bereitstellt.

Das Portal ging 2007 unter dem Namen Forexpros.com an den Start und war zunächst reiner Devisen-Content. Ende 2012 kaufte das Unternehmen die Domain investing.com für 2,45 Millionen Dollar und benannte sich um. Aus dem Forex-Spezialisten wurde ein Universalportal, das heute Aktien, Anleihen, Rohstoffe, ETFs, Fonds und Kryptowährungen abdeckt.

Nach eigenen Angaben erreicht Investing.com monatlich rund 46,3 Millionen Besucher und beschäftigt etwa 250 Mitarbeiter. Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Nikosia, dazu kommen Standorte in Tel Aviv, Madrid, Mailand, Tokio, Mumbai, Seoul und Shenzhen. Diese Zahlen stammen vom Anbieter selbst und sind nicht unabhängig geprüft.

BetreiberM.S Fusion Media Ltd., Nikosia (Zypern)
Gestartet2007 als Forexpros.com, seit Ende 2012 Investing.com
AngebotKurse, Nachrichten, Charts, Wirtschaftskalender, Screener
Instrumenterund 180.000 an 250 Börsen (laut eigener Angabe)
Sprachen33
Reichweiterund 46,3 Mio. Besucher pro Monat (laut eigener Angabe)
Grundnutzungkostenlos, werbefinanziert
BezahlversionInvestingPro und Pro+
DatenquellenFinanzdatenanbieter und Market Maker
Trustpilot3,9 von 5 bei 1.329 Bewertungen (Stand 01.08.2026)

Woher die Kurse auf Investing.com stammen

Hier entscheidet sich für Trader alles, und kaum ein Testbericht behandelt es. Investing.com bezieht seine Kurse nicht ausschließlich von Börsen. Im eigenen Support-Center beantwortet der Anbieter die Frage nach der Datenherkunft so: Man erhalte Daten aus verschiedenen Quellen, darunter die größten Finanzdatenanbieter und Echtzeit-CFD-Market-Maker.

Ein Market Maker ist ein Händler, der laufend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellt und den Preis damit selbst bildet, statt ihn von einer Börse zu übernehmen.

Noch deutlicher wird der Risikohinweis des Portals. Dort steht wörtlich, die Informationen würden „nicht unbedingt von Börsen, sondern von Market Makern zur Verfügung gestellt, was bedeutet, dass sie indikativ und nicht für Handelszwecke geeignet sein können“. Das ist keine Kritik von außen, sondern die Aussage des Anbieters selbst, und sie steht unter jeder Kursseite.

Sichtbar wird das auch in der Oberfläche. Auf der DAX-Seite steht unter dem Indexnamen der Zusatz „Derivative Realtime-Kurse“, in der Marktübersicht heißt der Eintrag „DAX – (CFD)“. Angezeigt wird also nicht der an der Börse festgestellte Index, sondern ein davon abgeleiteter Kurs. Bei Gold, Öl und Indizes fallen die Abweichungen am stärksten auf, weil dort besonders viel über CFDs gehandelt wird.

Investing.com DAX-Kursseite mit dem Hinweis Derivative Realtime-Kurse, Stand 01.08.2026
Investing.com kennzeichnet den DAX-Kurs offen als derivativen Realtime-Kurs. Er stammt nicht von der Xetra.

Praktisch heißt das: Für Orientierung, Nachrichten und Termine reichen die Daten völlig aus. Für die Festlegung einer Einstiegsmarke oder eines Stops gehört der Chart der eigenen Handelsplattform daneben. Wer eine Unterstützung auf den Cent genau aus einem Investing.com-Chart abliest und dann bei seinem Broker ordert, arbeitet mit zwei verschiedenen Preisreihen. Daraus entstehen die Diskussionen, warum ein Level angeblich gehalten hat und die Order trotzdem ausgestoppt wurde.

Ist Investing.com seriös?

Kurz gesagt: Ja, Investing.com ist ein etabliertes Portal ohne Betrugsvorwürfe, aber es ist kein neutraler Datendienst, sondern ein werbefinanziertes Medienunternehmen mit eigenen Verkaufsinteressen. Beides gehört zusammen.

Für die Seriosität sprechen mehrere harte Punkte. Das Unternehmen ist seit 2007 am Markt, firmiert offen mit Sitz und Registereintrag, arbeitet mit etablierten Nachrichtenlieferanten wie Reuters zusammen und beantwortet nach Trustpilot-Angabe 93 Prozent seiner negativen Bewertungen. Kursdaten und Termine sind für ein Gratisangebot bemerkenswert vollständig.

Auf der anderen Seite steht die Monetarisierung, und die ist deutlich sichtbar. Der Consent-Dialog nennt 104 Partner, mit denen Daten geteilt werden können. Die Startseite führte am 1. August 2026 in der Nachrichtenleiste drei Eigenwerbe-Teaser neben einer einzigen echten Meldung. Wer das Portal kostenlos nutzt, bezahlt mit Aufmerksamkeit und Daten.

Investing.com Startseite mit August-Sale-Banner und drei Eigenwerbe-Teasern im Nachrichtenbereich
Startseite am 1. August 2026. Drei der vier Nachrichten-Teaser bewerben das eigene Abo.

Dazu kommt ein Punkt, den Anleger kennen sollten: Investing.com verdient auch an der Vermittlung von Brokern. Neben den Kursen stehen Kaufen- und Verkaufen-Schaltflächen, die zu Partnern führen. Eine Empfehlung ist das nicht, sondern bezahlte Platzierung. Wer einen Anbieter sucht, fährt mit einem unabhängigen Broker-Vergleich besser.

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Erfahrungen mit Investing.com: was die Bewertungen zeigen

Die öffentlichen Bewertungen zeichnen ein ungewöhnlich gespaltenes Bild. Auf Trustpilot steht Investing.com bei 3,9 von 5 Punkten aus 1.329 Bewertungen, davon 543 aus den letzten zwölf Monaten. Interessant ist die Verteilung: 54 Prozent Fünf-Sterne-Wertungen stehen 32 Prozent Ein-Stern-Wertungen gegenüber, während die Mitte fast leer bleibt. Trustpilot vermerkt zudem, dass das Unternehmen zuletzt nicht aktiv zu Bewertungen eingeladen hat, die Stimmen also organisch entstanden sind.

Im deutschen App Store fällt das Urteil deutlich freundlicher aus: 4,6 von 5 bei 7.430 Bewertungen. Diese Lücke ist typisch, weil App-Store-Bewertungen überwiegend die Bedienung betreffen, während bei Trustpilot vor allem Abo- und Abrechnungsfragen landen.

Was Nutzer loben

Die positiven Stimmen drehen sich fast immer um denselben Kern: Umfang und Geschwindigkeit des kostenlosen Angebots.

  • Datentiefe zum Nulltarif: Ein Rezensent beschreibt Investing.com als übersichtliches Programm mit vielen Informationen und nennt es „für den Preis ein super Tool für jeden Privatanleger“. Das trifft den Kern des Angebots.
  • Aktualität der Kurse und News: Ein anderer Nutzer berichtet, er verfolge Aktien, Indizes und Futures dort sekundenaktuell und handele über einen eigenen Broker. Genau diese Arbeitsteilung ist die sinnvolle Nutzung.
  • Wirtschaftskalender und Watchlists: Beide Funktionen tauchen in den Bewertungen regelmäßig als Grund auf, warum das Portal täglich geöffnet wird. Sie sind die eigentlichen Wiederkehr-Treiber.

Woran sich die Kritik entzündet

Die negativen Bewertungen konzentrieren sich auf drei wiederkehrende Themen, und sie betreffen selten den Inhalt, sondern fast immer die Abwicklung.

  • Abrechnung nach der Kündigung: Ein Kunde schreibt im Juli 2026, er habe InvestingPro abonniert und wieder gekündigt, das Geld sei trotzdem erneut abgebucht worden. Der Anbieter antwortete und bot Klärung an.
  • Datenfehler im Einzelfall: Ein Rezensent meldete Ende Juli 2026 fünf Tage in Folge falsche Aktienkurse bei österreichischen Werten. Investing.com räumte in seiner Antwort ein Datenqualitätsproblem ein.
  • Newsletter und Werbedruck: Mehrfach wird beschrieben, man lande ungewollt in Verteilern. Auch die Menge an Werbung in der Gratisversion taucht als Kritikpunkt auf.

Ein Muster lässt sich daraus ableiten: Wer Investing.com kostenlos als Informationsquelle nutzt, ist überwiegend zufrieden. Kritisch wird es dort, wo Geld fließt.

Was kostet Investing.com?

Die Grundnutzung ist kostenlos und bleibt es auch. Kurse, Nachrichten, Charts, Wirtschaftskalender und Watchlists sind ohne Zahlung zugänglich, ein Konto brauchst du nur für gespeicherte Einstellungen. Bezahlt wird das Ganze über Werbung, und die ist in der Gratisversion allgegenwärtig.

Wer werbefrei arbeiten und tiefere Analysefunktionen nutzen will, braucht InvestingPro. Die im deutschen App Store gelisteten Preise sehen so aus:

AboLaufzeitPreis
InvestingPromonatlich16,99 €
InvestingProjährlich199,99 €
InvestingPro+monatlich42,49 €
InvestingPro+jährlich509,99 €

InvestingPro ist das kostenpflichtige Abonnement von Investing.com mit Aktienscreener, Fair-Value-Berechnung, KI-gestützten Portfolios und dem Chatbot WarrenAI.

Bei den Preisen lohnt ein zweiter Blick. Auf der Preisseite läuft praktisch dauerhaft eine Rabattaktion mit Countdown, am 1. August 2026 etwa ein August-Sale mit 55 Prozent. Ein Countdown, der jeden Monat neu startet, ist kein echter Stichtag. Der Listenpreis ist damit eher theoretisch, und der tatsächlich gezahlte Betrag hängt vom Zeitpunkt und vom Einstiegskanal ab.

Ob sich das Abo lohnt, hängt stark vom Anlagestil ab. Für die Details der Pro-Funktionen, für ProPicks, WarrenAI und die Kündigung haben wir einen eigenen Artikel.

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Der Wirtschaftskalender: die stärkste Funktion

Müsste ich ein einzelnes Werkzeug von Investing.com hervorheben, wäre es dieses. Der Wirtschaftskalender ist der Grund, warum ich das Portal überhaupt geöffnet habe, und er ist bis heute Teil meiner Tagesvorbereitung.

Ein Wirtschaftskalender ist eine Terminübersicht, die anstehende Konjunkturdaten, Notenbanksitzungen und Unternehmenszahlen mit Uhrzeit, erwartetem Wert und Vorwert auflistet.

Praktisch daran ist die Filterung. Du kannst nach Land, Währung und Relevanz einschränken und dir nur die Termine anzeigen lassen, die deine Märkte bewegen. Jeder Eintrag zeigt Prognose und Vorwert, sodass sich die Abweichung sofort einordnen lässt. Für einen Daytrader ist das weniger eine Prognose als eine Risikokarte: Sie sagt, wann man besser keine frische Position eröffnet.

Investing.com Wirtschaftskalender mit Terminen, Relevanz-Sternen, Prognose und Vorwert
Der Wirtschaftskalender listet Termine mit Uhrzeit, Relevanz, Prognose und Vorwert. Filtern lässt er sich nach Land und Bedeutung.

Eine Grenze hat auch dieses Werkzeug: Die Relevanz-Bewertung mit ein bis drei Sternen ist eine Einschätzung der Redaktion, keine Messgröße. Ein Termin mit zwei Sternen kann den Markt heftiger bewegen als einer mit drei, wenn die Erwartungshaltung entsprechend aufgeladen ist. Die Sterne sind eine Vorsortierung, kein Urteil.

Lesetipp: Wirtschaftskalender für Trader

Diese Funktion hat seit Juli 2026 einen Konkurrenten weniger: finanztreff.de band lange einen Kalender von Investing.com ein und hat ihn beim Plattformwechsel ersatzlos abgeschaltet. Welche Bereiche dort sonst noch weggefallen sind, zeigt unsere Übersicht zum neuen finanztreff.

Charts, Nachrichten und Analysen in der Praxis

Die Charts decken den Standardbedarf ab: Kerzen, Linien, die gängigen Indikatoren, Zeichenwerkzeuge und ein interaktiver Vollbildmodus. Für einen schnellen Blick auf die Lage reicht das vollkommen. Wer täglich analysiert, spürt die Grenzen aber schnell. Gespeicherte Layouts, saubere Alarme und die Verknüpfung mit dem eigenen Broker sind auf spezialisierten Plattformen wie TradingView deutlich besser gelöst. Wer die Meldungen lieber gesprochen und eingeordnet bekommt, findet das bei einem kostenpflichtigen Live-Nachrichtendienst.

Der Nachrichtenbereich ist umfangreich und speist sich aus zwei Quellen: der eigenen Redaktion und externen Lieferanten wie Reuters. Die Aufteilung nach Aktien, Rohstoffen, Devisen und Krypto funktioniert gut. Beim Lesen lohnt der Blick auf die Herkunft, weil zwischen den redaktionellen Meldungen regelmäßig Beiträge stehen, die das eigene Abo bewerben.

Bei den Analysen und Empfehlungen ist Zurückhaltung angebracht. Neben angestellten Redakteuren veröffentlichen dort zahlreiche externe Autoren mit sehr unterschiedlichem Hintergrund, eine Qualitätsprüfung wie in einer Redaktion findet in diesem Umfang nicht statt. Behandle diese Beiträge als Meinungen, nicht als geprüfte Analysen.

Lesetipp: Finanznachrichten richtig lesen

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Die Investing.com App

Die App gibt es für iOS und Android, sie ist kostenlos und deckt die Funktionen der Website weitgehend ab: Kurse, Watchlists, Nachrichten, Kalender und Push-Meldungen zu selbst gesetzten Kursmarken. Im deutschen App Store kommt sie auf 4,6 von 5 Punkten aus 7.430 Bewertungen, für eine Finanz-App ein guter Wert.

Ihre Stärke sind die Alarme. Du hinterlegst eine Kursmarke und bekommst eine Push-Nachricht, ohne dass der Rechner laufen muss. Für die Überwachung von Levels über den Tag ist das praktisch, besonders wenn man nicht permanent vor dem Chart sitzt.

Die Schwäche ist dieselbe wie im Browser, nur enger: Auf dem kleinen Display fällt die Werbung stärker ins Gewicht, und die Hinweise auf das Pro-Abo sind zahlreich. Wer die App als ständigen Begleiter nutzt, landet früher oder später bei der Frage nach dem Abo. So ist sie gebaut.

Börsen-Challenges: Prop Trading bei Investing.com

Seit Kurzem verkauft Investing.com etwas, das mit einem Finanzportal wenig zu tun hat. Unter Börsen-Challenges bietet das Unternehmen kostenpflichtige Prüfungen an, wie man sie von Prop-Firmen kennt. Wer Investing.com für eine neutrale Datenquelle hält, sollte das wissen.

Eine Prop-Trading-Challenge ist ein kostenpflichtiger Test, bei dem ein Trader in einer Demo-Umgebung Gewinnziele erreichen muss, um anschließend Kapital des Anbieters handeln zu dürfen.

Das Modell folgt dem üblichen Muster: Du zahlst eine Gebühr, handelst zunächst auf einem Demokonto und erhältst bei Erreichen der Ziele ein Händlerkonto mit 80 Prozent Gewinnbeteiligung. Die Größen reichen von 5.000 € für 69 € über 25.000 € für 109 € bis 50.000 € für 279 €.

Investing.com Börsen-Challenges mit Challenge-Größen von 5.000 bis 50.000 Euro und Gebühren
Die Challenge-Seite arbeitet mit Renditeversprechen und Countdown. Der Vergleich 87 Euro gegen 20.000 Euro ist Werbung, keine Erwartung.

Auffällig ist die Ansprache. Die Challenge-Seite fragt, warum man sich mit 87 Euro zufriedengeben solle, wenn 20.000 Euro möglich seien, zeigt einen Live-Feed angeblich verifizierter Auszahlungen mit Namen und rechnet vor, Trader hätten ihre Gewinne um das 229-Fache vervielfacht. Solche Zahlen beschreiben Ausnahmen, nicht den Regelfall. Strukturell gilt in diesen Modellen: Die Gebühr ist sicher, das Bestehen ist es nicht. Wer sich dafür interessiert, sollte die Regeln zu Verlustgrenzen und Auszahlungen vorher genau lesen.

Lesetipp: Prop Trading im Überblick

Für wen sich Investing.com lohnt, und für wen nicht

Nach Jahren mit dem Portal fällt mein Urteil differenziert aus. Investing.com ist ein hervorragendes Informationswerkzeug und ein mittelmäßiges Analysewerkzeug. Diese Trennung zwischen Recherche und Ausführung entscheidet, ob es zu dir passt.

Bei Termin- und Rohstoffdaten liegt ein anderes Portal vorn: Barchart im Erfahrungsbericht deckt Kontraktreihen, COT-Zahlen und Optionsstatistiken vollständiger ab.

Gut aufgehoben bist du hier in diesen Fällen:

  • Du brauchst einen Terminüberblick: Der Wirtschaftskalender ist konkurrenzfähig zu allem, was Geld kostet, und ohne Anmeldung nutzbar.
  • Du willst breite Marktübersicht: Von der thailändischen Aktie bis zur französischen Anleihe findest du fast alles an einem Ort.
  • Du liest viel: Nachrichten, Termine und Unternehmenszahlen laufen an einer Stelle zusammen, statt über fünf Seiten verteilt.

Weniger passend ist das Portal in diesen Fällen:

  • Du triffst Handelsentscheidungen am Chart: Für exakte Marken brauchst du die Kursreihe deines Brokers, nicht einen abgeleiteten Kurs.
  • Du arbeitest mit gespeicherten Setups: Eine spezialisierte Trading-Software leistet bei Layouts und Alarmen deutlich mehr.
  • Dich stört Werbung: Ohne Abo begleitet sie dich auf jeder Seite, in der App noch stärker.
  • Du suchst geprüfte Analysen: Die Beiträge externer Autoren sind Meinungen, kein redaktionell gesichertes Research.

Wer dagegen einen deutschsprachigen Nachrichtenstrom zu Einzelaktien sucht, landet schnell bei Finanztrends.de. Dort ist das Angebot enger zugeschnitten, dafür finanziert sich das Portal deutlich stärker über Werbung und kostenpflichtige Abos. Noch enger wird es bei der Nebenwerte-Community sharedeals.de, die den Nachrichtenteil vor allem als Zulauf für ihre Börsendienste nutzt.

Fazit: solide Informationsquelle mit einer klaren Grenze

Investing.com hat sich seinen Platz verdient. Für Nachrichten, Termine und einen schnellen Marktüberblick ist das Portal eines der besten kostenlosen Angebote im deutschsprachigen Raum, und der Wirtschaftskalender allein rechtfertigt das tägliche Öffnen. Seriös ist es auch: etabliertes Unternehmen, offene Firmenangaben, ordentliche Reaktion auf Beschwerden.

Die entscheidende Grenze verläuft dort, wo aus Information eine Handelsentscheidung wird. Wenn der Anbieter selbst schreibt, seine Kurse könnten indikativ und nicht für Handelszwecke geeignet sein, ist das ernst zu nehmen. Ich nutze das Portal für die Vorbereitung und meine Handelsplattform für die Ausführung, und diese Trennung würde ich jedem Trader empfehlen.

Wer über ein Abo nachdenkt, sollte den Nutzen ehrlich prüfen. InvestingPro liefert Fundamentaldaten und Analysefunktionen, die einem Einzelaktien-Anleger Arbeit abnehmen können. Für einen Trader, der ohnehin technisch arbeitet, ist der Mehrwert dagegen überschaubar. Und die Dauerrabatte zeigen, dass niemand eine Countdown-Uhr ernst nehmen muss.

Häufige Fragen zu Investing.com

Ist Investing.com seriös?

Ja. Investing.com ist seit 2007 am Markt, wird von der M.S Fusion Media Ltd. mit Sitz in Nikosia betrieben und macht offene Angaben zu Unternehmen und Standorten. Auf Trustpilot steht das Portal bei 3,9 von 5 aus 1.329 Bewertungen. Es ist allerdings kein neutraler Datendienst, sondern ein werbefinanziertes Unternehmen, das auch Broker vermittelt und eigene Abos verkauft.

Ist Investing.com kostenlos?

Die Grundnutzung ist kostenlos. Kurse, Nachrichten, Charts, Watchlists und der Wirtschaftskalender kosten nichts, ein Konto brauchst du nur für gespeicherte Einstellungen. Finanziert wird das über Werbung. Werbefrei und mit erweiterten Analysefunktionen arbeitest du erst im Abo InvestingPro, das bei 16,99 € im Monat beginnt.

Woher bezieht Investing.com seine Kursdaten?

Aus zwei Arten von Quellen. Neben großen Finanzdatenanbietern liefern auch CFD-Market-Maker Kurse, was der Anbieter in seinem Support-Center selbst angibt. Im Risikohinweis steht ergänzend, die Daten stammten „nicht unbedingt von Börsen“ und könnten indikativ sein. Der DAX läuft auf der Seite entsprechend als derivativer Realtime-Kurs.

Warum weichen die Kurse von denen meines Brokers ab?

Weil es zwei verschiedene Preisreihen sind. Ein von einem Market Maker gestellter Kurs entsteht anders als ein an der Börse festgestellter, deshalb gibt es Abweichungen bei Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss. Am größten sind sie bei Gold, Öl und Indizes. Für Einstiegsmarken und Stops solltest du deshalb immer den Chart deiner eigenen Handelsplattform verwenden.

Was kostet InvestingPro?

Im deutschen App Store sind 16,99 € pro Monat oder 199,99 € pro Jahr für InvestingPro gelistet, die Stufe Pro+ liegt bei 42,49 € monatlich oder 509,99 € jährlich. Der tatsächlich gezahlte Preis liegt fast immer darunter, weil auf der Preisseite dauerhaft Rabattaktionen mit Countdown laufen.

Taugt die Investing.com App?

Für die Marktbeobachtung ja. Im deutschen App Store steht sie bei 4,6 von 5 Punkten aus 7.430 Bewertungen, sie ist kostenlos und deckt Kurse, Watchlists, Nachrichten und den Kalender ab. Besonders nützlich sind die Push-Alarme auf selbst gesetzte Kursmarken. Störend ist die Werbung, die auf dem kleinen Display stärker auffällt als im Browser.

Was sind die Börsen-Challenges von Investing.com?

Ein Prop-Trading-Angebot. Du zahlst eine Gebühr, handelst zunächst auf einem Demokonto und bekommst bei Erreichen der Gewinnziele ein Händlerkonto mit 80 Prozent Gewinnbeteiligung. Die Größen reichen von 5.000 € für 69 € bis 50.000 € für 279 €. Die Werbung auf der Seite arbeitet mit Ausnahmefällen, die Gebühr fällt dagegen in jedem Fall an.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und ist Gründer sowie Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er arbeitet diskretionär nach Price Action, also nach dem reinen Kursverlauf ohne automatisierte Systeme. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

Bekannt wurde er als Übersetzer der Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter Ende der 1980er Jahre. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross im deutschsprachigen Raum und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für die Bewertung eines Finanzportals bringt er die Perspektive des täglichen Anwenders mit. Er nutzt den Wirtschaftskalender von Investing.com selbst zur Vorbereitung seines Handelstages, kennt aus der Praxis aber auch die Abweichungen zwischen abgeleiteten Kursen und den Daten der eigenen Handelsplattform. Genau diese Unterscheidung macht für Trader den Unterschied.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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