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EUR/JPY Kursprognose und technische Analyse: Wie geht es weiter mit dem Euro/Japanischen Yen? (2026)

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2026

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12 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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EUR/JPY hat die Woche bei 177,55 Yen beendet. Seit Anfang Oktober läuft der Kurs seitwärts knapp über dem Jahrestief bei 176,21. Am Freitag stand er am oberen Rand dieser Spanne und lief kurz über ein Tief aus dem September bei 177,82.

Stand 18.10.2026 · Wochenschluss 16.10.2026 bei 177,55 (FXCM)

Die EUR/JPY Prognose ist eine auf Chartanalyse beruhende Einschätzung, wohin sich der Euro gegenüber dem japanischen Yen in den nächsten Tagen, Wochen und Jahren bewegen kann.

Christian Möhrer prüft jede Fassung nach unseren redaktionellen Richtlinien.

EUR/JPY Prognose aktuell in 30 Sekunden

  • Nächste Woche: Abwärtstrend im Wochenchart, neutral erst über 179,36.
  • Kurzfristig: Seitwärts seit Anfang Oktober, mögliche Bärenflagge.
  • Langfristig: Aufwärtstrend endete vorläufig am Hoch 1990, Korrektur Richtung 175,43.
  • Termine: EZB am 29.10., Bank of Japan am 30.10.

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Karstens EUR/JPY-Prognose für die neue Woche

EUR/JPY im Wochenchart mit Unterstützungen und Widerständen

So sehen Karstens EUR/JPY-Charts aus

Die Marken, die nächste Woche entscheiden

Das Szenario, auf das Karsten achtet

In 2 Minuten gelesen, bevor die Märkte öffnen

EUR/JPY-Prognose-Incontent-ff oben 2026

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EUR/JPY Prognose für nächste Woche: Abwärtstrend im Wochenchart

Alle Charts auf dieser Seite stammen von Karsten Kagels und beruhen auf FXCM-Kursen. Sie wurden am Sonntag, 18.10.2026, zwischen 20:59 und 21:10 Uhr MESZ exportiert. Der Devisenmarkt war geschlossen, alle Charts zeigen deshalb den Wochenschluss vom Freitag, 16.10.2026, bei 177,55.

Im Wochenchart liegt ein etablierter Abwärtstrend vor. Inzwischen notiert EUR/JPY unter dem Februar-Tief bei 180,80 und dem August-Tief bei 179,36. Die vergangene Woche eröffnete bei 177,32, fiel bis 176,30 und schloss bei 177,55.

EUR/JPY Prognose im Wochenchart: Abwärtstrend seit August mit Februar-Tief 180,80 und Hoch 2024 bei 175,43
Chart von Karsten Kagels: EUR/JPY (FXCM) im Wochenchart mit dem Hoch 1990 (188,22), dem Hoch 2025 (184,92), dem Februar-Tief (180,80) und dem Hoch 2024 (175,43), Wochenschluss 16.10.2026 bei 177,55 (Chart: TradingView)

Der Abwärtstrend könnte auf weiter fallende Kurse hindeuten. So liest Karsten den Wochenchart. Erst über dem August-Tief bei 179,36 würde EUR/JPY aus seiner Sicht von bärisch auf neutral drehen.

Marken für nächste Woche, von oben nach unten:

KursMarkeRolle
180,80Februar-TiefReferenz­marke
179,36August-Tief, SignalmarkeReferenz­marke
177,82Tief aus dem SeptemberReferenz­marke
177,55Wochenschluss
176,21Jahrestief 2026 (Oktober)Referenz­marke
175,43Hoch 2024mögliche Unter­stützung

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Wie geht es nach dem Wochenschluss weiter?

Karstens EUR/JPY-Prognose für die neue Woche: wo EUR/JPY drehen könnte, wo es eng wird und welches Szenario er im Blick hat.

EUR/JPY-Prognose-Incontent-ff unten 2026

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EUR/JPY Prognose für die nächsten Tage: Seitwärts mit Bärenflagge?

Im Tageschart läuft EUR/JPY seit Anfang Oktober seitwärts. Diese Bewegung könnte sich als sogenannte Bärenflagge herausstellen. So nennen Trader eine kurze Konsolidierung nach einem Rückgang, die als mögliches Fortsetzungsmuster gilt. Eine Garantie ist das nicht.

EUR/JPY Prognose im Tageschart: Seitwärtsbewegung seit Anfang Oktober unter dem August-Tief 179,36
Chart von Karsten Kagels: EUR/JPY (FXCM) im Tageschart mit Februar-Tief (180,80), August-Tief (179,36), einem Tief aus dem September (177,82) und dem Hoch 2024 (175,43), Schluss 16.10.2026 bei 177,55 (Chart: TradingView)

Der 4-Stunden-Chart zeigt die Seitwärtsbewegung der letzten zwei Wochen im Detail. EUR/JPY steht aktuell am Hoch dieser Trading-Range. Am Freitag lief der Kurs bis 177,97 und damit kurz über ein Tief aus dem September bei 177,82, geschlossen hat er bei 177,55.

EUR/JPY Prognose im 4-Stunden-Chart: Seitwärtsbewegung seit Anfang Oktober, Tief aus dem September bei 177,82
Chart von Karsten Kagels: EUR/JPY (FXCM) im 4-Stunden-Chart mit Februar-Tief (180,80), August-Tief (179,36), einem Tief aus dem September (177,82) und dem Hoch 2024 (175,43), Schluss 16.10.2026 bei 177,55 (Chart: TradingView)

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Was den Kurs als Nächstes bewegen kann

In der vergangenen Woche belastete die Schuldenkrise in Frankreich den Euro. Den Yen stützten Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Bank of Japan, berichtete FXStreet am 13. Oktober. Die niederländische Großbank ING sieht in der Euro-Schwäche einen Grund, warum sich die Korrektur in EUR/JPY festigt. Japans Finanzministerin Katayama bekräftigte zudem, notfalls erneut am Devisenmarkt einzugreifen (Japan Times, 16. Oktober).

Diese Termine stehen in den nächsten Wochen an. Sie sind Anlässe, den Chart neu zu lesen, keine Vorhersage einer bestimmten Reaktion.

  • 23. Oktober: Japans Verbraucherpreise für September (Statistics Bureau of Japan)
  • 29. Oktober: Zinsentscheid der EZB mit Pressekonferenz (EZB-Kalender)
  • 30. Oktober: Zinsentscheid der Bank of Japan nach der Sitzung vom 29. und 30. Oktober, mit Outlook Report (BoJ-Terminplan)
  • 4. November: Schnellschätzung der Inflation im Euroraum für Oktober (Eurostat)
  • 17. und 18. Dezember: darauffolgende Zinsentscheide von EZB (17.) und Bank of Japan (18.)

Mehr zu den Notenbanken steht in den Artikeln zum EZB-Zinsentscheid und zum BoJ-Zinsentscheid.

Den Kursverlauf live verfolgen kannst du im Chart darunter:

Drei Szenarien: Welche Marke entscheidet

Karsten liest EUR/JPY derzeit bärisch. Die einzige Signalmarke, die er nennt, ist das August-Tief bei 179,36: Erst darüber würde das Bild auf neutral drehen. Die übrigen Marken in den Karten sind Orientierungsmarken, keine Auftragsregeln, und nach jeder Woche ist das Chartbild neu zu bewerten.

Bullisch: Frühere Tiefs und Hochs über dem Schlusskurs

Über dem Schlusskurs liegen mehrere frühere Tiefs und Hochs. Zuerst ein Tief aus dem September bei 177,82, dann das August-Tief bei 179,36 und das Februar-Tief bei 180,80. Weiter oben folgen das Hoch 2025 bei 184,92 und das Hoch 1990 bei 188,22. Eine Signalmarke für steigende Kurse zeigen die Charts derzeit nicht.

Marken darüber: 177,82, 179,36, 180,80, 184,92, 188,22

Neutral: erst über dem August-Tief

Erst über dem August-Tief bei 179,36 würde EUR/JPY von bärisch auf neutral drehen. So ordnet Karsten die Marke ein. Aktuell läuft der Kurs seit Anfang Oktober seitwärts, am Freitag stand er laut Karsten am oberen Rand dieser Bewegung.

Signalmarke: 179,36

Bärisch: Abwärtstrend mit möglicher Bärenflagge

Der etablierte Abwärtstrend im Wochenchart könnte auf weiter fallende Kurse hindeuten. Die Seitwärtsbewegung im Tageschart könnte sich als Bärenflagge herausstellen. Als Referenzmarken darunter zeigen die Charts das Jahrestief bei 176,21 und das Hoch 2024 bei 175,43, das zumindest kurzfristig Unterstützung bieten könnte. Knapp darunter verläuft die langfristige Aufwärtstrendlinie aus dem Monatschart.

Referenzmarken darunter: 176,21, 175,43, Aufwärtstrendlinie

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Langfristige EUR/JPY Prognose: Aufwärtstrend endet vorläufig am Hoch von 1990

Der Jahreschart reicht mit Kursen zurück bis 1971. Auf dieser langen Strecke fällt auf, dass der Aufwärtstrend der letzten Jahre fast punktgenau am Hoch des Jahres 1990 bei 188,22 geendet hat, zumindest vorläufig. Das Jahreshoch 2026 liegt bei 187,95, nur 0,27 Yen darunter. Kurse vor 1999 sind dabei eine rechnerische Reihe, denn den Euro gibt es erst seit 1999.

EUR/JPY Prognose im Jahreschart seit 1971: Aufwärtstrend endet vorläufig am Hoch 1990 bei 188,22
Chart von Karsten Kagels: EUR/JPY (FXCM) im Jahreschart seit 1971 mit dem Hoch 1990 (188,22), dem Hoch 2025 (184,92) und dem Hoch 2024 (175,43); 2026 bisher 176,21 bis 187,95, Stand 16.10.2026 bei 177,55 (Chart: TradingView)

Im Jahr 2026 wurde das Vorjahreshoch bei 184,92 kurz überschritten. Seitdem bewegt sich EUR/JPY abwärts und nähert sich jetzt dem Hoch des Jahres 2024 bei 175,43. Diese Marke könnte zumindest kurzfristig Unterstützung bieten.

Der Monatschart zeigt die Korrektur vom Jahreshoch in Richtung des Hochs von 2024. Eingezeichnet ist auch die langfristige Aufwärtstrendlinie, die die Tiefs der Jahre 2022 und 2025 verbindet. Sie verläuft aktuell knapp unterhalb des Hochs von 2024 und könnte sich später ebenfalls als Unterstützung erweisen. Weitere Märkte über mehrere Zeitebenen gelesen findest du in unseren Chartanalysen.

EUR/JPY Prognose im Monatschart: Korrektur vom Jahreshoch Richtung Hoch 2024 bei 175,43 mit Aufwärtstrendlinie
Chart von Karsten Kagels: EUR/JPY (FXCM) im Monatschart mit dem Hoch 1990 (188,22), dem Hoch 2025 (184,92), dem Februar-Tief (180,80), dem Hoch 2024 (175,43) und der Aufwärtstrendlinie durch die Tiefs 2022 und 2025; Oktober bisher 176,21 bis 179,31, Stand 16.10.2026 bei 177,55 (Chart: TradingView)
KursMarkeRolle
188,22Hoch 1990Referenz­marke
187,95Jahreshoch 2026Referenz­marke
184,92Hoch 2025Referenz­marke
180,80Februar-TiefReferenz­marke
177,55Wochenschluss
176,21Jahrestief 2026Referenz­marke
175,43Hoch 2024mögliche Unter­stützung

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EUR/JPY Prognose 2026: was die Banken erwarten

Für Ende 2026 nennt MUFG 173,60, der dort zitierte Bloomberg-Konsens liegt bei 181. Die japanische Großbank MUFG veröffentlichte den Wert in ihrem Devisenausblick vom 1. Oktober für das Ende des vierten Quartals. Die ING nennt für einen anderen Horizont 179: in ihrem Ausblick vom 12. Oktober für einen, drei und sechs Monate, also bis etwa April 2027.

QuellePrognoseZeitpunkt
MUFG173,60 / 175,80Q4 2026 / Q3 2027
Bloomberg-Konsens181 / 180Q4 2026 / Q3 2027
ING179 / 1813 / 12 Monate ab 12.10.2026
Prognosen vom 1. und 12. Oktober 2026; Quellen im Text, Bloomberg-Konsens laut MUFG-Bericht

Die ING erwartet eher eine Seitwärtsphase als einen neuen Trend. Nach einem Anstieg von über 60 Prozent in sechs Jahren sieht sie EUR/JPY in einer mehrjährigen Korrektur, vielleicht in einer Spanne zwischen 175 und 182. MUFG rechnet dagegen bis Ende 2026 mit einem tieferen Kurs als heute.

Bankprognosen sind Einschätzungen Dritter, keine Handelsempfehlung. Sie hängen von Annahmen über Zinsen und Konjunktur ab und werden regelmäßig angepasst. Karstens Charts zeigen dagegen die aktuelle Lage im Abwärtstrend.

EUR/JPY Prognose 2027 und 2028: was die Banken erwarten

Für 2027 nennen die ausgewählten Quellen Werte zwischen 174,40 und 181. MUFG erwartet einen leichten Anstieg von 174,40 im ersten auf 175,80 im dritten Quartal 2027, der Bloomberg-Konsens liegt für das erste Quartal 2027 bei 181 und für das zweite und dritte bei 180. Die ING sieht EUR/JPY in zwölf Monaten, also etwa im Oktober 2027, bei 181.

Eine ältere Stimme kommt von der Commerzbank. Sie erwartete laut FXStreet im Juli 2026 einen Kurs um 175 bis Ende 2027. Diese Einschätzung ging davon aus, dass die US-Notenbank 2026 nicht erhöht, das hat sie am 16. September aber getan. Sie ist deshalb ein historischer Vergleich, keine aktuelle Prognose.

Für 2028 haben wir in den geprüften Quellen keine Bankprognose gefunden. Die aktuellen Quellen vom Oktober reichen bis etwa Oktober 2027, die ältere Commerzbank-Einschätzung bis Ende 2027. Ein Kursziel für 2028 nennen wir deshalb nicht.

EUR/JPY Prognose 2030: was die Kaufkraftparität sagt

Die Kaufkraftparität ist der Wechselkurs, bei dem ein vergleichbarer Korb aus Waren und Dienstleistungen in zwei Ländern gleich viel kostet.

Eine belastbare Bankprognose für 2030 haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden. Als Bewertungsmaßstab bleibt die Kaufkraftparität. Der Internationale Währungsfonds weist sie in seiner World-Economic-Outlook-Datenbank nur je Land aus, nicht für den Euroraum (WEO-Ausgabe Oktober 2026, Abruf 18.10.2026). Für Japan nennt er 93,665 Yen je internationalem Dollar im Jahr 2030, für Deutschland 0,719 Euro.

Daraus ergibt sich gegenüber Deutschland eine Parität von rund 130 Yen je Euro. Das ist unsere eigene Rechnung, 93,665 geteilt durch 0,719. Mit dem französischen Preisniveau (0,635) wären es rund 147,5 Yen. Beide Werte liegen deutlich unter dem aktuellen Kurs: Gemessen an diesen beiden Ländermaßstäben erscheint der Yen gegenüber dem Euro günstig.

Daraus folgt kein Kursziel. Wechselkurse können sich jahrzehntelang von der Kaufkraftparität entfernen, sie ist ein Gleichgewichtswert und kein Zeitplan.

Was ist das Währungspaar EUR/JPY?

Das Währungspaar EUR/JPY gibt an, wie viele japanische Yen ein Euro kostet.

EUR/JPY ist ein Cross-Paar, also ein Währungspaar ohne den US-Dollar. Es verbindet den Euro und den Yen, zwei der wichtigsten Reservewährungen der Welt. Ein Kurs von 177,55 heißt: Für einen Euro zahlt man 177,55 Yen. Steigt der Kurs, wird der Euro stärker, fällt er, gewinnt der Yen.

Die Gegenseite des Yen zeigt sich im Paar USD/JPY. Bewegungen im Dollar-Yen übertragen sich häufig auf den Euro-Yen. Wer beide vergleicht, trennt Yen-Impulse von reinen Euro-Bewegungen. Die Marken dazu stehen in der USD/JPY Prognose.

Diese Faktoren bewegen den EUR/JPY-Kurs

Die Zinsdifferenz beschreibt den Abstand zwischen den Leitzinsen zweier Währungsräume. Je größer sie ausfällt, desto attraktiver wird die höher verzinste Währung für Anleger.

Der Euro hat gegenüber dem Yen einen Zinsvorsprung von 1,25 Prozentpunkten. Die EZB hat ihren Einlagensatz am 10. September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben, wirksam seit 16. September. Die Bank of Japan erhöhte am 18. September auf 1,25 Prozent, wirksam seit 24. September. Beide haben im September um 0,25 Punkte erhöht, der Abstand ist deshalb gleich geblieben. Wie sich die Zinsen weiter entwickeln könnten, steht in unserer Zinsprognose.

Für die nächsten Monate erwarten Banken auf beiden Seiten weitere Schritte. ING rechnet mit einer letzten EZB-Erhöhung auf 2,75 Prozent im Dezember und mit der nächsten BoJ-Erhöhung auf 1,50 Prozent im Januar oder schon am 18. Dezember. MUFG erwartet die nächste Erhöhung der Bank of Japan im Dezember. Das sind Erwartungen, keine Beschlüsse.

Der Carry-Trade hat den Yen jahrelang geschwächt. Anleger leihen sich günstig Yen und legen das Geld in höher verzinsten Währungen an. Schrumpft der Zinsvorteil oder steigt die Unsicherheit, können solche Geschäfte aufgelöst werden und den Yen stützen. Wie das funktioniert, erklärt der Artikel zum Carry-Trade.

Japans Finanzministerium kann eingreifen, wenn der Yen zu schnell fällt. Im April und Mai 2026 kaufte es laut Finanzministerium Yen im Umfang von 11.734,9 Milliarden Yen, und zwar ausschließlich gegen US-Dollar. EUR/JPY kann über die Yen-Seite nur indirekt betroffen sein. Ein Eingriff gegen den Euro ist für 2026 nicht belegt.

In Krisen gilt der Yen wie der Franken als sichere Währung. Steigt die Unsicherheit, kann er schnell aufwerten und EUR/JPY belasten. Wie sich der Franken gegen den Euro schlägt, zeigt die EUR/CHF Prognose, gegen den Dollar die USD/CHF Prognose.

Auf der Euro-Seite zählt auch der Blick auf den Dollar. Die Marken für den Euro gegen den US-Dollar stehen in der Euro Dollar Prognose, ein Euro-Cross mit eigener Dynamik ist die EUR/TRY Prognose. Wer EUR/JPY über CFDs handelt, braucht einen Stop-Loss und eine Positionsgröße, die zum vorher festgelegten Verlustrisiko passt.

Fazit: EUR/JPY bleibt unter dem August-Tief bärisch

Als aktiver Trader seit 1980 sehe ich EUR/JPY in einem etablierten Abwärtstrend. Der Anstieg der letzten Jahre endete fast punktgenau am Hoch von 1990 bei 188,22, zumindest vorläufig. Seitdem korrigiert der Kurs in Richtung des Hochs von 2024 bei 175,43, das zumindest kurzfristig Unterstützung bieten könnte.

Kurzfristig läuft EUR/JPY seit Anfang Oktober seitwärts, und das könnte eine Bärenflagge sein. Am Freitag stand der Kurs am oberen Rand dieser Spanne. Erst über dem August-Tief bei 179,36 würde ich das Bild von bärisch auf neutral drehen.

Häufige Fragen zur EUR/JPY Prognose

Wird der EUR/JPY-Kurs steigen oder fallen?

Karstens Charts sprechen derzeit eher für fallende Kurse. Der Wochenchart zeigt einen etablierten Abwärtstrend, und die Seitwärtsbewegung seit Anfang Oktober könnte eine Bärenflagge sein. Erst über dem August-Tief bei 179,36 würde das Bild auf neutral drehen. Eine Garantie ist das nicht.

Wird der Yen wieder steigen?

Gegenüber dem Euro hat der Yen seit dem Jahreshoch von EUR/JPY bei 187,95 bereits zugelegt. Ein weiter fallender EUR/JPY-Kurs hieße einen stärkeren Yen, und darauf könnte der Abwärtstrend im Wochenchart hindeuten. Als Referenzmarken darunter zeigen die Charts das Jahrestief bei 176,21 und das Hoch 2024 bei 175,43.

Wird der Yen weiter fallen?

Gegenüber dem Euro zeigen Karstens Charts derzeit eher das Gegenteil: EUR/JPY ist seit dem Jahreshoch bei 187,95 auf 177,55 gefallen, der Yen hat also zugelegt. Neutral würde das Bild laut Karsten erst über dem August-Tief bei 179,36.

Wie entwickelt sich der Yen zum Euro?

Zum Wochenschluss am 16. Oktober 2026 lag EUR/JPY bei 177,55 Yen. Das Jahr 2026 reicht bisher von 176,21 bis 187,95. Seit Anfang Oktober läuft der Kurs seitwärts knapp über dem Jahrestief.

Wie ist die EUR/JPY Prognose für 2026?

Für das Jahresende 2026 nennt MUFG 173,60 (Bericht vom 1. Oktober), der dort zitierte Bloomberg-Konsens 181. Die ING erwartet 179 in drei Monaten, also etwa Mitte Januar 2027 (Bericht vom 12. Oktober). Das sind Punktziele, keine Handelsspanne. Karstens Charts zeigen die aktuelle Lage: einen Abwärtstrend im Wochenchart, neutral erst über 179,36.

Wie hoch sind die Leitzinsen von EZB und Bank of Japan?

Der Einlagensatz der EZB liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 Prozent. Die Bank of Japan hat ihren Leitzins am 18. September auf 1,25 Prozent angehoben, wirksam seit dem 24. September. Der Abstand beträgt 1,25 Prozentpunkte. Die nächsten Entscheide: EZB am 29. Oktober, Bank of Japan am 30. Oktober 2026.

Warum gilt der Yen als sichere Währung?

Japan verfügt über ein hohes Nettoauslandsvermögen. Steigt die Unsicherheit, können Absicherungsgeschäfte und der Abbau von Yen-finanzierten Positionen, etwa Carry-Trades, den Yen stützen. Eine Aufwertung in jeder Krise folgt daraus nicht.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Ein Systemtrader ist er bewusst nicht, was ihm bei der Bewertung fremder Handelsansätze einen kritischen Blick von außen erlaubt.

Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für die EUR/JPY Prognose ist Forex einer seiner Heimatmärkte. Kagels handelt Währungspaare seit Jahrzehnten und liest sie über mehrere Zeitebenen, vom 4-Stunden-Chart bis zum Jahreschart. Die Marken in dieser Prognose stammen aus seinen eigenen Charts, eingeordnet werden sie mit der Zinspolitik von EZB und Bank of Japan.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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