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Wallstreet Story Erfahrungen: David Franke und die Bilanz nach dem Neustart

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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11 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wer heute nach Wallstreet Story sucht, findet einen anderen Anbieter als noch vor einem Jahr. Die Marke von David Franke und Dominick Toelen stand jahrelang für ein gestaffeltes Kursangebot, für Signaldienste und für eine Masterclass im vierstelligen Bereich. Diese Produkte gibt es in dieser Form nicht mehr. Die Plattform wirbt inzwischen mit dem genauen Gegenteil: kostenloser Zugang, keine Signale, kein Coaching-Verkauf.

Dieser Bericht ordnet den Umbau ein und prüft nach, was davon belegbar ist. Ich schaue mir an, was aus den alten Programmen wurde, wer hinter der Marke steht, wie das Geschäftsmodell heute Geld verdient und was die öffentlich einsehbaren Handelskonten von David Franke tatsächlich zeigen. Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, abgerufen am 3. September 2026. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Wallstreet Story: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was es ist: Eine deutschsprachige Trading-Lernplattform von David Franke und Dominick Toelen, betrieben aus Dubai.
  • Neues Modell: Der Zugang zu Kursen, Live-Sessions und Community ist nach Anbieterangabe vollständig kostenlos. Signalverkauf und bezahlte Ausbildungen sind eingestellt.
  • Womit verdient wird: Über Copy Trading und die Vermittlung von Handelskonten an den Broker RoboForex. Die Höhe der Vergütung wird nicht ausgewiesen.
  • Trackrecord: Drei öffentliche Konten von David Franke bei myfxbook zeigen +1.128 Prozent, +418 Prozent und minus 99,9 Prozent. Keines ist aktuell.
  • Bewertungen: 4,3 von 5 Sternen bei 953 Trustpilot-Bewertungen, davon aber nur fünf in den letzten zwölf Monaten.
  • Kritik: Eine Recherche der WELT von 2022 dokumentierte Widersprüche bei Signalen und Werbeaussagen. Der Anbieter hat dazu Stellung genommen.

Was ist Wallstreet Story?

Wallstreet Story ist eine deutschsprachige Trading-Lernplattform mit Sitz in Dubai, die Videokurse, Live-Marktanalysen und eine Community anbietet und ihre Leistungen seit dem Umbau der Plattform kostenlos zur Verfügung stellt.

Gegründet wurde die Marke von zwei Tradern, die heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben. David Franke und Dominick Toelen traten ab 2020 zunächst über Instagram und einen Podcast in Erscheinung. Daraus wuchs ein Angebot aus Kursen, Signalgruppen und Copy Trading. Inzwischen ist ein dritter Name dazugekommen: Stefan Miguels führt die Community seit 2024 als Partner.

Die Selbstbeschreibung hat sich dabei grundlegend geändert. Auf der Startseite steht heute der Satz „Kein teures Coaching. Kein Guru-Gerede.” In der anbietereigenen FAQ wird die Frage, ob das Angebot wirklich kostenlos sei, mit einem klaren „Ja” beantwortet, verbunden mit dem Zusatz, es gebe keine versteckten Kosten. Auf die Frage, ob es um Signale gehe, antwortet der Anbieter mit „Nein”.

Wallstreet Story Startseite mit dem Hinweis auf ein kostenloses Trading-Framework
Die Startseite im September 2026: Das Angebot wird durchgehend als kostenlos beworben.

Wer den Anbieter betreibt

Im Impressum steht seit dem Umbau eine andere Gesellschaft als früher. Als Anbieter wird die Wallstreet Story Marketing LLC genannt, Meydan Hotel 1, Meydan, Dubai, vertreten durch Dominick Toelen. Als Kontakt ist ausschließlich eine Gmail-Adresse hinterlegt. Eine Registernummer, eine Lizenznummer, eine Telefonnummer und eine Aufsichtsbehörde fehlen.

Auf der alten Kursplattform steht bis heute ein anderer Firmenname. Unter der Subdomain für die früheren Kurse findet sich eine Wartungsseite, auf der die Toelen Technologies FZE als Betreiberin genannt wird. Dort heißt es wörtlich, man sei „keine Finanzdienstleister, weder in Deutschland noch in den vereinigten arabischen Emiraten”, und die Abschlussvermittlung werde von RoboForex Ltd. vorgenommen. Für Leser ist das die praktisch wichtigste Angabe des ganzen Impressums, weil sie sagt, wer im Streitfall Vertragspartner ist.

Eine dritte Adresse taucht bei Trustpilot auf. Das dortige Unternehmensprofil nennt als Kontakt „Technohub 1, Dubai Silicon Oasis” sowie eine GMX-Adresse und eine Telefonnummer mit der Vorwahl der Emirate. Drei Quellen, drei unterschiedliche Kontaktangaben. Das ist kein Vorwurf, aber es zeigt, dass die Angaben zum Unternehmen nicht aus einer Hand gepflegt werden.

Vom Kursverkauf zur Gratis-Plattform: was sich geändert hat

Wer eine ältere Beschreibung von Wallstreet Story liest, findet ein Angebot vor, das es nicht mehr gibt. Bis vor Kurzem bestand das Portfolio aus einer Trading Academy, einer erweiterten Academy Plus, einer Masterclass, einer eigenen DAX- und Index-Ausbildung, einem Mentoring-Abo sowie kostenpflichtigen Signalgruppen für Forex und Krypto. Alle diese Produkte waren einzeln bepreist.

Heute steht an ihrer Stelle eine einzige, kostenlose Plattform. Die neue Website ist technisch komplett neu gebaut und führt nur noch drei Bereiche: Live-Marktanalyse, strukturierte Videokurse und Community. Es gibt keine Preisliste, keinen Warenkorb und keine Produktseiten mehr. Im Fußbereich findet sich stattdessen ein Eintrag mit der Bezeichnung Legacy Login, also ein Zugang für Altkunden.

Die alte Kursumgebung existiert noch, ist aber abgeschaltet. Die frühere Subdomain leitet auf eine Seite mit der Überschrift „Wartungsarbeiten” weiter, versehen mit dem Hinweis „Hier entsteht was neues”. Wer dort ein bezahltes Produkt gebucht hatte, findet also weder das Produkt noch eine Erklärung, was daraus wird.

Wallstreet Story Webseite in der Fassung vor dem Umbau der Plattform
Zeitdokument: So sah die Website im Frühjahr 2025 aus, als das Angebot noch aus bezahlten Kursen und Signalen bestand.

Für Interessenten ist dieser Wechsel zunächst eine gute Nachricht. Wer eine ältere Quelle liest und dort einen Preis im vierstelligen Bereich findet, verwirft das Angebot womöglich aus einem Grund, der nicht mehr besteht. Die Einstiegshürde liegt heute bei null. Die eigentliche Frage verschiebt sich damit aber nur: Sie lautet nicht mehr „Was kostet es?”, sondern „Wer bezahlt das Ganze?“.

Was kostet Wallstreet Story heute?

Nach Angaben des Anbieters ist der Zugang zu Plattform, Kursen, Live-Sessions, Community und Tools kostenlos, es fallen keine Gebühren und keine Abo-Kosten an.

Diese Aussage steht wörtlich in der anbietereigenen FAQ und wird auf der Startseite mehrfach wiederholt. Eine Preisseite existiert nicht mehr. Wir konnten auf der aktuellen Website keine bezahlpflichtige Stufe finden, weder als Abo noch als Einmalkauf.

Zum Vergleich die früheren Preise, die bis zum Umbau galten. Sie sind heute nicht mehr buchbar und dienen nur der Einordnung, wie stark sich das Modell verändert hat:

Früheres ProduktDamaliger PreisStatus heute
Trading Academy99 €Nicht mehr einzeln buchbar
Trading Academy Plus499 € nettoNicht mehr einzeln buchbar
DAX- und Index-Ausbildung2.999 €Nicht mehr buchbar
Trading Masterclass7.000 €Nicht mehr buchbar
Forex- oder Krypto-Signale49 € im MonatSignalverkauf eingestellt
Mentoring mit Community500 € einmalig, dann 500 € im MonatNicht mehr öffentlich angeboten

Ein Hinweis zu den alten Zahlen selbst. Der frühere Bestand dieses Artikels nannte für das Mentoring an einer Stelle 500 € im Monat und in der FAQ 250 € im Monat. Welche der beiden Angaben zuletzt galt, ließ sich nach der Abschaltung der Kursplattform nicht mehr klären. Die WELT nannte in ihrer Recherche für die Masterclass im Jahr 2022 einen Preis von zunächst rund 3.000 € und später 6.000 €. Preise dieser Größenordnung waren bei diesem Anbieter also über Jahre in Bewegung.

Kostenlos heißt nicht kostenfrei im wirtschaftlichen Sinn. Wer das Angebot ernsthaft nutzen will, landet beim Copy Trading und damit bei einem Handelskonto. Was das bedeutet, steht weiter unten im Abschnitt zum Geschäftsmodell. Wer die Kostenfrage bei Ausbildungsanbietern grundsätzlich einordnen möchte, findet in unserem Überblick zu Trading-Kursen die üblichen Preisspannen am Markt.

Wer hinter Wallstreet Story steht

Die Plattform stellt drei Personen als Team vor. Dominick Toelen ist Mitgründer und beschreibt seinen Schwerpunkt als mittel- bis langfristiges Swing Trading. David Franke ist ebenfalls Mitgründer und nennt als Fokus das Scalping, also den Handel mit sehr kurzer Haltedauer. Stefan Miguels kam als Partner und Mentoring-Verantwortlicher dazu und arbeitet nach eigener Beschreibung mit Liquiditäts- und Orderflow-Ansätzen.

Bei der Berufserfahrung widersprechen sich die eigenen Angaben. Die Website nennt für beide Gründer „über 10 Jahre”. Das Instagram-Profil der Marke wirbt mit „Über 16 Jahre Erfahrung”. Im öffentlichen myfxbook-Profil von David Franke steht dagegen „More than 5 years experience”. Drei Quellen des gleichen Anbieters, drei verschiedene Zahlen. Das ist für sich genommen kein schwerer Mangel, aber es zeigt, wie belastbar solche Angaben allgemein sind.

Der YouTube-Kanal läuft heute unter einem anderen Namen. Der frühere Kanal „WS TV” ist unter seinem alten Kürzel nicht mehr erreichbar. Die Videos liegen jetzt auf einem Kanal, der schlicht David Franke heißt und aktuell rund 6.900 Abonnenten bei 67 Videos zählt. Das erklärt auch, warum viele Suchanfragen inzwischen auf den Personennamen laufen und nicht mehr auf die Marke.

Die öffentlichen Handelskonten von David Franke

Bei Ausbildungsanbietern ist ein nachprüfbarer Trackrecord die Ausnahme. Hier gibt es einen. David Franke führt auf der Analyseplattform myfxbook drei öffentlich einsehbare Konten. Alle drei laufen über den Broker RoboForex und sind als Echtgeldkonten gekennzeichnet. Wir haben sie am 3. September 2026 abgerufen.

Wallstreet Story Copy Trading: drei oeffentliche Handelskonten von David Franke bei myfxbook
Die drei öffentlichen Konten mit Gewinn und maximalem Rückgang, abgerufen am 3. September 2026.
KontoErgebnisGrößter RückgangLetzter Stand
DAX Copy Trading Wallstreet Story+1.128,20 %31,10 %19.03.2024
High Risk Davidfranke93+417,67 %57,74 %26.08.2022
Bot Copy Trading Wallstreet Story−99,90 %99,94 %10.11.2022

Das DAX-Konto ist der stärkste Beleg, den der Anbieter vorzuweisen hat. Über 5.183 Trades zwischen November 2021 und März 2024 steht dort ein Zuwachs von 1.128 Prozent bei einem größten zwischenzeitlichen Rückgang von 31 Prozent. Der Profitfaktor liegt bei 1,39. Der Profitfaktor setzt alle Gewinne ins Verhältnis zu allen Verlusten, ein Wert über 1 bedeutet unter dem Strich ein Plus. Das ist ein realer, über Jahre gelaufener Trackrecord und nicht nur eine Marketingzahl.

Das dritte Konto zeigt das genaue Gegenteil, und es trägt denselben Markennamen. Das Konto „Bot Copy Trading Wallstreet Story” steht bei minus 99,90 Prozent, bei einem zwischenzeitlichen Rückgang von 99,94 Prozent. Es wurde über 10.174 Trades gehandelt, der Profitfaktor liegt bei 0,87. Ein einzelner Monat, der August 2022, kostete allein 101,79 Prozent. Das Konto war damit praktisch aufgebraucht.

Warum 74 Prozent Trefferquote nicht vor Verlust schützen

Der lehrreichste Wert dieses Kontos ist nicht das Minus, sondern die Trefferquote. Bei dem Konto mit minus 99,90 Prozent wurden 74 Prozent der Käufe und ebenfalls 74 Prozent der Verkäufe im Gewinn geschlossen. Drei von vier Trades gingen also auf. Trotzdem stand am Ende ein fast vollständiger Verlust.

Die Erklärung steht in zwei Zeilen derselben Statistik. Der durchschnittliche Gewinn lag bei 11,18 Pips, der durchschnittliche Verlust bei 40,39 Pips. Ein Pip ist die kleinste übliche Kursbewegung im Devisenhandel. Jeder Verlust war also rund viermal so groß wie ein Gewinn. Bei diesem Verhältnis reicht eine Trefferquote von 74 Prozent rechnerisch nicht aus, um im Plus zu bleiben.

Genau darin liegt der wichtigste Hinweis für jeden, der über Copy Trading nachdenkt. Eine hohe Trefferquote ist das am leichtesten zu bewerbende und das am wenigsten aussagekräftige Merkmal einer Strategie. Aussagekräftig sind das Verhältnis von durchschnittlichem Gewinn zu durchschnittlichem Verlust, der größte zwischenzeitliche Rückgang und der Profitfaktor. Wie man diese Größen selbst nachrechnet, steht in unserem Beitrag zum Trading-Journal.

Was die Zahlen nicht hergeben

Alle drei Konten sind veraltet. Das jüngste wurde zuletzt im März 2024 aktualisiert, die beiden anderen stammen aus dem Jahr 2022. Über die Ergebnisse der letzten anderthalb Jahre sagen sie nichts. Beim DAX-Konto waren die letzten drei erfassten Monate zudem negativ.

Die aktuell beworbene Zahl lässt sich damit nicht abgleichen. Auf der Website steht, David Franke habe im öffentlichen Copy Trading „innerhalb eines Jahres über 1’600% Rendite für mehr als 18’200 Investoren bei rund 72 Mio. USD AUM” erzielt. Ein Beleg oder ein Link zu dieser Zahl fehlt. In den drei öffentlichen myfxbook-Konten findet sie keine Entsprechung. Das heißt nicht, dass sie falsch ist, denn sie kann sich auf ein separates Konto beim Broker beziehen. Überprüfbar ist sie in dieser Form aber nicht.

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Copy Trading über RoboForex: so verdient der Anbieter

Wenn eine Lernplattform nichts kostet, lohnt der Blick darauf, woher das Geld kommt. Bei Wallstreet Story führt dieser Blick zum Copy Trading. Dabei wird ein eigenes Handelskonto mit dem Konto eines anderen Traders verbunden, dessen Positionen dann automatisch mitlaufen. Die Abwicklung übernimmt nach Angabe des Anbieters RoboForex Ltd.

Damit ist das Geschäftsmodell ein Vermittlungsmodell. Wer über den Anbieter ein Konto eröffnet, sorgt dafür, dass dieser am Handel beteiligt wird, üblicherweise über einen Anteil an Spreads und Kommissionen. Der Spread ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, also der Preis, den jeder Trade ohnehin kostet. Der Nutzer zahlt in diesem Modell nicht per Rechnung, sondern über seine Handelskosten.

Das ist am Markt üblich und für sich genommen kein Mangel. Es hat für den Nutzer aber drei konkrete Folgen, die selten ausgesprochen werden. Erstens ist seine Brokerwahl faktisch vorgegeben, wenn er das Angebot voll nutzen will. Zweitens steht die Höhe der Vergütung nirgends. Drittens fällt sie unabhängig davon an, ob der Nutzer gewinnt oder verliert. Wer ohnehin bei diesem Broker handeln wollte, bekommt die Inhalte geschenkt. Wer einen anderen Broker bevorzugt, sollte seine Kontowahl nicht an einer Gratisleistung ausrichten.

Zur früheren Erfolgsangabe beim Copy Trading gibt es einen Widerspruch. Ältere Darstellungen nannten eine Quote von 94 Prozent der Positionen, die ihr Ziel erreichen, sowie eine Gewinnbeteiligung von 30 Prozent für den Anbieter. Die aktuelle Website nennt weder die eine noch die andere Zahl. Wer Konditionen dieser Art vergleichen möchte, findet die Grundlagen in unserem Beitrag zu CopyFX und im RoboForex Erfahrungsbericht.

Wallstreet Story Copytrading in der Darstellung auf der früheren Webseite
Zeitdokument: die Copy-Trading-Darstellung auf der alten Website, Stand Frühjahr 2025.

Wallstreet Story Login: wohin Alt- und Neukunden müssen

Nach dem Umbau gibt es zwei getrennte Zugänge, und das sorgt für die häufigste Verwechslung. Der reguläre Login läuft über die Hauptdomain. Wer sich dort neu registriert, bekommt den Zugang zur kostenlosen Plattform. Der Anbieter verschickt dabei nach eigener Angabe einen Anmeldelink per E-Mail, es wird also kein klassisches Passwort vergeben.

Für Altkunden existiert ein zweiter Weg. Im Fußbereich der neuen Seite steht ein Eintrag mit der Bezeichnung Legacy Login. Er führt zur früheren Kursumgebung. Die alte Adresse der Kursplattform selbst ist dagegen nicht mehr nutzbar, sie leitet auf eine Wartungsseite weiter. Wer also einen alten Lesezeichen-Link verwendet, landet im Leeren und nicht bei seinen gekauften Inhalten.

Wallstreet Story Mitgliederbereich mit den Videolektionen in der früheren Fassung
Zeitdokument: der Mitgliederbereich der alten Kursplattform, Stand Frühjahr 2025.

Was aus Academy, Masterclass und DAX-Ausbildung wurde

Diese drei Produktnamen werden weiterhin häufig gesucht, obwohl es sie nicht mehr gibt. Wer nach ihnen sucht, findet Beschreibungen, Preise und Empfehlungen aus der Zeit vor dem Umbau. Deshalb hier der Stand, so weit er sich belegen lässt.

Die Trading Academy und die Academy Plus waren die beiden Einstiegsprogramme mit Videomodulen zu Grundlagen, Strategien und Risikomanagement. Ihre Inhalte sind nach Anbieterdarstellung in die kostenlosen Videokurse der neuen Plattform übergegangen. Als eigenständig buchbare Produkte existieren sie nicht mehr.

Die Trading Masterclass war das teuerste Angebot des Hauses. Sie wurde zuletzt mit rund 350 Stunden Videomaterial und etwa 100 Lektionen beschrieben. Eine Produktseite dazu gibt es nicht mehr, und die neue Plattform grenzt sich mit dem Satz „Kein Verkaufsdruck, kein Guru-Modell und kein einmaliger Kurs” ausdrücklich von diesem Format ab.

Die DAX- und Index-Ausbildung ist ebenfalls verschwunden. Sie richtete sich an Trader von Indizes wie dem DAX 40 und enthielt eine eigene Live-Trading-Gruppe. Wer heute eine strukturierte Ausbildung in diesem Bereich sucht, findet in unserem Vergleich der Trading-Ausbildung die Anbieter mit offen ausgewiesenen Lehrplänen.

Die Signalgruppen sind der klarste Fall. Der Anbieter beantwortet die Frage „Geht es bei Wallstreet Story um Signale?” heute selbst mit „Nein” und begründet das damit, dass Verstehen vor Kopieren komme. Kostenpflichtige Trading-Signale für Forex und Krypto werden nicht mehr verkauft.

Wallstreet Story Trading-Signale in der früheren Darstellung über Telegram
Zeitdokument: der frühere Signaldienst. Dieses Angebot wird nach Anbieterangabe nicht mehr verkauft.
Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden
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Ist Wallstreet Story seriös?

Wallstreet Story ist kein Finanzdienstleister und untersteht keiner Finanzaufsicht, sondern tritt als Bildungs- und Vermittlungsangebot mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.

Das schreibt der Anbieter selbst, und zwar deutlich. Auf der Seite der alten Kursplattform steht wörtlich, man sei „keine Finanzdienstleister, weder in Deutschland noch in den vereinigten arabischen Emiraten”, man liefere „zu keiner Zeit Anlageempfehlungen, Finanzportfolioverwaltung oder Anlagevermittlung”. Für Nutzer heißt das: Es gibt keine BaFin und keine vergleichbare Stelle, an die man sich im Streitfall wenden kann. Bei Trading-Ausbildern ist das der Normalfall und kein Vorwurf, es sollte aber bekannt sein.

Die rechtliche Position ist dadurch schwächer als bei einem deutschen Anbieter. Es gibt keinen deutschen Handelsregistereintrag, keine benannte natürliche Person außer dem Geschäftsführer, keine Telefonnummer im Impressum und als einzigen Kontaktweg eine kostenlose E-Mail-Adresse. Ein Sitz außerhalb der EU ist für sich genommen kein Betrugsindiz, er verändert aber, wie gut sich Ansprüche durchsetzen lassen.

Die Recherche der WELT von 2022

Der Anbieter war Gegenstand einer ausführlichen Presserecherche. Die WELT veröffentlichte am 24. November 2022 in der Reihe „Die Netz-Checkerin” einen Beitrag von Judith Henke unter dem Titel „Außen Wallstreet, innen Dubai“. Die Redaktion sprach nach eigener Angabe mit vier früheren Kunden. Der Text ist inzwischen fast vier Jahre alt und beschreibt das damalige Signal- und Kursmodell, nicht die heutige Plattform.

Der zentrale Kritikpunkt betraf die Signale. Sie nannten Einstieg, Stop-Loss und Kursziel, aber weder Positionsgröße noch Hebel. Eine Kundin verlor nach eigener Darstellung rund 2.000 €. Ein anderer Kunde stellte die Krypto-Signale über fünf Monate auf dem Papier nach und kam bei einem angenommenen Startkapital von $10.000 und zwei Prozent Einsatz je Position auf ein Minus von über $2.000.

Dominick Toelen hat der Redaktion ausführlich geantwortet. Er bestätigte, dass bewusst keine Hebel und Positionsgrößen vorgegeben würden, weil diese von der Situation des Einzelnen abhingen, und betonte, Anfängern werde der Handel nach Signalen ohnehin nicht empfohlen. Zu den damaligen Werbeaussagen wie „maximale Profite” sagte er wörtlich: „Wir müssen eingestehen: Das ist nicht mehr zeitgemäß und passt auch nicht mehr zu unserem Image.” Verlustmonate gehörten zum Geschäft, fünf Monate seien kein repräsentativer Zeitraum.

Die Recherche führte außerdem Werbung für zwei Krypto-Angebote auf. Wallstreet Story hatte demnach für die später insolvente Börse FTX geworben und den Coin PLC Ultima empfohlen. Toelen erklärte dazu, man empfehle beides seit geraumer Zeit nicht mehr und stehe ähnlichen Systemen inzwischen ablehnend gegenüber.

Ein weiterer Teil des Beitrags betrifft Aussagen in sozialen Medien. Die Autorin ordnete mehrere Instagram-Beiträge Toelens im Zusammenhang mit der FTX-Insolvenz kritisch ein, darunter einen Beitrag zur Herkunft des FTX-Gründers und die Nennung bekannter Namen als angebliche Strippenzieher. Die Redaktion stellte dazu einen antisemitischen Deutungsrahmen in den Raum. Toelen widersprach dieser Auslegung ausdrücklich und erklärte, es sei ihm um Entscheidungsträger aus Elite-Universitäten gegangen. Wir geben diesen Punkt wieder, weil er Teil der veröffentlichten Recherche ist, und übernehmen die Bewertung nicht als eigene.

Was davon heute noch trägt, muss jeder selbst gewichten. Das kritisierte Signalgeschäft gibt es nicht mehr, die beanstandeten Werbeformulierungen sind von der neuen Seite verschwunden. Der Beitrag bleibt trotzdem relevant, weil er dokumentiert, wie der Anbieter in einer früheren Phase aufgetreten ist und wie er auf Kritik reagiert hat.

Erfahrungen und Bewertungen bei Trustpilot

Die Bewertungsbasis ist groß, aber sie steht praktisch still. Bei Trustpilot kommt Wallstreet Story auf 4,3 von 5 Sternen aus 953 Bewertungen. Davon entfielen jedoch nur fünf Bewertungen auf die letzten zwölf Monate. Die Masse der Stimmen stammt aus den Jahren 2021 bis 2023, also aus der Zeit des alten Geschäftsmodells.

Trustpilot ordnet den eigenen Wert dabei selbst ein. Auf dem Profil steht der Hinweis „Keine aktuellen Aufzeichnungen über Bewertungseinladungen” mit dem Zusatz, das Unternehmen habe Kunden zuletzt nicht zur Bewertung eingeladen, weshalb die Bewertungen „möglicherweise nicht repräsentativ” seien. Das ist die Einschätzung der Plattform, nicht unsere.

Die Verteilung ist deutlich zweigeteilt. 94 Prozent der Bewertungen vergeben fünf Sterne, 4 Prozent vergeben einen Stern. Die mittleren Stufen sind fast leer. Ein solches Bild entsteht typischerweise dann, wenn zufriedene Kursteilnehmer und enttäuschte Nutzer nebeneinander bewerten, ohne dass es viel dazwischen gibt.

Ein hoher Schnitt bei einem Ausbildungsanbieter misst außerdem etwas anderes, als viele annehmen. Bewertet werden Kursaufbau, Betreuung und Community. Über den Handelserfolg der Teilnehmer sagt der Wert nichts. Diese Verwechslung ist bei Trading-Ausbildungen die häufigste, und sie wird von Anbietern gern in Kauf genommen.

Wallstreet Story bei Trustpilot mit dem Bewertungsstand aus dem Frühjahr 2025
Verlaufsbeleg: Im Frühjahr 2025 standen dort 4,4 Sterne bei über 940 Bewertungen, heute sind es 4,3 bei 953.

Vor- und Nachteile von Wallstreet Story im Schnellcheck

Bevor es zum Fazit geht, hier die wichtigsten Stärken und Schwächen des Angebots in seiner heutigen Form:

Vorteile

  • Zugang zu Kursen, Live-Sessions und Community ist nach Anbieterangabe kostenlos
  • Kein Verkaufsgespräch und keine Hochpreis-Programme mehr im Angebot
  • Drei Handelskonten von David Franke sind öffentlich einsehbar, ein seltener Grad an Offenheit
  • Das DAX-Konto zeigt über 5.183 Trades einen Profitfaktor von 1,39 bei 31 Prozent Rückgang
  • Täglicher Live-Betrieb mit Marktanalysen statt reiner Videobibliothek
  • Deutschsprachig, mit aktivem Podcast und regelmäßigen YouTube-Inhalten

Nachteile

  • Keine Finanzaufsicht, kein deutscher Handelsregistereintrag, Sitz in Dubai
  • Impressum ohne Registernummer und Telefonnummer, Kontakt nur über eine Gmail-Adresse
  • Drei verschiedene Kontaktadressen in Impressum, Altseite und Trustpilot-Profil
  • Die beworbene Rendite von über 1.600 Prozent ist ohne Beleg und nicht nachprüfbar
  • Alle öffentlichen Handelskonten sind veraltet, das jüngste endet im März 2024
  • Ein öffentliches Konto unter dem Markennamen steht bei minus 99,90 Prozent
  • Nur fünf Trustpilot-Bewertungen in zwölf Monaten, Plattform stuft sie als möglicherweise nicht repräsentativ ein
  • Wer das Angebot voll nutzen will, bindet sich faktisch an einen bestimmten Broker
  • Bezahlte Altprodukte wurden ohne öffentliche Erklärung eingestellt
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Fazit: ein neues Modell mit alten offenen Fragen

Der Umbau hat das Angebot für Einsteiger deutlich zugänglicher gemacht. Wer früher vor einer Masterclass im vierstelligen Bereich stand, bekommt heute Kursinhalte, Live-Sessions und eine Community ohne Rechnung. Der Wegfall des Signalverkaufs ist dabei die inhaltlich wichtigste Änderung, denn genau daran hatte sich die frühere Kritik entzündet. Dass der Anbieter selbst schreibt, Verstehen komme vor Kopieren, ist ein Fortschritt gegenüber den früheren Werbeversprechen.

Bezahlt wird trotzdem, nur an anderer Stelle. Das Modell finanziert sich über die Vermittlung von Handelskonten. Das ist zulässig und verbreitet, es bedeutet aber, dass der Nutzer über seine Handelskosten zahlt und dass diese Kosten unabhängig vom eigenen Ergebnis anfallen. Wer ohnehin bei dem genannten Broker handeln wollte, fährt gut. Wer seine Brokerwahl nur wegen der Gratisinhalte trifft, sollte zweimal rechnen.

Die belastbarste Information dieses Berichts steht in den öffentlichen Konten. Ein Konto mit 74 Prozent Trefferquote und trotzdem fast vollständigem Verlust ist das ehrlichste Anschauungsmaterial, das man zu diesem Thema finden kann. Es zeigt, dass die am lautesten beworbene Kennzahl die am wenigsten aussagekräftige ist. Dass daneben ein Konto mit gut 1.100 Prozent Zuwachs steht, gehört zum selben Bild. Beide Konten sind seit über anderthalb Jahren nicht mehr aktualisiert worden.

Für wen sich ein Blick lohnt und für wen nicht. Wer kostenlose Inhalte mitnehmen und selbst entscheiden will, was er davon verwendet, riskiert nichts außer seiner Zeit. Wer dagegen eine regulierte Ausbildung mit nachprüfbarem Abschluss, einem deutschen Vertragspartner oder einem laufend aktualisierten Trackrecord sucht, wird hier nicht fündig. Und wer über Copy Trading nachdenkt, sollte die Zahlen oben nicht als Werbung lesen, sondern als Beleg dafür, wie weit Ergebnisse auseinanderliegen können.

Häufige Fragen zu Wallstreet Story

Ist Wallstreet Story wirklich komplett kostenlos?

Der Anbieter beantwortet diese Frage in seiner eigenen FAQ mit Ja und nennt Plattform, Kurse, Live-Sessions, Community und Tools ausdrücklich als kostenfrei. Eine Preisseite existiert nicht mehr. Verdient wird stattdessen über die Vermittlung von Handelskonten an einen Broker. Der Nutzer zahlt also nicht per Rechnung, sondern indirekt über seine Handelskosten.

Gibt es die Masterclass und die Signalgruppen noch?

Nein. Die früheren Produkte Trading Academy, Academy Plus, Masterclass, DAX- und Index-Ausbildung sowie die kostenpflichtigen Signalgruppen werden nicht mehr angeboten. Der Anbieter beantwortet die Frage nach Signalen heute selbst mit Nein. Die alte Kursplattform ist über eine Wartungsseite abgeschaltet.

Wie komme ich in den Mitgliederbereich?

Es gibt zwei getrennte Zugänge. Neue Nutzer registrieren sich über die Hauptseite und erhalten einen Anmeldelink per E-Mail, ein klassisches Passwort wird nicht vergeben. Frühere Käufer finden im Fußbereich der Seite einen Eintrag mit der Bezeichnung Legacy Login. Die alte Kursadresse selbst funktioniert nicht mehr.

Wer sind David Franke und Dominick Toelen?

Beide sind Mitgründer von Wallstreet Story und leben in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dominick Toelen nennt als Schwerpunkt das Swing Trading und ist im Impressum als Vertreter der Betreibergesellschaft eingetragen. David Franke handelt nach eigener Angabe im Scalping-Stil und führt drei öffentlich einsehbare Handelskonten. Als dritter Partner führt Stefan Miguels seit 2024 die Community.

Wie aktuell sind die veröffentlichten Handelsergebnisse?

Sie sind es nicht. Die drei öffentlichen Konten bei myfxbook wurden zuletzt im März 2024 beziehungsweise 2022 aktualisiert. Sie zeigen Ergebnisse von plus 1.128 Prozent, plus 418 Prozent und minus 99,90 Prozent. Die auf der Website beworbene Rendite von über 1.600 Prozent ist dort nicht belegt und lässt sich von außen nicht nachprüfen.

Welche Risiken hat das Copy Trading bei diesem Anbieter?

Beim Copy Trading laufen fremde Positionen automatisch auf dem eigenen Konto mit, das Verlustrisiko trägt vollständig der Anleger. Hinzu kommen zwei Punkte, die speziell hier gelten: Die Brokerwahl ist faktisch vorgegeben, und die Höhe der Vergütung des Vermittlers wird nicht ausgewiesen. Das öffentliche Konto mit minus 99,90 Prozent zeigt, wie weit die Ergebnisse auseinanderliegen können.

Kann ich mich bei Problemen an eine Aufsichtsbehörde wenden?

Nein. Der Anbieter erklärt selbst, er sei kein Finanzdienstleister, weder in Deutschland noch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, und erbringe keine Anlageberatung oder Anlagevermittlung. Es gibt damit keine BaFin-Zuständigkeit. Ein deutscher Handelsregistereintrag fehlt ebenfalls, im Impressum steht eine Gesellschaft mit Sitz in Dubai.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Seit 1998 gibt er sein Wissen in Seminaren und Einzelschulungen an Trader weiter.

Wallstreet Story bewertet Karsten von außen: als Trader, der Ausbildungsanbieter und Copy-Trading-Modelle seit Jahrzehnten kommen und gehen sieht. Sein Maßstab ist nicht das Marketing, sondern die Frage, ob Ergebnisse nachprüfbar sind, wer im Streitfall haftet und was ein Angebot den Nutzer am Ende wirklich kostet.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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