Willem Weise hat sich in den vergangenen Jahren eine der größten deutschsprachigen Trading-Communitys auf Social Media aufgebaut. Auf Instagram folgen ihm rund 23.900 Menschen, auf YouTube sind es 12.900 Abonnenten, auf TikTok noch einmal 18.200. Wer über einen dieser Kanäle stolpert, landet früher oder später bei seiner kostenpflichtigen Ausbildung PrimeTradingFX.
Dieser Bericht beruht nicht auf einem eigenen Kursdurchlauf. Er stützt sich auf die öffentlich zugänglichen Angebotsseiten, das Impressum, den kostenlosen Einstiegskurs, die Bewertungen bei Trustpilot sowie auf Weises eigene Kanäle. Alle Zahlen sind am 25. Juli 2026 geprüft. Wo etwas nur eine Behauptung des Anbieters ist, steht das ausdrücklich dabei.
Eine Sache gehört vorweg gesagt: Kagels Trading bildet selbst Trader aus. PrimeTradingFX ist damit ein Wettbewerber. Wir verdienen an diesem Artikel nichts, es gibt keine Partnerschaft und keine Provision. Genau deshalb bekommst du hier die Zahlen mit Quelle und Datum, damit du sie selbst nachprüfen kannst. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
PrimeTradingFX: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Ein Mann, ein Markt: PrimeTradingFX wird von Willem Weise allein geführt. Weitere Trainer treten nicht auf. Gehandelt und unterrichtet wird fast ausschließlich GBP/JPY.
- Die Methode heißt TrendFlow: ein regelgestützter Trendfolge-Ansatz mit eigenem Indikator, den Weise nach eigener Angabe selbst entwickelt hat.
- Drei Preisstufen: 49 € monatlich kündbar, 199 € und 499 € jeweils mit 6 Monaten Mindestlaufzeit. Dazu ein kostenloser Einstiegskurs.
- Die Bewertungslage ist dünn: 4,7 von 5 bei Trustpilot, aber nur 31 Bewertungen (Stand 25.07.2026). Trustpilot vermerkt, dass das Unternehmen zuletzt keine Bewertungen aktiv eingeholt hat.
- Die größte Schwachstelle: Das Impressum nennt keinen Geschäftsführer, und die Angaben zu Weises Erfahrungsdauer widersprechen sich je nach Quelle zwischen 8 und über 10 Jahren.
Was ist PrimeTradingFX?
PrimeTradingFX ist eine kostenpflichtige Trading-Ausbildung der Prime Trading Capital GmbH aus der Schweiz, die Willem Weise als Gründer und alleiniger Trainer führt.
Das Angebot besteht aus drei Bausteinen: einem Online-Kurs mit aufeinander aufbauenden Lektionen, einer Community auf Discord und Live-Sessions, in denen Weise vor laufender Kamera handelt und den Markt bespricht. Verkauft wird das als monatliche Mitgliedschaft in drei Stufen. Einen einmaligen Kaufpreis gibt es nicht.
Auffällig ist die Verengung auf einen einzigen Markt. Während die meisten Ausbildungen ein breites Spektrum abdecken, dreht sich bei PrimeTradingFX fast alles um ein Währungspaar und eine Strategie. Das ist ungewöhnlich und hat Vor- und Nachteile, auf die ich weiter unten eingehe.
Beim Namen solltest du nicht stutzen, wenn dir beides begegnet. Der Anbieter tritt inzwischen überwiegend als Prime Trading auf. Der ältere Name PrimeTradingFX lebt vor allem noch in der Domain und in der E-Mail-Adresse weiter.
Steckbrief
| Anbieter | Prime Trading Capital GmbH |
| Sitz | Luzernerstraße 13, 6403 Küssnacht am Rigi, Schweiz |
| UID-Nummer | CHE-490.142.099 (Kanton Schwyz) |
| Geschäftsführer | im Impressum nicht genannt; laut LinkedIn-Profil Carli Willem Weise |
| Gegründet von | Willem Weise |
| Weitere Trainer | keine |
| Schwerpunkt | GBP/JPY, TrendFlow-Strategie |
| Formate | Online-Kurs, Discord-Community, Live-Sessions |
| Mitglieder | über 670 aktive Mitglieder (laut Referentenprofil bei Finance26) |
| Kostenloser Einstieg | Kurs „Trading Mastery” über Digistore24 |
| Trustpilot | 4,7 von 5 bei 31 Bewertungen (25.07.2026) |
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Wer ist Willem Weise?
Willem Weise ist Gründer, Trainer und öffentliches Gesicht von PrimeTradingFX in einer Person. Er tritt auf allen Kanälen unter dem Namen Willem Trading auf. Seine Instagram-Biografie fasst die Rolle knapp zusammen: „Daytrader. Mentor. Gründer”.
Bei der Erfahrungsdauer wird es unübersichtlich. Seine YouTube-Kanalbeschreibung spricht von neun Jahren als Daytrader. Die Website schreibt „seit über 8 Jahren im Trading aktiv, davon 4 Jahre hauptberuflich”. Sein Referentenprofil bei Finance26 nennt „über 10 Jahren Markterfahrung”. Drei Quellen, drei Zahlen. Das ist kein Beweis für irgendetwas, aber es ist der Punkt, an dem ich bei einer Vita genauer hinsehe.
Belegbar ist dagegen die öffentliche Präsenz. Der YouTube-Kanal existiert seit August 2021, hat 341 Videos veröffentlicht und 1,81 Millionen Aufrufe gesammelt. Weise stand außerdem als Referent auf der World of Trading 2025 und ist für einen Vortrag bei Finance26 angekündigt. Wer nur ein Instagram-Profil betreibt, wird nicht auf Messebühnen eingeladen.
Auf der Website steht der Satz, Weise verwalte „erfolgreich mehrere hunderttausend Euro an Kapital”. Das ist eine unbelegte Eigenangabe. Es gibt keinen testierten Kontoauszug, keine Performance-Prüfung durch Dritte und keine regulatorische Meldung, die das stützt. Bei Trading-Anbietern ist so ein Satz Standard, und er ist genauso wenig überprüfbar wie bei allen anderen.
Die Kanäle und ihre Bildsprache
Die gesamte Außenkommunikation läuft über Weises persönliche Profile, nicht über Firmenkanäle. Das ist konsequent zur Struktur des Angebots, macht die Marke aber vollständig von einer Person abhängig.
Die Titelgebung der Videos folgt einem klaren Muster. Aktuelle Beispiele: „20.164 € Trading-Profit im Januar”, „€29,000 trading profit with this strategy”, „So sieht mein Leben als Vollzeit-Trader wirklich aus (28.000 € Auszahlung)”. Dazu kommen Aufnahmen aus Monaco und der Schweiz.
Das ist Reichweiten-Marketing, keine Ausbildungskommunikation. Wer einen Kurs bewertet, sollte den Unterschied kennen: Ein Monatsergebnis sagt nichts über die Wiederholbarkeit einer Methode aus, und ein einzelner Gewinnmonat ist kein Track Record. Auch die im Artikel eingebettete Aussage einer 70-Prozent-Trefferquote gehört in diese Kategorie. Eine hohe Trefferquote allein macht keine Strategie profitabel, entscheidend ist das Zusammenspiel mit dem Chance-Risiko-Verhältnis.
TrendFlow und der Fokus auf GBP/JPY
Die TrendFlow-Strategie ist ein regelgestützter Trendfolge-Ansatz, den Willem Weise nach eigener Angabe selbst entwickelt hat und ausschließlich auf dem Währungspaar GBP/JPY anwendet.
Zur Strategie gehört ein eigener TrendFlow-Indikator, der bereits in der günstigsten Mitgliedschaft enthalten ist. In der VIP-Stufe wird ein „Lifetime Indikator Zugang” versprochen. Die genauen Regeln der Methode sind öffentlich nicht einsehbar, sie sind Teil des kostenpflichtigen Angebots.
GBP/JPY ist das Währungspaar aus Britischem Pfund und Japanischem Yen und gilt wegen seiner großen Tagesspannen als eines der schwankungsstärksten Paare im Forex-Handel.
Diese Spezialisierung ist der interessanteste Teil des ganzen Angebots. Sie hat eine echte Stärke: Wer sich jahrelang mit einem einzigen Instrument beschäftigt, kennt dessen Eigenheiten, seine Tagesrhythmen und sein Verhalten um die Londoner und Tokioter Handelszeiten besser als jemand, der zwanzig Märkte oberflächlich beobachtet. Tiefe schlägt Breite, das gilt im Forex-Handel genauso wie anderswo.
Die Kehrseite wiegt allerdings schwer. GBP/JPY zählt zu den schwankungsstärksten Paaren überhaupt. Die Tagesspannen sind groß, und das bedeutet für den Einsteiger vor allem eines: Ein falsch dimensionierter Stop kostet hier deutlich mehr als in einem ruhigen Paar. Wer die Pip-Werte nicht sauber rechnet, verbrennt Kapital, bevor die Strategie überhaupt greifen kann. Für ein Einsteiger-Instrument hätte ich ein anderes Paar gewählt.
Dazu kommt ein struktureller Punkt: Eine Methode, die auf genau einem Markt aufsetzt, steht und fällt damit, dass dieser Markt sein Verhalten beibehält. Ändert sich das Regime, etwa durch eine Zinswende in Japan, fehlt der Ausweichmarkt. Diese Abhängigkeit wird in der Außendarstellung nicht thematisiert.
Zum Angebot gehört außerdem eine Anleitung zum Handel mit Fremdkapital, also zum Prop Trading und zu den Challenges der Handelsfirmen.
Prop Trading bedeutet, dass ein Trader nicht eigenes Geld einsetzt, sondern nach einer bestandenen Prüfung mit dem Kapital einer Handelsfirma handelt und am Gewinn beteiligt wird.
Das ist ein legitimer Weg zu größerem Handelskapital, aber die Bestehensquoten solcher Prüfungen sind niedrig. Wer die Ausbildung mit dem Ziel bucht, anschließend eine Challenge zu bestehen, sollte das einkalkulieren. Wir haben die Anbieter im Prop-Trading-Vergleich und die Mechanik im Detail unter Fremdkapital im Trading aufgeschlüsselt.
Ausbildung: Aufbau und Leistungsumfang
Die Ausbildung ist als aufeinander aufbauender Lernpfad organisiert, nicht als lose Video-Sammlung. Der Einstieg läuft über einen 10-Schritt-Onlinekurs, der die Grundlagen der Analyse, die Einrichtung der Handelssoftware und den Umgang mit dem TrendFlow-Indikator abdeckt.
In der mittleren Stufe wächst der Umfang deutlich. Laut Anbieter umfasst der volle Zugang über 120 Lektionen, dazu Swing- und Scalping-Strategien sowie 14 Wissens-Quizze mit Zertifikat. Wer die Unterschiede der Handelsstile sucht: Wir erklären sie unter Swing-Trading und Scalp-Trading ausführlich.
Discord ist eine Chat-Plattform, über die PrimeTradingFX die Community, die täglichen Marktanalysen und die Live-Sessions organisiert.
Der Live-Anteil ist der eigentliche Kern des Angebots. Laut Anbieter finden zweimal wöchentlich Livetrading-Sessions statt, dazu ein wöchentlicher Q&A-Call und eine tägliche Marktanalyse zu GBP/JPY im Discord. In der VIP-Stufe kommen ein Onboarding-Call, zweiwöchentliche Performance-Gespräche und ein monatliches Mindset-Coaching hinzu.
Positiv fällt auf, dass zum Programm ein Trading-Plan und ein Journal gehören. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ohne schriftliche Dokumentation der eigenen Trades bleibt jede Ausbildung Theorie, weil die eigenen Fehler unsichtbar bleiben. Welche Werkzeuge sich dafür eignen, haben wir im Trading-Journal-Vergleich zusammengestellt.

Kostenloser Einstieg: Trading Mastery
Vor der Kaufentscheidung steht ein kostenloser Kurs namens Trading Mastery. Die Anmeldung läuft über Digistore24 als 0-Euro-Produkt, der Zugang zum Mitgliederbereich erfolgt sofort nach der Registrierung.
Inhaltlich bekommst du Grundlagen und einen Eindruck davon, wie der Anbieter Inhalte aufbereitet. Erwarte keine vollständige Strategie: Der Kurs ist ein Schaufenster, kein Ersatz für die Mitgliedschaft. Genau dafür taugt er aber gut. Du siehst die Didaktik, die Tonalität und die Struktur, bevor Geld fließt.
Zwei Dinge solltest du dabei einkalkulieren. Erstens ist ein 0-Euro-Produkt über eine Verkaufsplattform immer auch eine Adresssammlung: Du landest anschließend in einer E-Mail-Strecke. Zweitens ist das Schaufenster naturgemäß die beste Seite des Angebots. Nutze es zur Prüfung der Vermittlungsqualität, nicht als Beleg für die Wirksamkeit der Methode.
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Was PrimeTradingFX kostet
Die Preise sind monatlich und ohne Einmalzahlung kalkuliert. Der Unterschied zwischen den drei Stufen liegt weniger im Kursmaterial als in der Intensität der Betreuung.
Eine Mindestlaufzeit verpflichtet zur Zahlung über den vereinbarten Zeitraum, auch wenn das Angebot vorher nicht mehr genutzt wird.
Das ist der Punkt, den du vor dem Klick verstanden haben solltest. Die Basis-Stufe ist monatlich kündbar und damit risikoarm. Bei Pro und VIP bindest du dich für sechs Monate. Hochgerechnet sind das 1.194 € beziehungsweise 2.994 €, die fällig werden, auch wenn du nach vier Wochen merkst, dass die Methode nicht zu dir passt.
Im Marktvergleich liegt die Pro-Stufe im mittleren Bereich deutschsprachiger Ausbildungen. Die VIP-Stufe ist mit knapp 3.000 € für ein halbes Jahr ambitioniert bepreist, gemessen daran, dass die Betreuung von einer einzelnen Person geleistet wird. Einordnungen zu anderen Anbietern findest du in unserer Übersicht der Trading-Ausbildungen.
| Mitgliedschaft | Was enthalten ist | Bindung | Preis pro Monat |
|---|---|---|---|
| Basis | 10-Schritt-Kurs, TrendFlow-Indikator, tägliche GBP/JPY-Analyse | monatlich kündbar | 49 € |
| Pro | über 120 Lektionen, Livetrading 2× pro Woche, Q&A, App, Journal | 6 Monate | 199 € |
| VIP | alles aus Pro, Onboarding-Call, Performance-Calls, Mindset-Coaching | 6 Monate | 499 € |
Wie seriös ist PrimeTradingFX?
An dieser Frage bleiben die meisten Interessenten hängen, und sie lässt sich besser beantworten als mit einem Bauchgefühl. Ich gehe die überprüfbaren Punkte einzeln durch: Bewertungen, Impressum und das, was der Anbieter ausdrücklich nicht ist.
Die Bewertungslage ist schmaler, als sie wirkt
Bei Trustpilot steht PrimeTradingFX am 25. Juli 2026 bei 4,7 von 5 Sternen aus 31 Bewertungen. Das ist eine gute Note, aber eine dünne Basis. Bei 31 Stimmen verschiebt eine einzelne Bewertung das Gesamtbild spürbar.
Trustpilot selbst vermerkt auf dem Profil, dass das Unternehmen zuletzt keine Bewertungen aktiv eingeholt hat und die vorhandenen Stimmen deshalb „möglicherweise nicht repräsentativ” seien. Das Profil wurde im Januar 2026 vom Unternehmen beansprucht. Auf Rezensionen antwortet der Anbieter regelmäßig.
Inhaltlich wiederholen sich die Lobpunkte. Eine Rezension nennt die Discord-Hilfsbereitschaft: „im Discord wird einem immer von allen Mitgliedern geholfen”. Ein Kunde schreibt, das Mentoring gehe „wirklich auf individuelle Schwächen ein”. Ein anderer nennt die TrendFlow-Strategie ausdrücklich positiv. Das sind glaubwürdige, konkrete Rückmeldungen, aber sie stammen erkennbar aus der aktiven Mitgliederschaft.
Ergänzend kursiert eine Testimonial-Sammlung bei FunnelCockpit, dem Software-Anbieter hinter dem Verkaufstrichter. Solche Sammlungen sind vom Anbieter kuratiert und taugen nicht als unabhängiger Beleg.
Das Impressum hat eine echte Lücke
Die Prime Trading Capital GmbH sitzt in Küssnacht am Rigi im Kanton Schwyz und weist die UID CHE-490.142.099 aus. Firma, Adresse und Steuernummer sind also nachprüfbar vorhanden.
Was fehlt, ist der Name eines Geschäftsführers. Bei einer Schweizer GmbH sind die vertretungsberechtigten Personen im Handelsregister öffentlich eingetragen, das Impressum schweigt dazu aber. Erst über das LinkedIn-Profil lässt sich Carli Willem Weise als Geschäftsführer zuordnen. Für einen Anbieter, dessen gesamte Vermarktung auf persönlichem Vertrauen aufbaut, ist das eine unnötige Lücke.
Der Firmensitz wird in Erfahrungsberichten außerdem regelmäßig falsch eingeordnet, weil die Schweiz gern mit Europa gleichgesetzt wird. Deshalb hier klar:
Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR, das EU-Verbraucherschutzrecht gilt dort nicht.
Für dich als deutschen oder österreichischen Kunden heißt das konkret: Das europäische Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen greift nicht automatisch, und im Streitfall ist die Rechtsdurchsetzung aufwendiger als bei einem Anbieter mit Sitz in der EU. Ein Schweizer Sitz ist völlig legal und kein Vorwurf. Er ist aber ein Nachteil für dich, kein Qualitätssiegel.
Was der Anbieter nicht ist
PrimeTradingFX ist eine private Ausbildung ohne staatliche Anerkennung. Die vergebenen Zertifikate für die absolvierten Quizze sind hausintern und haben keinen anerkannten Bildungswert. Es gibt keine Aufsicht durch eine Finanzbehörde, weil reine Bildungsangebote nicht erlaubnispflichtig sind.
Ebenso wenig ist Weise ein lizenzierter Vermögensverwalter. Er handelt nach eigenen Angaben eigenes Kapital und unterrichtet. Wer eine regulierte Anlageberatung sucht, ist hier grundsätzlich falsch, unabhängig von der Qualität der Inhalte.
Mein Zwischenfazit zur Seriosität
Ich sehe keine Warnsignale für unlautere Absichten. Firma, Sitz und Steuernummer sind vorhanden, die Preise stehen offen auf der Website, die Kündigungsbedingungen sind benannt, es gibt einen kostenlosen Einstieg, und der Anbieter zeigt sich unter Klarnamen auf Messebühnen. Das ist mehr Transparenz, als viele Wettbewerber bieten.
Was mich stört, ist die Lücke zwischen Marketing und Nachweis. Videotitel mit Monatsgewinnen und Aufnahmen aus Monaco erzeugen eine Erwartung, die durch keine geprüfte Performance gedeckt ist. Und drei verschiedene Angaben zur eigenen Erfahrungsdauer sind bei jemandem, der Struktur und Disziplin verkauft, ein vermeidbarer Widerspruch.
Vorteile und Grenzen im Überblick
Kein Ausbildungsangebot passt für jeden, und dieses hier besonders wenig für alle. Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was aus meiner Sicht für PrimeTradingFX spricht und wo die Grenzen liegen. Beide Listen beruhen auf den öffentlich prüfbaren Angaben, nicht auf einem eigenen Kursdurchlauf.
Das spricht dafür:
- Echte Spezialisierung: Ein Trainer, der seit Jahren fast ausschließlich GBP/JPY handelt, kennt dieses Paar tiefer als ein Generalist zwanzig Märkte.
- Hoher Live-Anteil: Zweimal wöchentlich Livetrading plus tägliche Marktanalyse ist mehr Praxiskontakt, als viele reine Videokurse bieten.
- Risikoarmer Einstieg: Der kostenlose Kurs und die monatlich kündbare Basis-Stufe erlauben eine Prüfung, bevor eine Bindung entsteht.
- Journal und Handelsplan gehören dazu: Beides ist Pflichtwerkzeug und in vielen günstigeren Angeboten schlicht nicht enthalten.
- Nachprüfbare Identität: Klarname, Schweizer Firma mit UID, Auftritte als Referent auf Branchenmessen.
Das solltest du bedenken:
- Alles hängt an einer Person: Fällt Weise aus, fällt das Angebot aus. Es gibt keinen zweiten Trainer, der einspringt.
- GBP/JPY ist kein Anfängermarkt: Die großen Tagesspannen bestrafen Fehler im Risikomanagement härter als ruhigere Paare.
- Sechs Monate Bindung bei Pro und VIP: In Summe 1.194 € oder 2.994 €, auch wenn die Methode nach vier Wochen nicht passt.
- Schmale Bewertungsbasis: 31 Stimmen, überwiegend von aktiven Mitgliedern, ohne aktive Einholung durch das Unternehmen.
- Werbliche Erfolgsdarstellung: Monatsgewinne in Videotiteln sind ein Verkaufsinstrument und kein geprüfter Track Record.
- Kein EU-Verbraucherschutz: Der Schweizer Sitz erschwert die Rechtsdurchsetzung aus dem EU-Ausland.
Für wen es sich nicht lohnt: Wenn du breit diversifiziert handeln willst, wenn du keine feste Zeit für die Live-Sessions freihalten kannst, oder wenn du eine regulierte Beratung statt einer Ausbildung suchst, ist dieses Angebot nicht das richtige.
Alternativen zu PrimeTradingFX
Wenn dich das Konzept anspricht, dir aber die Bindung an eine einzelne Person zu eng ist, lohnt der Blick auf andere Anbieter. Wir haben mehrere davon nach denselben Kriterien geprüft: Kosten, Transparenz und die Nachweisbarkeit der Angaben.
- chart.tech von Philipp Greineder: ebenfalls personenzentriert, aber mit deutlich längerem öffentlichem Track Record.
- Unger Academy: systematischer und regelbasierter Ansatz, geeignet für alle, die lieber testen als diskretionär entscheiden.
- Traivend von Kaan Aslan: vergleichbare Zielgruppe im Daytrading-Bereich.
- Übersicht der Daytrading-Ausbildungen: der direkte Vergleich mehrerer Anbieter nebeneinander.
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Fazit: solide Struktur, zu laute Erfolgswerbung
PrimeTradingFX ist besser aufgebaut, als der Social-Media-Auftritt vermuten lässt. Der Lernpfad ist durchdacht, der Live-Anteil ist hoch, und dass Journal und Handelsplan fester Bestandteil sind, spricht für ein ernst gemeintes Ausbildungskonzept. Die Spezialisierung auf ein einziges Währungspaar ist eine mutige Entscheidung, und sie ist fachlich verteidigbar.
Was mich als jemanden, der seit 1978 handelt, zurückhaltend macht, ist die Lücke zwischen Versprechen und Beleg. Monatsgewinne in Videotiteln, Aufnahmen aus Monaco und eine beworbene Trefferquote von 70 Prozent erzeugen eine Erwartungshaltung, die keine Ausbildung der Welt einlösen kann. Dazu kommen drei sich widersprechende Angaben zur Erfahrungsdauer und ein Impressum ohne Geschäftsführer.
Mein Rat ist deshalb pragmatisch statt pauschal: Nimm den kostenlosen Kurs, schau dir die Vermittlung an, und wenn sie dir liegt, buche die Basis-Stufe für 49 € monatlich. Sie ist monatlich kündbar und damit die einzige Variante ohne echtes Risiko. Die Sechs-Monats-Bindung der oberen Stufen würde ich erst eingehen, wenn ich nach zwei, drei Monaten in der Basis-Stufe überzeugt bin. Kein seriöses Angebot verliert dadurch etwas, und du gewinnst deine Entscheidungsfreiheit.
Häufige Fragen zu PrimeTradingFX
Ist PrimeTradingFX von Willem Weise seriös?
Es gibt keine Hinweise auf unlautere Absichten. Die Prime Trading Capital GmbH ist mit Sitz in Küssnacht am Rigi und der UID CHE-490.142.099 eingetragen, die Preise stehen offen auf der Website, und Weise tritt unter Klarnamen als Messereferent auf. Kritisch sind die werblichen Gewinndarstellungen in den Videotiteln und ein Impressum ohne Geschäftsführerangabe.
Was kostet die Mitgliedschaft bei PrimeTradingFX?
Die Basis-Stufe kostet 49 € pro Monat und ist monatlich kündbar. Pro liegt bei 199 € und VIP bei 499 € pro Monat, beide mit einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten. Über die volle Laufzeit summiert sich das auf 1.194 € beziehungsweise 2.994 € (Stand 25.07.2026).
Welche Strategie unterrichtet Willem Weise?
Weise unterrichtet die TrendFlow-Strategie, einen regelgestützten Trendfolge-Ansatz mit eigenem Indikator. Angewendet wird sie fast ausschließlich auf das Währungspaar GBP/JPY, das wegen seiner großen Tagesspannen als eines der schwankungsstärksten im Forex-Handel gilt.
Wie viele Bewertungen hat PrimeTradingFX wirklich?
Bei Trustpilot stehen am 25. Juli 2026 4,7 von 5 Sternen aus 31 Bewertungen. Das ist eine schmale Basis. Trustpilot vermerkt zusätzlich, dass das Unternehmen zuletzt keine Bewertungen aktiv eingeholt hat und die Stimmen deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind.
Kann man PrimeTradingFX kündigen?
Die Basis-Mitgliedschaft ist monatlich kündbar. Pro und VIP haben eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten und sind danach ebenfalls monatlich kündbar. Weil der Anbieter in der Schweiz sitzt, greift das EU-Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen nicht automatisch.
Gibt es bei PrimeTradingFX kostenlose Inhalte?
Ja. Der Einstiegskurs Trading Mastery ist kostenlos und läuft als 0-Euro-Produkt über Digistore24. Dazu veröffentlicht Weise regelmäßig freie Inhalte auf YouTube, Instagram und TikTok. Der Gratiskurs ist als Schaufenster gedacht und ersetzt die Mitgliedschaft nicht.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Zwischen 2000 und 2010 gab er Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Weil er selbst jahrelang Trader ausgebildet hat, beurteilt er Ausbildungsangebote aus der Perspektive des Lehrenden: Wie sauber ist der Lernpfad aufgebaut, wird das Risiko ehrlich benannt, und deckt sich das Marketing mit dem, was ein Kurs realistisch leisten kann. GBP/JPY gehört seit Jahrzehnten zu den Paaren, die er selbst beobachtet.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.






