Optionsscheine sind gehebelte Derivate, deren Preis von mehreren Faktoren gleichzeitig abhängt. Genau das macht sie unberechenbar: Ein Schein kann steigen, obwohl der Basiswert steht, oder fallen, obwohl du richtig lagst. Ein Optionsscheinrechner nimmt dir dieses Kopfrechnen ab und zeigt vorab, was dein Schein in einem bestimmten Szenario wert wäre.
Dieser Artikel nimmt den Optionsscheinrechner von Onvista unter die Lupe: Wo du ihn findest, was er kostet, welche Parameter er kennt und wie ein echtes Praxisbeispiel aussieht. Am Ende weißt du, ob das kostenlose Tool zu deinem Handel passt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Onvista Optionsscheinrechner: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kostenlos und ohne Anmeldung: Der Onvista Optionsscheinrechner ist gratis und läuft ohne Registrierung direkt im Browser.
- Emittenten-unabhängig: Du berechnest Scheine aller Partner-Emittenten, nicht nur die eines Anbieters. Das ist der größte Vorteil gegenüber Emittenten-Rechnern.
- Start über WKN oder ISIN: Du gibst die Kennung deines Scheins ein, und der Rechner füllt die Felder mit den aktuellen Werten.
- Bis zu fünf Szenarien parallel: Du variierst Kurs, Volatilität, Zins, Wechselkurs und Berechnungstag und siehst die Ergebnisse in Euro und Prozent.
- Ein Haken: Es gibt keinen eigenen App-Rechner. Am Handy nutzt du den mobilen Browser.
Was ist der Onvista-Optionsscheinrechner?
Der Onvista-Optionsscheinrechner ist ein kostenloses Online-Tool, mit dem du den fairen Preis und die Kennzahlen eines Optionsscheins für frei wählbare Szenarien simulierst, unabhängig vom Emittenten und nach Eingabe von WKN oder ISIN.
Ein Optionsschein ist ein Hebelprodukt, das dir das Recht verbrieft, einen Basiswert wie eine Aktie oder einen Rohstoff zu einem festen Basispreis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Wie dieses Recht bepreist wird und was Begriffe wie innerer Wert, Zeitwert oder „aus dem Geld“ bedeuten, erklären wir ausführlich im Grundlagenartikel zu Optionsscheinen. Für diesen Test reicht: Der Preis eines Scheins reagiert nicht nur auf den Kurs, sondern auch auf Restlaufzeit und Volatilität.
Ein Rechner bildet dieses Zusammenspiel ab. Statt die Formeln des Black-Scholes-Modells von Hand zu rechnen, gibst du deine Annahmen ein und liest das Ergebnis ab. Wie ein Optionsscheinrechner grundsätzlich funktioniert und welche Kennzahlen er ausgibt, zeigt unser Überblicksartikel zum Optionsscheinrechner. Hier geht es speziell um die Onvista-Variante.
Wo finde ich den Onvista-Optionsscheinrechner?
Der Rechner ist frei zugänglich, aber auf der Onvista-Seite etwas versteckt. Am schnellsten kommst du über den Direktlink zum Optionsschein-Rechner hin. Von der Onvista-Startseite aus findest du ihn im Sandwichmenü links neben „Aktuell“ unter dem Punkt „Optionsschein Rechner“ (im Bereich „Derivate-Finder“).

Kennst du die Kennung deines Scheins schon, gibst du die WKN oder ISIN direkt ein. Danach öffnet sich die Berechnungsseite, auf der du bis zu fünf Szenarien gleichzeitig anlegst.

Weißt du noch nicht, welchen Schein du willst, hilft der Derivate-Finder von Onvista. Dort filterst du nach „Optionsscheine“ und suchst passende Scheine zu deinem Basiswert. Wie du dabei systematisch vorgehst, steht im Optionsscheinfinder. Auf dem Datenblatt jedes Scheins führt ein Link weiter unten direkt in den Rechner.

Der Vorteil des Onvista-Wegs liegt im Emittenten-übergreifenden Angebot: Onvista bündelt viele Partner, du bist also nicht auf die Produkte eines einzigen Emissionshauses beschränkt.

Kosten, Anmeldung und Geräte
Der Onvista-Optionsscheinrechner kostet nichts. Du nutzt ihn ohne Registrierung und ohne Depot bei Onvista. Rufst du ihn vom Handy über den Browser auf, fallen nur die üblichen Datengebühren deines Mobilfunkvertrags an.
Einen eigenen Rechner in der App gibt es nicht. In der Onvista-App haben wir weder den Optionsscheinrechner noch eine Verlinkung dorthin gefunden, auch nicht im Google Play Store oder App Store von Apple. Am Smartphone oder Tablet rufst du den Rechner deshalb über den mobilen Browser auf, unter Android wie unter iOS. Das funktioniert, ist aber unbequemer als eine echte App-Lösung.
Am Desktop läuft der Rechner überall. Er ist eine Web-Anwendung und damit unabhängig vom Betriebssystem: Windows-PCs, Notebooks und Apple-Rechner öffnen ihn gleichermaßen im Browser. Wünschenswert wäre eine Einbindung in die bestehende Onvista-App, um Scheine auch mobil bequem durchzurechnen.

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Wie funktioniert der Onvista-Optionsscheinrechner? Die Parameter
Die Bedienung ist bewusst schlank gehalten. Nach Auswahl des Scheins trägst du deine Annahmen in die vorgesehenen Felder ein. Fünf Parameter stehen dir zur Verfügung. Die Eingaben ergeben nur Sinn, wenn du den Einfluss der impliziten Volatilität verstanden hast, also der vom Markt erwarteten Schwankungsbreite des Basiswertes.

- Kurs des Basiswertes: Hier simulierst du die Kursentwicklung von Aktie, Rohstoff oder Währung. Trag mehrere Szenarien ein, positive wie negative, um die ganze Spanne zu sehen.
- Volatilität: Die wichtigste Stellschraube. Eine steigende Volatilität kann den Scheinpreis anheben, eine fallende ihn drücken, selbst wenn der Kurs sich kaum bewegt. Genau hier lohnt es, mehrere Werte durchzuspielen.
- Zinssatz: Ein sekundärer Faktor. Der Zins verschiebt den fairen Wert nur leicht, gehört aber zur sauberen Rechnung dazu.
- Wechselkurs: Relevant, wenn dein Basiswert in Fremdwährung notiert. Das Wechselkursrisiko solltest du nicht unterschätzen.
- Berechnungstag: Das Zieldatum, bis zu dem du den Schein halten willst. Mit sinkender Restlaufzeit steigt die Gefahr des wertlosen Verfalls. Plane deshalb einen Puffer ein.
Zum Abschluss klickst du auf „Fairen Wert berechnen“. Der Rechner gibt die Preisänderung je Szenario in Euro und in Prozent aus. So siehst du auf einen Blick, welche Annahme wie stark auf deinen Schein durchschlägt.
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Der Onvista-Optionsscheinrechner im Praxistest: BASF-Beispiel
Ein Rechner ist nur so gut wie deine Vorbereitung. Bevor du rechnest, sollte die Analyse des Basiswertes stehen. Ohne eine Idee zu Richtung, Unterstützung und Widerstand rechnest du dir jedes Szenario schön.
Vor dem Rechner klärst du drei Dinge:
- Basiswert festlegen und analysieren: Richtung (Long oder Short) bestimmen und sinnvolle Marken für Stop Loss und Take Profit ableiten.
- Passenden Schein suchen: Ein Schein, der zu deiner Risikobereitschaft und deinem Zeithorizont passt.
- Szenarien vorab definieren: Welche Kurs-, Vola- und Zeitannahmen willst du testen? Lege sie fest, bevor du im Rechner sitzt.
Für diesen Test haben wir im September 2025 die BASF-Aktie durchgespielt. Im Tageschart lag eine Unterstützungszone bei rund 40 Euro und eine Widerstandszone bei etwa 53 Euro. Der Kurs notierte bei rund 43 Euro. Diese Marken merken wir uns für den Rechner.

Als Nächstes wählen wir den Schein. Geplant ist eine Haltedauer von sechs Monaten. Als Puffer suchen wir einen Schein mit rund neun Monaten Laufzeit, hier bis zum 18.06.2026. Als Richtung wählen wir Long, also einen Call auf steigende Kurse, und einen Schein, der knapp „aus dem Geld“ notiert.

Der Schein liegt leicht „aus dem Geld“. Der Kurs der BASF-Aktie steht mit 42,82 Euro unter dem Basispreis von 45 Euro. Damit besteht der Scheinpreis fast nur aus Zeitwert, die Volatilität wiegt entsprechend schwer.

Jetzt tragen wir unsere Chart-Marken ein: Take Profit bei 53 Euro, Stop Loss bei 40 Euro, als Berechnungstag ein Datum innerhalb der geplanten sechs Monate. Das erste Ergebnis sieht verlockend aus: Erreicht BASF die 53 Euro, zeigt der Rechner einen Gewinn von rund 180 Prozent.

Doch dieses Ergebnis ist zu optimistisch. Steigende Kurse gehen bei Calls meist mit fallender Volatilität einher. Ergänzen wir die Simulation um eine niedrigere Volatilität, dreht das Bild: Weil der Schein „aus dem Geld“ bleibt und fast nur aus Zeitwert besteht, drückt der Vola-Rückgang den Wert deutlich. An der Stop-Loss-Marke rutscht der Schein noch tiefer. Fazit dieses Beispiels: Der Einsatz dieses konkreten Scheins wäre im echten Depot gründlich zu überdenken. Genau dafür ist der Rechner da.

13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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Vorteile und Nachteile des Onvista-Optionsscheinrechners
Nach dem Praxistest lässt sich der Rechner klar einordnen. Er spielt seine Stärken vor allem bei der Emittenten-übergreifenden Suche aus, hat aber eine spürbare Lücke bei der mobilen Nutzung.
Vorteile:
- Riesiges Scheinuniversum: Du wertest die Scheine aller Partner-Emittenten aus, nicht nur die eines Hauses.
- Unabhängig vom Emittenten: Kein Anbieter-Filter verengt deine Auswahl. Das erleichtert den fairen Vergleich mehrerer Scheine.
- Mehrere Szenarien gleichzeitig: Bis zu fünf Simulationen eines Scheins nebeneinander, ideal für Vola- und Zeit-Vergleiche.
- Zuverlässige Berechnung: Im Test lieferte der Rechner keine Fehler und plausible Werte.
Nachteile:
- Kein App-Rechner: Weder eine eigene App noch eine Einbindung in die Onvista-App. Mobil bleibt nur der Browser-Weg.
- Kein Alleinstellungsmerkmal bei den Kennzahlen: Für tiefe Kennzahlen-Analysen bieten manche Emittenten-Rechner mehr Detailtiefe.
Alternativen zum Onvista-Optionsscheinrechner
Onvista ist nicht die einzige Option. Es gibt weitere kostenlose Rechner, etwa von SG Zertifikate, der Börse Frankfurt und Goldman Sachs. Der Haken: Viele davon rechnen nur die eigenen Produkte des jeweiligen Emittenten. Welcher Rechner welche Stärke hat und wie unser eigener Kagels-Trading-Rechner arbeitet, vergleichen wir im Überblicksartikel Optionsscheinrechner.
Wer lieber fertige Tradingideen möchte statt selbst zu screenen, findet bei Kagels Trading einen eigenen Service: Handelssignale mit Optionsscheinen und Turbozertifikaten auf Aktien aus Deutschland, Europa und weltweit. Ehrlich gesagt ist das nichts für dich, wenn du das Handwerk selbst lernen willst. Für alle, die Ideen mit klarer Struktur suchen, spart es dagegen viel Suchzeit.
Fazit: Der Onvista-Optionsscheinrechner rechnet ehrlich, wenn du ehrlich eingibst
Der Onvista-Optionsscheinrechner ist ein empfehlenswertes, kostenloses Werkzeug. Seine Stärke ist das Emittenten-übergreifende Universum: Du findest und berechnest Scheine an einem Ort, ohne Anmeldung. Für die Vorbereitung eines Optionsschein-Trades ist das eine solide Basis.
Der eigentliche Mehrwert liegt im Umgang mit der Volatilität. Das BASF-Beispiel zeigt, wie stark ein Vola-Rückgang einen scheinbar attraktiven Gewinn zusammenschmelzen lässt. Wer nur mit steigenden Kursen rechnet und die Volatilität ignoriert, betrügt sich selbst. Achte außerdem auf die Laufzeit: Sie muss zur erwarteten Bewegung des Basiswertes passen.
Kein Rechner ersetzt eine Strategie. Er schützt nicht vor Totalverlust und liefert nur so gute Ergebnisse, wie deine Annahmen realistisch sind. Genau so eingesetzt verhindert er aber die teuersten Anfängerfehler. Der einzige echte Kritikpunkt bleibt die fehlende App-Lösung.
FAQ: Onvista Optionsscheinrechner
Ist der Onvista Optionsscheinrechner kostenlos?
Ja, der Rechner ist gratis. Du nutzt ihn ohne Registrierung und ohne Depot bei Onvista, allein über den Browser. Am Handy fallen nur die üblichen Datengebühren deines Mobilfunkvertrags an.
Brauche ich für den Onvista-Rechner eine Anmeldung?
Nein, eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Optionsscheinrechner ist für alle Besucher frei zugänglich. Ein Onvista-Konto brauchst du erst, wenn du weitere Portal-Funktionen nutzen willst.
Gibt es den Onvista Optionsscheinrechner als App?
Nein, einen eigenen App-Rechner gibt es nicht. Wir haben in der Onvista-App weder den Rechner noch eine Verlinkung dorthin gefunden, auch nicht im Play Store oder App Store. Am Smartphone oder Tablet rufst du den Rechner über den mobilen Browser auf.
Welche Scheine kann ich mit dem Onvista-Rechner berechnen?
Du berechnest Scheine aller Partner-Emittenten von Onvista. Der Rechner ist nicht auf ein Emissionshaus beschränkt, egal ob der Basiswert eine Aktie, ein Rohstoff oder eine Währung ist. Das unterscheidet ihn von reinen Emittenten-Rechnern.
Welche Werte gebe ich in den Rechner ein?
Fünf Parameter stehen zur Verfügung: Kurs des Basiswertes, Volatilität, Zinssatz, Wechselkurs und Berechnungstag. Nach Eingabe der WKN oder ISIN füllt Onvista die aktuellen Werte automatisch vor, du passt danach nur noch deine Szenarien an.
Wie starte ich den Onvista Optionsscheinrechner?
Am schnellsten über den Direktlink oder die WKN-Eingabe. Gib die Kennung deines Scheins ein, dann öffnet sich die Berechnungsseite mit bis zu fünf Szenarien. Kennst du den Schein noch nicht, grenzt der Derivate-Finder von Onvista die Auswahl ein.
Über den Autor: Heiko Zeh
Heiko Zeh ist Profi-Trader und leitender Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf Hebelprodukten und der praktischen Bewertung von Optionsscheinen, Knock-Outs und Zertifikaten.
Mit über 30 Jahren Markterfahrung kennt er die Tücken gehebelter Produkte aus eigener Hand. Er hat unzählige Emissionen, Emittenten und Kursstellungen begleitet und weiß, wie stark Volatilität und Zeitwert über Erfolg und Misserfolg entscheiden.
In seinen Beiträgen legt Heiko Wert auf Disziplin und Risikomanagement. Statt Renditeversprechen vermittelt er, wie Trader Produkte realistisch einschätzen, Positionsgrößen kontrollieren und teure Anfängerfehler vermeiden. Genau diese Perspektive prägt auch diesen Test des Onvista-Optionsscheinrechners.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.





