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AUD/USD Kursprognose und technische Analyse (2026)

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2026

|

10 Min

Karsten Kagels

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Karsten Kagels

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Der australische Dollar gehört 2026 zu den stärksten Hauptwährungen. Im Januar stand AUD/USD noch bei 0,6665, am 24. August 2026 notiert das Paar bei 0,7152. Das sind rund sieben Prozent Zuwachs. Der Kurs liegt über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten und nur knapp unter dem Jahreshoch.

Diese Prognose stützt sich auf die Chartanalyse in drei Zeitebenen. Der Tageschart zeigt die kommenden Wochen, der Wochenchart den Weg bis 2028, der Monatschart den langfristigen Rahmen bis 2030. Dazu kommt eine fundamentale Besonderheit: Die Reserve Bank of Australia zahlt derzeit einen höheren Leitzins als die Fed. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

AUD/USD Prognose: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Aktueller Stand: AUD/USD notiert am 24. August 2026 bei 0,7152 und damit über 50-Tage-Linie, 200-Tage-Linie und 50-Wochen-Durchschnitt. Das Jahreshoch liegt bei 0,7277.
  • Die kurzfristige Prognose zielt auf das Jahreshoch. Über 0,7277 läuft das Paar auf den höchsten Stand seit 2022 zu. Erste Unterstützung liegt am Augusttief bei 0,6985.
  • Aus mittelfristiger Sicht ist der Aufwärtstrend intakt. Der Kurs liegt rund 270 Punkte über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei 0,6881.
  • Langfristig läuft eine Erholung aus dem Mehrjahrestief. Vom Corona-Tief bei 0,5520 hat sich das Paar deutlich gelöst, vom Hoch bei 1,0856 aus dem Februar 2012 bleibt es weit entfernt.
  • Der Zinsvorteil liegt beim Aussie: Die RBA hält 4,35 Prozent, die Fed 3,50 bis 3,75 Prozent. Diese Konstellation ist ungewöhnlich und erklärt einen Teil der Stärke.

Was ist das Währungspaar AUD/USD?

AUD/USD ist das Währungspaar aus australischem Dollar und US-Dollar. Der Kurs gibt an, wie viele US-Dollar ein australischer Dollar kostet. Steigt der Kurs, wertet der Aussie auf und der US-Dollar ab.

Trader nennen das Paar „Aussie“. Es gehört zu den meistgehandelten Paaren im Devisenhandel und gilt als ausgeprägtes Trendpaar: Bewegungen laufen oft über Monate in dieselbe Richtung, was es für Swing-Trading attraktiv macht.

Der australische Dollar ist eine Rohstoffwährung. Australien exportiert vor allem Eisenerz, Kohle und Gold, überwiegend nach Asien. Steigen diese Rohstoffpreise, fließt mehr Geld ins Land, und der Aussie wertet tendenziell auf.

Der Aussie gilt zudem als Risikowährung. In ruhigen Marktphasen ist er gefragt, in Krisen fällt er schnell. Das Corona-Tief bei 0,5520 am 19. März 2020 zeigt das in Reinform. Frei handelbar ist die Währung seit dem 12. Dezember 1983, als Australien die feste Wechselkursbindung aufgab. Zum Zeitpunkt der Freigabe war ein Aussie rund 90 US-Cent wert.

Australischer Dollar/US-Dollar Prognose kurzfristig 2026

Zuletzt aktualisiert: 24.08.2026, Kurs 0,7152

Rückblick: Vom Jahrestief bei 0,6665 im Januar lief das Paar bis Anfang Mai auf 0,7277. Danach folgte eine mehrmonatige Konsolidierung mit einem Rücksetzer unter 0,70. Seit August läuft der nächste Anstieg, im Monatsverlauf bis 0,7179.

Ausblick: Das Chartbild ist eindeutig aufwärtsgerichtet. Die 50-Tage-Linie (0,7001) liegt über der 200-Tage-Linie (0,6953), beide steigen, und der Kurs notiert über beiden. Diese Anordnung gilt als klassisches Trendsignal. Der Widerstand liegt am Jahreshoch bei 0,7277.

Kursziel: Über 0,7277 öffnet sich der Weg in Richtung 0,74, dem nächsten markanten Bereich aus dem Jahr 2022. Nach unten ist das Augusttief bei 0,6985 die erste Marke. Erst ein Bruch der beiden Durchschnitte im Bereich 0,6950 bis 0,7000 würde das Aufwärtsbild kippen.

AUD/USD Prognose Tageschart 2026 mit Jahreshoch 0,7277 und 200-Tage-Linie 0,6953
AUD/USD im Tageschart: Aufwärtstrend am Jahreshoch.
(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)

AUD/USD Prognose mittelfristig bis 2028

Rückblick: Zwischen 2023 und 2025 pendelte der Aussie in einer breiten Spanne zwischen rund 0,62 und 0,69 und kam nicht heraus. Der Ausbruch nach oben gelang Anfang 2026. Seitdem läuft eine Aufwärtsbewegung mit höheren Hochs und höheren Tiefs, also die Lehrbuchform eines Trends.

Ausblick: Der 50-Wochen-Durchschnitt liegt bei 0,6881 und damit rund 270 Punkte unter dem Kurs. Dieser Abstand ist komfortabel: Selbst ein deutlicher Rücksetzer würde den Trend nicht sofort beenden. Solange die Wochenschlusskurse über der Linie liegen, bleibt das mittelfristige Bild aufwärtsgerichtet.

Der Weg bis 2028 hängt an der 0,73er-Marke. Ein Wochenschluss über dem Jahreshoch 0,7277 würde die Spanne der vergangenen Jahre endgültig verlassen und Ziele im Bereich 0,76 bis 0,78 eröffnen. Nach unten wäre erst ein Bruch der 50-Wochen-Linie ein ernstes Warnsignal, dann rückt das Jahrestief bei 0,6665 wieder in den Blick.

AUD/USD Prognose Wochenchart mit 50-Wochen-Linie bei 0,6881 und Jahreshoch 0,7277
AUD/USD im Wochenchart: klar über der 50-Wochen-Linie.
(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)

Aussie-Dollar/US-Dollar Prognose und Chartanalyse: Langfristige Rückschau und Ausblick bis 2030

Rückblick: Der Monatschart zeigt einen langen Abstieg. Im Februar 2012 stand der Aussie bei 1,0856 und damit über der Parität zum US-Dollar. Getragen wurde dieses Niveau vom Rohstoffboom, den Chinas Nachfrage nach Eisenerz auslöste. Danach ging es über Jahre abwärts, bis zum Corona-Tief bei 0,5520 im März 2020.

Ausblick: Der Kurs notiert deutlich über der 20-Monats-Linie bei 0,6702, und diese Linie hat gedreht. Das ist das erste Mal seit Jahren, dass die langfristige Struktur nach oben zeigt. Die Erholung aus dem Mehrjahrestief hat damit eine technische Grundlage und ist nicht nur eine Gegenbewegung.

Für den Ausblick bis 2030 bleibt die Rohstoffseite entscheidend. Der Bereich zwischen 0,78 und 0,80 war in den Jahren 2018 und 2021 mehrfach die Obergrenze und ist das nächste große Ziel. Eine Rückkehr zur Parität würde einen Rohstoffzyklus wie 2011 voraussetzen. Nach unten bleibt die Zone um 0,62 der Boden der vergangenen Jahre.

AUD/USD Prognose Monatschart seit 2011 mit Corona-Tief 0,5520 und Hoch 2012 1,0856
AUD/USD im Monatschart: Erholung aus dem Mehrjahrestief.
(Eigene Darstellung, Kursdaten Yahoo Finance, Stand 24.08.2026)
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Diese Faktoren bewegen den AUD/USD-Kurs

Die Zinsdifferenz spricht ausnahmsweise für den Aussie. Die Reserve Bank of Australia hält ihren Leitzins seit dem 11. August 2026 bei 4,35 Prozent. Die US-Notenbank Fed liegt bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Wer australische Dollar hält, bekommt also rund 0,7 Prozentpunkte mehr Zins als im Dollarraum.

Eine Zinsdifferenz wirkt am Devisenmarkt wie ein Sog: Kapital fließt in die Währung mit dem höheren Zins. Bei den meisten Dollar-Paaren liegt dieser Vorteil beim US-Dollar. Beim Aussie ist es derzeit umgekehrt, und das erklärt einen Teil seiner Stärke im Jahr 2026.

Der Weg dorthin war ungewöhnlich. Die RBA hat im ersten Halbjahr 2026 dreimal erhöht und seitdem zweimal pausiert. Notenbankchefin Michele Bullock nannte die Inflation weiterhin zu hoch und hielt die Tür für weitere Schritte ausdrücklich offen. Während andere Notenbanken über Senkungen nachdenken, steht in Australien die Gegenrichtung im Raum.

Der zweite Treiber sind die Rohstoffe. Australien lebt vom Export von Eisenerz, Kohle und Gold. Der wichtigste Abnehmer ist China. Läuft die chinesische Bauwirtschaft, steigt die Nachfrage nach Eisenerz, und der Aussie profitiert. Deshalb reagiert das Paar auf chinesische Konjunkturdaten oft stärker als auf australische.

Eine verbreitete Annahme hält der Messung allerdings nicht stand. Der oft zitierte Gleichlauf von AUD/USD und den Rohstoffpreisen fällt schwächer aus als erwartet. Die Bindung ist real, aber sie erklärt die Kursbewegung nur zum Teil. Wer den Aussie allein über Rohstoffe prognostiziert, übersieht die Zins- und die Risikoseite.

Zwei Termine gehören in den Kalender. Die Fed entscheidet am 15. und 16. September 2026, die RBA tagt im selben Monat. Erhöht die Fed, während die RBA pausiert, schrumpft der Zinsvorsprung des Aussie. Die Termine stehen im Wirtschaftskalender.

Technische Analyse von AUD/USD

Eine laufend aktualisierte Übersicht liefert TradingView. Die technische Situation des Paares Australischer Dollar/US-Dollar findet sich hier auf TradingView.

Die Zusammenfassung bündelt mehrere Werkzeuge. Sie stützt sich auf die bekanntesten technischen Indikatoren, wie gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivots. Für den langfristigen Blick lässt sich dort das Monatsintervall einstellen.

Ein technisches Rating fasst mehrere Indikatoren zu einem Signal zusammen. Das spart Zeit, ersetzt aber keine eigene Chartanalyse. Die Kennzahl sagt nichts darüber, wo Stopp und Ziel liegen. Genau diese beiden Punkte entscheiden über das Ergebnis eines Trades.

Hinweis: TradingView empfiehlt niemandem den Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments allein auf der Grundlage der Empfehlungen des Indikators “Technische Ratings”. Die Empfehlungen zeigen lediglich die Erfüllung bestimmter Bedingungen einer Reihe von individuellen Indikatoren an, die dem User helfen können, potenziell günstige Bedingungen für eine Transaktion zu erkennen, wenn dies mit seiner Strategie übereinstimmt.

Über Australischer Dollar / US-Dollar

Der Aussie bildet klar erkennbare Trends aus. Sie erstrecken sich oft über Monate, was das Paar für Swing-Trader interessant macht. Getrieben wird es von den Rohstoffpreisen, vor allem bei Metallen und Energie. Dazu kommt, dass Australien und die USA auf globale Entwicklungen unterschiedlich reagieren, was zusätzliche Bewegung erzeugt.

Der oft zitierte Gleichlauf mit den Rohstoffpreisen fällt in der Messung schwächer aus als erwartet. Die nachgerechneten Werte stehen in unserer Analyse zur Korrelation von AUD/USD und den Rohstoffwährungen.

AUD/USD Realtime Chart

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Die zweite große Rohstoffwährung ist der kanadische Dollar. Er reagiert auf Rohöl statt auf Eisenerz und Gold. Die aktuellen Marken stehen in der USD/CAD-Chartanalyse.

Fazit: Trend intakt, Widerstand am Jahreshoch

Die AUD/USD-Prognose ist in allen drei Zeitebenen aufwärtsgerichtet. Kurzfristig liegt der Kurs über beiden Tagesdurchschnitten, mittelfristig komfortabel über der 50-Wochen-Linie, langfristig über einer drehenden 20-Monats-Linie. Von den vier hier analysierten Dollar-Paaren zeigt der Aussie das klarste Bild.

Fundamental stützen ihn gleich zwei Kräfte. Die Zinsdifferenz liegt zu seinen Gunsten, was bei Dollar-Paaren selten ist. Dazu kommt ein breit schwacher US-Dollar. Das Risiko liegt entsprechend darin, dass eine dieser beiden Stützen wegfällt, etwa durch eine Zinserhöhung der Fed oder schwache Konjunkturdaten aus China.

Für die Praxis heißt das, auf das Jahreshoch zu achten. Nach oben ist 0,7277 die Schwelle, nach unten das Augusttief bei 0,6985. Ein Ausbruch über das Jahreshoch wäre technisch bedeutsam, weil er die Spanne mehrerer Jahre verlassen würde. Die Notenbanktermine im September sind der nächste Prüfstein.

Häufige Fragen zur AUD/USD Prognose

Wie ist die AUD/USD Prognose für 2026?

Das Chartbild zeigt nach oben. AUD/USD notiert am 24. August 2026 bei 0,7152 und damit über 50-Tage-Linie, 200-Tage-Linie und 50-Wochen-Durchschnitt. Über dem Jahreshoch bei 0,7277 öffnet sich der Weg in Richtung 0,74.

Ist der australische Dollar aktuell schwach?

Nein, 2026 gehört er zu den stärkeren Währungen. Vom Jahrestief bei 0,6665 im Januar hat der Aussie rund sieben Prozent zugelegt. Die Wahrnehmung als schwache Währung stammt aus den Jahren 2022 bis 2025, als das Paar zwischen 0,62 und 0,69 festhing.

Wie hoch sind die Leitzinsen in Australien und den USA?

Australien liegt höher, und das ist ungewöhnlich. Die Reserve Bank of Australia hält ihren Leitzins seit dem 11. August 2026 bei 4,35 Prozent, die Fed bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Zinsvorteil von rund 0,7 Prozentpunkten liegt damit beim Aussie.

Welche Rolle spielen Rohstoffe für den AUD/USD-Kurs?

Eine große, aber keine alleinige. Australien exportiert vor allem Eisenerz, Kohle und Gold, überwiegend nach China. Steigende Rohstoffpreise stützen den Aussie. Nachgerechnet fällt der Gleichlauf allerdings schwächer aus als oft behauptet: Zins- und Risikoseite erklären einen erheblichen Teil der Bewegung mit.

Seit wann ist der australische Dollar frei handelbar?

Seit dem 12. Dezember 1983. Die Regierung unter Bob Hawke beschloss am 9. Dezember 1983, die feste Wechselkursbindung aufzugeben. Zum Zeitpunkt der Freigabe war der Aussie rund 90 US-Cent wert. Seitdem bestimmen Angebot und Nachfrage den Kurs.

Wie lässt sich AUD/USD handeln?

Über Forex-Broker oder Derivate. Der Aussie zählt zu den liquidesten Paaren, die Spreads sind eng. Gehandelt wird er unter anderem über CFDs. Weil er als Risikowährung in Stressphasen schnell fällt, gehört zu jeder Position ein Stopp.

Über den Autor: Christian Möhrer

Christian Möhrer ist technischer Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf der Chartanalyse von Devisen, Indizes und Rohstoffen. Für kagels-trading.de erstellt er regelmäßig Kursprognosen und tägliche Markteinschätzungen.

Als Options-Trader ist er seit 2014 aktiv. Über die Jahre hat er einen Videokurs zum Optionshandel aufgebaut und betreut Signal-Dienste. Seine Analysen sind nüchtern, zahlenorientiert und konsequent am Chartbild ausgerichtet.

Die AUD/USD-Prognose schreibt Christian regelmäßig fort. Grundlage sind Tages-, Wochen- und Monatschart mit gleitenden Durchschnitten und markanten Hochs und Tiefs. Dazu kommen die fundamentalen Treiber, also die Zinspolitik von Fed und Reserve Bank of Australia sowie die Rohstoffpreise und die Konjunktur in China. Jede Aktualisierung hält fest, welche Marken das Chartbild bestätigen oder kippen würden.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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