Ein Daytrading-Simulator nimmt dir das Lehrgeld für Bedienfehler ab, aber nicht das für Entscheidungen unter Druck. Du klickst dieselben Orders, liest dieselben Charts und lernst dieselbe Ordermaske wie im Live-Handel. Was fehlt, sind echtes Geld, echte Angst und oft auch eine realistische Ausführung. Genau dort trennen sich gute und schwache Simulatoren.
Hier bekommst du die vier Arten zu üben im Vergleich, zwölf Anbieter mit Kosten, Zugang und Replay-Funktion sowie eine ehrliche Einordnung, wie nah die simulierte Ausführung an die Wirklichkeit kommt. Jeder Anbieter wurde am 29. Oktober 2026 gegen seine offiziellen Preis- und Hilfeseiten geprüft. Das ist eine Dokumentationsprüfung, kein Produkttest. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Daytrading-Simulator: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Vier Arten zu üben: Live-Simulation mit aktuellen Kursen, historischer Replay, Backtest einer festen Regel und Börsenspiel mit Wettbewerb. Fürs Daytrading zählen vor allem die ersten beiden.
- Gratis heißt selten ohne Bedingung: TradingView Paper Trading ist kostenlos, das Paper-Konto von Interactive Brokers öffnet erst nach einer Einzahlung, NinjaTrader bietet in der EU 14 Tage Testzugang und danach Simulation mit finanziertem Konto.
- Replay kostet oft extra: Minuten-Replay gibt es bei TradingView erst ab dem Bezahltarif Essential, bei Quantower nur mit den Advanced Features.
- tastytrade hat kein Demokonto: Der Broker schreibt selbst, dass er derzeit keine Demo- oder Simulationsumgebung anbietet. Viele Vergleichslisten behaupten das Gegenteil.
- Die Ausführung ist der Schwachpunkt: Wie realistisch Fills sind, unterscheidet sich je Plattform. Simulierte Ergebnisse übertragen sich nicht automatisch auf echtes Geld.
Was ist ein Daytrading-Simulator?
Ein Daytrading-Simulator ist eine Handelsplattform, die Kauf- und Verkaufsorders mit virtuellem Geld gegen aktuelle oder historische Marktdaten ausführt, ohne dass eine reale Transaktion stattfindet.
Der Nutzen liegt in der Plattform, nicht im Spielgeld. Ein Simulator ist meist dieselbe Software, die du später live bedienst. Du lernst Ordermaske, Tastenkürzel und die Stellen, an denen man sich verklicken kann. Genau diese Verklicker kosten im Ernstfall Geld. Auch Spezialsoftware bringt solche Modi mit, etwa die Orderflow-Software Jigsaw oder die Bot-Plattform Cryptohopper im Kryptobereich.
Paper Trading bezeichnet das Handeln mit simuliertem Kapital unter laufenden Marktbedingungen, um Strategie und Plattform ohne finanzielles Risiko zu üben.
Ein Demokonto ist ein vom Broker bereitgestelltes Zweitkonto mit virtuellem Guthaben, das in derselben Handelsplattform läuft wie das echte Konto.
Ein Market Replay spielt aufgezeichnete Marktdaten eines vergangenen Handelstages erneut ab, sodass dieser Tag später so gehandelt werden kann, als liefe er gerade.
Für Berufstätige ist der Replay oft die wichtigste Funktion. Ohne ihn übst du nur, wenn dein Markt geöffnet hat. Mit ihm übst du abends die Eröffnung vom Vormittag. Was Paper Trading psychologisch leistet und wo es endet, steht im Grundlagenartikel zum Paper Trading, welche Broker ein Demokonto ohne lange Anmeldung anbieten, im Ratgeber zum Trading-Demokonto.
Live-Simulation, Replay, Backtest, Börsenspiel: vier Arten zu üben
Die vier Begriffe werden oft durcheinandergeworfen, sie trainieren aber verschiedene Dinge. Wer Entscheidungen unter Zeitdruck üben will, braucht Live-Simulation oder Replay. Wer wissen will, ob eine Regel statistisch trägt, braucht einen Backtest. Ein Börsenspiel motiviert, übt aber selten das, was ein Daytrader später tut.
| Art | Was passiert | Wofür geeignet |
|---|---|---|
| Live-Simulation | Orders mit Spielgeld gegen laufende Kurse | Plattform, Routine, Entscheidungen in Echtzeit |
| Market Replay | vergangener Tag wird erneut abgespielt, Ausgang unbekannt | Üben außerhalb der Handelszeit, gleiche Situation mehrfach |
| Backtest | feste Regel läuft über abgeschlossene Daten | Statistik einer Regel, keine Entscheidungsübung |
| Börsenspiel | Depot mit Spielgeld im Wettbewerb, oft verzögerte Kurse | Einstieg in die Börse, kaum fürs Daytrading |
Ein Simulator handelt vorwärts, ein Backtest rechnet rückwärts. Wie ein sauberer Backtest aufgebaut ist und welche Fehler ihn wertlos machen, erklärt der Ratgeber zum Backtesting. Wie ein reines Börsenspiel funktioniert, zeigen das Trading Masters Börsenspiel und unser Überblick über Börsenspiele. Klassische Musterdepots helfen beim Daytrading nur begrenzt, weil die Kurse dort oft verzögert kommen.
Daytrading-Simulatoren im Vergleich: Kosten, Zugang und Replay
Die Software selbst ist selten das Teure. Bezahlt wird für Echtzeitdaten, für Replay-Funktionen und manchmal mit einer Einzahlung beim Broker. Die Tabelle nennt den Stand der offiziellen Anbieterseiten vom 29. Oktober 2026. Preise stehen so, wie der Anbieter sie nennt; eine Angabe zu Steuern war auf den geprüften Seiten teilweise nicht ausgewiesen. Ob Live-Daten zusätzlich kosten, steht bei jedem Anbieter einzeln.
| Anbieter | Kosten und Zugang | Replay |
|---|---|---|
| Interactive Brokers | Paper gratis, erst nach Einzahlung | nein |
| NinjaTrader (EU) | 14 Tage Test, dann mit Konto | ja, Futures |
| TradingView | Paper Trading gratis | Minuten ab Essential |
| TradeStation | nur mit finanziertem Konto | nicht genannt |
| tastytrade | keine Demo | nein |
| Quantower | Basis gratis, Replay ab 30 US-Dollar im Monat | ja, je Datenquelle |
| MetaTrader 5 | Demo beim Broker, gratis | nein |
| Sierra Chart | ab 26 US-Dollar im Monat | ja, intraday |
| TradingSim | 396 oder 444 US-Dollar im Jahr | ja |
| Forex Tester Online | ab 249 Euro einmalig | ja, Tickdaten |
| simul8or | gratis, PRO ab 9 US-Dollar | ja, Aktien |
| Ensign Software | 49,95 US-Dollar im Monat | ja |
Eine Zahl steht in keiner Preisliste: die Zeit. Ein Simulator, den du drei Abende nutzt, ist teurer als jedes Abo, weil er nichts bewirkt. Bei Forex Tester Online lief am Prüftag zusätzlich eine Rabattaktion mit niedrigeren Lifetime-Preisen und dem Hinweis, dass diese Preise am 2. November steigen. Prüfe den Preis deshalb vor dem Kauf selbst.
Broker-eigene Simulatoren: üben, wo du später handelst
Wer weiß, bei welchem Broker er später handeln will, übt am besten dort. Dieselbe Ordermaske, dieselben Charts, dieselben Tastenkürzel. Der Preis dafür ist fast immer eine Kontoeröffnung, oft mit Einzahlung.
Interactive Brokers: Paper-Konto in der Trader Workstation
Karsten Kagels handelt seit 1996 über Interactive Brokers, die Plattform ist hier also bekannt. Das Paper-Trading-Konto läuft in derselben Trader Workstation wie das echte Konto und wird nach Angaben des Brokers erst geöffnet, wenn das Live-Konto finanziert ist. Wer ohne Einzahlung testen will, nutzt den kostenlosen Testzugang mit um 10 bis 15 Minuten verzögerten Daten. Marktdaten-Abos des Live-Kontos lassen sich mit dem Paper-Konto teilen.

Interactive Brokers nennt die Grenzen seiner Simulation selbst. Laut eigener Dokumentation werden Fills nur aus dem besten Geld- und Briefkurs simuliert, ohne tiefes Orderbuch. Der Rest einer teilweise ausgeführten Market-Order wird abgelehnt, Stops und komplexe Orders werden immer simuliert, einige Ordertypen fehlen. Wie du die Plattform einrichtest, steht im Leitfaden zur Trader Workstation, die Konditionen im Bericht Interactive Brokers Erfahrungen.
NinjaTrader: Simulation und Market Replay für Futures
NinjaTrader ist auf Futures zugeschnitten und hat einen der bekanntesten Replays. Auf der EU-Seite zur Simulation nennt der Anbieter einen 14-tägigen Testzugang und danach unbegrenzte Simulation zusammen mit einem finanzierten Konto. Der Market Replay spielt Tage tickgenau ab, laut Hilfe gibt es dafür eine begrenzte Menge Gratisdaten für gängige Instrumente. Die EU-Version läuft unter ninjatrader.com/eu, ein deutscher Sprachwähler ist vorhanden.

Ältere Vergleichslisten nennen NinjaTrader als unbegrenzt gratis ohne Konto. Für Nutzer in der EU stimmt das so nicht mehr, Stand 29. Oktober 2026. Die Software bleibt laut Preisseite kostenlos, die Dauersimulation hängt aber am finanzierten Konto. Alles zu Kosten und Kontomodell steht im Bericht NinjaTrader Erfahrungen.
TradeStation und tastytrade: zwei Korrekturen
TradeStation bietet eine Simulation mit unbegrenztem Spielgeld, aber nur für Kunden mit finanziertem Konto. Das steht auf der Seite zur simulierten Ausführung. Eine Plattformgebühr nennt die Preisseite nur für Nichtkunden. Seit Juni 2026 bedient TradeStation Europe aus Amsterdam auch den EWR, ob die Simulation dort angeboten wird, geht aus den offiziellen Seiten nicht hervor.
tastytrade hat derzeit kein Demokonto, auch wenn viele Listen das behaupten. Das Hilfecenter von tastytrade sagt ausdrücklich, dass es keine Demo- oder Simulationsumgebung gibt. Die Sandbox mit Spielgeld richtet sich an Entwickler der Programmierschnittstelle. Unsere frühere Fassung dieses Artikels hat das falsch dargestellt. Den Broker selbst beschreibt der Bericht tastytrade Erfahrungen.
Charting-Plattformen ohne Brokerbindung
Diese Gruppe koppelt dich nicht an einen Broker. Du übst in einer Software, die sich später mit verschiedenen Anbietern verbinden lässt. Sinnvoll ist das, solange die Brokerwahl noch offen ist.
TradingView: Paper Trading im Browser
TradingView ist der bequemste Einstieg, weil nichts installiert werden muss. Das Paper Trading steht laut Anbieter allen Nutzern kostenlos zur Verfügung, Kommissionen lassen sich einstellen. Eine Einstellung für Slippage haben wir in der offiziellen Hilfe zum Paper Trading nicht gefunden, beschrieben ist sie für den Strategietester. Beim Bar Replay zeigt die Preistabelle für den Gratis-Tarif nur Tages- und höhere Zeiteinheiten, Minutendaten beginnen mit Essential. Wie du damit Strategien testest, zeigt der Beitrag zum Backtesting mit TradingView.
Quantower: Replay mit Advanced Features
Quantower ist interessant für Trader, die mit Orderflow-Werkzeugen arbeiten. Die Basisversion ist gratis, der Market Replay steht laut Lizenzvergleich aber unter den Advanced Features, die extra kosten. Laut Hilfe nutzt der Replay Tick-, Minuten- oder Tagesdaten, je nachdem, was die Datenquelle liefert. Einen Replay des historischen Orderbuchs beschreibt die Hilfe nicht. Marktdaten von Drittanbietern sind in keiner Lizenz enthalten.

Was die Plattform sonst kann, steht im eigenen Test. Unser Bericht Quantower im Test geht auf Funktionen, Lizenzen und Zielgruppe ein. Wer Footprint-Charts nutzen will, prüft dort, welche Lizenz und welche Daten dafür nötig sind.
MetaTrader 5 und Sierra Chart
Im Forex- und CFD-Bereich führt kaum ein Weg am MetaTrader vorbei. Demokonten laufen über den Broker und kosten nichts. MetaQuotes schreibt auf seiner Seite für Broker, dass Lizenzen für den MetaTrader 4 nicht mehr verkauft werden, neue Entwicklung gibt es nur für MetaTrader 5. Der eingebaute Strategietester ist ein Backtest-Werkzeug für automatisierte Systeme, kein Daytrading-Simulator. Passende Anbieter zeigt der Vergleich der besten MetaTrader-5-Broker.
Sierra Chart hat einen eigenen Simulationsmodus und einen Replay für Intraday-Charts. Die Dokumentation zur Simulation warnt selbst, dass Ergebnisse im Replay von den Live-Bedingungen abweichen. Details stehen in unserem Sierra Chart Test.
Spezialisierte Replay-Software
Diese Programme haben nur eine Aufgabe: üben. Sie führen keine echten Orders aus und ersetzen keinen Broker. Dafür sind sie im Nachspielen vergangener Tage oft bequemer als Plattformen, die beides können sollen.
- TradingSim: Replay für Aktien, Futures und Krypto. Die Preisseite nennt Pro mit 33 und Premium mit 37 US-Dollar im Monat, jeweils jährlich abgerechnet. Premium bringt fünf Jahre Historie, Level 2 und Tickcharts. Ganze Sitzungen inklusive vorbörslichem Handel lassen sich nachspielen.
- Forex Tester Online: Replay und manuelles Backtesting im Browser, mit Tickdaten von bis zu 23 Jahren. Die Anbieterseite nennt reguläre Lifetime-Preise von 249 und 349 Euro, Jahresabos ab 149 Euro und eine Demo ohne Kreditkarte. Unser Test von Forex Tester geht auf die Funktionen ein.
- simul8or: der schnellste Einstieg. Laut Anbieterseite startest du ohne Registrierung mit 100.000 US-Dollar Spielgeld. Die Seite spricht selbst von sofortigen Fills, ein Orderbuch-Modell beschreibt sie nicht.
- Ensign Software: Chartsoftware mit Play-Back-Funktion, laut Bestellseite für 49,95 US-Dollar im Monat, mit 14 Tagen Testphase. Echtzeitdaten außerhalb Forex kommen von externen Anbietern.
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Wie realistisch ist die simulierte Ausführung?
Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Ausführungskurs einer Order und dem Kurs, zu dem sie tatsächlich ausgeführt wird.
Pauschal zu sagen, Simulatoren hätten keine Slippage, wäre falsch. Die Plattformen gehen sehr unterschiedlich damit um, und die meisten beschreiben ihre Fill-Logik nur teilweise. Belegt ist nach den offiziellen Seiten Folgendes:
- Interactive Brokers: Fills nur aus dem besten Kurs, kein tiefes Orderbuch, der Rest teilweiser Market-Orders wird abgelehnt, Stops werden simuliert.
- TradingView: Kommissionen im Paper Trading einstellbar, eine Slippage-Einstellung haben wir dort in der Hilfe nicht gefunden, nur im Strategietester.
- Quantower: im Replay wählbar, ob gegen Last oder Bid und Ask ausgeführt wird, Kommission einstellbar.
- Sierra Chart: warnt selbst, dass Replay-Ergebnisse vom Live-Markt abweichen.
- simul8or: der Anbieter nennt sofortige Fills, ein Orderbuch-Modell beschreibt die geprüfte Seite nicht.
Was in keinem Simulator steckt, ist der eigene Puls. Ohne echtes Geld fehlt die Verlustangst, die live Regeln bricht. Teilausführungen in dünnen Märkten bildet kaum eine Plattform ab. Plane deshalb von Anfang an mit schlechteren Ergebnissen im Live-Handel und rechne in der Simulation mit einem eigenen Kostenaufschlag je Trade.
Diese Namen aus alten Empfehlungslisten stimmen nicht mehr
Vergleichsartikel altern schlecht, und Trading-Software altert schnell. Die folgenden Namen stehen bis heute in Listen im Netz. An ihnen erkennst du, ob jemand nachgesehen hat.
- X_TRADER: Trading Technologies hat die Plattform durch die TT-Plattform ersetzt, Stand unserer Prüfung vom 14. August 2026.
- RapidSP: Die Domain war bei unserer Prüfung vom 14. August 2026 nicht mehr erreichbar, ein Kauf ist nirgends möglich.
- tastyworks: heißt seit Februar 2023 tastytrade, und ein Demokonto gibt es dort derzeit nicht.
- MetaTrader 4: MetaQuotes verkauft keine Lizenzen mehr, neue Entwicklung nur für MetaTrader 5.
- paperMoney: gehört zu thinkorswim von Charles Schwab, nicht zu tastytrade. Schwab richtet die Seite an US-Bürger, ob Trader aus Deutschland Zugang bekommen, nennt der Anbieter nicht.
Welcher Daytrading-Simulator passt zu dir?
Die Frage nach dem besten Simulator ist falsch gestellt. Es gibt den passenden, und der hängt an drei Dingen: welchen Markt du handelst, wann du Zeit hast und ob du später beim selben Anbieter live gehen willst.
| Dein Fall | Passender Simulator | Grund |
|---|---|---|
| Erstkontakt ohne Anmeldung | simul8or oder TradingView | sofort im Browser |
| Live-Handel mit Aktien geplant | Interactive Brokers | dieselbe Plattform |
| Futures, abends üben | NinjaTrader | Market Replay |
| Minuten-Replay im Browser | TradingView ab Essential | gewohnter Chart |
| Forex und CFDs | MetaTrader 5 beim Broker | Demo in Minuten |
| Replay mit Tickdaten | Quantower mit Advanced Features | je nach Datenquelle |
Wer schon weiß, wo er handeln will, kürzt den Vergleich ab. Dann übt er beim eigenen Broker und nirgendwo sonst, weil jede fremde Plattform Umlernaufwand erzeugt. Welche Literatur dabei hilft, die Regeln vorher zu verstehen, zeigt unsere Auswahl der besten Daytrading-Bücher.
So nutzt du den Simulator richtig: Routine und Journal
Ein Simulator wird nur dann zum Trainingsgerät, wenn du ihn wie den echten Markt behandelst. Die vier häufigsten Fehler sind bekannt: zu großes Spielgeld, kein Stop, Weiterklicken nach Verlusten und ein zu früher Wechsel ins Echtgeld. Die Routine unten setzt genau dort an.
- Kontogröße realistisch einstellen: Wer mit 500.000 Dollar Spielgeld übt und mit 5.000 Euro handelt, trainiert nichts. Stell das Konto auf den Betrag, den du wirklich einsetzt.
- Strategie und Regeln vorher festlegen: Welcher Ansatz geübt wird, steht im Beitrag zu Daytrading-Strategien für Anfänger. Die Prüfung jedes einzelnen Trades übernimmt die Checkliste zu Daytrading-Setups.
- Jeden Stop setzen und halten: Die Positionsgröße folgt aus dem Stop, wie der Leitfaden zum Risikomanagement im Trading erklärt.
- Jeden Trade protokollieren: Grund, Einstieg, Stop, Ergebnis und ob die Regel befolgt wurde. Ein Journal zeigt dir, ob du deine Regeln kennst und einhältst.
- Nach Anzahl, nicht nach Zeit urteilen: Mindestens 30 regelkonforme Trades als erste Hürde, für eine belastbare Statistik deutlich mehr. Wer eine Regel bricht, beginnt die Zählung neu.
Selbst eine gute Simulationsbilanz garantiert keinen Erfolg mit echtem Geld. Sie zeigt, dass deine Regeln unter Laborbedingungen tragen. Ob du sie unter Druck einhältst, zeigt erst ein kleiner Live-Test mit einer Einheit. Den gesamten Lernweg vom Verstehen bis zur Auswertung beschreibt der Überblick Daytrading lernen.
Zum Schluss die Bilanz in zwei Listen. Die Stärken eines Simulators liegen dort, wo Fehler sonst teuer wären, die Grenzen bei Ausführung und Psychologie.
Was ein Daytrading-Simulator leistet
- Kein Kapitalrisiko: Fehlklicks und falsche Positionsgrößen kosten nichts.
- Plattformroutine: Ordermaske, Hotkeys und Chart-Trading sitzen, bevor es zählt.
- Üben nach Feierabend: Mit Market Replay bist du nicht an Handelszeiten gebunden.
- Auswertbare Ergebnisse: Simulierte Trades lassen sich protokollieren wie echte.
Wo ein Daytrading-Simulator an Grenzen stößt
- Ausführung oft idealisiert: Fills, Teilausführungen und Slippage weichen je Plattform von der Realität ab.
- Kein emotionaler Druck: Ohne echtes Geld fehlt die Verlustangst.
- Verzögerte Daten in Gratisvarianten: Ohne Echtzeitabo übst du an einem Markt, den es so nicht gab.
- Falsche Sicherheit: Gute Ergebnisse übertragen sich nicht automatisch auf echtes Geld.
Fazit: Der beste Simulator ist der, den du ernst nimmst
Gratis üben ist möglich, aber selten ohne Bedingung. TradingView und simul8or senken die Einstiegshürde auf null, Interactive Brokers, NinjaTrader und TradeStation knüpfen die volle Simulation an ein finanziertes Konto, und tastytrade bietet derzeit gar keine. Für Replay im Minutenbereich wird fast überall ein Bezahltarif fällig.
Die eigentliche Arbeit beginnt nach der Auswahl. Ein Simulator zeigt dir, ob du deine Regeln kennst. Ob du sie unter Druck einhältst, zeigt er nicht. Führe Buch, urteile nach vielen Trades und geh erst dann klein live. Wer danach die passenden Werkzeuge sucht, findet sie im Überblick zur Trading-Software.
Häufige Fragen zu Daytrading-Simulatoren
Was genau macht ein Daytrading-Simulator?
Er führt Orders mit virtuellem Geld gegen aktuelle oder historische Kurse aus. Es findet keine reale Transaktion statt. Der Zweck ist, Plattform und Strategie ohne Kapitalrisiko zu üben.
Gibt es einen kostenlosen Daytrading-Simulator?
Ja, aber oft mit Bedingungen. TradingView Paper Trading ist für alle Nutzer kostenlos, simul8or läuft ohne Registrierung. Interactive Brokers öffnet das Paper-Konto erst nach einer Einzahlung, NinjaTrader bietet in der EU 14 Tage Test und danach Simulation mit finanziertem Konto. Stand 29. Oktober 2026.
Hat tastytrade ein Demokonto?
Nein, derzeit nicht. tastytrade schreibt im eigenen Hilfecenter, dass es keine Demo- oder Simulationsumgebung gibt. Die Sandbox mit Spielgeld ist nur für Entwickler der Schnittstelle gedacht.
Welcher Simulator hat einen Market Replay?
NinjaTrader, Quantower, Sierra Chart, TradingSim, Forex Tester Online, simul8or und Ensign. TradingView bietet den Bar Replay, im Gratis-Tarif aber nur für Tages- und höhere Zeiteinheiten. Bei Quantower gehört der Replay zu den kostenpflichtigen Advanced Features.
Wie lange sollte ich im Simulator üben?
Nicht nach Zeit, sondern nach Anzahl der Trades. Als erste Hürde gelten 30 regelkonforme Trades, für eine belastbare Statistik braucht es deutlich mehr. Wer eine Regel bricht, beginnt die Zählung neu.
Warum läuft meine Strategie live schlechter als im Simulator?
Weil Ausführung und Emotionen anders sind. Viele Simulatoren füllen Orders günstiger als der echte Markt, Teilausführungen fehlen oft, und ohne echtes Geld fehlt die Verlustangst. Simulierte Ergebnisse sind deshalb eher zu optimistisch.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.
Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für diesen Vergleich wurde jeder Anbieter am 29. Oktober 2026 gegen seine offiziellen Preis-, Hilfe- und Dokumentationsseiten geprüft. Geprüft wurden Kosten, Zugang, Replay-Funktion, Aussagen zur Ausführung und die Verfügbarkeit in Europa. Es handelt sich um eine Dokumentationsprüfung, nicht um einen Produkttest. Die Anbieterlinks in diesem Vergleich sind keine Partnerlinks.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.












