Tom Hougaard handelt seit 2009 auf eigene Rechnung und zeigt seine Trades in Echtzeit. Er nennt sich Trader Tom, betreibt vier Telegram-Kanäle und einen YouTube-Kanal mit 264.000 Abonnenten. Bekannt wurde er mit dem Buch Best Loser Wins. Wer im Netz nach ihm sucht, findet fast nur Zustimmung. Das greift zu kurz.
Dieser Artikel prüft an den Quellen nach, was von der Transparenz übrig bleibt. Geprüft wurden seine Website, der öffentliche Track Record, sein eigener Haftungsausschluss, die Buchdaten beim Verlag und die aktuellen YouTube-Zahlen. Drei Befunde stehen darin, die kein anderer deutschsprachiger Beitrag über ihn nennt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Tom Hougaard: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Wer er ist: Tom Hougaard, Trader Tom, geboren 1969 in Dänemark, seit 1992 in Großbritannien, ab 2002 Chief Market Strategist bei City Index, seit 2009 Trader auf eigene Rechnung.
- Das Buch: Best Loser Wins erschien im Oktober 2023 auf Deutsch beim FinanzBuch Verlag, 288 Seiten, 25,00 €. Das englische Original kam 2022 bei Harriman House heraus.
- Kurse gibt es keine: Auf seiner eigenen Kursseite schreibt Hougaard, dass er weder Workshops noch Trading-Kurse anbietet. Es bleibt Einzelbetreuung auf Anfrage, ohne veröffentlichten Preis.
- Vier Telegram-Kanäle, nicht zwei: Daytrading, Swing Trading, Research und ein vierter Kanal, der ein Konto bei einem bestimmten Broker voraussetzt. Alle vier sind kostenlos.
- Der Track Record endet 2021: Die als öffentlich beworbenen Excel-Auswertungen tragen den Stand 22. November 2021. Seither wurde dort nichts nachgelegt.
- Sein Haftungsausschluss nennt Demokonten: Hougaard handelt nach eigener Angabe live mit echtem Geld und mit Demokonten für Lehrzwecke. Welches Konto ein Stream gerade zeigt, steht dort nicht.
Wer ist Tom Hougaard?
Tom Hougaard ist ein dänischer Daytrader, der unter dem Namen Trader Tom seine Trades öffentlich in Telegram-Kanälen und auf YouTube zeigt und mit dem Buch Best Loser Wins bekannt wurde.
Sein Alleinstellungsmerkmal ist nicht die Strategie, sondern die Offenlegung. Hougaard handelt Indizes wie DAX, Dow und FTSE sowie Währungspaare und postet Ein- und Ausstiege, während sie passieren. Telegram setzt einen Zeitstempel darunter. Wer nachrechnen will, kann jeden Post gegen den damaligen Kurs halten. Genau darauf beruft er sich, wenn er nach seiner Qualifikation gefragt wird.
| Name | Tom Hougaard |
| Bekannt als | Trader Tom |
| Geboren | 1969 in Dänemark |
| In Großbritannien seit | 1992 |
| Ausbildung | BSc und MSc in Economics and Finance, University of Wales und Birmingham |
| Frühere Stationen | Chase Manhattan Bank, ab 2002 Chief Market Strategist bei City Index |
| Auf eigene Rechnung seit | 2009 |
| Märkte | DAX, Dow, FTSE, Nasdaq, Devisen |
| Website | tradertom.com |
| Kontakt | hello@tradertom.com |
| YouTube | 264.000 Abonnenten, 556 Videos (Stand 01.09.2026) |
| Buch | Best Loser Wins, englisch 2022, deutsch 2023 |
Vom Bankangestellten zum Trader auf eigene Rechnung
Hougaard kam 1992 aus Dänemark nach Großbritannien und studierte dort Wirtschaft und Finanzen. Er hält einen BSc und einen MSc, erworben an der University of Wales und in Birmingham. Das gibt er in seinem LinkedIn-Profil selbst so an. Danach arbeitete er bei der Chase Manhattan Bank, die im Jahr 2000 mit J.P. Morgan zu JPMorgan Chase verschmolz. Deutsche Verlagsbiografien nennen deshalb mal die eine, mal die andere Firma. Gemeint ist dasselbe Haus.
2002 wurde er Chief Market Strategist beim Londoner CFD-Broker City Index. In dieser Rolle kommentierte er das Marktgeschehen für Medien und hielt Vorträge. Der Broker ist im Artikel wichtig, weil viele Beiträge nur von „einem CFD-Broker” sprechen. 2009 verließ er die Firmenwelt und handelt seither ausschließlich eigenes Geld. Diese Angaben stimmen über sein LinkedIn-Profil, die Sprecherseite der London Investor Show und die Verlagsbiografie hinweg überein.
Einen Wikipedia-Eintrag gibt es zu ihm nicht. Weder die deutsche noch die englische noch die dänische Ausgabe führt ihn, geprüft am 1. September 2026 über die Suchschnittstelle von Wikipedia. Das ist keine Wertung, aber eine Antwort auf eine Frage, die viele Leser stellen: Seine Biografie lässt sich nur aus Selbstauskünften und Veranstalterprofilen zusammensetzen, nicht aus einer redaktionell geprüften Quelle.
Was er nicht ist
Hougaard ist kein Vermögensverwalter und kein lizenzierter Anlageberater. Er verwaltet kein fremdes Geld, nimmt keine Einlagen entgegen und steht unter keiner Finanzaufsicht. Sein Haftungsausschluss sagt das ausdrücklich: Die Inhalte seien für Bildungszwecke gedacht und keine Anlageempfehlung. Wer seinen Posts folgt, handelt auf eigenes Risiko und hat im Streitfall keine Aufsichtsbehörde als Ansprechpartner. Das ist bei Trading-Experten dieser Art der Normalfall und trotzdem eine Angabe, die in den Vordergrund gehört.
Best Loser Wins: das Buch, sein Preis und seine These
Der Titel heißt „Best Loser Wins”, im Singular und ohne s am Verb. Diese Schreibweise steht so beim FinanzBuch Verlag, bei Thalia, bei Dussmann und im englischen Original bei Harriman House. Varianten wie „Best Losers Win” kursieren im Netz und werden monatlich rund 40-mal in Deutschland gesucht. Der Punkt ist nicht kosmetisch: Wer den falschen Titel eingibt, findet in Buchhandlungen nichts. Die gedruckte Ausgabe steht unter der Buchpreisbindung und kostet bei jedem Händler gleich viel, etwa bei Amazon.
| Deutscher Titel | Best Loser Wins. Warum du mit normalem Denken beim Trading niemals gewinnst |
| Englisches Original | Best Loser Wins: Why Normal Thinking Never Wins the Trading Game |
| Verlag deutsch | FinanzBuch Verlag, Münchner Verlagsgruppe |
| Erschienen | Oktober 2023 (deutsch), 2022 (englisch) |
| Umfang | 288 Seiten, Softcover |
| ISBN | 978-3-95972-724-2 |
| Preis | 25,00 € gebunden an die Buchpreisbindung, E-Book ab 21,99 € |
| Amazon-Bewertung | 4,6 von 5 aus 174 Bewertungen (Stand 01.09.2026) |
Die These: Verlieren können ist die eigentliche Fähigkeit
Hougaards Kernaussage lautet, dass Trader nicht am Wissen scheitern, sondern am Verhalten im Verlust. Wer eine Position im Minus hält, tut das nach seiner Lesart nicht aus Analyse, sondern aus Verlustaversion, also der Neigung, einen Verlust stärker zu gewichten als einen gleich großen Gewinn. Der Ausweg besteht für ihn darin, den Verlust als normalen Betriebsvorgang zu behandeln statt als persönliche Niederlage. Daher der Titel.
Das Buch behandelt außerdem die Wahl des Handelssystems. Hougaard stellt Systeme mit hoher Trefferquote und kleinen Gewinnen solchen mit niedriger Trefferquote und großen Gewinnen gegenüber. Beide funktionieren rechnerisch, verlangen aber gegensätzliche Nerven. Wer viele kleine Verluste schlecht erträgt, scheitert am zweiten Typ, egal wie gut die Zahlen aussehen. Diese Einordnung ist der praktisch brauchbarste Teil des Buches.
Für wen das Buch nichts ist, sagt der Autor selbst nicht deutlich genug. Es enthält keine Einstiegsregeln, keine Setup-Sammlung und keine Kennzahlen zum Nachrechnen. Wer eine Anleitung sucht, legt es enttäuscht weg. Es lohnt sich für Leser, die bereits handeln und merken, dass ihr Problem nicht die Analyse ist. Weitere Titel dieser Art stehen in unserer Übersicht zur Trading-Psychologie und in den Daytrading-Büchern.
Warum scheitern 95 Prozent der Trader?
Die Zahl steht als Schlagzeile auf Hougaards Startseite, mit drei Gründen darunter. Er nennt eine unvorbereitete Denkweise, das Vertrauen auf untaugliche Werkzeuge und eine naive Vorstellung davon, wie schnell Fortschritt kommt. Die Aufzählung ist plausibel und stammt von ihm, nicht aus einer Studie.
Belastbar ist die 95-Prozent-Zahl nicht. Sie wird in der Branche seit Jahren weitergereicht, ohne dass eine Erhebung dahintersteht. Verlässlich sind dagegen die Pflichtangaben europäischer CFD-Broker: Sie müssen ausweisen, welcher Anteil ihrer Privatkunden Geld verliert, und die Werte liegen typischerweise zwischen 70 und 85 Prozent. Das ist niedriger als 95, aber immer noch die Mehrheit. Wer damit arbeitet, sollte die Broker-Angabe zitieren und nicht die Schlagzeile.
Kurse und Mentoring: was Tom Hougaard wirklich anbietet
Der wichtigste Befund dieses Artikels steht auf Hougaards eigener Kursseite: Er verkauft keine Kurse. Unter tradertom.com/course begründet er auf einer ganzen Seite, warum er zurzeit weder Workshops noch Trading-Kurse anbietet. Er nennt drei Gründe: Der tägliche Handel koste ihn zu viel Konzentration, seine Telegram-Kanäle lehrten ohnehin wirksamer als ein Klassenraum, und er habe in seinem Ressourcenbereich nichts mehr zurückgehalten, was sich verkaufen ließe.
Übrig bleibt Einzelbetreuung auf Anfrage, und dafür nennt er keinen Preis. Wer Interesse hat, schreibt eine E-Mail. Hougaard schreibt dazu drei Dinge dazu: Er suche kein Geschäft, er wolle keine Neugierigen, und er sei nicht billig. Eine Zahl steht nirgends, weder auf der Kursseite noch im Shop, der seit Jahren „Coming Soon” anzeigt. Auch die Seminarseite ist leer.
Die einzigen je öffentlich genannten Preise stammen vom Price Action Symposium im April 2022. Die Tickets kosteten je nach Paket £995 bis £1.295. Die Veranstaltung fand vom 1. bis 3. April 2022 in London statt, mit Al Brooks als Hauptredner sowie Larry Pesavento, Dr. David Paul und Steve Ward. Hougaard handelte dort live vor Publikum. Seitdem hat er keine vergleichbare Veranstaltung mehr angekündigt.
Für dich heißt das: Der Vergleich mit deutschen Ausbildungsanbietern geht ins Leere. Es gibt kein Paket, keine Laufzeit und keine Widerrufsbelehrung, weil es kein Produkt gibt. Wer eine strukturierte Ausbildung mit Lehrplan sucht, findet sie bei ihm nicht und ist in unserer Übersicht der Trading-Kurse besser aufgehoben. Wer beim Zuschauen lernen will, bekommt bei Hougaard mehr, als die meisten bezahlten Angebote liefern.
Telegram und YouTube: vier Kanäle statt zwei
Fast alle deutschsprachigen Beiträge über Hougaard nennen zwei Telegram-Kanäle. Es sind vier. Auf tradertom.com/live-trading stehen die Einladungslinks zu allen vieren, samt Erklärung. Alle sind kostenlos. Der vierte fällt aus der Reihe, weil er ein Konto bei einem bestimmten Broker voraussetzt.
| Day Trading Channel | Sehr aktiv, zeitkritische Aufrufe. Nur brauchbar, wenn du tagsüber mitlesen kannst. |
| Swing Trading Channel | Devisen, 3 bis 5 Signale pro Woche, längere Haltedauer. Für Berufstätige. |
| Resource Channel | Hougaards eigene Recherche und Setups, kein Signaldienst. |
| TradeFromChart-Gruppe | Rund um eine Chart-Handelssoftware. Setzt ein Konto beim Broker TD365 voraus. |
Beim vierten Kanal lohnt der zweite Blick. Er ist der einzige, für den du ein Konto bei einem namentlich genannten Broker brauchst. Die Domain td365.com ist zwar registriert und hat funktionierende Namens- und Mailserver, führt aber keinen Webserver-Eintrag mehr: Ein Aufruf im Browser läuft ins Leere, geprüft am 1. September 2026. Wer diesem Kanal beitreten will, kann die Voraussetzung also nicht ohne Weiteres erfüllen.
Sein eigener Haftungsausschluss kennt nur zwei Kanäle. Dort sind der Swing- und der Day-Trading-Kanal aufgeführt, der Resource-Kanal und die TradeFromChart-Gruppe fehlen. Das ist kein Skandal, aber ein Hinweis darauf, dass die Seiten unterschiedlich alt sind. Für dich heißt es: Verlass dich auf die Seite Live Trading, nicht auf den Haftungsausschluss, wenn du wissen willst, was es aktuell gibt.
So kommst du in die Kanäle
Der Weg ist heute ein anderer als noch 2024. Damals musstest du Hougaard über die Telegram-Suche finden, ihm die Nachricht „Sign up to TraderTom signals” schicken und einen Einladungslink abwarten. Heute stehen die vier Einladungslinks offen auf seiner Seite, du klickst sie an und bist drin. Das alte Verfahren beschreiben viele Artikel noch immer, unserer bis zu dieser Überarbeitung ebenfalls.

Der YouTube-Kanal in Zahlen
Der Kanal @TraderTom hat 264.000 Abonnenten, 556 Videos und 12,54 Millionen Aufrufe. Er läuft seit dem 5. Dezember 2018, abgerufen am 1. September 2026 über die YouTube-Datenschnittstelle. Der Schwerpunkt liegt auf Live-Streams aus dem laufenden Handelstag, dazu kommen Interviews und Vorträge zur Handelspsychologie.
Das Wachstum lässt sich am eigenen Bestandsbild ablesen. Unser Screenshot vom 22. Oktober 2024 zeigt 169.000 Abonnenten und 169 Videos. Zwei Jahre später sind es 264.000 Abonnenten und 556 Videos. Das sind rund 95.000 Abonnenten und 387 Videos mehr in 22 Monaten. Die vielfach zitierte Zahl von 170.000 Abonnenten stammt aus genau dieser Zeit und ist heute um mehr als die Hälfte zu niedrig.

Auf dem Kanalbanner stehen die Logos von Bloomberg, CNN und CNBC. Das belegt Medienauftritte, nicht Handelserfolg. Diese Unterscheidung geht in Erfahrungsberichten oft unter: Ein Marktkommentator wird eingeladen, weil er gut erklärt, nicht weil ein Sender seine Kontoauszüge geprüft hätte. Als Beleg für Bekanntheit taugen die Logos, als Beleg für Rendite nicht.
Live-Trading und Track Record: was belegt ist und was nicht
Auf der Startseite bewirbt Hougaard seine Ergebnisse als öffentlich einsehbar. Der Satz lautet sinngemäß, seine Resultate lägen als Excel-Datei in einer Nur-Lese-Fassung offen. Wer dem Link folgt, landet auf einer Seite, die ihren eigenen Stand nennt: 22. November 2021. Dort steht auch, er sei gerade dabei, die gesamte Historie seiner öffentlichen Handelsaufrufe seit Juli 2018 zu prüfen, und habe die letzten sieben Monate hochgeladen. Seither ist nichts dazugekommen.
Vier Jahre und neun Monate ohne Aktualisierung sind der Kern des Problems. Ein Track Record, also die dokumentierte Aufstellung vergangener Trades, verliert seinen Wert, sobald er stehen bleibt. Deutschsprachige Beiträge über Hougaard schreiben bis heute, er veröffentliche Track Records seiner Trades. Das stimmt im Präsens nicht mehr. Was weiterläuft, sind die Telegram-Posts selbst, die aber niemand ausgewertet zurückgibt.
| Auswertung | Ergebnis laut Track Record |
|---|---|
| Day Trading Channel | £466.427 (April bis November 2021) |
| Swing Trading Channel | £94.200 |
| FTSE | +729 Punkte |
| DAX | +1.369,3 Punkte |
| Dow | +2.632,3 Punkte |
| Nasdaq | −301,2 Punkte |
| Devisen | +1.185 Punkte |
Bemerkenswert ist, wie er diese Zahlen selbst einordnet. Hougaard schreibt auf derselben Seite, die reine Punktezählung sage wenig aus, weil sie die Positionsgröße ignoriert. Sein Beispiel: In einem Juli machte er 170 rohe DAX-Punkte und lag trotzdem mit 19,25 im Minus, sobald man die tatsächlich gehandelten Größen einrechnet. Wer nur die Punkte liest, hält einen Verlustmonat für einen Gewinnmonat. Diese Offenheit ist ungewöhnlich und spricht für ihn.
Der Nasdaq-Wert steht mit einem Minus da, und das gehört dazu. Ein Track Record, in dem alle Zeilen grün sind, ist verdächtig. Hier steht ein Markt im Verlust, und Hougaard bittet ausdrücklich darum, ihm Rechenfehler zu melden. Das ist die Haltung, die man sich von einem Trading-Journal wünscht, und sie fehlt bei fast allen, die ihre Ergebnisse zeigen.
Der Haftungsausschluss nennt Demokonten
In seinem Disclaimer steht ein Satz, den kein deutschsprachiger Beitrag über ihn zitiert. Hougaard schreibt dort, er handle Live-Konten mit echtem Geld und Demokonten für Lehrzwecke. Die Begründung liefert er mit: Beim Aufzeichnen von Lehrmaterial wolle er Setups zeigen, ohne gleichzeitig unter dem Druck zu stehen, echtes Geld zu verwalten. Das ist nachvollziehbar.
Die praktische Folge ist trotzdem heikel. Wenn beide Kontoarten im selben Kanalgeflecht auftauchen, kann ein Zuschauer nicht sicher unterscheiden, welchen Typ er gerade sieht. Genau daran entzündet sich die Kritik in englischsprachigen Trader-Foren, wo Nutzer die Ergebnisse aus den Streams gegen die Gesamtangaben rechnen. Wer Hougaard folgt, sollte den Satz kennen und im Zweifel nachfragen, statt eine Live-Aufnahme automatisch für ein Echtgeldkonto zu halten.
Ist Tom Hougaard seriös?
Die kurze Antwort: Der Mann ist echt, das Angebot ist kostenlos, und die offenen Punkte betreffen die Nachprüfbarkeit, nicht die Person. Es gibt kein Produkt, das dir jemand verkauft, keine Einzahlung und keine Vertragsbindung. Damit fällt der häufigste Schadensfall bei Trading-Angeboten weg. Was bleibt, sind drei Punkte, die du kennen solltest.
Er ist selbst Ziel von Betrugsmaschen
Hougaard führt auf seiner Website einen eigenen Menüpunkt „Scams”. Dort schreibt er, seit Juni 2022 würden in seinem Namen und mit seinem Bild Betrügereien begangen, und zwar auf Facebook, Telegram, WhatsApp, X und YouTube. Für jede Plattform hat er Beispielseiten angelegt, dazu eine Seite mit einem protokollierten Gespräch mit einem Betrüger.
Das Muster zieht sich durch seine gesamte Außendarstellung. Sein Website-Logo trägt den Zusatz „Let’s get real”, die YouTube-Kanalbeschreibung beginnt mit „Home of the REAL Tom Hougaard”, und sein Telegram-Profil stellt sich als „The REAL Tom Hougaard” vor, mit der Aufforderung, ihn per E-Mail zu authentifizieren. Wenn jemand dreimal an drei Orten betont, dass er echt sei, hat er ein Problem mit Nachahmern. Praktisch heißt das: Prüfe jeden angeblichen Hougaard-Kanal gegen die vier Links auf seiner Seite und geh nie auf eine unaufgeforderte Kontaktaufnahme ein.
Die offenen Punkte, sachlich benannt
In englischsprachigen Foren wird er kritischer diskutiert als im deutschen Netz. Ein Reddit-Beitrag aus dem Daytrading-Forum steht in der deutschen Google-Suche zu seinem Namen auf Platz 3, direkt hinter seiner eigenen Seite, und im Forum Elite Trader läuft seit Jahren ein Diskussionsstrang mit mehr als 25 Seiten. Die dortigen Vorwürfe sind unbewiesene Nutzermeinungen und werden hier nicht als Tatsachen behandelt. Was sich unabhängig davon belegen lässt, sind drei Sachverhalte.
- Der Track Record endet 2021. Die als öffentlich beworbenen Auswertungen tragen den Stand 22. November 2021. Für alles danach gibt es keine aufbereitete Bilanz, nur die einzelnen Telegram-Posts.
- Demo- und Echtgeldkonten laufen nebeneinander. Das steht in seinem eigenen Haftungsausschluss. Welcher Stream welches Konto zeigt, wird nicht durchgängig gekennzeichnet.
- Ein Kanal ist an einen Broker gekoppelt. Die TradeFromChart-Gruppe setzt ein Konto bei TD365 voraus. Ob und wie Hougaard davon wirtschaftlich profitiert, legt er nirgends offen. Genau das wäre die Angabe, die den Punkt erledigen würde.
Zur Einordnung gehört die Gegenrechnung. Hougaard verkauft weder Signale noch Kurse noch ein Abo. Seine Kanäle sind kostenlos, seine Spendenseite ist ausdrücklich freiwillig, und er begründet dort sogar, wofür das Geld gebraucht wird: Er lässt Videos schneiden und bezahlt jemanden, der für ihn 35 Währungspaare beobachtet. Wer Geld verdienen will, baut kein Angebot, bei dem nichts zu kaufen ist. Der übliche Verdacht bei Telegram-Trading-Gruppen, dass am Ende ein teures Paket wartet, greift hier nicht.
Kostenlose Materialien und Ressourcen
Der Ressourcenbereich ist der Teil, für den sich der Besuch auch ohne Telegram lohnt. Er umfasst über 30 Einzelseiten, alle ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Abgabe erreichbar. Inhaltlich reicht das von Price Action, also dem Lesen des Charts ohne Indikatoren, über Handelspsychologie bis zu einer gekürzten Fassung des Klassikers „The Phantom of the Pits” mit eigenen Anmerkungen.
Drei Angebote heben sich ab. Die Price-Action-Trainingsdaten umfassen nach seiner Angabe rund 4.500 Tage Intraday-Charts auf 5- und 10-Minuten-Basis für FTSE, DAX und Dow. Wer eine Strategie von Hand durchtesten will, hat damit Material für Monate. Dazu kommt eine PowerPoint-Präsentation zu Scalping und Statistik der Aktienindizes mit über 300 Seiten sowie ein kostenloser Videokurs von Al Brooks. Passend dazu ist unsere Einführung ins Price-Action-Trading.
Eine Seite fällt aus dem Rahmen und sagt etwas über den Autor. Unter der Überschrift „Alcohol” stellt Hougaard ein Buch über Alkoholabhängigkeit vor und bietet an, es jedem zu bezahlen, der aufhören möchte. Das hat mit Trading nichts zu tun und steht trotzdem zwischen den Chartdaten. Solche Stellen findet man auf Verkaufsseiten nicht.
Die Grenze der Sammlung liegt in ihrer Ordnung. Es gibt keinen Lernpfad, keine Reihenfolge und keine Aktualisierungsdaten. Manche Seiten stammen erkennbar aus 2021 und 2022, etwa die Symposiums-Ankündigung, die noch im Futur geschrieben ist. Für einen Einsteiger ist das unübersichtlich. Wer strukturiert anfangen will, ist mit unserem Leitfaden Traden lernen besser bedient und holt sich Hougaards Material später dazu.
Vorteile und Nachteile von Tom Hougaards Angebot
Die folgende Übersicht enthält nur, was sich an der Quelle belegen lässt. Grundlage sind tradertom.com samt Unterseiten, der Haftungsausschluss, die Track-Record-Seite, die YouTube-Daten und die Verlagsangaben zum Buch. Aussagen aus Foren stehen bewusst nicht darin.
Vorteile von Tom Hougaards Angebot
- Alles ist kostenlos. Vier Telegram-Kanäle, der YouTube-Kanal und über 30 Ressourcenseiten kosten nichts und verlangen keine E-Mail-Adresse.
- Er zeigt Trades in Echtzeit, nicht im Rückblick. Telegram setzt einen Zeitstempel unter jeden Post, du kannst jeden Einstieg gegen den damaligen Kurs prüfen.
- Er benennt die Schwäche seiner eigenen Zahlen. Auf der Track-Record-Seite erklärt er selbst, warum eine reine Punktezählung in die Irre führt, und nennt einen eigenen Verlustmonat.
- Kein Verkaufstrichter. Es gibt keinen Kurs, kein Abo und kein Paket. Die Spendenseite ist freiwillig und begründet, wofür das Geld verwendet wird.
- Umfangreiches Übungsmaterial. Rund 4.500 Tage Intraday-Daten für FTSE, DAX und Dow plus eine über 300 Seiten starke Präsentation zu Scalping und Indexstatistik.
Nachteile von Tom Hougaards Angebot
- Der Track Record steht seit dem 22. November 2021. Die als öffentlich beworbene Auswertung wurde seither nicht fortgeschrieben.
- Demokonten laufen laut Haftungsausschluss mit. Ohne durchgängige Kennzeichnung lässt sich nicht immer erkennen, welchen Kontotyp eine Aufnahme zeigt.
- Ein Kanal hängt an einem Broker. Die TradeFromChart-Gruppe setzt ein Konto bei TD365 voraus, dessen Website derzeit nicht erreichbar ist. Eine Offenlegung zu dieser Verbindung fehlt.
- Kein Lernpfad und keine Datumsangaben. Der Ressourcenbereich ist ungeordnet, mehrere Seiten stammen aus 2021 und 2022 und stehen noch im Futur.
- Der Day-Trading-Kanal ist für Berufstätige unbrauchbar. Die Aufrufe sind zeitkritisch, wer sie nicht sofort liest, kann ihnen nicht folgen. Das sagt Hougaard selbst.
- Keine Aufsicht, kein Ansprechpartner. Er steht unter keiner Finanzaufsicht. Im Streitfall gibt es keine Beschwerdestelle.
Fazit: ein ehrlicher Zuschauerplatz, kein Ausbildungsangebot
Tom Hougaard ist eine der wenigen Adressen im Netz, bei denen du beim Handeln zusehen kannst, ohne dafür zu zahlen. Das ist mehr wert, als es klingt. Wer den ganzen Tag mitliest, sieht Einstiege, Nachkäufe, Fehler und Ausstiege in der Reihenfolge, in der sie passieren. Kein aufgezeichneter Kurs kann das leisten, weil dort immer schon feststeht, wie die Sache ausgeht.
Der Preis dafür ist, dass du selbst mitdenken musst. Es gibt keinen Lehrplan, keine Fortschrittskontrolle und keine Einordnung dessen, was du siehst. Wer Daytrading von Grund auf lernen will, braucht davor eine Struktur. Wer bereits handelt und an seiner Verlustverarbeitung scheitert, findet bei Hougaard genau die richtige Anlaufstelle.
Bei der Nachprüfbarkeit bleibt ein Rest offen. Der Track Record endet 2021, Demokonten laufen nach seiner eigenen Angabe mit, und die Kopplung eines Kanals an einen Broker ist nicht offengelegt. Nichts davon ist ein Betrugsvorwurf. Es heißt schlicht, dass die Aussage „vollständig transparent” so nicht mehr stimmt und du seine Ergebnisse nicht nachrechnen kannst.
Meine Einschätzung nach über 45 Jahren im Markt: Lies das Buch, schau in die Kanäle, kopiere keinen Trade. Hougaards Stärke liegt in der Arbeit am eigenen Verhalten, nicht in Signalen. Wer seine Aufrufe blind nachhandelt, übernimmt eine Positionsgröße und eine Risikobereitschaft, die zu einem anderen Konto und einem anderen Menschen gehören. Wie du das für dich sauber aufsetzt, steht in unserem Beitrag zum Risikomanagement.
Häufige Fragen zu Tom Hougaard
Was kostet das Buch Best Loser Wins?
Die deutsche Ausgabe kostet 25,00 € und erschien im Oktober 2023 beim FinanzBuch Verlag, 288 Seiten, ISBN 978-3-95972-724-2. Wegen der Buchpreisbindung ist der Preis bei allen Händlern gleich. Als E-Book liegt der Titel ab 21,99 €. Achte auf die Schreibweise: Der Titel lautet Best Loser Wins, nicht Best Losers Win.
Bietet Tom Hougaard Trading-Kurse an?
Nein. Auf seiner eigenen Kursseite begründet er, warum er zurzeit weder Workshops noch Trading-Kurse anbietet. Es bleibt Einzelbetreuung auf Anfrage per E-Mail, für die er keinen Preis nennt und zu der er schreibt, dass er nicht billig sei. Ein Shop ist angekündigt, zeigt aber seit Jahren nur einen Coming-Soon-Hinweis.
Wie komme ich in die Telegram-Kanäle von Trader Tom?
Über die Einladungslinks auf der Seite tradertom.com/live-trading. Dort stehen alle vier Kanäle mit direktem Link, du brauchst nur die Telegram-App. Der frühere Weg über eine Suchanfrage und eine Nachricht an ihn wird nicht mehr gebraucht. Alle Kanäle sind kostenlos.
Wie alt ist Tom Hougaard?
Nach übereinstimmenden Angaben der London Investor Show und mehrerer Porträtseiten wurde er 1969 in Dänemark geboren, ist also 2026 rund 57 Jahre alt. Ein genaues Geburtsdatum hat er nicht veröffentlicht. 1992 zog er nach Großbritannien.
Gibt es einen Wikipedia-Eintrag zu Tom Hougaard?
Nein. Weder die deutsche noch die englische noch die dänische Wikipedia führt einen Artikel zu ihm, geprüft am 1. September 2026. Seine Biografie stützt sich auf Selbstauskünfte, Verlagsangaben und Sprecherprofile von Veranstaltern.
Wie hoch ist das Vermögen von Tom Hougaard?
Dazu gibt es keine belastbare Angabe. Kursierende Zahlen stammen von Seiten, die Vermögen schätzen, ohne eine Quelle zu nennen. Nachprüfbar sind nur die Ergebnisse seiner Telegram-Kanäle bis zum 22. November 2021: 466.427 Pfund im Day-Trading-Kanal und 94.200 Pfund im Swing-Trading-Kanal. Für alles danach liegt keine Auswertung vor.
Wie handelt Tom Hougaard?
Er handelt Indizes wie DAX, Dow, FTSE und Nasdaq sowie Devisen, überwiegend intraday und mit Ausbrüchen aus Unterstützungs- und Widerstandszonen. Indikatoren spielen bei ihm kaum eine Rolle, er liest den Chart direkt. Charakteristisch sind große Positionen und ein hoher Hebel, was seinen Ansatz für Einsteiger ungeeignet macht.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.
Hougaards Ansatz beurteilt Karsten aus der Sicht eines Price-Action-Traders und Ausbilders. Er gibt seit 1998 selbst Seminare und kennt damit beide Seiten des Tisches. Für diesen Artikel wurden tradertom.com samt Kurs-, Live-Trading-, Track-Record-, Scam- und Spendenseite, der Haftungsausschluss, die Verlagsangaben zum Buch, die YouTube-Kanaldaten und die Suchschnittstelle von Wikipedia an der Quelle geprüft.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.















