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Scalable Capital Kosten: Was Depot, Orders und Sparpläne 2026 wirklich kosten

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2026

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17 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Scalable Capital wirbt seit Jahren mit dem Versprechen, dass Investieren fast nichts kosten muss. Im Jahr 2026 stimmt das noch immer, aber nicht mehr so einfach wie früher. Seit dem EU-Verbot der Zahlungen für Orderfluss im Juli 2026 baut der Broker sein Preismodell um, und zum 1. September 2026 ändern sich die Ordergebühren an einem der wichtigsten Handelsplätze.

Der Punkt, an dem die meisten Kostenvergleiche scheitern: Bei Scalable Capital entscheidet nicht der Tarif allein über den Orderpreis, sondern der Handelsplatz. Dieselbe Aktienorder kann im selben Depot nichts kosten oder fast zwei Euro, je nachdem, wohin sie geleitet wird. Wer das nicht weiß, zahlt doppelt für etwas, das er auch gratis bekommen könnte.

Dieser Artikel zeigt dir, was Depot, Orders, Sparpläne, Krypto und die Vermögensverwaltung bei Scalable Capital tatsächlich kosten. Alle Angaben stammen aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis und den Sonderkonditionen des Anbieters, geprüft am 22. August 2026. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Scalable Capital Kosten: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Depot und Konto kosten 0,00 €. Für Neukunden gibt es zwei Modelle: FREE für 0,00 € im Monat und PRIME+ für 4,99 € im Monat.
  • Der Handelsplatz bestimmt den Orderpreis. An der European Investor Exchange zahlst du mit FREE 0,99 € je Order, mit PRIME+ ab 250 € Ordervolumen gar nichts. An gettex und Xetra sind es bis zu 1,99 € in beiden Modellen.
  • Zum 1. September 2026 wird gettex teurer. Die Sonderkondition für gettex läuft am 31. August 2026 aus. Danach kostet dort jede Order bis zu 1,99 €, auch mit PRIME+.
  • Sparpläne bleiben in jedem Modell kostenlos. Ab 1 € Sparrate fallen 0,00 € Ausführungsentgelt an, das gilt auch für die automatische Wiederanlage.
  • PRIME+ rechnet sich ab der sechsten Order im Monat. Voraussetzung: Ausführung an der EIX und jeweils mindestens 250 € Ordervolumen.

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Was kostet Scalable Capital?

Scalable Capital kostet im Modell FREE 0,00 Euro pro Monat und im Modell PRIME+ 4,99 Euro pro Monat. Depotführung und Kontoführung sind in beiden Modellen entgeltfrei. Eine einzelne Wertpapierorder kostet je nach Handelsplatz zwischen 0,00 und 1,99 Euro, Sparplanausführungen sind immer kostenlos.

Das klingt übersichtlicher, als es ist. Der monatliche Grundpreis ist bei Scalable Capital nur die halbe Rechnung. Die andere Hälfte entsteht beim Handeln selbst, und dort hängt der Preis an drei Größen: am Handelsplatz, am Ordervolumen und an der Wertpapierart.

Wer nur einen ETF-Sparplan laufen lässt, zahlt bei Scalable Capital tatsächlich nichts an den Broker. Wer dagegen Aktien einzeln kauft und verkauft, sollte vor dem Klick auf den Handelsplatz schauen. Der Unterschied zwischen 0,00 € und 1,99 € je Order summiert sich über ein Jahr schnell auf einen zweistelligen Betrag. Zur Scalable Gruppe gehört seit 2021 auch das ETF-Portal justETF, dessen Kosten und Grenzen wir getrennt geprüft haben.

Bei den Depotkosten gibt es dagegen nichts zu rechnen. Die Depotführung ist in beiden Modellen entgeltfrei, unabhängig vom Depotwert, von der Zahl der Positionen und davon, ob überhaupt gehandelt wird. Ein Mindestumsatz oder eine Inaktivitätsgebühr existiert nicht.

FREE oder PRIME+: die beiden Kostenmodelle im Vergleich

Scalable Capital bietet Neukunden nur noch zwei Broker-Modelle an. Das frühere Modell PRIME für 2,99 € im Monat steht zwar noch im Preis- und Leistungsverzeichnis, auf der Preisseite des Anbieters lässt es sich aber nicht mehr auswählen. Bestandskunden behalten es, neu buchbar ist es nicht.

MerkmalFREEPRIME+
Grundentgelt0,00 € / Monat4,99 € / Monat
Depot- und Kontoführung0,00 €0,00 €
Order an der EIX0,99 €0,00 € ab 250 €, sonst 0,99 €
Order an gettex und Xetrabis zu 1,99 €bis zu 1,99 €
Sparplanausführung0,00 €0,00 €
Crypto-ETP-Spread0,99 %0,69 %
Einzahlung per Instant0,99 %0,69 %
Wertpapierkredit4,49 % p.a.3,49 % p.a.
Tagesgeldzins2,50 % p.a.2,50 % p.a.
Die beiden Broker-Modelle von Scalable Capital im Vergleich (Stand: 22.08.2026)

Eine Zahl in dieser Tabelle überrascht die meisten: Der Tagesgeldzins ist in beiden Modellen identisch. Beide bekommen 2,50 % pro Jahr auf unbegrenztes Guthaben, taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben. Das war früher anders, als der Zins ein Argument für das kostenpflichtige Modell war. Mehr dazu im Detail: Scalable Capital Zinsen im Überblick.

Was PRIME+ zusätzlich bringt, liegt außerhalb der Ordergebühr. Guthaben wird auf bis zu fünf Banken verteilt, womit die gesetzliche Einlagensicherung fünfmal 100.000 € greift statt einmal. Ohne PRIME+ landet ein Teil des Guthabens in qualifizierten Geldmarktfonds, die keiner Einlagensicherung unterliegen, sondern den OGAW-Schutzstandards.

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Der Handelsplatz entscheidet über die Ordergebühr

Scalable Capital teilt seine Handelsplätze in zwei Kategorien ein, und genau daran hängt der Preis. In den Vertragsbedingungen heißen sie Ausführungsplätze der Kategorie 1 und Kategorie 2. Im Depot siehst du diese Bezeichnungen nicht, im Ordermenü stehen nur die Börsennamen.

  • Kategorie 1: European Investor Exchange (EIX). Eine Handelsplattform der Börse Hannover. Hier gelten die günstigen Konditionen.
  • Kategorie 2: gettex und Xetra. Hinter gettex steht die Börse München, hinter Xetra die Frankfurter Wertpapierbörse. Hier kostet jede Order bis zu 1,99 €.

Xetra war bei Scalable Capital lange der teuerste Weg: 3,99 € Ordergebühr plus eine Handelsplatzgebühr von 0,01 % mit mindestens 1,50 €. Inzwischen kostet eine Xetra-Order pauschal 1,99 €, die zusätzliche Handelsplatzgebühr ist entfallen. Für Xetra-Nutzer hat sich der Preis damit mehr als halbiert, für gettex-Nutzer wird es teurer.

Welche Börse wann geöffnet hat und wo die Spreads zu welcher Tageszeit enger werden, steht im Überblick zu den Handelszeiten bei Scalable Capital. Der Handelsplatz kostet dich nicht nur Gebühr, sondern auch Spread. Eine Order für 0,00 € an einem Platz mit weiter Geld-Brief-Spanne kann am Ende teurer sein als eine für 1,99 € mit engem Spread.

Was sich zum 1. September 2026 bei den Ordergebühren ändert

Für gettex gilt bis zum 31. August 2026 eine Sonderkondition: Orders in Aktien, ETFs, ETCs, Crypto ETPs und Fonds kosten dort mit PRIME+ ab 250 € Ordervolumen 0,00 € und sonst 0,99 €. Am 1. September 2026 fällt diese Sonderkondition weg, damit rutscht gettex in die Kategorie 2.

Handelsplatzbis 31.08.2026ab 01.09.2026
EIX mit FREE0,99 €0,99 €
EIX mit PRIME+0,00 €0,00 €
gettex mit FREE0,99 €bis zu 1,99 €
gettex mit PRIME+0,00 €bis zu 1,99 €
Xetra, beide Modelle1,99 €1,99 €
Ordergebühren für Aktien und ETFs vor und nach dem 1. September 2026. Die 0,00 € mit PRIME+ gelten ab 250 € Ordervolumen, darunter sind es 0,99 €. (Quelle: Sonderkonditionen und Preis- und Leistungsverzeichnis von Scalable Capital)

Der Grund liegt im EU-weiten Verbot der Zahlungen für Orderfluss, das seit dem 1. Juli 2026 vollständig gilt. Broker durften bis dahin Geld dafür nehmen, dass sie Kundenorders an einen bestimmten Handelsplatz weiterleiten. Diese Einnahmequelle ist weg, und die Neobroker holen sich das Geld nun über Ordergebühren zurück.

Praktisch heißt das für dich: Wenn du bisher über gettex gehandelt hast, prüfe im Ordermenü, ob die EIX für dein Wertpapier verfügbar ist. Für die als PRIME ETFs gekennzeichneten Fonds von Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers gilt außerdem eine eigene Regel: Der Kauf an der EIX ab 250 € Ordervolumen ist auch im Modell FREE entgeltfrei. Alle Details stehen in den Sonderkonditionen von Scalable Capital.

Ab wann lohnt sich PRIME+? Die Rechnung

PRIME+ kostet 4,99 € im Monat und erlässt dir dafür die Ordergebühr an der EIX, sofern die Order mindestens 250 € groß ist. Die Rechnung dahinter ist simpel: Im Modell FREE kostet dieselbe Order 0,99 €. Fünf Orders kosten also 4,95 € und liegen knapp unter dem Grundpreis, sechs Orders kosten 5,94 € und liegen darüber.

Scalable Capital Kosten im Vergleich: ab der sechsten Order im Monat rechnet sich PRIME+ gegenüber FREE
Ab der sechsten Order im Monat an einem Kategorie-1-Handelsplatz rechnet sich PRIME+ gegenüber FREE (Stand: 22.08.2026)

Die Schwelle liegt also bei sechs Orders im Monat. Zwei Bedingungen gehören zwingend dazu, sonst stimmt die Rechnung nicht: Die Order muss an einem Kategorie-1-Handelsplatz ausgeführt werden, und sie muss mindestens 250 € groß sein. Unter 250 € zahlst du auch mit PRIME+ die 0,99 €.

An gettex und Xetra bringt PRIME+ bei der Ordergebühr ab September gar keinen Vorteil mehr, dort zahlen beide Modelle bis zu 1,99 €. Wer ausschließlich Sparpläne bespart, braucht PRIME+ ohnehin nicht: Sparplanausführungen sind in jedem Modell kostenlos. Dass PRIME+ sich für dich trotzdem lohnen kann, liegt dann eher am Krypto-Spread oder am günstigeren Wertpapierkredit.

Was kosten Sparpläne bei Scalable Capital?

Sparpläne kosten bei Scalable Capital in allen Broker-Modellen 0,00 Euro Ausführungsentgelt. Das gilt ab 1 Euro Sparrate und schließt die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen mit ein.

Damit ist der ETF-Sparplan der einzige Bereich, in dem Scalable Capital wirklich nichts kostet. Weder für den Aktiensparplan noch für den ETF-Sparplan noch für Krypto-Sparpläne fällt ein Ausführungsentgelt an, und die Anzahl der Sparpläne ist nicht begrenzt.

Eine Einschränkung gibt es trotzdem, und sie betrifft nicht den Broker. Bei Fonds außerhalb der ETFs kann ein Fonds-Aufschlag von bis zu 5 % anfallen, und bei Crypto-ETP-Sparplänen kommt der Spread-Aufschlag von 0,99 % beziehungsweise 0,69 % obendrauf. Bei klassischen ETFs bleibt es bei den laufenden Produktkosten des Fonds, der TER.

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Welche Bank steckt hinter Scalable Capital?

Hinter Scalable Capital steht seit September 2025 die eigene Scalable Capital Bank GmbH mit Sitz in München. Sie hält eine Vollbanklizenz und führt Depots und Konten selbst. Die Baader Bank war bis Dezember 2025 Depotbank und ist es heute nicht mehr.

Diese Umstellung ist für die Kostenfrage wichtiger, als sie klingt. Solange die Baader Bank das Depot führte, konnten Entgelte auf zwei Ebenen entstehen: beim Broker und bei der Depotbank. Seit dem Übertrag im Dezember 2025 gibt es nur noch eine Preisliste, und die Depotführung darin steht bei 0,00 €.

Mit der Banklizenz kamen zugleich das Tagesgeldkonto und der Wertpapierkredit ins Angebot. Beides sind Bankgeschäfte, die ein reiner Wertpapierdienstleister gar nicht anbieten dürfte. Wo der Broker dafür an anderer Stelle Schwächen hat, zeigt unsere Übersicht der Nachteile von Scalable Capital.

Gibt es bei Scalable Capital versteckte Kosten?

Versteckt ist bei Scalable Capital nichts, alle Entgelte stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis. Übersehen wird trotzdem einiges, weil es nicht auf der Preisseite steht, sondern erst im Vertragswerk. Diese Posten treffen nicht jeden, aber wer sie trifft, zahlt spürbar mehr als die beworbenen 0,99 €.

LeistungEntgelt
Einzahlung per Überweisung oder Lastschrift0,00 €
Auszahlung per SEPA-Überweisung0,00 €
Einzahlung per Instant bis 5.000 €0,99 % / 0,69 %
Wertpapierübertrag0,00 € zzgl. Fremdkosten
Ausübung von Derivaten oder Bezugsrechten9,99 € zzgl. Fremdkosten
Eintrittskarte Hauptversammlung9,99 € zzgl. Fremdkosten
Wechsel von Lagerstelle, Lagerland oder Verwahrart24,99 € zzgl. Fremdkosten
Ausgabeaufschläge bei Fonds0,00 €
FremdwährungsumrechnungKurs zzgl. Auf- bzw. abzgl. Abschlag
Weitere Entgelte laut Preis- und Leistungsverzeichnis der Scalable Capital Bank GmbH (Stand: 22.08.2026)

Der teuerste Posten in dieser Liste ist der Wechsel der Verwahrart mit 24,99 €. Er wird fällig, wenn Wertpapiere von einer Verwahrform in eine andere überführt werden, etwa bei einer Umwandlung oder einem Wechsel des Lagerlands. Für Sparplan-Anleger ist er praktisch bedeutungslos, für Anleger mit ausländischen Einzelwerten nicht.

Der Posten mit der größten Reichweite ist ein anderer: die Einzahlung per Instant. Wer 5.000 € per Instant einzahlt, zahlt im Modell FREE 49,50 €, im Modell PRIME+ 34,50 €. Jeder Euro darüber ist entgeltfrei. Eine normale SEPA-Überweisung kostet nichts, dauert aber ein bis zwei Bankarbeitstage.

Auch beim Absichern einer Position fällt nur die normale Ordergebühr an. Wann eine Stop-Order bei Scalable Capital wirklich Kosten verursacht und welche Ordertypen fehlen, erklären wir im eigenen Ratgeber zur Stop-Loss-Order.

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Was kosten Krypto, Derivate und Anleihen?

Außerhalb von Aktien und ETFs wird die Preisliste unübersichtlicher. Zu der Ordergebühr nach Handelsplatz kommt bei fast jeder Anlageklasse ein Aufschlag, und dieser Aufschlag ist meist teurer als die Ordergebühr selbst.

  • Crypto ETPs: Ordergebühr wie bei Aktien, dazu ein Spread-Aufschlag von 0,99 % im Modell FREE und 0,69 % mit PRIME+. Bei einer Order über 1.000 € sind das 9,90 € beziehungsweise 6,90 €.
  • Derivate: bis zu 9,99 € je Einzelauftrag plus bis zu 0,99 % Spread-Aufschlag. Für die als PRIME Derivate gekennzeichneten Papiere von BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley, Société Générale, UniCredit und Vontobel gilt an EIX und gettex: mit PRIME+ ab 250 € Ordervolumen 0,00 €, sonst 0,99 €.
  • Anleihen: Ordergebühr nach Handelsplatz plus bis zu 5 % Spread-Aufschlag. Bei den Anleihen des PRIME Partners Goldman Sachs entfällt dieser Aufschlag.
  • Fonds ohne ETFs: Ordergebühr nach Handelsplatz plus bis zu 5 % Fonds-Aufschlag. Ein klassischer Ausgabeaufschlag fällt dagegen nicht an.
  • ELTIFs für Private Markets: normalerweise bis zu 2 % des Nettoinventarwerts pro Jahr zusätzlich zum Grundentgelt. Für die PRIME ELTIFs von BlackRock entfällt der Aufschlag, die Order kostet dort 0,00 €.

Der Spread-Aufschlag bei Krypto ist der Punkt, an dem PRIME+ sich auch ohne sechs Orders im Monat rechnen kann. Der Unterschied von 0,30 Prozentpunkten frisst den Monatsbeitrag von 4,99 € bereits bei rund 1.700 € Krypto-Ordervolumen im Monat auf. Wer regelmäßig Bitcoin-ETPs kauft, sollte das durchrechnen.

Was kostet die Vermögensverwaltung Scalable Wealth?

Neben dem Broker betreibt Scalable Capital eine digitale Vermögensverwaltung unter dem Namen Scalable Wealth. Dort legst du nicht selbst an, sondern lässt ein ETF-Portfolio verwalten. Abgerechnet wird nicht pro Order, sondern als Prozentsatz vom verwalteten Vermögen.

PortfolioanteilEntgelt pro Jahr
bis 100.000 €0,75 %
über 100.000 €0,69 %
über 500.000 €0,49 %
Verwaltungsentgelt von Scalable Wealth, gestaffelt nach Volumenband (Stand: 22.08.2026)

Die Staffel wirkt nur auf den jeweiligen Anteil des Portfolios, nicht auf die gesamte Summe. Bei 300.000 € zahlst du also 0,75 % auf die ersten 100.000 € und 0,69 % auf die restlichen 200.000 €. Für die Anlagestrategie Gerd Kommer gelten abweichend 0,70 %, 0,65 % und 0,60 % pro Jahr, dort allerdings auf das gesamte Portfolio.

Zu diesem Entgelt kommen immer die laufenden Kosten der enthaltenen ETFs. Die Verwaltungsgebühr ist also nicht die Gesamtkostenquote, sondern nur der Anteil, den Scalable Capital selbst bekommt. Wer die Papiere lieber selbst auswählt, fährt mit dem Broker und einem Sparplan deutlich günstiger.

Eine Ausnahme gibt es für Kinderkonten. Dort verzichtet Scalable Capital auf das Verwaltungsentgelt für Wealth und erstattet im Broker die laufenden Produktkosten ausgewählter PRIME ETFs von iShares und Xtrackers quartalsweise zurück. Die Gutschrift wird automatisch in denselben ETF reinvestiert.

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Vor- und Nachteile des Scalable-Kostenmodells

Kein Preismodell ist für alle gut. Bei Scalable Capital hängt die Bewertung fast vollständig davon ab, wie du handelst: Sparplan-Anleger fahren hervorragend, Vieltrader an der falschen Börse zahlen drauf. Die wichtigsten Punkte auf beiden Seiten:

Vorteile des Scalable-Kostenmodells

  • Sparpläne sind komplett kostenlos: 0,00 € Ausführungsentgelt ab 1 € Sparrate, in jedem Modell und ohne Begrenzung der Sparplananzahl.
  • Depot und Konto kosten nichts: keine Depotführungsgebühr, keine Kontoführungsgebühr, kein Mindestumsatz und kein Ausgabeaufschlag bei Fonds.
  • Der Tagesgeldzins hängt nicht am Tarif: 2,50 % pro Jahr auf unbegrenztes Guthaben gibt es in FREE und PRIME+ gleichermaßen.
  • Nur noch eine Preisliste: seit dem Wechsel zur eigenen Banklizenz entfällt die zweite Entgeltebene der früheren Depotbank.
  • PRIME+ ist monatlich kündbar: wer den Tarif nur für eine aktive Handelsphase braucht, kann ihn danach wieder abbestellen.

Nachteile des Scalable-Kostenmodells

  • gettex wird zum 1. September 2026 teurer: statt 0,99 € kosten Orders dort dann bis zu 1,99 €, auch mit PRIME+.
  • Die 250-Euro-Schwelle schließt Kleinanleger aus: unter 250 € Ordervolumen zahlst du auch mit PRIME+ die volle Ordergebühr.
  • Aufschläge sind teurer als die Ordergebühr: bis zu 5 % bei Fonds und Anleihen, bis zu 0,99 % Spread bei Krypto.
  • Instant-Einzahlungen kosten prozentual: 0,99 % beziehungsweise 0,69 % auf die ersten 5.000 € sind ein spürbarer Betrag für eine Einzahlung.
  • Nur drei deutsche Handelsplätze: internationale Börsen fehlen, ein direkter Zugang zur NYSE oder zur LSE ist nicht vorgesehen.

Fazit: Für wen Scalable Capital günstig ist und für wen nicht

Ich handele seit 1996 über Interactive Brokers und schaue mir Neobroker deshalb aus einer bestimmten Richtung an: Mich interessiert weniger der beworbene Grundpreis als die Summe, die am Jahresende auf der Abrechnung steht. Bei Scalable Capital ist diese Summe für Sparplan-Anleger tatsächlich schwer zu unterbieten, für aktive Trader dagegen weniger eindeutig, als die Werbung nahelegt.

Wer monatlich in ETFs spart und sonst wenig handelt, braucht PRIME+ nicht und zahlt an den Broker exakt nichts. Wer regelmäßig Einzelorders aufgibt, muss ab September genauer hinschauen, weil der bisherige Standardplatz gettex seine Sonderkondition verliert. Sechs Orders im Monat an der EIX sind die Schwelle, ab der sich PRIME+ trägt.

Kritisch sehe ich die prozentualen Aufschläge außerhalb von Aktien und ETFs. Bis zu 5 % bei Fonds und Anleihen stehen in keinem Verhältnis zu einer Ordergebühr von 0,99 €, und sie tauchen in keinem der üblichen Neobroker-Vergleiche auf. Wer dort handelt, sollte vor jeder Order die Kostenanzeige in der Ordermaske lesen.

Für den direkten Kostenvergleich mit dem größten Wettbewerber lohnt der Blick in unseren Vergleich von Scalable Capital und Trade Republic sowie in die Aufstellung der Trade Republic Kosten. Eine allgemeine Einschätzung des Anbieters findest du im Erfahrungsbericht zu Scalable Capital, eine Übersicht aller geprüften Anbieter im Bereich Online-Broker.

Häufige Fragen zu den Scalable Capital Kosten

Was kostet Scalable Capital im Monat?

Das Modell FREE kostet 0,00 Euro im Monat, das Modell PRIME+ 4,99 Euro im Monat. Depot- und Kontoführung sind in beiden Fällen entgeltfrei. Kosten entstehen erst beim Handeln selbst, abhängig vom Handelsplatz.

Ist Scalable Capital kostenlos?

Für reine Sparplan-Anleger ja: Sparplanausführungen kosten in jedem Modell 0,00 Euro, ab 1 Euro Sparrate. Sobald du Einzelorders aufgibst, fallen je nach Handelsplatz zwischen 0,00 und 1,99 Euro pro Order an.

Wie viel kostet eine Order bei Scalable Capital?

Der Handelsplatz entscheidet. An der European Investor Exchange zahlst du mit FREE 0,99 Euro und mit PRIME+ ab 250 Euro Ordervolumen 0,00 Euro. An gettex und Xetra kostet eine Order bis zu 1,99 Euro, in beiden Modellen.

Was ändert sich bei Scalable Capital am 1. September 2026?

Die Sonderkondition für gettex läuft am 31. August 2026 aus. Ab dem 1. September zählt gettex zu den Ausführungsplätzen der Kategorie 2, eine Order kostet dort dann bis zu 1,99 Euro statt 0,99 Euro. Auslöser ist das EU-weite Verbot der Zahlungen für Orderfluss.

Ab wie vielen Orders lohnt sich PRIME+?

Ab der sechsten Order im Monat. Fünf Orders kosten im Modell FREE 4,95 Euro und damit weniger als der Grundpreis von 4,99 Euro, sechs Orders kosten 5,94 Euro. Die Rechnung gilt nur für Orders ab 250 Euro an einem Kategorie-1-Handelsplatz.

Welche Bank steckt hinter Scalable Capital?

Die Scalable Capital Bank GmbH mit Sitz in München. Sie besitzt seit September 2025 eine Vollbanklizenz und führt Depots und Konten selbst. Die Baader Bank war bis Dezember 2025 Depotbank und ist es heute nicht mehr.

Was kostet die Auszahlung bei Scalable Capital?

Eine Auszahlung per SEPA-Überweisung auf das Referenzkonto ist entgeltfrei. Auch Einzahlungen per Überweisung oder Lastschrift kosten nichts. Nur die Sofort-Einzahlung per Instant kostet 0,99 Prozent beziehungsweise 0,69 Prozent für die ersten 5.000 Euro.

Welche Zinsen zahlt Scalable Capital auf Guthaben?

2,50 Prozent pro Jahr auf unbegrenztes Tagesgeld, in beiden Broker-Modellen gleich hoch. Die Zinsen werden taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben. Auf reines Broker-Guthaben gibt es 0 Prozent.

Was kostet die Vermögensverwaltung Scalable Wealth?

0,75 Prozent pro Jahr bis 100.000 Euro, darüber 0,69 Prozent und ab 500.000 Euro 0,49 Prozent, jeweils nur auf den Anteil im jeweiligen Band. Dazu kommen immer die laufenden Produktkosten der enthaltenen ETFs.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und betreibt die Informations- und Bildungsplattform kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Finanzmärkten aktiv, mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Anschließend war er über 17 Jahre Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel hat Karsten das Preis- und Leistungsverzeichnis der Scalable Capital Bank GmbH, die Gebührenseite des Anbieters und die Kundendokumente am 22. August 2026 ausgewertet und jede Zahl gegen die Vertragsbedingungen gegengeprüft. Seit 1996 handelt er über Interactive Brokers, was den Vergleich mit Neobroker-Preismodellen aus erster Hand ermöglicht.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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