Am 1. Oktober 2026 fällt der Startschuss für die neue Runde des Planspiel Börse der Sparkassen, und wer mitspielen will, braucht vorher einen Registrierungscode von seiner Sparkasse. Die Registrierung läuft seit dem 14. September 2026. Bis dahin lohnt es sich zu wissen, worauf man sich einlässt: Das Spiel hat eigene Handelsregeln, die im Marketing nirgends auftauchen und trotzdem darüber entscheiden, wer am Ende vorn steht.
Ich gehe hier durch die Termine der Runde 2026, durch die Anmeldung und durch die Spielregeln, die kaum jemand liest. Dazu die Frage, die mich als Trader am meisten interessiert: Was müssen die Siegerteams eigentlich erreichen, und was sagt das über das Spiel aus? Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Planspiel Börse: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Termine 2026: Die Registrierung läuft seit dem 14. September 2026, gespielt wird vom 1. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027.
- Startkapital: Jedes Depot startet mit 50.000 Euro Spielkapital, dazu gibt es ein separates Trainingsdepot mit derselben Summe.
- Zugang: Ohne Registrierungscode von einer Sparkasse oder der betreuenden Lehrkraft geht nichts. Frei anmelden kann man sich nicht.
- Gebühren: Jede Order kostet 0,3 Prozent vom Kurswert, aber mindestens 15 Euro. Unter 5.000 Euro Ordervolumen wird das teuer.
- Zwei harte Regeln: Kein Wertpapier darf mehr als 20 Prozent des Depotwerts ausmachen, und bis zum 22. Januar 2027 braucht jedes Depot mindestens drei abgerechnete Käufe.
- Was Gewinnen verlangt: Die Siegerteams der letzten drei Jahre lagen zwischen plus 41 und plus 79 Prozent in gut vier Monaten. Das geht nur mit hohem Risiko.
Was ist das Planspiel Börse der Sparkasse?
Das Planspiel Börse ist ein Online-Börsenspiel der Sparkassen-Finanzgruppe, bei dem Teilnehmende rund vier Monate lang ein virtuelles Depot mit 50.000 Euro Startkapital zu echten Börsenkursen handeln und sich in Ranglisten miteinander messen.
Das Spiel läuft seit 1983. In der ersten Runde traten über 4.500 Teams an, handelbar waren 73 Wertpapiere, und das Startkapital betrug 50.000 D-Mark. Heute nennt der Veranstalter über 43.000 Teams und mehr als 100.000 Teilnehmende (Stand Januar 2024) und bezeichnet das Planspiel damit als größtes Börsenplanspiel Europas.
Veranstaltet wird es nicht nur in Deutschland. In sechs Ländern beteiligen sich Sparkassen in Österreich, Frankreich, Italien, Luxemburg und Schweden. Organisiert wird das Ganze von der Sparkassen-Börsenspiel-Zentrale, hinter der die S-Communication Services GmbH in Berlin und die ByteWorx GmbH in München stehen. Wer volljährig ist und lieber mit Hebelprodukten übt, findet im Börsenspiel Trading Masters das passende Gegenstück für Erwachsene.
Der Zweck ist erklärtermaßen Bildung, nicht Unterhaltung. Die Sparkassen richten das Spiel im Rahmen ihres öffentlichen Auftrags zur finanziellen Bildung aus, und es trägt auch 2026 wieder das Comenius-Siegel als „exemplarisches Bildungsmedium“. Das ist der Rahmen, in dem man die Regeln lesen muss: Es ist ein Lernspiel, kein Trading-Wettbewerb.
Planspiel Börse 2026: alle Termine im Überblick
Die Spielrunde 2026 dauert vom 1. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027. Sie unterscheiden sich von Jahr zu Jahr nur um wenige Tage, aber wer den Registrierungsschluss verpasst, kann in dieser Runde nicht mehr einsteigen. Ein Nachrücken gibt es nicht.
| Datum | Was passiert |
|---|---|
| 1. September 2026 | Lehrkräfte können sich registrieren, einige Tage vor den Schülerteams |
| 14. September 2026 | Registrierung startet für alle übrigen Wettbewerbe |
| 1. Oktober 2026 | Erster Handelstag |
| 11. November 2026 | Registrierungsschluss und Zwischenbewertung aller Depots |
| 22. Januar 2027 | Stichtag Passivitätsregel: drei Käufe müssen abgerechnet sein |
| 25. Januar 2027 | Letzter Handelstag, danach Schlussbewertung |
| 31. Mai 2027 | Depotzugänge werden abgeschaltet, Spieldaten gelöscht |
Zwischen erstem und letztem Handelstag liegen 116 Tage, also gut vier Monate. Die oft genannten 17 Wochen sind damit knapp gerundet. Die Siegerehrungen finden im Frühjahr 2027 statt, auf lokaler, regionaler, bundesweiter und europäischer Ebene.
Wichtig ist der Abstand zwischen Spielstart und Registrierungsschluss: Wer sich erst im November anmeldet, verliert gegenüber den anderen sechs Wochen Handelszeit. Die Zwischenbewertung am 11. November betrifft alle Depots, aber sie entscheidet nichts über den Sieg, sondern dient nur der Standortbestimmung.
Wer darf beim Planspiel Börse mitmachen?
Hier hält sich ein Missverständnis hartnäckig, das man häufig liest: Das Planspiel Börse ist nicht für jedermann offen. Die Teilnahme ist an feste Wettbewerbe gebunden, und den Zugang zu jedem einzelnen davon vergibt die örtliche Sparkasse. Ohne Registrierungscode gibt es keinen Zugang.
| Wettbewerb | Teamgröße | Besonderheit |
|---|---|---|
| Schülerinnen und Schüler | 2 bis 4 | Bankfachklassen sind ausgeschlossen |
| Studierende | Einzelspieler | gültiger Studentenausweis nötig |
| Lehrkräfte | Einzelspieler | Registrierung ab 1. September |
| Dozentinnen und Dozenten | Einzelspieler | eigener Wettbewerb |
| Journalistinnen und Journalisten | Einzelspieler | eigener Wettbewerb |
| Sparkassen-Azubis | 2 bis 4 | nur für Auszubildende der Sparkassen |
| Sparkassen-Mitarbeitende | 1 bis 4 | nur intern |
| Lokale Wettbewerbe | 1 bis 4 | jede Sparkasse entscheidet selbst |
Für Erwachsene ohne Bezug zu Schule, Hochschule oder Sparkasse bleibt damit nur der lokale Wettbewerb der eigenen Sparkasse, und den bietet längst nicht jedes Haus an. Wer einfach nur an der Börse üben möchte, ist mit einem Trading-Demokonto besser bedient: Es ist jederzeit verfügbar, ohne Anmeldefrist und ohne Teamzwang.
Zwei weitere Bedingungen stehen im Kleingedruckten. Wer noch keine 16 ist, braucht die Zustimmung einer erziehungsberechtigten Person, die während der Registrierung online erteilt werden kann. Und man darf sich nur bei einer Sparkasse und nur in einem Wettbewerb anmelden. Mehrfachanmeldungen führen zur Disqualifikation.
Planspiel Börse Anmeldung: so bekommst du deinen Code
Die Anmeldung hängt an einem einzigen Gegenstand: dem Registrierungscode. Er wird nicht automatisch vergeben und lässt sich auch nicht online beantragen. Man bekommt ihn von der örtlichen Sparkasse oder, im Schülerwettbewerb, über die betreuende Lehrkraft.
- Bei der eigenen Sparkasse nachfragen. Nicht jede Sparkasse veranstaltet jeden Wettbewerb. Ein kurzer Anruf oder eine Mail klärt, welcher angeboten wird.
- Registrierungscode anfordern. Der Code gilt genau für einen Wettbewerb und ist an die Sparkasse gebunden, die ihn ausgegeben hat.
- App installieren oder die Web-Version öffnen. Beides führt zum selben Depot, die Web-Version braucht keine Installation.
- Mit dem Code registrieren. Danach stehen Trainings- und Wettbewerbsdepot bereit, gehandelt werden kann ab dem 1. Oktober.
Der Zugang läuft über die Planspiel-Börse-App oder über die Web-Version, jeweils kostenlos. Wer keine App installieren möchte, spielt über die Web-Version im Browser; der Funktionsumfang ist derselbe. Der Login ist erst nach erfolgreicher Registrierung möglich.
Wie läuft das Planspiel Börse ab?
Nach der Registrierung bekommt jedes Team zwei getrennte Depots: ein Trainingsdepot und ein Wettbewerbsdepot, beide mit 50.000 Euro. Gewertet wird ausschließlich das Wettbewerbsdepot. Für das Trainingsdepot gibt es keine Ranglisten, dafür darf man dort Dinge handeln, die im Wettbewerb gesperrt sind.
Bewertet wird in zwei Kategorien. Die Depotgesamtwertung addiert die Kurswerte aller Papiere, das Restkapital und aufgelaufene Stückzinsen. Die Nachhaltigkeitsbewertung zählt nur die Gewinne und Verluste aus Wertpapieren, die im Nachhaltigkeitsindex gelistet oder entsprechend gekennzeichnet sind.
Ein Detail, das viele übersehen: Ein Team kann nur eine der beiden Wertungen gewinnen. Wer in beiden vorn liegt, bekommt den Preis nur in der besseren Platzierung, in der anderen rückt das nächste Team nach. Doppelt abräumen ist ausgeschlossen.
Die Ranglisten werden über Nacht berechnet und stehen erst am Folgetag bereit. Wer am Abend seinen Platz sehen will, sieht den Stand vom Vortag. Für die Schlussphase heißt das: Man steuert nie gegen den aktuellen Rang, sondern immer mit einem Tag Verzögerung.
Welche Wertpapiere kann man beim Planspiel Börse handeln?
Die Auswahl ist vorgegeben und lässt sich nicht erweitern. Handelbar ist nur, was an der Börse Stuttgart, der Wiener Börse oder der Börse Luxemburg notiert und in Euro abgerechnet wird.
- Aktien bekannter Indizes: DAX, MDAX, TecDAX, SDAX, EuroStoxx 50, Dow Jones, FTSE MIB, Nasdaq 100, ATX, LuxX und der Global Challenges Index.
- Selection Europe: Eine Auswahl von Titeln aus dem Stoxx Europe 600.
- Fonds, ETFs und festverzinsliche Wertpapiere: Ebenfalls nur aus der vorgegebenen Liste.
- Nur im Trainingsdepot: Kryptowährungen und Index-Zertifikate, mit Kursen von der BSDEX und der Börse Stuttgart.
Der Ausschluss von Krypto und Zertifikaten aus dem Wettbewerbsdepot ist die wichtigste Einschränkung. Wer die volatilen Werte handeln will, mit denen sich in vier Monaten wirklich etwas bewegen lässt, also die volatilen Werte, muss das im Trainingsdepot tun, und das zählt für die Wertung nicht. Die vollständige Wertpapierliste veröffentlicht der Veranstalter.
Beachtenswert ist auch die Zeitzone: Die Handelszeiten richten sich nach Stuttgart, Wien und Luxemburg. Eine Nasdaq-100-Aktie wird also zu deutschen Börsenzeiten abgerechnet, nicht zu denen der Heimatbörse. Aufträge lassen sich außerhalb der Handelszeiten erteilen und werden bei Börseneröffnung ausgeführt.
Die Spielregeln, die über den Erfolg entscheiden
Diesen Abschnitt halte ich für den wichtigsten des ganzen Artikels. Die Regeln stehen vollständig in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters, aber sie werden nirgends erklärt, und drei davon bestimmen die gesamte Spielweise.
Die Mindestgebühr von 15 Euro ist die schärfste Regel
Jede Order kostet 0,3 Prozent vom Kurswert, mindestens aber 15 Euro, beim Kauf wie beim Verkauf. Die Prozentangabe klingt harmlos, die Mindestgebühr ist es nicht: Sie greift bei jedem Ordervolumen unter 5.000 Euro. Darunter steigt die relative Belastung steil an.
| Ordervolumen | Gebühr | Kosten Kauf und Verkauf |
|---|---|---|
| 500 Euro | 15,00 Euro | 6,00 Prozent |
| 1.000 Euro | 15,00 Euro | 3,00 Prozent |
| 2.500 Euro | 15,00 Euro | 1,20 Prozent |
| 5.000 Euro | 15,00 Euro | 0,60 Prozent |
| 10.000 Euro | 30,00 Euro | 0,60 Prozent |

Wer mit 1.000 Euro je Position arbeitet, verliert allein durch die Gebühren drei Prozent je Round-Trip, bevor der erste Kurs sich bewegt hat. Bei zwanzig Trades über die Spielzeit sind das 600 Euro oder 1,2 Prozent vom Startkapital. Die praktische Folge: Kleine Orders lohnen sich nicht, und häufiges Umschichten ist im Planspiel teurer als an einer echten Börse.
Dazu kommt eine Gebühr, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Das Löschen eines offenen Auftrags kostet 2,50 Euro. Nur die automatische Streichung wegen Laufzeitende oder wegen eines Dividendentermins ist kostenfrei.
Die 20-Prozent-Regel erzwingt Streuung
Vor jedem Kauf prüft das System, ob die Position mehr als 20 Prozent des Depotgesamtwerts ausmachen würde. Ist das der Fall, wird der Kauf abgelehnt. Offene Kaufaufträge und bestehende Bestände desselben Papiers werden dabei mitgerechnet.
Bei 50.000 Euro Startkapital sind das höchstens 10.000 Euro je Wertpapier. Damit sind mindestens fünf Positionen erzwungen. Der Veranstalter nennt diese Regel ausdrücklich eine Maßnahme gegen spekulatives Verhalten, zusammen mit dem Kaufverbot für Papiere unter 1,00 Euro und dem Ausschluss von Krypto und Zertifikaten.
Ohne drei Käufe wird das Depot disqualifiziert
Die Passivitätsregel trifft jedes Jahr Teams, die sich anmelden und dann nicht weiterspielen. Wer bis zum 22. Januar 2027 nicht mindestens drei abgerechnete Kaufaufträge hat, fliegt aus der Wertung.
Der Stichtag liegt drei Tage vor dem letzten Handelstag. Wer erst am letzten Handelstag merkt, dass ihm ein Kauf fehlt, kann nichts mehr tun. Diese Frist wird nicht gesondert erinnert.
Weitere Regeln, die im Spielverlauf auffallen
- Keine Teilausführungen. Eine Order wird entweder ganz oder gar nicht ausgeführt. Auch ein Geld- oder Briefkurs mit Volumen null verhindert die Ausführung.
- Limits laufen nach 14 Tagen aus. Limit- und Stop-Orders gelten grundsätzlich nur für den laufenden Börsentag, lassen sich aber auf bis zu 14 Kalendertage verlängern. Stop-Loss und Stop-Buy stehen beide zur Verfügung.
- Sonderereignisse löschen offene Orders. Bei Dividenden, Ausschüttungen, Bezugsrechten, Berichtigungsaktien und Splits werden alle offenen Aufträge zu diesem Papier gestrichen. Wer mit Stops arbeitet, muss sie danach neu setzen.
- Bezugsrechte kann man nicht ausüben. Sie werden zum ersten Kurs des Tages verkauft, an dem die Aktie ex Bezugsrecht notiert. Gratisaktien werden ebenfalls verkauft statt zugeteilt.
- Fünf Orders pro Papier und Tag. Für ein einzelnes Wertpapier sind höchstens fünf Orders täglich zulässig.
Planspiel Börse Preise: was es zu gewinnen gibt
Die Preise sind nach Ebenen gestaffelt. Neben den bundesweiten Gewinnen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands loben die Sparkassenverbände und viele Häuser vor Ort eigene Preise aus. Eine vollständige Liste gibt es deshalb nicht, die eigene Sparkasse ist die verlässlichste Auskunft.
| Wettbewerb | Gewinn auf Bundesebene |
|---|---|
| Schüler, Top 3 je Wertung | Dreitägige Reise nach Berlin zur Planspiel-Börse-Gala, Frühjahr 2027 |
| Schulen der Top 5 | 4.000, 3.500, 3.000, 2.500 und 2.000 Euro für ein Schulvorhaben |
| Studierende, Top 3 je Wertung | 1.500, 1.000 und 500 Euro, dazu die Gala in Berlin |
| Lehrkräfte, Top 3 je Wertung | Erlebnisgutscheine über 150 und 100 Euro, Genussgutschein über 50 Euro |
| Sparkassen-Azubis, Top 3 | Einladung zur Planspiel-Börse-Gala |
| Journalisten, Top 1 je Wertung | Genussgutschein über 100 Euro |
Oben drauf kommt der europäische Preis: Die erstplatzierten Teams der Teilnehmerländer fahren im Frühjahr 2027 zum European Event nach Brüssel und verbringen dort ein Wochenende mit den Siegern aus den anderen Ländern.
Die regionalen Preise übersteigen die bundesweiten teilweise deutlich. Der Sparkassenverband Baden-Württemberg zahlt den Schülerteams 750, 500 und 250 Euro und für die Plätze 4 bis 10 je 200 Euro; in Bayern sind es 1.000, 750 und 500 Euro. Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband lobt für Studierende und Azubis jeweils Preisgelder von zusammen 3.750 Euro aus. Sachpreise werden nicht in bar ausgezahlt.
Eine Frist sollte man kennen: Wer sich nach der Gewinnbenachrichtigung nicht bis zum 31. Mai 2027 bei seiner Sparkasse meldet, verliert den Anspruch. Und wer seinen Account während der Spielrunde löscht, verliert jeden Gewinnanspruch.
Was die Siegerdepots über das Spiel verraten
Diese Frage stellt kaum jemand, dabei beantwortet sie das Wesen des Wettbewerbs: Wie viel Rendite braucht man eigentlich, um zu gewinnen? Der Veranstalter veröffentlicht die Siegerdepots, und die Zahlen sind eindeutig.
| Runde | Siegerteam Depotgesamtwertung | Endwert | Rendite |
|---|---|---|---|
| 2023 | Running Gag Aktionäre | 70.621,91 Euro | plus 41,2 Prozent |
| 2024 | Uranium Peak Partners | 89.372,04 Euro | plus 78,7 Prozent |
| 2025 | EBBK Die Wollnys | 73.370,47 Euro | plus 46,7 Prozent |
Alle drei Werte beziehen sich auf gut vier Monate Spielzeit. Umgerechnet auf ein volles Jahr entspricht der Sieg von 2024 einer Rendite von rund 500 Prozent. Das ist keine Größenordnung, die sich mit einer breit gestreuten Anlage erreichen lässt, und es ist auch keine, die ein Berufstrader anstrebt.
Die Konsequenz daraus ist unbequem. Ein Team, das seine fünf erlaubten Positionen breit über DAX-Werte streut, landet in einem normalen Quartal vielleicht bei plus fünf Prozent. Um auf plus 40 zu kommen, muss man die 20-Prozent-Grenze ausreizen und mit der Wette richtig liegen. Der Teamname des Siegers von 2024 legt genau das nahe.
Auch in den anderen Wettbewerben liegt die Latte hoch, wenn auch etwas niedriger: Bei den Studierenden gewann 2025 ein Depot mit 68.378,45 Euro, also plus 36,8 Prozent, bei den Lehrkräften waren es 66.965,20 Euro. Der Abstand zu den Schülerteams ist erklärbar: Wer allein spielt, geht seltener extreme Wetten ein.
Kritik am Planspiel Börse: wo das Spiel an seine Grenzen stößt
Das Planspiel Börse macht vieles richtig, und es macht eine Sache strukturell falsch. Beides gehört nebeneinander, weil der Kritikpunkt sich nicht gegen die Veranstalter richtet, sondern gegen den Wettbewerbscharakter, den ein Spiel nun einmal braucht.
Stärken des Planspiel Börse
- Echte Kurse, echte Mechanik. Wer vier Monate lang Kurse verfolgt, versteht danach Geld- und Briefkurs, Limit und Stop besser als aus jedem Lehrbuch.
- Kosten werden nicht versteckt. Die Gebühren sind bewusst spürbar angesetzt und zeigen, was Handelskosten mit einer Rendite machen. Das ist didaktisch klug.
- Streuung wird erzwungen. Die 20-Prozent-Regel und der Ausschluss von Penny-Stocks verhindern die schlimmsten Anfängerfehler.
- Kein reales Risiko. Es kostet nichts, es kann nichts verloren gehen, und die zweite Wertung lenkt den Blick auf Nachhaltigkeitskriterien.
- Zwei Depots trennen Üben und Ernstfall. Ein Trainingsdepot mit denselben 50.000 Euro erlaubt Experimente ohne Folgen für die Wertung.
Grenzen des Planspiel Börse
- Der Wettbewerb belohnt hohes Risiko. Wie die Siegerzahlen zeigen, braucht es 40 bis 80 Prozent in vier Monaten. Wer vernünftig streut, hat keine Chance auf einen Preis. Das Spiel prämiert damit genau das Verhalten, vor dem es warnen will.
- Der Zeitraum ist zu kurz für eine Aussage. Vier Monate sind an der Börse ein Wimpernschlag. In dieser Zeit entscheidet überwiegend der Zufall, nicht die Methode.
- Kein Anreiz für Risikomanagement. Wer schlecht liegt, muss in der Schlussphase alles auf eine Karte setzen. Das ist die schlechteste Lehre, die ein Börsenspiel vermitteln kann.
- Der Zugang ist stark begrenzt. Für Erwachsene ohne Schule, Hochschule oder Sparkassenbezug gibt es meist keinen Zugang.
- Spielgeld fühlt sich anders an. Ein Depot ohne Nachtrisiko, ohne Nachschusspflicht und ohne eigenes Geld erzeugt keine der Emotionen, die den Handel in der Praxis schwierig machen.
Mein Rat daraus: Das Planspiel als Lernwerkzeug nutzen, nicht als Rennen. Wer das Spiel nutzt, um die Mechanik zu lernen, Orderarten auszuprobieren und ein Gefühl für Kursbewegungen zu bekommen, nimmt sehr viel mit. Wer auf einen Preis spielt, lernt vor allem, wie sich eine konzentrierte Wette anfühlt, und das geht meistens schief. Welche Lernwege sich daran anschließen und was sie kosten, vergleichen wir im Überblick Traden lernen: die besten Wege für Anfänger.
Wer nach dem Planspiel weitermachen möchte, findet in unserer Übersicht zu Börsenspielen weitere Wettbewerbe, die ganzjährig und ohne Registrierungscode laufen. Für das ernsthafte Üben ist ein Demokonto beim Broker allerdings der bessere Weg, weil dort auch die realistischen Handelskosten gelten.
Fazit zum Planspiel Börse
Das Planspiel Börse ist das beste kostenlose Einstiegsangebot im deutschsprachigen Raum, und das ist ernst gemeint. Es zwingt niemanden in eine Theoriestunde, sondern lässt Entscheidungen treffen und deren Folgen sehen. Die Kosten sind ehrlich abgebildet, die Streuungsregel ist sinnvoll, und die Bedienung ist einfach genug für den Unterricht.
Man sollte nur wissen, was es nicht leisten kann. Ein Wettbewerb über vier Monate misst nicht, wer gut handelt, sondern wer eine riskante Wette gewonnen hat. Wer das weiß, kann das Spiel für sich richtig einsetzen: als Übungsplatz, nicht als Prüfung.
Für die Runde 2026 heißt das konkret: bei der eigenen Sparkasse nachfragen, welcher Wettbewerb angeboten wird, den Registrierungscode früh besorgen und ab dem 1. Oktober mit Positionen von mindestens 5.000 Euro arbeiten, damit die Mindestgebühr nicht auffrisst, was der Markt hergibt. Und die drei Pflichtkäufe früh erledigen, nicht erst im Januar.
Häufige Fragen zum Planspiel Börse
Wann startet das Planspiel Börse 2026?
Der erste Handelstag der Spielrunde 2026 ist der 1. Oktober 2026. Die Registrierung läuft seit dem 14. September 2026, Anmeldeschluss ist der 11. November 2026. Gespielt wird bis zum 25. Januar 2027.
Wie bekomme ich einen Planspiel-Börse-Code?
Den Registrierungscode gibt die örtliche Sparkasse aus, im Schülerwettbewerb häufig über die betreuende Lehrkraft. Online lässt er sich nicht beantragen. Ohne Code ist keine Teilnahme möglich.
Wie viel Startkapital hat man beim Planspiel Börse?
Jedes Depot startet mit 50.000 Euro virtuellem Spielkapital. Dazu kommt ein separates Trainingsdepot mit derselben Summe, das nicht in die Wertung eingeht. Das Spielkapital wird nicht verzinst, und das Depot lässt sich nicht überziehen.
Was kostet eine Order beim Planspiel Börse?
Kauf und Verkauf kosten jeweils 0,3 Prozent vom Kurswert, mindestens aber 15 Euro. Die Mindestgebühr greift bei jedem Ordervolumen unter 5.000 Euro. Das Löschen eines offenen Auftrags kostet 2,50 Euro.
Kann jeder am Planspiel Börse teilnehmen?
Nein. Die Teilnahme ist an feste Wettbewerbe gebunden: Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrkräfte, Dozenten, Journalisten sowie Azubis und Mitarbeitende der Sparkassen. Erwachsene ohne diesen Bezug können nur mitspielen, wenn ihre Sparkasse einen lokalen Wettbewerb anbietet.
Welche Kritik gibt es am Planspiel Börse?
Der wichtigste Einwand betrifft den Wettbewerbscharakter: Die Siegerteams der Jahre 2023 bis 2025 erreichten zwischen 41 und 79 Prozent Rendite in gut vier Monaten. Solche Werte verlangen konzentrierte, riskante Wetten. Wer breit streut und Risiken begrenzt, hat keine Chance auf einen Preis.
Wie lange dauert das Planspiel Börse?
Vom ersten bis zum letzten Handelstag sind es 116 Tage, also knapp 17 Wochen oder gut vier Monate. Der Veranstalter spricht von einer rund viermonatigen Spielzeit.
Was passiert, wenn man nicht handelt?
Wer bis zum 22. Januar 2027 nicht mindestens drei abgerechnete Kaufaufträge vorweisen kann, wird disqualifiziert. Diese Passivitätsregel greift automatisch und wird nicht gesondert erinnert.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Finanzmärkten und ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Sein Schwerpunkt liegt auf diskretionärem Price-Action-Trading im Futures- und Devisenhandel, also auf dem Lesen von Kursverläufen ohne mechanische Systeme.
Neben der eigenen Handelstätigkeit gibt er sein Wissen in Seminaren und Coachings weiter und veröffentlicht auf kagels-trading.de regelmäßig Analysen und Fachbeiträge. Der Zugang zur Börse über Simulation und Übung begleitet ihn dabei seit Jahrzehnten.
Für diesen Beitrag hat er die vollständigen Teilnahmebedingungen und Spielregeln des Veranstalters ausgewertet und die Gebühren- sowie Renditerechnungen selbst durchgeführt. Alle Termine, Preise und Siegerergebnisse stammen aus den offiziellen Veröffentlichungen von planspiel-boerse.de, Stand September 2026.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.














