Analyst: Björn Heidkamp
Markt: Euro/USD Future Endlos Kontrakt
Zeitpunkt der Analyse: 12.07.2026
Letzter Kurs: 1,1446 USD
Euro/US-Dollar im Quartalschart
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,1446 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Futures für jedes Quartal ab.
Langfristiger Aufwärtstrend unterbrochen
Im Juni 2025 ist der primäre übergeordnete Aufwärtstrend in eine richtungslose Konsolidierung übergegangen: Seit über einem Jahr pendelte der Euro Future zwischen dem Bereich erhöhter Abgabebereitschaft um 1,1815 und 1,1875, erweitert um das alte Jahreshoch bei 1,1980, und dem Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft um 1,16 und 1,1520, erweitert um das Juli- und September-Tief 2025 bei 1,1424 und 1,1488 und dem Märztief bei 1,1482 hin und her.
Das jüngste Zyklushoch im April bei 1,1882 blieb unter dem Bewegungshoch vom 27. Januar bei 1,2018. Parallel haben es die Bären Ende Juni geschafft die europäische Gemeinschaftswährung erstmalig seit Juni 2025 unter den Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft der einjährigen Konsolidierung abzuverkaufen und den Konsolidierungsbereich nach unten zu verlassen.
Mit dem Bewegungstief bei 1,1364 wurde der tiefste Stand seit Mai 2025 erreicht. Erfahrungsgemäß sehen so nicht selten obere Umkehrformationen aus.
Quartalstief unterschritten
Im Zuge dieser Abwärtsbewegung wurde das Tief des ersten Quartals (Außenstab) bei 1,1482 unterschritten. Werden derartige (Umkehr)Außenstäbe mit einem tieferen Tief im folgenden Quartal bestätigt, ist in der Mehrzahl der Fälle eine mittelfristige Fortsetzung der eingeschlagenen Bewegung zu erwarten. Das aktuelle Quartalstief des 2. Quartals befindet sich nun bei dem o.a. Bewegungstief bei 1,1364.
Handel noch innerhalb des Juni-Messstabs aus 2025
Aus der Perspektive des Monatscharts wurde der primäre übergeordnete Aufwärtstrend im Juni 2025 unterbrochen.
Seit über einem Jahr schaffte es der Euro Future nicht, klar außerhalb des im Chart gekennzeichneten Messstabes (Hoch bei 1,1841, Tief bei 1,1373) zu schließen. Mit dem aktuellen Schlusskurs im Monat Juni bei 1,1457 wurde der angegebene Expansionsbar noch nicht auf Basis eines Schlusskurses unterschritten. In der für den Euro Future kritischen Situation bleibt das Risiko groß, dass die Bullen einem Ausbruchsversuch der Bären, mit einem Schlusskurs unterhalb des Messstabes, nicht standhalten können.
MACD mit Verkaufssignal
Auf dem oben abgebildeten Monatschart hat der MACD seine Signallinie von oben nach unten durchstoßen. Dadurch ist es zu einem rein technischen Verkaufssignal im Euro Future gekommen. Natürlich ist der MACD Indikator nicht das Evangelium, aber in Kombination mit dem realen Kursgeschehen, wie z. B. dem Unterschreiten des wichtigen Unterstützungsbereiches der angegebenen einjährigen Seitwärtsbewegung, erhöht sich die analytische Bedeutung.
Wochenchart: Erholung im intakten Abwärtstrend
Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts hat sich innerhalb des oben angegebenen einjährigen Konsolidierungsbereichs ein Abwärtstrend ausgebildet. Mit dem aktuellen Bewegungstief bei 1,1364 wurde diese Seitwärtszone sogar Ende Juni unterschritten-
Fast immer, wenn es einem Chart gelingt, die starke Aufnahmebereitschaft rund um ein solch kritisches Niveau komplett abzubauen, darf mit einer mittelfristigen Fortsetzung der eingeschlagenen Abwärtsbewegung gerechnet werden. In allen anderen Szenarien dürfte die dort wahrscheinlich aufkommende Aufnahmebereitschaft der Investoren zu groß sein, um die bestehende Abwärtsdynamik fortzusetzen. In 7 von 10 Fällen werden weitere Kursverluste folgen.
In den letzten beiden Wochen erholten sich die Kurse des Euro Futures innerhalb des mittelfristigen Abwärtstrends. Jedoch setzten wiederholt Verkäufe im Bereich von 1,15 ein, sodass sich dort ein kurzfristiger Widerstandsbereich ausgebildet hat.
Doji Innenstab mit geringster Volatilität der letzten 21 Wochen
In der abgelaufenen Börsenwoche konnte der Preis des Euro Futures weder das Vorwochenhoch überschreiten noch das Vorwochentief unterschreiten. Charttechnisch ist diese Woche somit als Innenstab zu charakterisieren. Parallel ist die wöchentliche Schwankungsbreite mit 0,56 US Cent stark gesunken. Innerhalb dieses Notierungsstabes weist die Volatilität den niedrigsten Stand seit mindestens 21 Wochen auf!
Weiterhin liegen Eröffnungs- und Schlusskurs etwa auf dem gleichen Niveau. Dadurch wurde eine Einbar-Konsolidierungsformation aus Sicht der japanischen Candlestick-Analyse in Form eines Doji’s ausgebildet. Bei einem Doji-Notierungsstab ist der „Kampf der Bullen und Bären ausgeglichen“. Typischerweise handelt es sich um eine Konsolidierungsformation, insbesondere auf den darunterliegenden Zeiteinheiten.
Bei Kursen unter dem Doji-Tief bei 1,1423 ist ein erneutes Absinken in Richtung Bewegungstief bei 1,1364 wahrscheinlich. Bei Kursen darunter würde der mittelfristige Abwärtstrend erneut bestätigt.
Nächstes starkes Unterstützungsniveau naht
Im Normalfall geht es anschließend dynamisch mit einem Rutsch bis zur nächsten Unterstützungszone. Von Vorteil für die Bullen ist, dass der nächste starke Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft schon in der Nähe im Bereich um 1,11 bis 1,12 erwartet werden kann.
Ob dieser dort zu erwartende Kaufüberhang dem Euro Future wieder zu einem Richtungswechsel mit Kursen jenseits der 1,20 verhelfen kann, scheint in der aktuell verschlechterten Gemengelage eher unwahrscheinlich.
Fazit:
Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts stockt der Aufwärtstrend durch die angegebene Seitwärtsbewegung der letzten Monate und dem Kursverhalten der letzten Wochen.
Im April 2025 ist die europäische Gemeinschaftswährung aus einer zweijährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Doch in den vergangenen Wochen mehren sich die Anzeichen, dass die Bären langfristig das Zepter wieder übernehmen könnten.
Aktuell handelt der Euro Future am Tief des eingezeichneten Messtabes auf dem Monatschart und es scheint den Bären zu gelingen, den Euro unter das Tief des Expansionsbars zu drängen.
Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts wurde die angegebene Seitwärtsbewegung in einer ersten Abwärtsbewegung mit dem Bewegungstief bei 1,1364 unterschritten. Damit wurde der tiefste Stand seit Mai 2025 erreicht. Das Chartbild hat sich somit verschlechtert und das Risiko für einen weiteren Kursrutsch bleibt akut. Die Erholung der letzten beiden Wochen ist bisher nicht ausreichend, um die Ausgangslage zu verbessern.
Fällt der Euro Future unter 1,1423, ist ein weiteres Absinken in Richtung des aktuellen Bewegungs- und Quartalstiefs bei 1,1364 zu erwarten. Bei Kursen darunter ist ein Test
der alten Widerstände und jetzigen Unterstützungen der vergangenen langfristigen Seitwärtsbewegung von Januar 2023 bis April 2025 um 1,12 bis 1,11 anzunehmen.
Kurse unter 1,10 verschlechtern die Ausgangsposition nochmals deutlich. Selbst Kurse um 1,05 scheinen dann wieder ins Visier der Bären zu geraten.
Bei Kursen über 1,1510 ist mit einer Fortsetzung der aktuellen mittelfristigen Erholungsbewegung bis in den Bereich um 1,16 zu rechnen. Schaffen es die Bullen hingegen, den Euro Future wieder über 1,1665 zu hieven, könnte sich das aktuelle Chartgeschehen als Bärenfalle entpuppen und sich die mittelfristige Perspektive wieder neutralisieren. Diesem positiven Szenario muss aufgrund der aktuellen Gemengelage jedoch weiterhin eine geringere Wahrscheinlichkeit zugesprochen werden.





