Euro Future unterschreitet einjährige Konsolidierung

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2026

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Karsten Kagels

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Karsten Kagels

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FinMent Börsenwebinar

Analyst: Björn Heidkamp
Markt: Euro/USD Future Endlos Kontrakt
Zeitpunkt der Analyse: 28.06.2026
Letzter Kurs: 1,1424 USD

EUR/USD im Quartalschart

Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,1424 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Futures für jedes Quartal ab.

Euro-Future Quartalschart von cqg.com
Euro-Future Quartalschart von cqg.com

Langfristiger Aufwärtstrend unterbrochen

Im April 2025 hat der Euro Future die eingezeichnete langfristige Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst. Parallel wurde die seit 2008 bestehende, eingezeichnete langfristige Abwärtstrendlinie dynamisch überschritten. Dieser primäre übergeordnete Aufwärtstrend ist seit Juni 2025 in eine richtungslose Konsolidierung übergegangen: Seit über einem Jahr pendelte der Euro Future zwischen dem Bereich erhöhter Abgabebereitschaft um 1,1815 und 1,1875, erweitert um das alte Jahreshoch bei 1,1980, und dem Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft um 1,16 und 1,1520, erweitert um das Juli- und September-Tief 2025 bei 1,1424 und 1,1488 und dem Märztief bei 1,1482 hin und her. 

Das jüngste Zyklushoch im April bei 1,1882 blieb unter dem Bewegungshoch vom 27. Januar bei 1,2018. Parallel haben es die Bären in der abgelaufenen Börsenwoche geschafft, die europäische Gemeinschaftswährung erstmalig seit Juni 2025 unter den Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft der einjährigen Konsolidierung abzuverkaufen. Mit dem Bewegungstief bei 1,1364 wurde der tiefste Stand seit Mai 2025 erreicht. Erfahrungsgemäß sehen so nicht selten obere Umkehrformationen aus.

Quartalstief unterschritten

Im Zuge dieser Abwärtsbewegung wurde das Vorquartalstief (Außenstab) bei 1,1482 unterschritten. Werden derartige (Umkehr‑)Außenstäbe mit einem tieferen Tief im folgenden Quartal bestätigt, ist in der Mehrzahl der Fälle eine mittelfristige Fortsetzung der eingeschlagenen Bewegung zu erwarten.

Handel noch innerhalb des Juni-Messstabs aus 2025

Aus der Perspektive des Monatscharts wurde der primäre übergeordnete Aufwärtstrend im Juni 2025 unterbrochen.

Seit über einem Jahr schaffte es der Euro Future nicht, klar außerhalb des im Chart gekennzeichneten Messstabes (Hoch bei 1,1841, Tief bei 1,1373) zu schließen. In der für den Euro Future kritischen Situation vermehren sich die Anzeichen, dass die Bullen einem Ausbruchsversuch der Bären, mit einem Schlusskurs unterhalb des Messstabes, nicht standhalten können.

Euro/US-Dollar Monatschart Analyse
Euro/US-Dollar Monatschart Analyse

MACD vor Verkaufssignal

Auf dem oben abgebildeten Monatschart hat der MACD seine Signallinie von oben nach unten durchstoßen. Da der Monatschart noch einige Tage läuft, kann es am Mittwoch zu einem rein technischen Verkaufssignal im Euro Future kommen, sollte sich das Kursniveau nicht wesentlich über 1,15 zum Monatsschluss befinden. Natürlich ist der MACD Indikator nicht das Evangelium, aber in Kombination mit dem realen Kursgeschehen, wie z.B. dem Unterschreiten des wichtigen Unterstützungsbereiches der angegebenen einjährigen Seitwärtsbewegung, erhöht sich die analytische Bedeutung.

Wochenchart: Bären im Vorteil

Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts wurde die viel beschriebene sichtbare einjährige Seitwärtsbewegung in dieser Woche nach unten verlassen. Damit steht der Euro Future kurz vor einer mittelfristigen oberen Umkehrformation.

Fast immer, wenn es einem Chart gelingt, die starke Aufnahmebereitschaft rund um ein solch kritisches Niveau komplett abzubauen, darf mit einer mittelfristigen Fortsetzung der eingeschlagenen Abwärtsbewegung gerechnet werden. In allen anderen Szenarien dürfte die dort wahrscheinlich aufkommende Aufnahmebereitschaft der Investoren zu groß sein, um die bestehende Abwärtsdynamik fortzusetzen. In 7 von 10 Fällen werden weitere Kursverluste folgen, insbesondere wenn der neue mittelfristige Abwärtstrend mit einem Bewegungstief unter 1,1364 bestätigt wird.

Nächstes starkes Unterstützungsniveau naht

Im Normalfall geht es anschließend dynamisch mit einem Rutsch bis zur nächsten Unterstützungszone. Von Vorteil für die Bullen ist, dass der nächste starke Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft schon in der Nähe im Bereich um 1,11 bis 1,12 erwartet werden kann.

Ob dieser dort zu erwartende Kaufüberhang dem Euro Future wieder zu einem Richtungswechsel mit Kursen jenseits der 1,20 verhelfen kann, scheint in der aktuell verschlechterten Gemengelage eher unwahrscheinlich.

Wocvhenchart des EUR/USD Währungspaares im Juni 2026
Wocvhenchart des EUR/USD Währungspaares im Juni 2026

Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts stockt der Aufwärtstrend durch die angegebene Seitwärtsbewegung der letzten Monate und dem Kursverhalten der letzten Tage. 

Im April 2025 ist die europäische Gemeinschaftswährung aus einer zweijährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Doch in den vergangenen Wochen mehren sich die Anzeichen, dass die Bären langfristig das Zepter wieder übernehmen könnten.

Aktuell handelt der Euro Future am Tief des eingezeichneten Messtabes auf dem Monatschart und es scheint den Bären zu gelingen, den Euro unter das Tief des Expansionsbars zu drängen. 

Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts wurde die angegebene Seitwärtsbewegung in einer ersten Abwärtsbewegung mit dem Bewegungstief bei 1,1363 unterschritten. Damit wurde der tiefste Stand seit Mai 2025 erreicht. Das Chartbild hat sich somit verschlechtert und das Risiko für einen weiteren Kursrutsch bleibt akut. Fällt der Euro Future unter 1,1363 ist ein weiteres Absinken in Richtung der alten Widerstände und jetzigen Unterstützungen der vergangenen langfristigen Seitwärtsbewegung von Januar 2023 bis April 2025 um 1,12 bis 1,11 anzunehmen.

Bei Kursen unter 1,10 verschlechtert sich die Ausgangsposition nochmals deutlich. Selbst Kurse um 1,05 scheinen dann wieder ins Visier der Bären zu geraten.

Schaffen es die Bullen hingegen, den Euro Future wieder über 1,1665 zu hieven, könnte sich das aktuelle Chartgeschehen als Bärenfalle entpuppen und sich die mittelfristige Perspektive wieder neutralisieren. Diesem positiven Szenario muss aufgrund der aktuellen Gemengelage jedoch eine geringere Wahrscheinlichkeit zugesprochen werden.

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