Wer wissen will, wann die Börse Frankfurt geöffnet hat, bekommt im Netz zwei verschiedene Antworten. Die eine lautet 9:00 bis 17:30 Uhr, die andere 8:00 bis 22:00 Uhr. Beide stehen so im Umlauf, und beide sind für sich genommen nicht falsch. Sie beschreiben nur zwei verschiedene Dinge: einmal den Kernhandel auf dem elektronischen System, einmal den Handelsplatz Frankfurt als Ganzes.
Seit dem 1. Dezember 2025 ist die Frage noch einmal unübersichtlicher geworden, weil Privatanleger seither auch über Xetra bis 22 Uhr handeln können. In diesem Artikel steht, welche Zeit für welches Wertpapier gilt, an welchen Tagen bis 2028 gar nicht gehandelt wird und warum an einigen Feiertagen schon um 20 Uhr Schluss ist. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Börse Frankfurt Öffnungszeiten: das Wichtigste in 30 Sekunden
- An der Börse Frankfurt werden Aktien, Fonds, ETFs und Zertifikate von 8:00 bis 22:00 Uhr gehandelt, montags bis freitags.
- Anleihen sind die Ausnahme und laufen nur von 8:00 bis 17:30 Uhr.
- Auf Xetra liegt der fortlaufende Kernhandel bei 9:00 bis 17:30 Uhr. Seit dem 1. Dezember 2025 kommen für Privatanleger ein Frühhandel ab 8:00 Uhr und ein Späthandel bis 22:00 Uhr dazu.
- Am Wochenende findet kein Börsenhandel statt, weder samstags noch sonntags.
- Bis Jahresende 2026 ruht der Handel noch an vier Tagen: Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen und Silvester. 2027 kommen acht handelsfreie Tage zusammen.
- An Feiertagen mit Handel endet der Aktienhandel bereits um 20:00 Uhr statt um 22:00 Uhr.
Was ist die Börse Frankfurt?
Die Börse Frankfurt ist der Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse, an dem Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und Zertifikate über Spezialisten gehandelt werden. Sie gehört zur Deutschen Börse AG, wurde 1585 gegründet und ist neben dem elektronischen Handelssystem Xetra der zweite Marktplatz der Gruppe.
Der Name führt in die Irre, weil er zwei Dinge meint. Umgangssprachlich steht „Börse Frankfurt” für den gesamten Finanzplatz. Als Handelsplatz bezeichnet er dagegen etwas Bestimmtes: den Handel über Spezialisten, früher als Parketthandel bekannt. Diese Spezialisten sind Wertpapierhandelsunternehmen, die für die ihnen zugeteilten Werte verbindliche Kurse stellen und dafür sorgen, dass auch selten gehandelte Papiere handelbar bleiben.
Das Bild vom rufenden Händler auf dem Parkett stimmt heute nicht mehr. Der Handel läuft elektronisch über dieselbe technische Plattform wie Xetra. Was den Unterschied ausmacht, ist nicht der Ort, sondern die Rolle des Spezialisten: Er beobachtet das Orderbuch und greift ein, wenn ein Kurs sonst nicht zustande käme. Wie sich die beiden Plätze im Detail unterscheiden, steht weiter unten im Vergleich von Börse Frankfurt und Xetra. Einen Überblick über alle Handelsplätze weltweit liefert unser Hauptartikel zu den Börsenzeiten.
Wann hat die Börse Frankfurt geöffnet?
Die Börse Frankfurt ist montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. In diesem Fenster werden Aktien, Fonds, ETFs und strukturierte Produkte gehandelt. Anleihen bilden die Ausnahme und werden nur von 8:00 bis 17:30 Uhr gehandelt.
Vierzehn Stunden am Tag sind für eine deutsche Börse viel. Das lange Fenster hat einen praktischen Grund: Es deckt den gesamten US-Handelstag ab. Die Wall Street öffnet um 15:30 Uhr deutscher Zeit und schließt um 22:00 Uhr. Wer abends auf eine Nachricht aus New York reagieren will, braucht dafür keinen US-Broker, sondern kann das über Frankfurt tun. Welche Feiertage und verkürzten Tage dort gelten, steht bei den NYSE Öffnungszeiten und Feiertagen.
Nicht jedes Wertpapier folgt demselben Takt. Die folgende Übersicht zeigt, welche Zeit für welche Anlageklasse gilt. Alle Angaben stammen aus dem Handelskalender der Deutschen Börse und gelten in deutscher Zeit, also im Winter MEZ und im Sommer MESZ.
| Anlageklasse | Handelszeit |
|---|---|
| Aktien, Fonds, ETFs und ETPs | 8:00 bis 22:00 Uhr |
| Zertifikate, Optionsscheine, strukturierte Produkte | 8:00 bis 22:00 Uhr |
| Anleihen | 8:00 bis 17:30 Uhr |
| Variabel gehandelte Anleihen im Freiverkehr | 9:00 bis 17:30 Uhr |

Ein langes Fenster heißt nicht durchgehend gute Kurse. Vor 9:00 Uhr und nach 17:30 Uhr ist deutlich weniger Handelsvolumen im Markt. Die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der sogenannte Spread, fällt dann breiter aus, und bei kleineren Werten kann es dauern, bis eine Order ausgeführt wird. Warum das so ist und wann es am günstigsten ist, steht im Abschnitt zum Spread an der Börse Frankfurt.
Börse Frankfurt oder Xetra: wo der Unterschied bei den Zeiten liegt
An dieser Stelle entsteht die meiste Verwirrung, und zwar zu Recht. Beide Marktplätze gehören zur Deutschen Börse, beide sind in Frankfurt beheimatet, und trotzdem haben sie unterschiedliche Handelszeiten. Wer die eine Zahl liest und die andere meint, verpasst im Zweifel eine Ausführung.
Xetra ist das vollelektronische Handelssystem der Deutschen Börse, über das rund 90 Prozent des deutschen Aktienhandels laufen. Der fortlaufende Kernhandel findet montags bis freitags von 9:00 bis 17:30 Uhr statt. Seit dem 1. Dezember 2025 können Privatanleger über einen Früh- und einen Späthandel zusätzlich von 8:00 bis 22:00 Uhr ordern.
Diese Erweiterung heißt Extended Xetra Retail Service und ist der Grund, warum ältere Angaben nicht mehr stimmen. Bis Ende 2025 war auf Xetra um 17:30 Uhr Schluss. Heute legen sich ein Frühhandel und ein Späthandel um den unveränderten Kernhandel herum. In diesen Randzeiten werden ausschließlich Privatanleger-Orders zusammengeführt, institutionelle Teilnehmer bleiben außen vor.
| Handelsphase | Zeitfenster | Wer handelt |
|---|---|---|
| Frühhandel (Retail Early) | 8:00 bis 8:55 Uhr | nur Privatanleger |
| Eröffnungsauktion | ab 8:55 Uhr | alle Teilnehmer |
| Fortlaufender Handel | ab 9:00 Uhr | alle Teilnehmer |
| Schlussauktion | ab 17:30 Uhr | alle Teilnehmer |
| Trade-at-Close (DAX, MDAX, SDAX) | 17:35 bis 17:40 Uhr | alle Teilnehmer |
| Späthandel (Retail Late) | 17:40 bis 22:00 Uhr | nur Privatanleger |
Für die Praxis heißt das dreierlei. Erstens gilt der erweiterte Zugang nur, wenn der eigene Broker ihn anbietet, denn er ist keine Pflicht. Zweitens ist das Volumen in den Randzeiten dünn, ein Limit ist dort keine Kür, sondern Selbstschutz. Drittens bleiben Anleihen außen vor und enden weiterhin um 17:30 Uhr. Alle Details zum System stehen in unserem Artikel zu Xetra.
Hat die Börse Frankfurt heute geöffnet?
Die Börse Frankfurt hat an jedem Werktag von Montag bis Freitag geöffnet, sofern der Tag nicht im Handelskalender der Deutschen Börse als handelsfreier Tag geführt wird. Samstags und sonntags findet kein Handel statt.
Drei Fragen beantworten den Fall zuverlässig, und zwar in dieser Reihenfolge. Ist heute Samstag oder Sonntag? Dann ist geschlossen, ohne Ausnahme. Steht der Tag in der Feiertagstabelle weiter unten? Dann ruht der Handel ebenfalls. Ist heute ein gesetzlicher Feiertag, der dort nicht steht, etwa Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam? Dann wird gehandelt, aber nur bis 20:00 Uhr.
Ein Fall führt regelmäßig in die Irre. Wenn die eigene Depotansicht vormittags keine Kursbewegung zeigt, heißt das nicht, dass die Börse geschlossen ist. Viele Broker zeigen im Frühhandel den Schlusskurs des Vortags, solange für das Papier noch kein Umsatz zustande gekommen ist. Ein Blick auf ein liquides Papier wie einen DAX-Wert klärt das in Sekunden: Bewegt sich dort ein Kurs, läuft der Handel.
Die Börse Frankfurt Handelszeiten am Wochenende
An der Börse Frankfurt findet am Wochenende kein Handel statt. Weder samstags noch sonntags werden Kurse festgestellt oder Orders ausgeführt. Das gilt für alle Anlageklassen und für Xetra gleichermaßen.
Die Börse Frankfurt Handelszeiten am Samstag
Samstags ist die Börse Frankfurt geschlossen. Das war nicht immer so: Bis 1993 gab es an deutschen Börsen einen verkürzten Samstagshandel. Heute endet die Handelswoche freitags um 22:00 Uhr. Wer am Wochenende eine Order aufgibt, sammelt sie im System seines Brokers, ausgeführt wird sie frühestens am Montagmorgen.
Die Börse Frankfurt Öffnungszeiten am Sonntag
Sonntags gilt dasselbe wie samstags. Es gibt keinen Börsenhandel und keine offiziellen Kurse. Was am Sonntag gelegentlich als „DAX-Kurs” durch die Medien geht, stammt aus dem Handel mit Derivaten bei außerbörslichen Anbietern und ist keine Feststellung der Frankfurter Wertpapierbörse. Solche Kurse können am Montag deutlich vom ersten Börsenkurs abweichen.
Wer am Wochenende handeln möchte, hat trotzdem Möglichkeiten. Einige Kryptowährungen werden durchgehend gehandelt, und manche Broker bieten am Wochenende Kurse auf Indizes über CFDs an. Beides läuft außerhalb der Börse, mit eigenen Risiken und in der Regel deutlich breiteren Spannen.
Welche Börsenfeiertage hat die Börse Frankfurt?
Die Börse Frankfurt bleibt an acht Tagen im Jahr geschlossen: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen und Silvester. Alle übrigen gesetzlichen Feiertage sind reguläre Handelstage mit verkürzter Handelszeit.
Der Börsenkalender folgt nicht dem Feiertagskalender des Bundeslandes. Das überrascht viele: Am Tag der Deutschen Einheit und an Christi Himmelfahrt wird an der Börse Frankfurt gehandelt, obwohl in ganz Deutschland frei ist. Umgekehrt ruht der Handel an Heiligabend und Silvester, die gar keine gesetzlichen Feiertage sind.
| Handelsfreier Tag | 2027 | 2028 |
|---|---|---|
| Neujahr | Fr, 1. Januar | Sa, 1. Januar |
| Karfreitag | Fr, 26. März | Fr, 14. April |
| Ostermontag | Mo, 29. März | Mo, 17. April |
| Tag der Arbeit | Sa, 1. Mai | Mo, 1. Mai |
| Heiligabend | Fr, 24. Dezember | So, 24. Dezember |
| 1. Weihnachtstag | Sa, 25. Dezember | Mo, 25. Dezember |
| 2. Weihnachtstag | So, 26. Dezember | Di, 26. Dezember |
| Silvester | Fr, 31. Dezember | So, 31. Dezember |
Bis zum Jahresende 2026 stehen noch vier handelsfreie Tage an: Heiligabend am Donnerstag, dem 24. Dezember, der 1. Weihnachtsfeiertag am Freitag, dem 25. Dezember, der 2. Weihnachtsfeiertag am Samstag, dem 26. Dezember, und Silvester am Donnerstag, dem 31. Dezember. Praktisch wirksam sind davon drei, weil der 26. Dezember auf ein Wochenende fällt.
Ein Blick auf die Wochentage lohnt sich auch für die Folgejahre. 2027 fallen der Tag der Arbeit und beide Weihnachtsfeiertage auf ein Wochenende, 2028 dagegen nur Neujahr, Heiligabend und Silvester. Anders als in Großbritannien oder den USA werden solche Feiertage an der Börse Frankfurt nicht nachgeholt: Es gibt keinen Ersatzruhetag am Freitag davor oder am Montag danach. 2027 verliert die Börse dadurch drei handelsfreie Tage weniger als 2028.
An diesen Feiertagen endet der Handel schon um 20 Uhr
An gesetzlichen Feiertagen in Deutschland und Hessen, an denen nach dem FWB-Handelskalender gehandelt wird, endet der Handel mit Aktien und ETPs an der Börse Frankfurt bereits um 20:00 Uhr statt um 22:00 Uhr. Strukturierte Produkte werden auch an diesen Tagen bis 22:00 Uhr gehandelt.
Diese Regel steht in keinem der gängigen Übersichtsartikel, und sie erklärt eine verbreitete Falschangabe. Wer im Netz liest, die Börse Frankfurt handle „von 8:00 bis 20:00 Uhr”, hat eine Quelle erwischt, die diese Feiertagsregel für die Normalzeit hält. An gewöhnlichen Handelstagen ist bis 22:00 Uhr geöffnet, an den folgenden Tagen nicht.
| Feiertag mit Handel | 2027 | 2028 |
|---|---|---|
| Christi Himmelfahrt | Do, 6. Mai | Do, 25. Mai |
| Pfingstmontag | Mo, 17. Mai | Mo, 5. Juni |
| Fronleichnam | Do, 27. Mai | Do, 15. Juni |
| Tag der Deutschen Einheit | So, 3. Oktober | Di, 3. Oktober |
Für den Handel heißt das vor allem eines: Die letzten zwei Stunden fehlen. Wer an einem solchen Tag auf die US-Eröffnung setzt und die Position abends noch schließen will, hat statt sechseinhalb nur viereinhalb Stunden Zeit. Eine Stop-Loss-Order greift nach 20:00 Uhr an der Börse Frankfurt nicht mehr, während die Wall Street noch zwei Stunden weiterläuft. Eine vollständige Übersicht aller Termine steht in unserem Artikel zu den Börsenfeiertagen.
Die Tradingzeiten von Börse Frankfurt an Ostern
An Ostern ruht der Handel an der Börse Frankfurt an vier Tagen am Stück: Karfreitag, Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag. 2027 ist das der Zeitraum vom 26. bis 29. März, 2028 der Zeitraum vom 14. bis 17. April.
Ostern ist damit die längste zusammenhängende Handelspause des Jahres. Vier Tage ohne Kursfeststellung sind für offene Positionen eine eigene Größe: Nachrichten laufen weiter, der Markt kann sie aber nicht einpreisen. Am Dienstag nach Ostern eröffnet Frankfurt deshalb häufiger mit einer Kurslücke als an normalen Tagen.
Wer über Ostern investiert bleibt, sollte zwei Dinge kennen. Ein Stop-Loss schützt in dieser Zeit nicht: Eröffnet ein Papier am Dienstag unterhalb der Marke, wird die Order zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt, nicht zur gesetzten Marke. Und die US-Börsen haben einen anderen Kalender als Frankfurt: Sie bleiben am Karfreitag geschlossen, handeln am Ostermontag aber ganz normal.
Börse Frankfurt Öffnungszeiten an Heiligabend und Silvester
An Heiligabend und an Silvester findet an der Börse Frankfurt kein Handel statt. Beide Tage sind handelsfrei, obwohl sie keine gesetzlichen Feiertage sind. Die Abwicklung bereits geschlossener Geschäfte läuft an diesen Tagen weiter, sofern sie nicht auf ein Wochenende fallen.
Der letzte Handelstag des Jahres ist damit der 30. Dezember, nicht der 31. Diese sogenannte Jahresschlussbörse ist für alle relevant, die ein Geschäft noch im laufenden Steuerjahr abrechnen wollen. 2026 fällt sie auf Mittwoch, den 30. Dezember, 2027 auf Donnerstag, den 30. Dezember. Wer eine Position bewusst im alten Jahr schließen möchte, sollte den Auftrag nicht auf den letzten Drücker legen, weil in den Tagen davor spürbar weniger Umsatz im Markt ist.
Zwischen den Jahren wird gehandelt, aber dünn. Der 28., 29. und 30. Dezember 2026 sind reguläre Handelstage. Das Volumen liegt in dieser Woche deutlich unter dem Jahresdurchschnitt, die Spreads sind entsprechend breiter. Einzelne Papiere reagieren dann schon auf kleine Orders mit auffälligen Ausschlägen.
Kann ich außerhalb der regulären Handelszeiten Orders platzieren?
Orders lassen sich rund um die Uhr aufgeben, ausgeführt werden sie aber erst, wenn der gewählte Handelsplatz geöffnet ist. Eine nachts erteilte Order landet in der Warteschlange des Brokers und geht mit Handelsbeginn ins Orderbuch.
Genau hier liegt eine Falle, die Anfänger regelmäßig Geld kostet. Eine über Nacht erteilte Market-Order wird am Morgen zum ersten verfügbaren Kurs ausgeführt, und der kann nach einer Nachricht aus Übersee weit vom Schlusskurs des Vortags entfernt liegen. Wer außerhalb der Handelszeiten ordert, arbeitet deshalb sinnvollerweise mit einem Limit.
Wer wirklich abends handeln will, hat mehrere Wege. Über Tradegate ist bis 22:00 Uhr Handel möglich, über gettex und Lang & Schwarz ebenfalls. Seit Dezember 2025 kommt der Späthandel auf Xetra dazu. Alle diese Wege haben denselben Haken: In den Randzeiten stellt oft nur noch ein einziger Marktteilnehmer den Kurs, und die Spanne wird breiter.
Ein Vergleich macht das greifbar. Ein Papier, das um 11 Uhr mit wenigen Cent Abstand zwischen Kauf und Verkauf handelbar ist, kann um 21 Uhr das Zehnfache dieser Spanne aufweisen. Bei einer Position über wenige tausend Euro ist das schnell mehr, als die erhoffte Kursbewegung einbringt. Für die meisten Anleger ist Warten bis zum nächsten Morgen die günstigere Entscheidung.
Wann ist der Spread an der Börse Frankfurt am geringsten?
Der Spread ist die Spanne zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs eines Wertpapiers. An der Börse Frankfurt ist er am geringsten, wenn das Handelsvolumen am höchsten ist, also im Kernhandel zwischen 9:00 und 17:30 Uhr und besonders zwischen 15:30 und 17:30 Uhr.
Der Grund für dieses Zeitfenster liegt in New York. Um 15:30 Uhr deutscher Zeit öffnen die US-Börsen. Für zwei Stunden sind europäische und amerikanische Händler gleichzeitig aktiv, das Volumen ist dann am größten und die Spanne am engsten. Nach 17:30 Uhr fällt die europäische Seite weg, und die Spanne zieht wieder an.
Zweimal im Jahr verschiebt sich dieses Fenster um eine Stunde. Die USA stellen ihre Uhren am zweiten Sonntag im März um, Europa erst am letzten Sonntag im März. Im Herbst ist es umgekehrt. In diesen Wochen öffnet die Wall Street für uns um 14:30 Uhr, und die beste Handelszeit liegt entsprechend zwischen 14:30 und 17:30 Uhr. 2027 betrifft das den Zeitraum vom 15. bis 27. März sowie vom 1. bis 6. November.
Die ersten Minuten des Handelstags sind eine eigene Kategorie. Zwischen 9:00 und etwa 9:15 Uhr verarbeitet der Markt alles, was über Nacht passiert ist. Das Volumen ist hoch, die Kurse schwanken aber stark. Für Anleger, die einfach kaufen oder verkaufen wollen, ist der späte Vormittag meist der ruhigere Zeitpunkt.
Was sind die Börse Frankfurt Handelszeiten für Derivate?
Zertifikate, Optionsscheine und andere strukturierte Produkte werden an der Börse Frankfurt von 8:00 bis 22:00 Uhr gehandelt. Sie behalten dieses Fenster auch an Feiertagen, an denen der Aktienhandel bereits um 20:00 Uhr endet.
Damit sind strukturierte Produkte die einzige Anlageklasse mit durchgehend voller Handelszeit. Möglich wird das durch den Emittenten: Die herausgebende Bank stellt fortlaufend Kurse und ist nicht auf ein gefülltes Orderbuch angewiesen. Ein Kurs ist deshalb fast immer vorhanden.
Verwechseln sollte man das nicht mit dem Terminhandel. Futures und Optionen auf den DAX laufen nicht über Frankfurt, sondern über die Eurex, die eigene und deutlich längere Handelszeiten hat. Wer über Nacht abgesichert sein möchte, ist dort richtig, nicht an der Wertpapierbörse.
Kann man an der Börse Frankfurt Kryptowährungen handeln?
Kryptowährungen selbst werden an der Börse Frankfurt nicht gehandelt. Handelbar sind Krypto-ETNs, also börsengehandelte Schuldverschreibungen, die den Kurs einer Kryptowährung abbilden. Sie folgen den regulären Handelszeiten der Börse.
Der Unterschied ist für die Handelszeiten entscheidend. Bitcoin wird an Kryptobörsen rund um die Uhr gehandelt, auch samstags und sonntags. Ein Krypto-ETN an der Börse Frankfurt dagegen nicht: Er ist an Werktagen im regulären Zeitfenster handelbar und am Wochenende gar nicht.
Daraus entsteht eine Lücke, die man kennen sollte. Bewegt sich der Bitcoin-Kurs am Wochenende deutlich, kann der ETN am Montagmorgen mit einer entsprechenden Kurslücke eröffnen, ohne dass in der Zwischenzeit ein Handel möglich gewesen wäre. Wer den Kurs am Wochenende verfolgen will, findet die Einordnung in unserer Bitcoin Prognose.
Welche Handelszeiten gelten bei Smartbroker+ und Scalable Capital?
Über einen Broker gelten immer die Handelszeiten des Handelsplatzes, den er anbietet, nicht eigene Zeiten des Brokers. Wer über Smartbroker+ oder Scalable Capital an der Börse Frankfurt ordert, handelt daher im Fenster von 8:00 bis 22:00 Uhr.
Der eigentliche Unterschied liegt nicht in der Uhrzeit, sondern in der Auswahl. Broker binden unterschiedliche Handelsplätze an, und mancher Neobroker bietet nur einen einzigen. Wer dort abends ordert, handelt zu den Zeiten dieses einen Partners, nicht zu denen der Börse Frankfurt. Ein Blick in die Handelsplatzliste des eigenen Brokers klärt das schneller als jede allgemeine Angabe.
Auch der erweiterte Xetra-Handel ist keine Selbstverständlichkeit. Der Späthandel bis 22:00 Uhr steht nur bei teilnehmenden Instituten zur Verfügung. Details stehen in unseren Artikeln zu den Smartbroker Handelszeiten und den Scalable Capital Handelszeiten.
Fazit: eine Börse, zwei Zeitfenster, ein Kalender
Die widersprüchlichen Angaben im Netz haben einen einfachen Grund. „8:00 bis 22:00 Uhr” beschreibt den Handelsplatz Börse Frankfurt mit seinen Spezialisten. „9:00 bis 17:30 Uhr” beschreibt den fortlaufenden Kernhandel auf Xetra. Beide Angaben stimmen, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.
Seit dem 1. Dezember 2025 ist der Abstand zwischen beiden kleiner geworden. Privatanleger erreichen inzwischen auch über Xetra ein Fenster von 8:00 bis 22:00 Uhr, sofern ihr Broker mitmacht. Wer eine ältere Quelle liest, in der Xetra um 17:30 Uhr endet, hat einen Stand von vor Dezember 2025 vor sich.
Drei Punkte lohnen sich zu merken. Anleihen bleiben bei 17:30 Uhr, ganz gleich welcher Platz. An Feiertagen mit Handel endet der Aktienhandel bereits um 20:00 Uhr. Und in den Randzeiten vor 9:00 und nach 17:30 Uhr ist die Liquidität so dünn, dass ein Limit keine Vorsichtsmaßnahme, sondern eine Notwendigkeit ist.
Für die Praxis heißt das: Länger handeln zu können ist nicht dasselbe wie besser handeln zu können. Die engsten Spannen liegen weiterhin zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, wenn Frankfurt und die Wall Street gleichzeitig geöffnet haben. Das erweiterte Fenster ist ein Werkzeug für den Notfall und für Berufstätige, kein Grund, den Handelstag nach hinten zu verlegen.
Häufige Fragen zu den Börse Frankfurt Öffnungszeiten
Wie lange hat die Börse Frankfurt auf?
Die Börse Frankfurt ist montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, also 14 Stunden am Tag. Anleihen bilden die Ausnahme und werden nur bis 17:30 Uhr gehandelt. An Feiertagen mit Handel endet der Aktienhandel um 20:00 Uhr.
Warum finde ich im Netz zwei verschiedene Handelszeiten?
Weil zwei Marktplätze gemeint sind. Der Handelsplatz Börse Frankfurt mit seinen Spezialisten handelt von 8:00 bis 22:00 Uhr. Das elektronische System Xetra hat seinen fortlaufenden Kernhandel von 9:00 bis 17:30 Uhr, seit Dezember 2025 ergänzt um Früh- und Späthandel für Privatanleger.
Wann ist Börsenschluss in Frankfurt?
Der Handel endet an regulären Handelstagen um 22:00 Uhr. Der fortlaufende Xetra-Kernhandel schließt bereits um 17:30 Uhr mit der Schlussauktion. Der letzte Handelstag des Jahres ist der 30. Dezember, weil an Silvester nicht gehandelt wird.
Zu welcher Uhrzeit sollte man Aktien kaufen?
Für eine einfache Kauf- oder Verkaufsentscheidung ist der späte Vormittag meist am ruhigsten. Die engsten Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs liegen zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, wenn die US-Börsen zusätzlich geöffnet sind. Die ersten Minuten nach 9:00 Uhr schwanken am stärksten.
Kann ich als Privatanleger direkt an der Börse Frankfurt handeln?
Nicht unmittelbar. Der Zugang läuft immer über einen Broker oder eine Bank, die zum Börsenhandel zugelassen ist und die Order für dich weiterleitet. Ein Depot bei einem Broker, der die Börse Frankfurt anbindet, genügt dafür.
Warum ändert sich mein Depotwert am Wochenende trotzdem?
Am Wochenende werden keine Kurse festgestellt. Was sich ändert, sind meist Währungsumrechnungen oder Kurse außerbörslicher Anbieter, die manche Depotansichten übernehmen. Der maßgebliche Kurs ist der letzte Börsenschlusskurs vom Freitag.
Kann man die Börse Frankfurt besichtigen?
Ja, die Deutsche Börse bietet im Visitors Center am Börsenplatz Führungen an. Sie sind kostenlos und finden werktags statt, eine Anmeldung ist erforderlich. Die Besuchszeiten sind unabhängig von den Handelszeiten und decken nur einen Teil des Handelstags ab.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Handelszeiten sind für ihn kein Randthema, sondern Teil der Ausführung. Wer nach exakten Marken handelt, muss wissen, wann ein Stop überhaupt greifen kann und wann nur noch ein einzelner Marktteilnehmer den Kurs stellt. Die Einordnung in diesem Artikel folgt dieser Praxis und den offiziellen Angaben der Deutschen Börse, nicht der Broschüre eines Anbieters. Mehr über ihn steht auf seiner Autorenseite.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.










