Kaum ein Kontrakt verrät so schnell, was der Markt von den Zinsen erwartet, wie der Euro-Bund-Future. Er läuft an der Eurex auf eine gedachte zehnjährige Bundesanleihe und gilt als das Zinsbarometer der Eurozone. Steigt er, rechnet der Markt mit fallenden Zinsen. Fällt er, erwartet er das Gegenteil.
Für Trader steckt darin ein doppelter Nutzen. Der Kontrakt lässt sich selbst handeln, und er liefert nebenbei ein Signal für Aktien, Anleihen und den Euro. Wer den Bund-Future liest, erkennt eine Zinswende oft früher als in den Schlagzeilen. Genau deshalb schauen wir regelmäßig auf diesen Chart.
Diese Seite fasst zusammen, was die Charts derzeit hergeben. Du findest die Lage kurzfristig, mittelfristig und langfristig, dazu die aktuellen Kursdaten, die Kontraktspezifikationen der Eurex und die Faktoren, die den Kurs bewegen. Alle Marken stammen aus unserer eigenen Chartanalyse, nicht aus fremden Prognosen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Aktuelle Bund-Future Prognosen: die wichtigsten Trends und Kursziele
- Aktueller Stand: Der Euro-Bund-Future schloss am 11. September 2026 bei 120,49 Punkten. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,50 Punkten, mit dem auch ein neues Tief gesetzt wurde.
- Kurzfristige Euro-Bund-Future Prognose: Die vorangegangenen Abwärtsschübe wurden im 126er-Bereich abgefangen. Nach dem Unterschreiten dieser Marke traf die Gegenbewegung am GD 200 auf Widerstand. Im laufenden Bewegungsschub geraten nun Ziele bei 120 in Reichweite.
- Mittelfristige Bund-Future Prognose 2026 bis 2027: Der Ausbruch aus der etablierten Seitwärtsphase nach unten liefert den Richtungsimpuls für die nächste Serie an Kursverlusten. Das Niveau bei 118 Punkten bildet das entsprechende Kursziel.
- Langfristige Prognose für den Euro-Bund-Future bis 2030: Im langfristigen Bild könnte sich eine Tendenz zu steigenden Zinsen in weiteren Kursverlusten niederschlagen. Dann geraten Kursziele bei 115 Punkten in den Fokus.
Bund-Future aktuell: Kurs, Tagesspanne und Kontraktdaten
Der Bund-Future ist unter die seit Wochen etablierte, enge Handelsspanne gefallen. Der aktiv gehandelte Kontrakt ist der Dezember 2026 mit dem Kürzel FGBL, sein letzter Handelstag ist der 8. Dezember 2026. Alle folgenden Werte beziehen sich auf diesen Kontrakt an der Eurex. Da die Eurex am Wochenende nicht handelt, ist der Schlusskurs vom Freitag der aktuelle Stand.
Der Euro-Bund-Future ist ein an der Eurex gehandelter Terminkontrakt auf eine fiktive deutsche Bundesanleihe mit 6 Prozent Kupon und einer Restlaufzeit zwischen 8,5 und 10,5 Jahren. Er gilt als wichtigster Gradmesser für die langfristigen Zinsen in der Eurozone.
| Kennzahl | Wert (Stand 13. September 2026) |
|---|---|
| Schlusskurs (W) | 120,49 Punkte |
| Eröffnung (W) | 122,99 Punkte |
| Wochenhoch / Wochentief | 120,16 / 122,99 Punkte |
| Veränderung zur Vorwoche | -2,50 Punkte (-2,03 Prozent) |
| Vorwochenhoch / Vorwochentief | 122,44 / 123,59 Punkte |
| letzter Tagesumsatz | 1.652.544 Kontrakte |
| Offene Positionen | 2.155.614 Kontrakte |
| Aktiver Kontrakt | FGBL Dezember 2026 |
Bemerkenswert ist nach der jüngsten Ruhe nun der neue Richtungsimpuls. Seit Mitte Juli 2026 hat sich der Kontrakt per Saldo nur wenig bewegt. Zwischen Hoch und Tief dieser Phase lagen 1,4 Punkte oder rund 1,1 Prozent. Für ein Instrument, das auf Zinsentscheidungen sonst deutlich reagiert, ist das eine ungewöhnlich schmale Bandbreite. Der Abwärtsdruck hat zuletzt jedoch zugenommen und zu einem Bruch geführt.
Ein Punkt Kursbewegung entspricht 1.000 Euro je Kontrakt. Die kleinste Preisänderung beträgt 0,01 Punkte und ist 10 Euro wert. Die Handelsspanne der vergangenen Woche von 1,15 Punkten bedeutete für einen einzelnen Kontrakt also 1.150 Euro. Wer diese Größenordnung im Kopf behält, schätzt das Risiko einer Position deutlich realistischer ein.
Bund-Future Chart auf TradingView
Technische Analyse Euro-Bund-Future
Eine kompakte Übersicht der technischen Lage liefert die Auswertung auf TradingView. Sie fasst Oszillatoren, gleitende Durchschnitte und Pivot-Punkte zu einem Gesamtbild zusammen. Du kannst den Chart dort frei verändern und um eigene Indikatoren ergänzen.
Verlasse dich nie allein auf eine automatische Auswertung. TradingView weist selbst darauf hin, dass die technische Zusammenfassung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist. Sie zeigt eine Auswahl an Möglichkeiten und hilft dir, günstige Bedingungen zu erkennen, wenn sie zu deiner Strategie passen.
Kurzfristige Bund-Future Prognose
Zuletzt aktualisiert: 13.09.2026
Rückblick: Im abgebildeten Tageschart ist eine breite Seitwärtsphase zwischen 126 und 132 Punkten zu sehen, in der sich ein kurzfristiger Abwärtstrend gebildet hat. Hier zeigte der Kurs seit Mai 2025 verstärkt Druck in Richtung der 126-Punkte-Marke, wobei diese Zone nach einem gescheiterten Erholungsversuch nachgegeben hat.
Ausblick und Prognose: Der Kursverlauf im kurzfristigen Chartbild ist während des Oktobers 2025 am 200-Tage-Durchschnitt (orange) auf stärkeren Widerstand getroffen. Im Rahmen der Februar-Erholung wurden die gleitenden Durchschnitte nach oben gebrochen und der Kurs hat einen Verbindungspunkt für die kurzfristige, fallende Trendlinie gebildet. Am lokalen Hoch bei 130,50 hat jedoch der Widerstand so deutlich überwogen, dass die nahen Unterstützungen direkt wieder abgegeben wurden. Nach Bruch des 126er-Bereichs wurde auch die Zwischenerholung am GD 200 zurückgewiesen. Einsetzender Verkaufsdruck führte nun zu einem Bruch der 123er-Marke und zielt auf Notierungen unterhalb von 120 Punkten.
Bund-Future Chart auf TradingView
Technische Analyse Bund-Future
Damit steht die Prognose auf zwei Beinen. Solange die 125 nicht zurückerobert wird, bleibt für weitere Verkäufe ein Ziel unter 120 Punkten aktiv. Ergibt sich hingegen eine Gegenbewegung nach oben, wäre bei einer Rückkehr über die 50-Tage-Linie zunächst ein Test des 100er-Durchschnitts möglich.

Jeder EZB-Zinsentscheid schlägt unmittelbar auf den Bund-Future durch. Die nächste Sitzung steht am 29. Oktober 2026 an. Der Entscheid wird um 14:15 Uhr veröffentlicht, die Pressekonferenz um 14:45 Uhr gehört zu den volatilsten Momenten im europäischen Futures-Handel. Alle Termine und den aktuellen Zinsstand findest du auf unserer Seite zum EZB Zinsentscheid.
Die Renditeseite derselben Medaille behandeln wir getrennt. Wie sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe entwickelt und was das für Sparer und Kreditnehmer bedeutet, steht in unserer Zinsprognose mit Chartanalyse der 10-jährigen Bundesanleihe.
Mittelfristige Bund-Future Prognose
Rückblick: Der abgebildete Wochenchart bildet die Kursentwicklung des Bund Futures seit dem Jahr 2021 ab. Nachdem das Jahr 2022 von stärkeren Verlusten geprägt war, deutete sich seit 2023 eine Bodenbildung an. Hier stand die untere Grenze bei 126 Punkten jedoch anhaltend unter Druck und hat jüngst nachgegeben.
Ausblick und Prognose: Im mittelfristigen Chartbild lag der Fokus auf dem Jahrestief von 2023 (126,59), welches mehrfach getestet wurde. Nach der gescheiterten Erholung über die gleitenden Durchschnitte hat der Bruch jedoch weitere Schwäche in Richtung der 120er-Marke freigesetzt, wobei der 20-Wochen-Durchschnitt als Widerstand wirkt.
Bund-Future Chart auf TradingView
Technische Analyse Bund-Future
Der fundamentale Rückenwind für diese These hat sich 2026 verstärkt. Die EZB hat am 11. Juni 2026 die Leitzinsen erstmals seit drei Jahren wieder angehoben und den Einlagesatz auf 2,25 Prozent gesetzt. Am 23. Juli folgte eine Pause. Eine weitere Anhebung fand im September statt, sodass mittlerweile 2,5 Prozent zu Buche schlagen. Steigende Zinsen bedeuten für einen Anleihe-Future fallende Kurse.

Langfristige Bund-Future Prognose
Rückblick: Der abgebildete Monatschart zeigt die Kursentwicklung des Euro-BUND-Futures seit dem Jahr 2013. Die von 2019 bis 2022 etablierte Seitwärtsphase wurde mit dem Ende der Niedrigzinsphase nach unten gebrochen, woraufhin der Kurs die deutlichen Verluste im Jahr 2023 an einem lokalen Tief bei 126 Zählern eindämmen konnte. Darüber hat sich in einer Schiebephase weiterer Druck nach unten aufgebaut.
Ausblick und Prognose: Das langfristige Chartbild zeigt einen deutlichen Bewegungszweig nach unten, der 2023 in eine Stabilisierung zwischen 126 und 138 Punkten übergegangen ist. Hier übte der Kurs nach einem Test der 20-Monats-Linie verstärkt Druck auf die untere Grenze der Tradingrange bei 126 Punkten aus. Der zuletzt erfolgte Bruch könnte nach dem Pullback auf den 120er-Bereich zielen.
Bund-Future Chart auf TradingView
Technische Analyse Bund-Future
Zwei strukturelle Faktoren sprechen auf Jahressicht gegen den Bund-Future. Zum einen erhöht der gestiegene Finanzierungsbedarf für Verteidigung und Infrastruktur das Angebot an Bundesanleihen, was auf die Kurse drückt. Zum anderen hat die EZB den Zinszyklus 2026 wieder nach oben gedreht. Erst wenn dieser Zyklus kippt, ändert sich das langfristige Bild grundlegend.

Was ist der Euro-Bund-Future?
Hinter dem sperrigen Namen steckt ein Kontrakt auf eine Anleihe, die es so gar nicht gibt. Der Euro-Bund-Future bezieht sich nicht auf ein einzelnes Wertpapier, sondern auf eine gedachte Referenzanleihe. Erst bei Fälligkeit wird bestimmt, welche real existierenden Bundesanleihen geliefert werden dürfen.
Der Euro-Bund-Future, kurz Bund-Future, ist ein standardisierter Terminkontrakt an der Eurex mit einem Nominalwert von 100.000 Euro. Er bezieht sich auf eine fiktive Bundesanleihe mit 6 Prozent Kupon und einer Restlaufzeit von 8,5 bis 10,5 Jahren.
Der Kurs wird in Prozent des Nominalwerts angegeben. Ein Stand von 125,08 Punkten bedeutet also 125,08 Prozent des Nennwerts. Das englische Kürzel FGBL steht für „federal government bond liability”. An der Eurex läuft der Handel von 2:10 Uhr bis 22:00 Uhr, was den Kontrakt auch für Trader außerhalb der klassischen Börsenzeiten interessant macht.
Die Kontraktdaten im Überblick
Die Standardisierung ist der eigentliche Vorteil eines Futures. Weil jeder Kontrakt identisch aufgebaut ist, entsteht eine hohe Liquidität und ein sehr enger Spread. Die folgenden Angaben stammen direkt von der Eurex.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Kürzel | FGBL |
| Nominalwert je Kontrakt | 100.000 Euro |
| Kupon der Referenzanleihe | 6 Prozent |
| Restlaufzeit lieferbarer Anleihen | 8,5 bis 10,5 Jahre |
| Kleinste Preisänderung | 0,01 Punkte, entspricht 10 Euro |
| Verfallmonate | März, Juni, September, Dezember |
| Letzter Handelstag | zwei Börsentage vor dem Liefertag, Schluss 12:30 Uhr |
| Handelszeiten | 2:10 Uhr bis 22:00 Uhr |
Es sind immer nur drei Verfallmonate gleichzeitig handelbar. Der Handel konzentriert sich fast vollständig auf den nächstfälligen Kontrakt. Rund zwei Wochen vor dem Verfall rollen die meisten Marktteilnehmer ihre Positionen in den nächsten Termin. Wer eine Position länger halten will, muss diesen Rollover selbst einplanen.
Bund, Bobl, Schatz und Buxl im Vergleich
Der Bund-Future ist nur einer von vier Zins-Futures auf deutsche Staatsanleihen. Sie unterscheiden sich allein durch die Restlaufzeit der lieferbaren Papiere. Je länger die Laufzeit, desto stärker reagiert der Kurs auf Zinsänderungen. Die Angaben stammen von der Deutschen Finanzagentur.
| Kontrakt | Restlaufzeit | Kupon |
|---|---|---|
| Euro-Schatz-Future | 1,75 bis 2,25 Jahre | 6 Prozent |
| Euro-Bobl-Future | 4,5 bis 5,5 Jahre | 6 Prozent |
| Euro-Bund-Future | 8,5 bis 10,5 Jahre | 6 Prozent |
| Euro-Buxl-Future | 24 bis 35 Jahre | 4 Prozent |
Für Einsteiger ist die Laufzeit die wichtigste Stellschraube. Der Schatz-Future bewegt sich bei gleicher Zinsänderung deutlich weniger als der Buxl-Future. Wer das Risiko klein halten will, wählt die kurze Laufzeit. Wer gezielt auf eine Zinswende setzt, findet am langen Ende die größere Hebelwirkung.
Vorteile und Nachteile des Bund-Future-Handels
Bevor du eine Position eingehst, solltest du beide Seiten kennen. Der Kontrakt ist liquide und transparent, aber er verzeiht keine Nachlässigkeit beim Risikomanagement.
Vorteile des Bund-Future-Handels
- Sehr hohe Liquidität: Mit über 1,6 Millionen offenen Positionen gehört der Kontrakt zu den meistgehandelten Zins-Futures Europas. Ein- und Ausstieg gelingen auch in größerem Umfang ohne nennenswerten Kursverlust.
- Enge Spreads: Durch die Standardisierung liegt die Differenz zwischen An- und Verkauf meist bei nur einem Tick. Das senkt die Handelskosten spürbar.
- Lange Handelszeiten: Der Handel läuft von 2:10 Uhr bis 22:00 Uhr und deckt damit die asiatische Session ebenso ab wie den US-Handel.
- Direkter Zugang zur Zinserwartung: Kein anderes Instrument bildet die Zinserwartung für die Eurozone so unmittelbar ab. Das macht ihn auch zur Absicherung von Anleihedepots geeignet.
Nachteile des Bund-Future-Handels
- Hoher Kapitalbedarf: Ein Punkt Kursbewegung entspricht 1.000 Euro je Kontrakt. Für ein sauberes Risikomanagement braucht es ein entsprechend großes Konto.
- Hebelwirkung in beide Richtungen: Die hinterlegte Sicherheitsleistung ist nur ein Bruchteil des Nominalwerts. Verluste können die eingesetzte Margin deshalb übersteigen.
- Rollover-Pflicht: Positionen laufen mit dem Kontrakt aus. Wer sie halten will, muss aktiv in den nächsten Verfallmonat wechseln und trägt dabei zusätzliche Kosten.
- Ereignisrisiko an Zinsterminen: Rund um EZB-Entscheide und wichtige Inflationsdaten weiten sich die Spannen schlagartig aus. Ein enger Stop wird dann leicht ausgelöst, ohne dass die These falsch war.
Warum steigt und fällt der Bund-Future?
Die wichtigste Regel ist zugleich die, die Einsteiger am häufigsten verwirrt. Kurs und Rendite laufen gegenläufig. Steigt der Bund-Future, fallen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen. Fällt er, steigen sie. Wer das einmal verinnerlicht hat, liest den Kontrakt sofort als Zinsbarometer.
Der Bund-Future und die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bewegen sich immer in entgegengesetzte Richtung. Ein steigender Kurs signalisiert sinkende Zinserwartungen, ein fallender Kurs signalisiert steigende Zinserwartungen.
Der Grund dafür liegt im festen Kupon. Eine bereits ausgegebene Anleihe zahlt einen unveränderlichen Zins. Steigt das allgemeine Zinsniveau, wird dieses alte Papier unattraktiver. Sein Kurs fällt dann so lange, bis die Rendite wieder marktgerecht ist. Der Future bildet genau diese Bewegung ab. Den Mechanismus dahinter rechnen wir im Beitrag über Anleihen und ihren Kurs-Zins-Zusammenhang an einem Beispiel durch.
Diese Faktoren treiben den Kurs
- Geldpolitik der EZB: Der Einlagesatz liegt aktuell bei 2,5 Prozent. Nach der ersten Anhebung seit drei Jahren im Juni 2026 und der Pause im Juli stieg der Zinssatz im September erneut. Nun richtet sich der Blick auf den 29. Oktober 2026.
- Angebot an Bundesanleihen: Höhere Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur bedeuten mehr Emissionen. Ein größeres Angebot drückt die Kurse, wenn die Nachfrage nicht mitwächst.
- Inflationsdaten: Überraschend hohe Inflationswerte verschieben die Zinserwartung nach oben und belasten den Kontrakt. Schwache Werte wirken umgekehrt.
- Risikoneigung an den Märkten: In Krisen suchen Anleger sichere Häfen. Bundesanleihen profitieren dann, der Future steigt, obwohl sich an der Geldpolitik nichts geändert hat.
- US-Zinsen als Taktgeber: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wirkt über den Zinsspread auf den europäischen Markt. Ein starker Zinsanstieg in den USA zieht die Bundrenditen häufig mit.
Für die Praxis heißt das: Nicht jeder Kursrutsch ist ein Trendbruch. Ein Rückgang an einem EZB-Tag hat eine andere Qualität als einer an einem ereignislosen Handelstag. Prüfe deshalb immer zuerst, ob ein Termin hinter der Bewegung steckt, bevor du die Chartlage neu bewertest.
Neben dem Bund-Future ist der DAX-Future der zweite große Eurex-Klassiker für deutsche Trader. Wie der Terminhandel grundsätzlich funktioniert, erklären wir im Ratgeber zu Futures und Terminhandel.
Fazit: Abwärtsdynamik erreicht die 122er-Marke
Der Bund-Future hat die zuletzt beschriebene Konsolidierung zwischen 124 und 125,50 nach unten verlassen und damit die Abwärtsthese bestätigt. Bei einem Schlusskurs von 122,997 Punkten notiert der Kontrakt nur noch knapp über der nächsten Unterstützung bei 122,446 – die Basis, aus der zuletzt noch Gegenbewegungen kamen, ist damit weggebrochen.
Das Bild ist jetzt eindeutiger als noch vor Wochen: Sämtliche gleitenden Durchschnitte (SMA 20 bei 123,80, SMA 50 bei 124,70, SMA 100 bei 125,16, SMA 200 bei 126,36) fallen und liegen oberhalb des aktuellen Kurses – ein intaktes Abwärtssetup ohne Gegensignal. Kurzfristig steht die Marke von 122 Punkten im Fokus, bei einem Bruch darunter rücken 120 Punkte als mittelfristiges Ziel in Reichweite.
Den Termin für eine mögliche Beschleunigung oder Gegenbewegung liefert die EZB: Am 29. Oktober 2026 entscheidet der Rat über die Zinsen, und die Erwartung einer weiteren Anhebung ist im Markt bereits eingepreist. Bis dahin lohnt bei Positionen ein besonders sorgfältiger Blick auf die Größe, weil ein Punkt Bewegung 1.000 Euro je Kontrakt bedeutet.
FAQ zur Bund Future Prognose
Was besagt der Bund-Future?
Der Bund-Future gilt als wichtigstes Zinsbarometer der Eurozone. Er zeigt, welche Zinserwartung der Markt für die kommenden zehn Jahre einpreist. Ein steigender Kurs steht für sinkende Zinserwartungen, ein fallender Kurs für steigende. Am 11. September 2026 schloss der Kontrakt bei 120 Punkten.
Was passiert, wenn der Bund-Future steigt?
Ein steigender Bund-Future bedeutet fallende Renditen. Kurs und Rendite bewegen sich immer gegenläufig. Klettert der Kontrakt, sinkt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Für Sparer heißt das schlechtere Konditionen bei Festgeld, für Kreditnehmer tendenziell günstigere Baufinanzierungen.
Warum fällt der Bund-Future?
Fallende Kurse spiegeln steigende Zinserwartungen wider. Drei Treiber wirken derzeit zusammen: Die EZB hat den Einlagesatz im Juni 2026 auf 2,25 Prozent angehoben, der Finanzierungsbedarf des Bundes erhöht das Anleiheangebot, und hartnäckige Inflation verhindert schnelle Zinssenkungen.
Wie ist die Bund-Future Prognose für 2026?
Die technische Lage bleibt abwärtsgerichtet und deutet neue Dynamik an. Nach dem Bruch der 123er-Marke ist das nächste Ziel bei 122 Punkten aktiv, mittelfristig bei 120 Punkten. Voraussetzung ist, dass die 125 nicht zurückerobert wird.
Wie entsteht der Preis des Euro-Bund-Futures?
Der Preis bewegt sich gegenläufig zu den Zinsen. Er wird in Prozent des Nominalwerts von 100.000 Euro angegeben. Ein spezieller Konvertierungsfaktor gleicht die real lieferbaren Anleihen an die fiktive Referenzanleihe mit 6 Prozent Kupon an. Der tägliche Abrechnungskurs spiegelt die Marktaktivität wider.
Wie kann ich am Euro-Bund-Future Handel teilnehmen?
Der Handel läuft über die Eurex und benötigt einen Broker mit Terminbörsenzugang. Du kannst auf steigende Kurse (Long) oder fallende Kurse (Short) setzen. Wichtig sind Kenntnisse über die Sicherheitsleistung und ein realistischer Blick auf die Kontraktgröße: Ein Punkt entspricht 1.000 Euro.
Welche Risiken birgt der Handel mit Euro-Bund-Futures?
Die Hebelwirkung ist das zentrale Risiko. Weil nur ein Bruchteil des Nominalwerts als Margin hinterlegt wird, können Verluste den Einsatz übersteigen. Dazu kommen Marktrisiko durch Zinsschwankungen, weite Spannen rund um EZB-Termine und die Pflicht, Positionen vor dem Verfall zu rollen.
Welche Werkzeuge und Indikatoren verwendet ihr im Chart? (Legende)
Für die Bund-Future Prognose beschränken wir uns auf bewährte Instrumente. In der Regel kommen gleitende Durchschnitte (Simple Moving Average, kurz SMA) zur Anwendung, dazu nahe Unterstützungen und Widerstände sowie Trendlinien:
blaue Linie = gleitender Durchschnitt (SMA) aus 20 Perioden
grüne Linie = gleitender Durchschnitt (SMA) aus 50 Perioden
orange Linie = gleitender Durchschnitt (SMA) aus 200 Perioden
schwarz gestrichelte Linie = Unterstützungen und Widerstände aus vorherigen Hochs und Tiefs
grün gestrichelte Linie = langfristige Aufwärtstrendlinie oder Unterstützung
rot gestrichelte Linie = langfristige Abwärtstrendlinie oder Widerstand
graue Linie = kurzfristige Trendlinie (temporäre Verwendung)










