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Mader & Rausch Erfahrungen: Was taugen die KI-Trading-Bots, was kosten sie und wie seriös ist der Anbieter?

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2026

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15 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Über 30 Prozent Rendite pro Jahr, vollautomatisch, ohne selbst zu handeln: Mit diesem Versprechen wirbt die Mader & Rausch Wealth Mastery GmbH aus Backnang um Anleger. Zwei KI-gestützte Handelssysteme namens TagesGeldBot und MR StableFX sollen das Geld der Kunden auf deren eigenem Brokerkonto vermehren. Die Gebühren nennt der Anbieter erst im persönlichen Beratungsgespräch.

Grundlage dieser Bewertung sind keine Kundenmeinungen, denn unabhängige Bewertungen haben wir zu diesem Anbieter bei unserer Recherche nicht gefunden. Wir haben stattdessen die Primärquellen geprüft: die komplette Website samt AGB und Impressum, den Eintrag im Handelsregister, die Presseartikel über die Gründer und vor allem die öffentlich einsehbaren Track Records des Anbieters bei Myfxbook und ShowMyTrades mit ihren Handelsstatistiken. Ich bewerte das Angebot dabei von außen, als diskretionärer Trader mit über 45 Jahren Börsenerfahrung, nicht als Nutzer der Systeme. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Mader & Rausch Erfahrungen: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Verifizierter Track Record seit 2022, mit Haken: Der TagesGeldBot ist inzwischen mit einem verifizierten Echtgeldkonto ab März 2022 öffentlich einsehbar, zeitgewichtet mit plus 543,7 Prozent. Auf die Einzahlungen gerechnet sind es 26 Prozent, und 2026 stehen bisher nur rund 12 Prozent zu Buche.
  • Angeboten werden zwei Systeme: TagesGeldBot und MR StableFX. Die Konten Alphabot und Gold-Scalper liefen zwar unter dem Firmennamen, sind laut Anbieter aber keine Produkte und handeln nicht mehr. MR StableFX hat inzwischen 39 Prozent Drawdown.
  • Nicht-EU-Broker mit Hebel bis 1:500: Die Konten laufen über BlackBull Markets, MEX Atlantic und Eightcap mit Hebeln, die es unter EU-Regulierung für Privatkunden nicht gibt. Das FAQ der Website legt das inzwischen offen.
  • Keine Preistransparenz, keine BaFin-Aufsicht: Gebühren nennt der Anbieter nur im Beratungsgespräch. Die GmbH firmiert rechtlich als Bildungsanbieter, eine Erlaubnis der Finanzaufsicht besteht nicht.

Was ist Mader & Rausch?

Mader & Rausch ist eine 2020 gegründete GmbH aus Backnang, die Lizenzen für automatisierte Forex-Handelssysteme sowie Börsen-Mentorings verkauft, rechtlich aber als Bildungsanbieter auftritt und keine BaFin-regulierte Finanzdienstleistung erbringt.

Hinter dem Anbieter stehen die beiden Geschäftsführer Ewald Mader und Adrian Rausch. Mader ist Diplom-Kaufmann und führte nach eigenen Angaben knapp drei Jahrzehnte eine IT-Firma, Rausch verantwortet die Entwicklung der Handelsalgorithmen. Die Firma ist unter mader-rausch.de erreichbar und im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter HRB 776036 eingetragen. Erreichbar ist das Unternehmen laut Impressum per E-Mail und ausschließlich per WhatsApp, klassische Telefonate nimmt es nicht an.

Das Geschäftsmodell funktioniert so: Der Kunde eröffnet ein eigenes Brokerkonto, zahlt dort sein Kapital ein und lässt die Trading-Bots des Anbieters darauf handeln. Technisch sind die Systeme Expert Advisors für die MetaTrader-Plattform, also Programme, die Orders nach festen Regeln vollautomatisch ausführen. Mader & Rausch selbst verwahrt kein Kundengeld. Das unterscheidet den Anbieter von klassischen Anlagebetrugs-Plattformen und ist der wichtigste Punkt auf der Haben-Seite.

Ein Expert Advisor ist ein Handelsprogramm für MetaTrader, das Kauf- und Verkaufsorders nach festen Regeln vollautomatisch auf dem Brokerkonto des Nutzers ausführt.

Ein Namenszwilling sorgt für Verwirrung: Die Firma darf nicht mit Investment Mastery verwechselt werden. Der britische Anbieter mit dem ähnlichen Namen hat mit der Backnanger GmbH nichts zu tun, taucht aber bei der Google-Suche nach Mader-Rausch-Bewertungen prominent auf. Wer dort Trustpilot-Sterne sieht, liest die Bewertungen eines völlig anderen Unternehmens.

Mader & Rausch im Steckbrief

AnbieterMader & Rausch Wealth Mastery GmbH, Backnang
Gegründet2020 (HRB 776036, Amtsgericht Stuttgart)
GeschäftsführerEwald Mader, Adrian Rausch
ProdukteTagesGeldBot (EUR/USD), MR StableFX (CAD/AUD/NZD), Börsen-Mentoring
TechnikExpert Advisors für MetaTrader 4/5
Mindestkapitalab 10.000 € (laut eigener Angabe)
KostenSetup- und Lizenzgebühr, Beträge nicht öffentlich
Rendite-Versprechenüber 30 % pro Jahr (laut eigener Angabe)
Track RecordTagesGeldBot ab 03/2022 (ShowMyTrades), MR StableFX ab 10/2025 (Myfxbook)
BrokerWahl des Kunden, überwiegend außerhalb der EU, Hebel bis 1:500
Regulierungkeine BaFin-Erlaubnis des Anbieters, firmiert als Bildungsanbieter
Unabhängige Bewertungenkeine (kein Trustpilot-, Google- oder Firmen-ProvenExpert-Profil)

Mader & Rausch Erfahrungen Startseite mit dem Versprechen von über 30 Prozent Rendite pro Jahr
Die Startseite von mader-rausch.de im August 2026. Das Renditeversprechen steht über allem, die Risiken erwähnt erst der Risikohinweis im Fußbereich.

Das Renditeversprechen: über 30 Prozent pro Jahr im Faktencheck

Die zentrale Werbeaussage lautet, die Systeme erzielten im Schnitt mehr als 30 Prozent pro Jahr. Im August 2026 nannte die Website dazu 534 Prozent Gesamtrendite seit März 2022, heute stehen dort „über 476 %“ vom 9. März 2022 bis Ende 2025. Auf Instagram und in der Präsentation auf der Website wirbt der Anbieter sogar mit „50 %+“ pro Jahr. Solche Zahlen muss ein Anbieter belegen können, sonst bleiben sie Marketing.

Inzwischen gibt es den Beleg: Der TagesGeldBot handelt laut Anbieter seit dem 9. März 2022 auf einem Echtgeldkonto, und dieses Konto ist jetzt bei ShowMyTrades öffentlich einsehbar und auf der Website verlinkt. Wie bei Myfxbook liest der Dienst das Konto direkt beim Broker aus, beide Verifizierungen liegen vor. Bei unserer ersten Prüfung im August 2026 war das Konto noch nicht öffentlich verknüpft, das älteste einsehbare Konto startete damals im Juli 2025. Unsere damalige Aussage, für die Zeit ab 2022 gebe es keinen öffentlichen Beleg, ist damit überholt. Was die Zahlen dieses Kontos zeigen, steht im nächsten Abschnitt.

Auch die Risikoseite der Werbung verdient einen zweiten Blick. In den eigenen PR-Artikeln räumt der Anbieter Maximalverluste von 27,5 Prozent beim konservativen und 54 Prozent beim dynamischen System ein. Wer die Hälfte seines Kontos verlieren kann, investiert nicht „sicher“, wie es der Seitentitel der Website verspricht. Aus meiner Sicht passt dieses Verlustrisiko nicht zur Werbung mit Sicherheit.

Live-Track-Records: was die Konten wirklich zeigen

Der „nachweisbare Live-Trackrecord“ ist das wichtigste Verkaufsargument des Anbieters. Wir haben im August 2026 alle damals öffentlichen Myfxbook-Konten im Detail geprüft und am 6. Oktober 2026 nach einem Hinweis des Anbieters erneut, diesmal mit dem neu verlinkten TagesGeldBot-Konto. Das Ergebnis fällt gemischt aus, und die Handelsstatistiken sind aufschlussreicher als jede Werbezahl.

Eine Myfxbook-Verifizierung bestätigt mit den Siegeln „Track Record Verified“ und „Trading Privileges Verified“, dass die Trades eines Kontos echt sind. Sie bestätigt nicht die Kontogröße, nicht die Ein- und Auszahlungen und nicht die Dauerhaftigkeit der Ergebnisse.

Positiv festzuhalten: Alle geprüften Konten tragen beide Verifizierungs-Siegel und laufen auf echten Konten (Real, nicht Demo). Die Trades sind also keine Erfindung.

TagesGeldBot: 543,7 Prozent seit 2022, aber nur 26 Prozent absolut

Das Hauptsystem des Anbieters handelt ausschließlich EUR/USD, über den Broker BlackBull Markets mit Hebel 1:500. Das TagesGeldBot-Konto bei ShowMyTrades weist seit März 2022 einen zeitgewichteten Gewinn von plus 543,7 Prozent aus, mit Jahresergebnissen von 53, 61, 55 und 51 Prozent für 2022 bis 2025. Einen Verlustmonat gab es bisher nicht, der größte Rückgang auf Equity-Basis lag bei 20,5 Prozent. Anders als bei den Myfxbook-Konten sind hier Kontostand, Ein- und Auszahlungen sichtbar. Das ist genau die Transparenz, die wir im August vermisst haben.

Die Zahlen hinter der Rendite relativieren das Bild. Eingezahlt wurden rund 1,60 Millionen Dollar, ausgezahlt 1,38 Millionen, der Kontostand liegt bei 624.000 Dollar. Der absolute Gewinn auf die Einzahlungen beträgt damit 25,7 Prozent. Die 543,7 Prozent sind eine zeitgewichtete Rechengröße, die Ein- und Auszahlungen herausrechnet, kein Vermögenszuwachs in dieser Höhe. An Kommissionen fielen 143.000 Dollar an.

Auffällig ist das Jahr 2026. Nach vier Jahren mit jeweils über 50 Prozent steht der TagesGeldBot bis zum 6. Oktober bei plus 11,6 Prozent, von April bis September lag kein Monat über 1,06 Prozent. Die Startseite wirbt unverändert mit über 30 Prozent pro Jahr.

Zur Handelsweise: rund 192.000 Trades, Trefferquote 68,5 Prozent, durchschnittlicher Gewinn 5,4 Pips gegen 11,6 Pips durchschnittlichen Verlust. Der Z-Score von minus 260 zeigt, dass Gewinne und Verluste in Serien auftreten. Die automatische Auswertung von ShowMyTrades beschreibt Grid- und Martingale-Verhalten: mehrere gleichgerichtete Positionen, deren Volumen gegen die Marktbewegung von 0,01 auf 0,17 Lot steigt, und keine Stop-Loss-Orders. Das ist eine maschinelle Einschätzung, die einzelnen Trades haben wir nicht selbst geprüft.

Alphabot: Konto unter Firmennamen, laut Anbieter kein Produkt

Im August 2026 lag im Firmenprofil bei Myfxbook ein Konto namens „Mader & Rausch Wealth Mastery Alphabot“ mit plus 72,9 Prozent bei einem Drawdown von 32,9 Prozent. Der Drawdown beziffert den zwischenzeitlichen Verlust vom Höchststand des Kontos. Der Chart endete am 26. Januar 2026, danach kamen kaum noch Trades. Inzwischen hat der Anbieter das Konto bei Myfxbook gelöscht. Laut Mader & Rausch war der Alphabot nie ein angebotenes Produkt und wurde wegen des erhöhten Risikos im Yen eingestellt. Angeboten werden nach Angaben des Anbieters ausschließlich TagesGeldBot und MR StableFX.

Mader & Rausch Myfxbook Konto Wealth Mastery Alphabot mit eingefrorenem Chart seit Januar 2026
Das Alphabot-Konto bei Myfxbook im August 2026, inzwischen gelöscht. Der Chart endete im Januar 2026, Balance und Kontobewegungen waren verborgen.

AR Gold Scalping: 359 Prozent aus zweieinhalb Monaten, laut Anbieter kein Produkt

Die spektakulärste Zahl stammt von einem Gold-Konto beim Broker Eightcap: +359,7 Prozent. Der komplette Gewinn entstand zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2025, mitten in der historischen Gold-Rally. Seit Mai 2026 handelt das Konto nicht mehr, inzwischen ist es leer: Kontostand null, rund 21.600 Euro Einzahlungen stehen 40.400 Euro Auszahlungen gegenüber. Auch dieses System ist laut Anbieter kein Produkt, das Konto liegt heute im Myfxbook-Profil von Adrian Rausch.

Die Statistik dahinter zeigt trotzdem, wie Systeme aus diesem Haus Risiko nehmen können. Über 20.000 Trades in zweieinhalb Monaten, durchschnittlicher Gewinn 158 Pips, durchschnittlicher Verlust 447 Pips, schlechtester Einzeltrade über 13.000 Pips im Minus. Der Z-Score von minus 22,9 zeigt zudem, dass die Trades in Serien zusammenhängen. Dieses Muster kennt man von der Martingale-Strategie: viele kleine Gewinne, und wenn es schiefläuft, frisst eine Verlustserie das Konto. Den Drawdown wies Myfxbook im August mit 43,3 Prozent aus, heute mit 40,4 Prozent.

Ein stark negativer Z-Score bei Myfxbook zeigt an, dass Gewinn- und Verlust-Trades nicht unabhängig voneinander auftreten. Das ist typisch für Martingale- und Grid-Systeme, die Verlustpositionen durch Nachkäufe vergrößern.

Mader & Rausch Myfxbook Konto AR Gold Scalping mit 359 Prozent Gewinn und 43 Prozent Drawdown
Das Gold-Scalping-Konto im August 2026: 359,8 Prozent Gain, aber nur 87,3 Prozent Absolute Gain. Seit Mai 2026 finden kaum noch Trades statt.

MR StableFX: konstante Monate, wachsender Drawdown

Fairerweise gehört dazu: Das zweite angebotene System liefert bei der Rendite, was die Website verspricht. MR StableFX läuft seit Oktober 2025 ohne Unterbrechung über MEX Atlantic mit Hebel 1:500, hat bisher keinen Verlustmonat und steht bei plus 39,3 Prozent im laufenden Jahr. Rund 3,4 Prozent Monatsschnitt decken sich mit der Werbeangabe. Das Risiko ist allerdings gewachsen: Den maximalen Drawdown weist Myfxbook inzwischen mit 39 Prozent aus, im August waren es noch 15,2 Prozent. Der Anbieter nennt diesen Wert auf seiner Website selbst. Der Screenshot unten zeigt das Konto noch im August 2026.

Doch auch hier bleiben drei Einschränkungen. Erstens taucht die Equity-Kurve mehrfach scharf unter die Balance-Linie, das System hält also zeitweise hohe offene Buchverluste. Zweitens ist die Historie mit rund einem Jahr schlicht zu kurz für ein Qualitätsurteil. Drittens klafft zwischen dem ausgewiesenen Gewinn von 46,8 Prozent und dem Absolute Gain von nur 16,7 Prozent eine große Lücke.

Der Absolute Gain bei Myfxbook setzt den erzielten Gewinn ins Verhältnis zu den Einzahlungen eines Kontos. Der zeitgewichtete Gain kann durch das Timing von Ein- und Auszahlungen erheblich höher ausfallen als der reale Vermögenszuwachs.

Dazu kommt bei MR StableFX: Balance, Einzahlungen und Auszahlungen sind verborgen. Ob hinter den Prozentzahlen 1.000 Euro oder 100.000 Euro stehen, lässt sich nicht prüfen. Beim TagesGeldBot zeigt der Anbieter inzwischen alle Kontobewegungen, das sollte für beide angebotenen Systeme Standard sein. Zwei weitere Konten im Profil von Adrian Rausch, Gold-Breakout-Systeme mit plus 8,2 und minus 0,6 Prozent, gehören nicht zu den beiden Systemen, die der Anbieter nach eigener Aussage anbietet.

Mader & Rausch Myfxbook Konto MR StableFX mit 41 Prozent Gain und nur 16 Prozent Absolute Gain
MR StableFX bei Myfxbook im August 2026. Auffällig sind die Equity-Einbrüche unter die Balance-Linie und die große Lücke zwischen Gain und Absolute Gain.
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Die Broker-Frage: Nicht-EU-Broker und der Hebel 1:500

Ein Detail verrät mehr über das Risikoprofil als jede Werbeaussage: Die Konten laufen mit Hebeln von 1:300 und 1:500. Der Hebel multipliziert die Positionsgröße im Verhältnis zum Kapitaleinsatz. Innerhalb der EU erlaubt die ESMA-Regulierung Privatkunden im CFD-Handel und Forex-Trading seit der Produktintervention der ESMA von 2018 maximal 1:30. Hebel von 1:500 gibt es nur bei Brokern außerhalb dieser Regeln.

Ein Offshore-Broker ist ein Broker mit Sitz außerhalb der EU-Regulierung, der Hebel bis 1:500 anbieten darf. Seine Kunden verzichten dafür auf ESMA-Schutzregeln wie die Nachschusspflicht-Begrenzung und auf eine gesetzliche EU-Einlagensicherung.

Die öffentlichen Konten laufen über BlackBull Markets, MEX Atlantic und Eightcap. Die auf der Website beworbene „Einlagensicherung bis 1 Mio. USD“ ist keine gesetzliche Sicherung, sondern eine private Versicherungspolice, wie sie Broker außerhalb der EU als Ersatz anbieten. Im August 2026 fand sich dazu auf der Website von Mader & Rausch kein Wort. Inzwischen erklärt das FAQ: Der Kunde wählt seinen Broker selbst, die Systeme laufen überwiegend bei Gesellschaften außerhalb der EU wie Vantage, VT Markets, MEX Atlantic, Eightcap und BlackBull Markets, und dort gelten weder die EU-Schutzregeln noch eine gesetzliche Einlagensicherung. Diese Offenlegung ist ein echter Fortschritt. Ein Widerspruch bleibt: Auf die Frage „Ist mein Geld abgesichert?“ antwortet dasselbe FAQ weiterhin mit „Ja“.

Zur Ehrlichkeit gehört: Aus meiner Sicht sind Renditeziele von 30 Prozent und mehr mit solchen Systemen ohne hohe Hebel kaum zu erreichen. Die Broker-Wahl ist kein Versehen, sondern nach Aussage des Anbieters eine bewusste Entscheidung. Genau deshalb gehört sie offen auf die Website, wie es jetzt im FAQ geschieht, und ins Beratungsgespräch, bevor jemand sein Kapital überweist.

Eine EU-Variante ist angekündigt: Ab Ende Oktober 2026 will der Anbieter ausgewählte Strategien über den EU-regulierten Vermögensverwalter Darwinex anbieten, mit Hebeln nach ESMA-Vorgaben. Zum Prüfzeitpunkt war das noch nicht umgesetzt. Wir sehen uns das Angebot an, sobald es öffentlich ist.

Kosten: was Mader & Rausch kostet

Eine Preisseite existiert nicht. Die Website nennt lediglich eine einmalige Setup- und Supportgebühr sowie eine laufende Lizenzgebühr, ohne Beträge. Konkrete Zahlen gibt es erst im kostenlosen Erstgespräch, das über die Website gebucht wird. Als Startkapital nennt der Anbieter mindestens 10.000 Euro auf dem eigenen Brokerkonto. Für das Börsen-Mentoring der Gründer nennen die PR-Artikel des Anbieters ein Zielpublikum ab 250.000 Euro Anlagekapital.

Diese Intransparenz ist ein Befund für sich. Wer seine Gebühren erst im Verkaufsgespräch nennt, verlagert die Preisverhandlung in eine Situation, in der der Interessent psychologisch investiert ist. Aus den AGB ergibt sich zudem: Geschuldet werden Bildungs- und Coaching-Leistungen, ausdrücklich kein konkreter Erfolg. Eine vorzeitige Kündigung nach Paragraf 627 BGB, dem Sonderkündigungsrecht für Vertrauensdienstleistungen, schließen die AGB aus. Solche Klauseln sind in der Coaching-Branche verbreitet und rechtlich umstritten. Rechne also damit, dass eine einmal abgeschlossene Laufzeit auch bei Unzufriedenheit durchbezahlt werden muss.

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Seriosität: Firma, Medienpräsenz und Bewertungen im Check

Auf der Haben-Seite steht: Die GmbH existiert seit 2020, das Impressum ist vollständig, die Geschäftsführer treten mit Klarnamen und Gesichtern auf. Das Kundenkapital liegt auf dem eigenen Brokerkonto, nicht beim Anbieter. Eine BaFin-Warnung liegt nach unserer Recherche nicht vor, belastbare Hinweise auf Betrug hat unsere Prüfung nicht ergeben.

Die „Bekannt aus“-Leiste der Website verdient dagegen eine Einordnung. Die Logos von Finanzportalen und Zeitungen stammen aus bezahlten PR-Veröffentlichungen, die über Presseverteiler ausgespielt wurden, erkennbar an der Kennzeichnung als Pressemitteilung. Redaktionelle Berichterstattung unabhängiger Medien über den Anbieter haben wir nicht gefunden. Medienlogos aus gekaufter PR sind ein verbreitetes Vertrauenssignal-Marketing der Coaching-Branche, mit journalistischer Prüfung haben sie nichts zu tun.

Am schwersten wiegt die Bewertungslücke. Zu einem Anbieter, der laut eigener Aussage über 200 zufriedene Anleger betreut, existiert kein Trustpilot-Profil, kein Google-Bewertungsprofil und kein Firmenprofil auf ProvenExpert. Die einzigen Kundenstimmen sind die auf der eigenen Website zitierten Testimonials, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen. Null unabhängige Bewertungen bei fünfstelligen Investitionssummen: Das allein ist noch kein Beweis für ein Problem, aber es bedeutet, dass du dich vollständig auf die Angaben des Anbieters verlassen musst.

Vorteile und Nachteile von Mader & Rausch

Die Stärken des Angebots im Überblick:

  • Kapital bleibt beim Kunden: Das Geld liegt auf dem eigenen Brokerkonto, der Anbieter hat keinen Zugriff auf Auszahlungen.
  • Echte, verifizierte Konten: Alle geprüften Konten bei Myfxbook und ShowMyTrades tragen beide Verifizierungs-Siegel, die Trades sind real.
  • Lange Plus-Serien: TagesGeldBot seit März 2022 und MR StableFX seit Oktober 2025 ohne einen einzigen Verlustmonat.
  • Mehr Offenlegung seit August: Beim TagesGeldBot sind Ein- und Auszahlungen sichtbar, das FAQ nennt die Nicht-EU-Broker und ihre Risiken.
  • Greifbare Firma: Deutsche GmbH mit vollständigem Impressum und Geschäftsführern mit Klarnamen.

Dem stehen gewichtige Schwächen gegenüber:

  • Rendite 2026 deutlich schwächer: Bis Anfang Oktober steht der TagesGeldBot bei 11,6 Prozent, aufs Jahr hochgerechnet weit unter den beworbenen 30 Prozent. Auf die Einzahlungen gerechnet hat das Konto seit 2022 25,7 Prozent erwirtschaftet.
  • Hohes Risiko in beiden Systemen: Für MR StableFX weist Myfxbook einen maximalen Drawdown von 39 Prozent aus, die automatische Auswertung von ShowMyTrades ordnet den TagesGeldBot als Grid-System ohne Stop-Loss ein.
  • Teilweise verborgene Kontodaten: Bei MR StableFX bleiben Balance, Ein- und Auszahlungen versteckt, die realen Summen hinter den Prozenten unbekannt.
  • Nicht-EU-Setup mit hohem Hebel: Hebel bis 1:500 ohne EU-Anlegerschutz, trotzdem beantwortet die Website die Frage nach der Absicherung mit „Ja“.
  • Intransparente Kosten und harte AGB: Preise nur im Verkaufsgespräch, Sonderkündigungsrecht nach § 627 BGB ausgeschlossen.
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Alternativen zu Mader & Rausch

Wer automatisierten Handel ausprobieren möchte, sollte zuerst verstehen, was KI-Trading heute realistisch leisten kann und was nicht. Unser Überblick über Trading-Bot-Anbieter vergleicht die wichtigsten Systeme am deutschen Markt, darunter auch Algo-Camp aus Berlin, das mit offenen Preisen und nachvollziehbarer Methodik arbeitet. Ein grundsätzlich anderer Weg ist Copy Trading, bei dem du die Trades echter Händler kopierst und jederzeit ohne Lizenzvertrag aussteigen kannst.

Lesetipp: Tobias Knebel: vom Coaching zur Vermögensverwaltung

Für alle Varianten gilt dieselbe Grundregel: Verlange öffentliche, vollständige Track Records inklusive sichtbarer Kontogrößen, rechne Renditeversprechen über 20 Prozent pro Jahr grundsätzlich der Kategorie Hochrisiko zu und investiere nur Geld, dessen Totalverlust du verkraften kannst. Seriosität zeigt sich nicht im Versprechen, sondern in der Bereitschaft, alle Zahlen offenzulegen.

Lesetipp: Trading-Bots Erfahrungen: Anbieter im Vergleich

Wie schwer sich Angebote ohne öffentliche Preise einordnen lassen, zeigt unser Bericht zu Online Trading Campus.

Fazit: echter Track Record, aber die Werbung verspricht mehr als die Daten hergeben

Mader & Rausch ist nach unserer Prüfung kein Betrugsfall, aber ein Angebot mit erheblicher Lücke zwischen Marketing und Beleglage. Die Firma ist real, die Konten sind echt, und für den TagesGeldBot liegt seit März 2022 ein öffentlich verifizierter Track Record vor, den der Anbieter nach unserer ersten Prüfung offengelegt hat. Auch die Broker und ihre Risiken nennt die Website inzwischen. Das ist mehr, als viele Bot-Verkäufer vorweisen können.

Für eine Empfehlung reicht das nicht. Die Renditezahlen der Website sind zeitgewichtet. Auf die Einzahlungen gerechnet hat das TagesGeldBot-Konto seit 2022 25,7 Prozent erwirtschaftet, und 2026 liegt es bis Anfang Oktober bei 11,6 Prozent, aufs Jahr hochgerechnet deutlich unter den beworbenen 30 Prozent. Beide angebotenen Systeme handeln mit Hebel 1:500 bei Brokern außerhalb der EU. Die automatische Auswertung von ShowMyTrades ordnet den TagesGeldBot als Grid-System ohne Stop-Loss ein, für MR StableFX weist Myfxbook einen maximalen Drawdown von 39 Prozent aus. Dazu kommen intransparente Kosten und AGB, die Kündigungsrechte beschneiden. Rückgänge von 20 Prozent beim TagesGeldBot, 39 Prozent bei MR StableFX und laut Anbieter-PR bis zu 54 Prozent beim dynamischen System passen aus meiner Sicht nicht zu einem Angebot, das mit „sicher investieren“ wirbt und einen Bot „TagesGeldBot“ nennt: Mit Tagesgeld hat dieses Risikoprofil nichts gemein.

Mein Rat als Trader: Wer die beworbenen Renditen attraktiv findet, sollte im Beratungsgespräch drei Dinge verlangen: die vollständigen Kontoauszüge inklusive Ein- und Auszahlungen auch für MR StableFX, die Gebühren schriftlich vor Vertragsschluss und eine Erklärung, warum der TagesGeldBot 2026 nur noch rund ein Prozent im Monat erzielt. An den Antworten erkennst du mehr über den Anbieter als an jedem Myfxbook-Chart.

Vor jeder Einzahlung bei einem Bot-Anbieter lohnt der Blick auf die Alternativen. Vier Wege zur Automatisierung und der Bafin-Prüfweg stehen in unserem Guide zum Auto Trading.

Aktualisiert am 6. Oktober 2026: Nach einem Hinweis von Mader & Rausch haben wir den Artikel überarbeitet. Neu sind der seit März 2022 verifizierte Track Record des TagesGeldBot bei ShowMyTrades, die Broker-Offenlegung im FAQ der Website, die Klarstellung, dass nur TagesGeldBot und MR StableFX angeboten werden, sowie die Kontostände vom 6. Oktober 2026. Unsere frühere Aussage, für die Zeit ab 2022 fehle ein öffentlicher Beleg, ist überholt und wurde entfernt.

Häufige Fragen zu Mader & Rausch

Ist Mader & Rausch seriös oder Betrug?

Hinweise auf Betrug hat unsere Prüfung nicht ergeben: Die GmbH existiert, das Kundengeld liegt auf dem eigenen Brokerkonto, und die Track Records bei Myfxbook und ShowMyTrades sind verifiziert. Seriositätsmängel bestehen trotzdem, vor allem Werbezahlen über dem absoluten Kontoergebnis, teils versteckte Kontodaten, fehlende unabhängige Bewertungen und Hebel bis 1:500 bei Brokern außerhalb der EU.

Was kostet Mader & Rausch?

Konkrete Preise nennt der Anbieter nicht öffentlich. Fällig werden eine einmalige Setup-Gebühr und eine laufende Lizenzgebühr, deren Höhe erst im Beratungsgespräch genannt wird. Dazu kommt ein Mindestkapital von 10.000 Euro auf dem eigenen Brokerkonto.

Wie viel Rendite bringen die Trading-Bots von Mader & Rausch wirklich?

Öffentlich belegt ist ein langer Track Record, dessen Zahlen man richtig lesen muss. Der TagesGeldBot steht seit März 2022 zeitgewichtet bei 543,7 Prozent, auf die Einzahlungen gerechnet bei 26 Prozent und 2026 bis Anfang Oktober bei rund 12 Prozent. MR StableFX liegt seit Oktober 2025 bei rund 47 Prozent, mit inzwischen 39 Prozent Drawdown. Die beworbenen über 30 Prozent pro Jahr erreicht der TagesGeldBot 2026 nach bisherigem Stand nicht.

Über welchen Broker laufen die Systeme von Mader & Rausch?

Den Broker wählt der Kunde laut Anbieter selbst. Die öffentlichen Konten laufen über BlackBull Markets, MEX Atlantic und Eightcap, mit Hebeln von 1:300 bis 1:500. Solche Hebel sind bei EU-regulierten Brokern für Privatkunden nicht erhältlich. Das FAQ der Website nennt diese Nicht-EU-Broker inzwischen samt dem fehlenden EU-Anlegerschutz. Ab Ende Oktober 2026 kündigt der Anbieter zusätzlich eine EU-Variante über den Vermögensverwalter Darwinex an.

Ist mein Geld bei Mader & Rausch sicher?

Das Kapital liegt auf deinem eigenen Brokerkonto, der Anbieter kann es nicht abheben. Sicher ist es damit nicht: Die Systeme handeln mit hohem Hebel, die Konten zeigen Drawdowns von 20 und 39 Prozent, die Anbieter-PR nennt bis zu 54 Prozent, und bei Brokern außerhalb der EU ersetzt eine private Versicherungspolice die gesetzliche EU-Einlagensicherung.

Ist Mader & Rausch von der BaFin reguliert?

Nein. Die GmbH tritt rechtlich als Bildungsanbieter auf und erbringt nach eigener Darstellung keine Anlageberatung. Eine BaFin-Erlaubnis besteht nicht, eine BaFin-Warnung liegt nach unserer Recherche allerdings ebenfalls nicht vor.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Börsen und gehört zu den erfahrensten Price-Action-Tradern im deutschsprachigen Raum. Nach Stationen als Devisenhändler bei internationalen Banken in Frankfurt und New York machte er sich als Trader, Ausbilder und Herausgeber selbstständig. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH.

Sein Schwerpunkt liegt auf dem diskretionären Handel von Futures und Forex-Märkten nach Markttechnik und Price Action. Automatisierte Handelssysteme bewertet er von außen: mit dem Blick eines Praktikers, der seit Jahrzehnten erlebt, wie sich Renditeversprechen in echten Marktphasen schlagen. Karsten Kagels veröffentlicht auf kagels-trading.de regelmäßig Analysen, Erfahrungsberichte und Ausbildungsinhalte.

Für diesen Artikel hat er die Website, das Handelsregister, die AGB und die öffentlichen Track Records von Mader & Rausch bei Myfxbook und ShowMyTrades ausgewertet, zuletzt am 6. Oktober 2026. Der Artikel entstand ohne Werbepartnerschaft und ohne finanzielle Beteiligung des Anbieters.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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