EUR/USD setzt die Abwärtstendenz fort. Der Kurs ist unter die Entscheidungszone bei 1,1150 gefallen und steht am Mittwoch bei 1,1120, knapp über dem Oktobertief bei 1,1113. Die Tendenz zielt auf das Mai-Tief bei 1,1065, die Kursreaktion am Oktobertief bleibt abzuwarten. Das Ergebnis der Fed-Sitzung am Abend könnte für stärkere Impulse sorgen: Möglich sind sowohl ein Test des Mai-Tiefs als auch eine Gegenbewegung ans Hoch 2024 bei 1,1214.
Stand 28.10.2026, 06:42 Uhr · Kurs 1,1120 (FXCM) · Wochenschluss 23.10. 1,1203
Die EUR/USD Prognose ist eine auf Chartanalyse beruhende Einschätzung, wohin sich der Euro zum US-Dollar in den nächsten Tagen, Wochen und Jahren bewegen kann. Die Charts stammen von Karsten Kagels und sind nach Horizonten sortiert, vom 4-Stunden-Chart bis zum Jahreschart. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
EUR/USD Prognose aktuell in 30 Sekunden
- EUR/USD Prognose heute: Abwärtstendenz setzt sich fort: EUR/USD ist unter die Zone bei 1,1150 gefallen und steht am Mittwoch bei 1,1120, knapp über dem Oktobertief bei 1,1113. Die Tendenz zielt auf das Mai-Tief bei 1,1065, die Kursreaktion am Oktobertief bleibt abzuwarten. Die Fed-Sitzung kann für stärkere Impulse sorgen.
- Mittelfristig: Die Woche startete über dem Hoch 2024, wurde dort gedeckelt und ist seither deutlich gefallen, ein Test des Mai-Tiefs 2025 bei 1,1065 ist möglich. Eine Gegenbewegung könnte bis ans Hoch 2024 bei 1,1214 reichen.
- Langfristig: Im Monatschart bleibt der Kurs im aufwärtsgerichteten Trendkanal seit 2022, am Hoch 2024 zeichnet sich eine Kursreaktion ab. Ein deutlicher Bruch unter das Mai-Tief würde den Bereich um 1,07 anvisieren.
- Super langfristig: Die Abwärtstrendlinie seit 2008 ist gebrochen. Die Korrektur seit dem Hoch 2026 hat die 50-Prozent-Marke des Anstiegs von 2025 erreicht, ein neuer Aufwärtstrend braucht ein Hoch über 1,2083.
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Karstens EUR/USD-Prognose für die neue Woche
So sehen Karstens EUR/USD-Charts aus
Die Marken, die nächste Woche entscheiden
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EUR/USD Prognose für heute: 1,12er-Marke am Hoch 2024
Update der EUR/USD-Prognose: 28.10.2026, Kurs bei 1,1120 (FXCM, Charts von 06:40 und 06:42 Uhr), Wochenschluss vom 23.10. bei 1,1203
Alle Charts auf dieser Seite stammen von Karsten Kagels und beruhen auf FXCM-Kursen. Wochen-, Tages- und 4-Stunden-Chart wurden am 28.10.2026 um 06:40 und 06:42 Uhr MEZ exportiert. Monats- und Jahreschart stammen vom 24.10.2026 (11:07 und 11:11 Uhr MESZ) und zeigen den Wochenschluss vom Freitag bei 1,1203. Im Jahreschart bleibt die Analyse grundsätzlich wenig verändert.
4-Stunden-Chart: Abwärtstendenz zielt auf das Mai-Tief
Im 4-Stunden-Chart setzt sich die Abwärtstendenz fort. Der Kurs hat die Trading Range nach unten verlassen, die Zone bei 1,1150 ist gefallen. Am Mittwochmorgen steht er bei 1,1120, knapp über dem Oktobertief bei 1,1113. Er läuft dabei entlang der roten Abwärtstrendlinie.

Die Kursreaktion am Oktobertief bleibt abzuwarten. Die Tendenz zielt auf das Mai-Tief bei 1,1065. Das Ergebnis der Fed-Sitzung kann für stärkere Impulse sorgen: Möglich sind sowohl ein Test des Mai-Tiefs als auch eine Gegenbewegung an das Hoch 2024 bei 1,1214, das oben wieder der Widerstand wäre.
Tageschart: Abwärtstendenz zielt auf das Mai-Tief
Im Tageschart setzt sich die Abwärtstendenz fort. Der Kurs liegt am Mittwochmorgen bei 1,1119, unter dem Hoch 2024 bei 1,1214 und der weiß gestrichelten Linie, knapp über dem Oktobertief bei 1,1113. Die Woche eröffnete bei 1,1221, erreichte ein Hoch von 1,1227 und ein Tief von 1,1117. Der Freitag hatte bei 1,1203 geschlossen.

Unten ist das Mai-Tief bei 1,1065 das Ziel. Es liegt 54 Pips unter dem Kurs, davor das Oktobertief bei 1,1113, dessen Kursreaktion abzuwarten bleibt. Eine Gegenbewegung könnte bis ans Hoch 2024 bei 1,1214 reichen, 95 Pips über dem Kurs, die Zone bei 1,1150 liegt 31 Pips darüber. Danach folgen die gebrochenen Tiefs als Widerstände: das Junitief bei 1,1325 und das Julitief bei 1,1353, dahinter das Hoch 2022 bei 1,1492.
Marken für die nächsten Tage, von oben nach unten:
| Kurs | Marke | Rolle |
|---|---|---|
| 1,1492 | Hoch 2022 | Widerstand |
| 1,1353 | Julitief 2026 | Widerstand |
| 1,1325 | Junitief 2026 | Widerstand |
| 1,1277 | Hoch 06.10. | Referenz |
| 1,1227 | Wochenhoch | Referenz |
| 1,1221 | Wochenstart | Referenz |
| 1,1214 | Hoch 2024 | Schlüsselmarke |
| 1,1203 | Wochenschluss 23.10. | Referenz |
| 1,1200 | Marke 1,12 | Schlüsselmarke |
| 1,1150 | Untere Grenze der Trading Range | Referenz |
| 1,1119 | Kurs, 06:40 Uhr | |
| 1,1113 | Oktobertief 2026 | Unterstützung |
| 1,1065 | Mai-Tief 2025 | Unterstützung |
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EUR/USD Prognose 2026 mittelfristig: Abwärtstendenz zielt auf das Mai-Tief, Oktobertief abwarten
Der Wochenchart zeigt das größere Bild. Eingezeichnet sind das Hoch 2024 bei 1,1214, das Mai-Tief 2025 bei 1,1065 und die Linien aus dem Tageschart: die weiß gestrichelte Linie, die rote fallende Linie vom Hoch 2026 sowie Juli- und Junitief.

Die Woche startete über dem Hoch 2024 und wurde dort gedeckelt. Die Wochenkerze eröffnete bei 1,1221, erreichte ein Hoch von 1,1227 und ist seither deutlich gefallen. Sie steht bei 1,1119 und hat ein Tief von 1,1117, knapp über dem Oktobertief bei 1,1113. Die Vorwoche schloss bei 1,1203, unter dem Hoch 2024. Zuvor fiel der Kurs sieben Wochen lang, seit dem Hoch im August, bis an das Hoch 2024.
Die Abwärtstendenz setzt sich fort und zielt auf das Mai-Tief. Die Kursreaktion am Oktobertief bei 1,1113 bleibt abzuwarten, dahinter liegt das Mai-Tief 2025 bei 1,1065. Eine Gegenbewegung könnte bis ans Hoch 2024 reichen, danach folgen die gebrochenen Tiefs bei 1,1325 und 1,1353 als Widerstände.
Marken im Wochenchart, von oben nach unten:
| Kurs | Marke | Rolle |
|---|---|---|
| 1,1492 | Hoch 2022 | Widerstand |
| 1,1353 | Julitief 2026 | Widerstand |
| 1,1325 | Junitief 2026 | Widerstand |
| 1,1227 | Wochenhoch | Referenz |
| 1,1221 | Wocheneröffnung | Referenz |
| 1,1214 | Hoch 2024 | Schlüsselmarke |
| 1,1203 | Wochenschluss 23.10. | Referenz |
| 1,1150 | Untere Grenze der Trading Range | Referenz |
| 1,1119 | Kurs, 06:40 Uhr | |
| 1,1113 | Oktobertief 2026 | Unterstützung |
| 1,1065 | Mai-Tief 2025 | Unterstützung |
| 1,0177 | Tief 2025 | Unterstützung |
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Wie geht es nach dem Wochenschluss weiter?
Karstens EUR/USD-Prognose für die neue Woche: wo der Euro drehen könnte, wo es eng wird und welches Szenario er im Blick hat.
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Was den Kurs als Nächstes bewegen kann
Drei Termine stehen in den nächsten Wochen an. Sie sind Anlässe, den Chart neu zu lesen, keine Vorhersage einer bestimmten Reaktion.
- 28. Oktober, üblicherweise 19:00 Uhr MEZ: Zinsentscheid der Fed nach der Sitzung vom 27. und 28. Oktober (FOMC-Kalender; die Fed veröffentlicht ihre Entscheide um 14:00 Uhr New Yorker Zeit, zuletzt am 16. September)
- 29. Oktober, 14:15 Uhr MEZ: Zinsentscheid der EZB nach der Sitzung vom 28. und 29. Oktober (EZB-Kalender)
- 6. November, 14:30 Uhr MEZ: US-Arbeitsmarktbericht für Oktober (BLS-Terminplan)
Den Hintergrund bildet der Zinsabstand. Die Fed hob ihre Zielspanne am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent an, der Einlagensatz der EZB liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent. Der Zinsvorsprung des Dollars beträgt damit 1,25 bis 1,50 Prozentpunkte. Mehr dazu in den Artikeln zum Fed-Zinsentscheid und zum EZB-Zinsentscheid. Wie der Dollar gegen den Yen auf seinen Zinsvorsprung reagiert, zeigt die USD/JPY Prognose. Beim Aussie ist es umgekehrt, wie die Prognose für Australischen Dollar und US-Dollar zeigt.
Drei Szenarien: Welche Marke entscheidet
Zwei Bedingungen beschreiben die nächste große Bewegung, das dritte Szenario ist das Abwarten dazwischen. Maßgeblich ist jeweils der Wochenschluss im gezeigten FXCM-Chart, einzelne Ausschläge innerhalb der Woche zählen nicht. Es sind Orientierungsmarken, keine Auftragsregeln, und nach jedem Wochenschluss ist das Chartbild neu zu bewerten.
Bullisch: Wochenschluss über 1,19
Ein Wochenschluss über 1,19 öffnet Kursziele im 1,24er-Bereich. Bis dahin müsste EUR/USD zuerst die gebrochenen Tiefs bei 1,1325 und 1,1353 und das Hoch 2022 bei 1,1492 zurückerobern.
Ziel: 1,24er-Bereich
Abwarten: zwischen 1,12 und 1,19
Zwischen 1,12 und 1,19 ist keine der beiden Bedingungen aktiviert. Der Wochenschluss vom 23.10. lag mit 1,1203 in dieser Spanne, knapp über der 1,12er-Marke und unter dem Hoch 2024. Zum Wochenstart hat das Hoch 2024 gedeckelt, am Mittwoch steht der Kurs bei 1,1120 deutlich unter der 1,12er-Marke. Bis zum nächsten Wochenschluss zählt kurzfristig die 1,12er-Marke im Tageschart. Der Bruch der alten Range unter 1,1325 bleibt davon unberührt, und kurzfristig zählen die Marken aus dem Tageschart.
Bärisch: Wochenschluss unter 1,12
Ein Wochenschluss unter 1,12 bricht die Zone aus den Hochs von 2023 und 2024. Dann könnte es deutlich weiter abwärts gehen; darunter folgen noch einige Jahreshochs als Stützung, das Chartbild wird aber deutlich schwächer. Der Wochenschluss vom 23.10. lag mit 1,1203 nur drei Pips darüber, unter dem Hoch 2024 hält die Zone damit nur knapp. Am Mittwoch steht der Kurs bei 1,1120 deutlich darunter, entscheidend bleibt der Wochenschluss.
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EUR/USD Prognose langfristig für 2027: Monatschart mit Trendkanal
Der langfristige Monatschart zeigt den aufwärtsgerichteten Trendkanal. Er beginnt am Tief 2022 und ist im Chart als hinterlegte Fläche eingezeichnet. Bewegt sich der Markt weiter in diesem Trendkanal, so kann Aufwärtspotenzial abgeleitet werden. Die jüngste Abwärtstendenz stellt die Korrektur der vorangegangenen Aufwärtsbewegung des Jahres 2025 dar.

Die Monatsaufnahme vom 24.10. zeigt EUR/USD weiter im Trendkanal und im Ringen um das Hoch 2024. Das Hoch 2024 bei 1,1214 ist im Chart eingezeichnet und bildet mit dem Hoch 2023 die wichtige Unterstützungszone. Das Hoch 2023 bei 1,1276 ist hier nicht beschriftet, der Wert stammt aus Karstens Chart vom 01.10.2026. Der Oktober eröffnete bei 1,1329, erreichte ein Tief von 1,1113, kommt von dort wieder zurück und steht bei 1,1203. Die Kursreaktion am Hoch 2024 zeichnet sich ab, die langfristige Einschätzung bleibt bestehen.
Für 2027 entscheidet, ob diese Zone hält. Als Bruch gilt ein Wochenschluss unter 1,12. Der Schluss vom 23.10. lag mit 1,1203 knapp darüber und unter dem Hoch 2024. Beides ist als Zone zu betrachten, auch die runde 1,12er-Marke ist signifikant, und das Ringen um das Hoch 2024 ist präsent. Eindeutiger wird die Signallage oben, wenn EUR/USD das Junitief bei 1,1325 zurückerobert, dann bleibt der Ausblick eher positiv und ein Retest der roten Widerstandslinie wäre abzusehen. Eine Rückkehr über die rote Widerstandslinie wäre das Signal für die mögliche zweite Bewegung mit Kurszielen über 1,22. Unten ist das Mai-Tief bei 1,1065 signalgebend: Ein deutlicher Bruch darunter würde den Anlauf des Bereichs um 1,07 als Kursziel nach sich ziehen. Ein Wochenschluss über 1,19 würde dagegen Kursziele im 1,24er-Bereich öffnen.
Marken im Monatschart, ergänzt um den Wochenschluss vom 23.10., von oben nach unten:
| Kurs | Marke | Rolle |
|---|---|---|
| 1,2083 | Hoch 2026 | Widerstand |
| 1,1492 | Hoch 2022 | Widerstand |
| 1,1329 | Eröffnung Oktober | Referenz |
| 1,1325 | Junitief 2026 | Widerstand |
| 1,1276 | Hoch 2023 | Stützzone |
| 1,1214 | Hoch 2024 | Stützzone |
| 1,1203 | Wochenschluss | |
| 1,1113 | Oktobertief | Unterstützung |
| 1,1065 | Mai-Tief 2025 | Unterstützung |
| 1,0177 | Tief 2025 | Unterstützung |
EUR/USD Analyse von Björn Heidkamp: Euro Future testet Unterstützung aus 2023 und 2024
Björn Heidkamp sieht den Euro Future nach dem Bruch der Seitwärtsbewegung unter Druck. Seine Analyse vom 18.10.2026 bezieht sich auf den Euro/USD Future (Endlos-Kontrakt) bei einem letzten Kurs von 1,1260 USD. Die Marken weichen deshalb leicht von den FXCM-Kursen im übrigen Artikel ab.
Der Quartalschart zeigt die langfristige Kursentwicklung seit 1998. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Futures für jedes Quartal ab.

7er Vola-Bar auf Quartalschart mit Gap unterschritten
Mit 3,6 US-Cent Handelsspanne im dritten Quartal hatte der Euro Future mindestens die niedrigste Schwankungsbreite der letzten sieben Quartale. Dieser Rückgang der Volatilität ist nicht untypisch für langanhaltende Seitwärtsbewegungen. Auch wenn solche Phasen länger anhalten können, sind sie häufig Vorboten stärkerer Kursbewegungen.
Der Vola-Bar wurde im Oktober zu Beginn des neuen Notierungsstabes mit einer Notierungslücke unterschritten.
Die Volatilität verläuft noch zyklischer als die Kursbewegung selbst. Im Regelfall folgt die „Vola“ ihrer eingeschlagenen Richtung weiter, bis sie einen kritischen Wert erreicht. Dann kommt es zur Umkehr und zu einer starken Zunahme („Explosion“). In einer Vielzahl der Fälle folgen die Kurse dieser Explosion in die Richtung des Ausbruchs.
In den letzten Wochen gab es noch keine starke Zunahme der Volatilität. Deshalb gilt der „Vola“ in nächster Zeit besonderes Interesse.
Euro Future unterschreitet Seitwärtsbewegung
Seit Juni 2025 pendelte der Euro Future zwischen zwei Bereichen hin und her. Oben lag der Bereich erhöhter Abgabebereitschaft zwischen 1,1815 und 1,1875, erweitert um das alte Jahreshoch bei 1,1980. Unten lag der Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft zwischen 1,1360 und 1,1488.
Wegen des Zinssteigerungspotenzials in den USA wurde diese Seitwärtspendelbewegung in den letzten Wochen klar unterschritten. Das Signal spricht meist für sich selbst und dafür, dass sich die etablierte Kursbewegung auch in der näheren Zukunft noch eine Weile durchsetzt.
Ein Markt, der Unterstützungszonen wie diese unterschreitet, fällt in der Mehrzahl der Fälle weiter. In jeder anderen Situation wäre die Aufnahmebereitschaft der Marktteilnehmer in diesem Bereich zu hoch.
Ausgelöst durch dieses Verkaufssignal gab der Euro in der abgelaufenen Börsenwoche bis auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 nach. Das Wochentief lag bei 1,1142.
Aus Unterstützung wird Widerstand
Seit Juni 2025 haben Anleger zugeschaut, wie der Euro Future ein ums andere Mal vom Niveau zwischen 1,1360 und 1,1488 nach oben abdrehte. Es schien ein Fest für die Bullen zu werden. Die Aufnahmebereitschaft um diese markanten und gut sichtbaren Unterstützungen war immer wieder extrem hoch.
Ist die Aufnahmebereitschaft abgearbeitet und die Unterstützung unterschritten, entsteht ein Verkaufssignal. Der Markt fällt dann idealtypischerweise dynamisch weiter. Viele Anleger wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Sie versuchen bei einem „Pull back“ am Ausbruchspunkt ihre Bestände loszuwerden oder neue Shortpositionen einzugehen. Genau deshalb wird die ehemalige starke Unterstützung zu einem ebenso starken Widerstand.
Messstab aus Juni 2025 unterschritten
Im Monatschart ging der primäre Aufwärtstrend im Juni 2025 in eine große Seitwärtsbewegung über. Typisch für einen solchen neutralen Stauraum sind häufige Richtungswechsel innerhalb einer bestimmten Handelsspanne. Im Monatschart zeigen die Wechselstäbe innerhalb des markierten Messstabes diesen Bereich.
Seit über einem Jahr schloss der Euro Future nicht klar außerhalb des gekennzeichneten Expansionsbars. Der Bar hat sein Hoch bei 1,1841 und sein Tief bei 1,1373. Mit dem Bewegungstief der Vorwoche wurde auch dieser Messstab deutlich unterschritten. Damit hat sich die langfristige Ausgangsposition zunehmend verschlechtert.
20er Monats-GD unterschritten
Seit März 2025 handelte der Euro Future über dem steigenden, blau eingezeichneten gleitenden 20-Monatsdurchschnitt (20er GD). Noch im Juni drehte er an diesem GD nach oben bis auf 1,1709. Ende September verkauften die Bären die Kurse unter diesen viel beobachteten gleitenden Durchschnitt.
Unterstützungen aus 2023 und 2024 haben vorerst gehalten
Zwischen Januar 2023 und April 2025 handelte der Euro Future in einer großen Seitwärtsbewegung. Die Hochs dieser riesigen Konsolidierung zwischen 1,11 und 1,1250 dienen der europäischen Gemeinschaftswährung als starker Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft. Mit dem Tief der abgelaufenen Börsenwoche wurden diese Unterstützungen in diesem Jahr erstmals getestet.
Ob dieser erwartbare Überhang an Kaufbereitschaft von Dauer ist, scheint sehr fraglich. Er könnte dem Euro Future sogar zu einem erneuten „Turnaround“ verhelfen. Das erscheint aber unwahrscheinlich.

Wochenchart: Abwärtstrend bestätigt
Im Wochenchart wurde Mitte September innerhalb des einjährigen Konsolidierungsbereichs eine obere Umkehrformation vollendet und darunter geschlossen. Mit dem Unterschreiten der großen, eingezeichneten Seitwärtsbewegung wurde dieser Abwärtstrend mehr als bestätigt.

Schwache saisonale Phase
Aus historischen Erfahrungswerten lassen sich für Rohstoffe, Indizes und Währungen statistische Durchschnittswerte berechnen. In den letzten 20 Jahren war die Periode von Mitte Oktober bis Mitte/Ende November für den Euro Future ein klar schwacher Zeitraum mit unterdurchschnittlicher Performance. Dadurch dürften die Bären in dieser Phase „saisonalen Rückenwind“ erhalten.
Fazit der Analyse von Björn Heidkamp
Im langfristigen Quartalschart hat sich die Chartsituation durch das Verlassen der Seitwärtsbewegung klar verschlechtert. Erst Kurse über dem letzten Quartalshoch bei 1,1710 würden die Ausgangsposition wieder verbessern.
Im mittelfristigen Wochenchart wurde der bestehende Abwärtstrend erneut bestätigt. Nach dem Unterschreiten der Unterstützungen aus der langfristigen Seitwärtsbewegung testete der Euro Future schnell den nächsten Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft zwischen 1,1250 und 1,11. Gut für die Bullen, dass dieser starke Unterstützungsbereich erst einmal gehalten hat.
Fällt der Euro Future unter das bisherige Jahrestief bei 1,1142, verschlechtert sich das Chartbild nochmals. Das gilt besonders im Zusammenhang mit der kommenden schwachen Saisonalität. Nach der psychologisch wichtigen Anziehungskraft der glatten 1,10er Marke geraten dann Kurse um 1,05 wieder ins Visier der Bären.
Kurse über 1,15 würden die negative mittelfristige Ausgangslage wieder neutralisieren.
EUR/USD Prognose 2028 bis 2050: Jahreschart mit gebrochener Abwärtstrendlinie
Der super langfristige Jahreschart zeigt den Bruch der langfristigen Abwärtstrendlinie. Die türkise Linie fällt vom Hoch 2008. Die starke Jahreskerze von 2025 hat sie gebrochen, beim aktuellen Stand liegt EUR/USD über dieser Abwärtstrendlinie.

Für einen neuen langfristigen Aufwärtstrend muss das Hoch 2026 überschritten werden. Es liegt bei 1,2083 und wurde im Januar markiert. 2026 eröffnete EUR/USD bei 1,1738, danach korrigierte der Kurs stark. Er ringt jetzt um das Hoch 2024 bei 1,1214 und nähert sich dem Jahrestief 2026 bei 1,1113. Die Korrektur vom Tief 2025 bei 1,0177 zum Hoch 2026 hat die 50-Prozent-Marke eines Fibonacci-Retracements erreicht, sie liegt rechnerisch bei rund 1,1130 und ist im Chart nicht eingezeichnet. Gerade bei Jahreskerzen sind Korrekturen im 50-Prozent-Bereich interessant und könnten auf Unterstützung hindeuten. Das Kursverhalten dort verdient deshalb stärkere Beachtung, auch mit Blick auf die bereits besprochenen Unterstützungen.
Für 2030 und 2050 liefert kein Chart eine verlässliche Zahl. Seriös lässt sich nur sagen, welche Marken das große Bild bestimmen: oben das Hoch 2026 bei 1,2083, unten das Jahrestief 2022 bei 0,9535. Erst ein nachhaltiger Bruch unter 1,10 würde auch die Parität wieder ins Spiel bringen.
Marken im Jahreschart, ergänzt um den Wochenschluss vom 23.10., von oben nach unten:
| Kurs | Marke | Rolle |
|---|---|---|
| 1,2083 | Hoch 2026 | Widerstand |
| 1,1738 | Eröffnung 2026 | Referenz |
| 1,1214 | Hoch 2024 | Schlüsselmarke |
| 1,1203 | Wochenschluss | |
| 1,1130 | 50-Prozent-Marke (berechnet) | Referenz |
| 1,1113 | Jahrestief 2026 | Unterstützung |
| 1,0177 | Tief 2025 | Unterstützung |
Dollar Euro Kurs Prognose: was die Marken für den Dollar heißen
Der Dollar Euro Kurs ist der Kehrwert von EUR/USD: Er zeigt, wie viele Euro ein US-Dollar kostet, und ergibt sich aus 1 geteilt durch den EUR/USD-Kurs.
Fällt EUR/USD, wird der Dollar teurer, steigt EUR/USD, wird er billiger. Solange EUR/USD zwischen dem Hoch 2024 bei 1,1214 und dem Jahreshoch 2025 bei 1,1918 bleibt, kostet ein Dollar rund 0,84 bis 0,89 Euro. Unter 1,1214 kostet er mehr als 0,8917 Euro. Die großen Banken erwarten EUR/USD in sechs Monaten im Schnitt bei 1,16, also rund 0,862 Euro je Dollar (Bloomberg-Umfrage, Stand 23.09.2026; Details und Quelle im Abschnitt zu den Bankprognosen).
| Marke | EUR/USD | 1 US-Dollar in Euro |
|---|---|---|
| Jahreshoch 2026 | 1,2083 | 0,8276 |
| Jahreshoch 2025 | 1,1918 | 0,8391 |
| Junitief 2026 | 1,1325 | 0,8830 |
| Hoch 2024 | 1,1214 | 0,8917 |
| Tief 2025 | 1,0177 | 0,9826 |
EUR/USD Prognose der Banken: Deutsche Bank, Commerzbank, LBBW
Die elf erfassten Banken erwarten EUR/USD für den Sechsmonatshorizont ab September 2026 im Schnitt bei 1,16. Die Spanne reicht von 1,10 (Royal Bank of Canada) bis 1,19 (Deutsche Bank, SEB). Die Zahlen stammen aus der Bloomberg-Umfrage im Währungsbulletin der Deutschen Bank, Stand 23.09.2026.
| Bank | 6-Monatsprognose, Stand 23.09.2026 |
|---|---|
| Deutsche Bank | 1,19 |
| SEB | 1,19 |
| LBBW | 1,18 |
| ING | 1,18 |
| Santander | 1,18 |
| BNP Paribas | 1,17 |
| Commerzbank | 1,16 |
| Citi | 1,15 |
| Barclays | 1,13 |
| Wells Fargo | 1,13 |
| Royal Bank of Canada | 1,10 |
| Durchschnitt (11 Banken) | 1,16 |
Die Deutsche Bank sieht den Dollar bis März 2027 eher schwächer. Nach ihrer Einschätzung vom 21.09.2026 könnte EUR/USD bis dahin in Richtung 1,19 steigen. Die Bankprognosen beruhen auf Zins- und Konjunkturerwartungen, die Marken weiter oben auf dem Chart. Beides kann auseinanderlaufen.
Fazit: EUR/USD an der Zone der Vorjahreshochs
Als aktiver Trader seit 1980 sehe ich EUR/USD an einer klaren Entscheidungsmarke. EUR/USD hat den Seitwärtsbereich seit Juni 2025 nach unten verlassen, seit dem Hoch im August fiel der Kurs sieben Wochen lang. Die Vorwoche schloss mit 1,1203 unter dem Hoch 2024. Zum Wochenstart hat das Hoch 2024 gedeckelt, der Kurs ist deutlich gefallen und hat im 4-Stunden-Chart die untere Grenze der Seitwärtsphase bei 1,1150 nach unten verlassen. Langfristig bleibt der Kurs im aufwärtsgerichteten Trendkanal seit 2022, im Jahreschart ist die Abwärtstrendlinie vom Hoch 2008 gebrochen, und die Korrektur hat die 50-Prozent-Marke des Anstiegs von 2025 bis 2026 erreicht.
Meine Einschätzung für die nächsten Wochen: Entscheidend ist die Zone aus den Hochs von 2023 und 2024 bei 1,1214 bis 1,1276. Als Bruch gilt für mich ein Wochenschluss unter 1,12. Der Schluss vom 23.10. lag mit 1,1203 nur knapp darüber, unter dem Hoch 2024, am Mittwoch steht der Kurs bei 1,1120 deutlich darunter. Hoch 2024 und die runde 1,12er-Marke sehe ich als Zone. Die Marke bei 1,1150 ist gefallen, die Notierungen sind in Richtung 1,11 gelaufen, die Kursreaktion am Oktobertief bei 1,1113 bleibt abzuwarten. Unten ist das Mai-Tief bei 1,1065 signalgebend, ein deutlicher Bruch darunter würde den Bereich um 1,07 anvisieren. Oben wird die Lage eindeutiger, wenn EUR/USD das Junitief bei 1,1325 zurückerobert. Erst ein Wochenschluss über 1,19 wäre das Signal für Kursziele im 1,24er-Bereich, und für einen neuen langfristigen Aufwärtstrend muss das Hoch 2026 bei 1,2083 überschritten werden.
FAQ zur EUR/USD Kursprognose
Wird der Dollar steigen oder fallen?
Charttechnisch hat der Dollar zuletzt zugelegt: Der Wochenschluss vom 2. Oktober 2026 unter dem Junitief bei 1,1325 hat den Bruch der Seitwärtsrange bestätigt. Weiter zulegen würde der Dollar vor allem mit einem Wochenschluss unter 1,12, dann wäre die Zone aus den Hochs von 2023 und 2024 gebrochen. Der Wochenschluss vom 23. Oktober lag mit 1,1203 knapp darüber, aber unter dem Hoch 2024. Ein deutliches Signal für Dollar-Schwäche wäre erst ein Wochenschluss über 1,19. Die Banken erwarten im Schnitt leichte Dollar-Schwäche, ihr Mittelwert für sechs Monate liegt bei 1,16 (Stand 23.09.2026).
Wo steht der Dollar Ende 2026?
Ein Ziel für den 31. Dezember liefert weder der Chart noch die Bankenumfrage. Für Ende 2026 zählen die Bedingungen aus dem Chart: Solange EUR/USD zwischen dem Hoch 2024 bei 1,1214 und dem Jahreshoch 2025 bei 1,1918 bleibt, kostet ein Dollar rund 0,84 bis 0,89 Euro. Ein Wochenschluss unter 1,12 würde den Dollar weiter stärken, erst ein Wochenschluss über 1,19 würde ihn deutlich schwächen.
Wie ist die EUR/USD Prognose für 2027?
Für 2027 zählt vor allem, ob die Hochs von 2023 und 2024 halten. Als Bruch der Zone gilt ein Wochenschluss unter 1,12, dann wird das Chartbild deutlich schwächer. Der Schluss vom 23. Oktober lag mit 1,1203 knapp darüber, aber unter dem Hoch 2024. Ein Wochenschluss über 1,19 würde Kursziele im 1,24er-Bereich aktivieren, langfristig läuft der aufwärtsgerichtete Trendkanal seit 2022 weiter.
Was kostet 1 Euro in Dollar aktuell?
Den aktuellen Kurs mit Stand-Datum zeigen der Kasten ganz oben und die 30-Sekunden-Box. Der Kurs gibt an, wie viele US-Dollar ein Euro wert ist. Umgekehrt gilt: 1 US-Dollar in Euro = 1 geteilt durch den EUR/USD-Kurs. Bei einem Kurs von 1,13 kostet ein Dollar also rund 0,885 Euro.
Wann wird der Dollar wieder stark?
Der Dollar hat gegenüber dem Euro zuletzt bereits zugelegt. Mehr Dollarstärke hinge an einem bestätigten Bruch der Zone aus den Hochs von 2023 und 2024; der Wochenschluss vom 23. Oktober lag mit 1,1203 knapp darüber, aber unter dem Hoch 2024. Fällt EUR/USD deutlich unter 1,1113, liegt die nächste Unterstützung beim Mai-Tief 2025 bei 1,1065.
Wie wird sich der Euro-Dollar entwickeln?
Das entscheidet sich an zwei Marken. Ein Wochenschluss über 1,19 würde Kursziele im 1,24er-Bereich öffnen, unter 1,12 würde sich das Chartbild deutlich schwächen. Der Wochenschluss vom 23. Oktober lag mit 1,1203 knapp darüber, aber unter dem Hoch 2024. Die Prognosen der Banken für sechs Monate liegen zwischen 1,10 und 1,19.
Wie sieht die Dollar-Euro-Prognose für 2026 aus?
Ein konkretes Ziel für Ende 2026 liefert weder der Chart noch die Bankenumfrage. Zwischen EUR/USD 1,12 und 1,19 kostet ein Dollar rund 0,84 bis 0,89 Euro. Der Bankendurchschnitt von 1,16 entspricht rund 0,862 Euro je Dollar und gilt für den Sechsmonatshorizont ab September 2026, also etwa bis Frühjahr 2027.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Ein Systemtrader ist er bewusst nicht, was ihm bei der Bewertung fremder Handelsansätze einen kritischen Blick von außen erlaubt.
Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für die EUR/USD Prognose ist Forex einer seiner Heimatmärkte. Kagels liest das meistgehandelte Währungspaar über mehrere Zeitebenen, vom Tageschart bis zum Jahreschart. Dabei berücksichtigt er auch die Zinspolitik von Fed und EZB.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.








