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Bank of England Zinsentscheid: Termine, Uhrzeit und Wirkung auf das Pfund

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2026

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Im Februar 2026 fehlte der Bank of England eine einzige Stimme zur Zinssenkung, sieben Monate später wollen drei ihrer neun Entscheider den Zins erhöhen. Der BoE-Zinsentscheid ist damit vom sicheren Termin zum offenen geworden, obwohl die Bank Rate seit Dezember 2025 unverändert bei 3,75 Prozent steht.

Hier stehen alle Termine bis Ende 2027 mit deutscher Uhrzeit, der Stand nach dem Entscheid vom 17. September und eine eigene Auswertung über 80 Termine, wie stark das britische Pfund an BoE-Tagen wirklich ausschlägt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

BoE-Zinsentscheid: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Bank of England Zinsentscheid ist der Beschluss des Monetary Policy Committee über die Höhe der Bank Rate, des Leitzinses im Vereinigten Königreich. Er fällt achtmal im Jahr, fast immer an einem Donnerstag.
  • Die Bank Rate liegt bei 3,75 Prozent. Sie gilt seit dem 18. Dezember 2025 und wurde am 17. September 2026 mit 6 zu 3 Stimmen bestätigt. Die drei Gegenstimmen wollten 4 Prozent.
  • Der nächste Entscheid kommt am Donnerstag, 5. November 2026. Er erscheint zusammen mit einem neuen Monetary Policy Report.
  • Die Bank of England veröffentlicht um 12 Uhr Londoner Zeit. In Deutschland ist das ganzjährig 13 Uhr, weil Großbritannien und die EU am selben Tag die Uhren umstellen.
  • In unserer Messung über 80 Termine seit 2017 bewegte sich EUR/GBP an BoE-Tagen im Mittel 1,4-mal so stark wie an normalen Tagen, an Tagen mit Zinsänderung 1,9-mal.
  • An vier der fünf Erhöhungstage mit den größten Ausschlägen wurde das Pfund gegenüber dem Euro schwächer, nicht stärker.

Was ist der Bank of England Zinsentscheid?

Der Bank of England Zinsentscheid ist der Beschluss des Monetary Policy Committee über die Höhe der Bank Rate, des Leitzinses im Vereinigten Königreich. Er wird achtmal im Jahr veröffentlicht, zusammen mit dem Protokoll der Sitzung und den Stimmen jedes einzelnen Mitglieds.

Die Bank Rate ist der Zins, den die Bank of England auf die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Notenbank zahlt. Über sie steuert die Bank of England die kurzfristigen Zinsen im ganzen britischen Finanzsystem.

Entschieden wird von einem Ausschuss mit neun Mitgliedern, dem Monetary Policy Committee, kurz MPC. Dazu gehören der Gouverneur Andrew Bailey, drei Vizegouverneure, der Chefvolkswirt und vier externe Mitglieder, die der Schatzkanzler direkt beruft. Die Zusammensetzung steht auf der Seite des MPC.

Jede Stimme wird mit Namen veröffentlicht, und das unterscheidet die Bank of England von fast allen anderen Notenbanken. Es gilt die einfache Mehrheit, bei Gleichstand entscheidet der Gouverneur. Wer in der Minderheit bleibt, sagt im Protokoll, welchen Zins er stattdessen gewollt hätte. Genau diese Gegenstimmen sind für Trader oft die eigentliche Nachricht.

Das Ziel setzt nicht die Notenbank selbst, sondern die Regierung. Die Bank of England soll eine Inflation von 2 Prozent erreichen, gemessen am britischen Verbraucherpreisindex CPI. Das Bank of England Act 1998 gibt ihr dafür die operative Verantwortung, also die Hoheit über die Mittel.

Wann ist die nächste BoE-Sitzung?

Der nächste Zinsentscheid der Bank of England kommt am Donnerstag, 5. November 2026, um 13 Uhr deutscher Zeit, zusammen mit dem neuen Monetary Policy Report.

Danach folgt der 17. Dezember 2026, und für 2027 stehen alle acht Termine bereits fest. Die vollständige Liste mit dem Quartalsbericht steht weiter unten. Eine Besonderheit hat der November: Er liegt eine Woche nach der Fed und der EZB, die am 28. und 29. Oktober entscheiden.

Aktueller BoE-Zinsentscheid: September 2026

Die Bank of England hat die Bank Rate am 17. September 2026 bei 3,75 Prozent belassen. Das Ergebnis lautete 6 zu 3. Megan Greene, Catherine Mann und der Chefvolkswirt Huw Pill stimmten für eine Erhöhung auf 4 Prozent, wie schon im Juli. So steht es in der Zusammenfassung vom 17. September 2026.

Der Grund für die Falken ist der Energiepreisschock aus dem Nahen Osten. Die britische Inflation stieg im August auf 3,1 Prozent, und die Bank of England erwartet einen weiteren Anstieg in den kommenden Quartalen. Die 3,1 Prozent haben einen offenen Briefwechsel zwischen Gouverneur und Schatzkanzler ausgelöst, den die Bank of England mit dem Protokoll veröffentlicht hat. Laut Protokoll gehen rund 0,7 der 1,1 Prozentpunkte Überschreitung direkt auf die Energiepreise zurück, vor allem auf Kraftstoffe.

Die Mehrheit hält trotzdem still, weil sie noch keine Zweitrundeneffekte sieht. Gemeint sind Firmen und Beschäftigte, die höhere Energiepreise in Preise und Löhne weitergeben. Dafür gibt es laut Ausschuss bisher wenig Belege, und der schwache Arbeitsmarkt dämpft die Inflation mit der Zeit. Das Risiko sieht die Bank of England dennoch klar nach oben verschoben, stärker als im Juli.

Der Markt ist dabei deutlich weiter als die befragten Profis. Fast alle Teilnehmer der Market Participants Survey rechneten mit einem unveränderten Zins und auch danach mit einer langen Pause. Die Zinskurve am Geldmarkt steigt dagegen an und erreicht laut Protokoll bis Ende 2027 rund 4,9 Prozent. Die Bank of England führt einen Teil davon auf Risikoaufschläge zurück, nicht allein auf erwartete Erhöhungen.

Am selben Termin fiel ein zweiter Beschluss, der kaum Schlagzeilen machte. Das MPC stimmte einstimmig dafür, den Bestand an britischen Staatsanleihen aus früheren Ankäufen bis Ende 2034 vollständig abzubauen. Dazu verkauft die Notenbank jährlich Anleihen für 20 Milliarden Pfund und lässt fällige Papiere auslaufen.

Was im November für ein Halten spricht

  • Sechs von neun Mitgliedern sehen bisher keine ausreichenden Zweitrundeneffekte.
  • Ein Großteil der Inflation kommt direkt aus den Energiepreisen, also von außen.
  • Der Arbeitsmarkt ist schwach und bremst die Inflation mit der Zeit.
  • Fast alle befragten Marktteilnehmer erwarten eine längere Pause.

Was eine Erhöhung wahrscheinlicher macht

  • Die Zahl der Stimmen für eine Erhöhung ist von null im März auf drei im Juli und September gestiegen.
  • Die Inflation liegt bei 3,1 Prozent und soll laut Bank of England weiter steigen.
  • Das Risiko für die Inflation sieht der Ausschuss stärker nach oben verschoben als im Juli.
  • Im November kommt ein neuer Monetary Policy Report mit frischen Prognosen.

BoE-Termine 2026 und 2027 im Überblick

Die Bank of England entscheidet achtmal im Jahr, und viermal davon erscheint gleichzeitig der Monetary Policy Report. Dieser Quartalsbericht enthält die neuen Prognosen für Wachstum und Inflation. In unserer Messung bewegen die Termine mit Bericht das Pfund deutlich stärker als die übrigen, die Zahlen stehen weiter unten. Alle Daten stehen auf der Terminseite der Bank of England.

TerminUhrzeitBericht
Do, 17.09.2026erledigtnein
Do, 05.11.202613:00 Uhrja
Do, 17.12.202613:00 Uhrnein
Do, 04.02.202713:00 Uhrja
Do, 18.03.202713:00 Uhrnein
Do, 29.04.202713:00 Uhrja
Do, 17.06.202713:00 Uhrnein
Do, 29.07.202713:00 Uhrja
Do, 16.09.202713:00 Uhrnein
Do, 04.11.202713:00 Uhrja
Do, 16.12.202713:00 Uhrnein
Termine der Bank of England nach ihrer Terminseite, Stand 27. September 2026. Uhrzeit in deutscher Zeit, Bericht = Monetary Policy Report am selben Tag.

Zwischen den regulären Terminen kann das MPC jederzeit handeln, und es hat das in Krisen getan. Im März 2020 senkte die Bank of England die Bank Rate binnen acht Tagen zweimal außerplanmäßig, am 11. und am 19. März, von 0,75 auf 0,10 Prozent. Solche Beschlüsse sind selten, aber sie zeigen, dass ein fester Kalender keine Garantie ist.

Uhrzeit: Wann die Bank of England ihren Zinsentscheid veröffentlicht

Die Bank of England veröffentlicht ihren Zinsentscheid um 12 Uhr Londoner Zeit, das ist 13 Uhr in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gleichzeitig erscheinen das Protokoll und die Stimmen aller neun Mitglieder.

Eine Umrechnung nach Jahreszeit brauchst du nicht. Großbritannien stellt am selben Wochenende auf Sommerzeit und zurück wie die EU. London liegt deshalb das ganze Jahr genau eine Stunde hinter Frankfurt. Anders als bei der Fed gibt es keine Wochen, in denen sich der Abstand verschiebt.

Der Entscheid steht schon am Vortag fest, veröffentlicht wird er erst am Donnerstagmittag. Laut Bank of England trifft sich das MPC dreimal: zuerst zur Lage der Wirtschaft, dann zur Debatte, und in der letzten Sitzung, meist am Mittwoch, wird abgestimmt. Der Gouverneur schlägt dort die Linie vor, von der er glaubt, dass sie eine Mehrheit findet.

Für Trader hat die Mittagszeit eine praktische Folge. Um 13 Uhr deutscher Zeit läuft der europäische Handel seit Stunden, die US-Börsen öffnen in der Regel erst um 15:30 Uhr. Die erste Reaktion zeigt sich deshalb im Pfund, in britischen Anleihen und im FTSE 100.

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Leitzins Großbritannien: von 0,10 auf 5,25 und zurück auf 3,75 Prozent

Die Bank of England hat in knapp vier Jahren einen vollständigen Zinszyklus durchlaufen. Im März 2020 lag die Bank Rate bei 0,10 Prozent, dem tiefsten Stand in ihrer Zinsdatenbank, die bis 1975 zurückreicht. Ab Dezember 2021 folgten 14 Erhöhungen in Folge bis auf 5,25 Prozent im August 2023, seit August 2024 sechs Senkungen.

Alle Zinsschritte seit der Zinswende 2021

BeschlussÄnderungBank Rate
16.12.2021plus 0,150,25 %
03.02.2022plus 0,250,50 %
17.03.2022plus 0,250,75 %
05.05.2022plus 0,251,00 %
16.06.2022plus 0,251,25 %
04.08.2022plus 0,501,75 %
22.09.2022plus 0,502,25 %
03.11.2022plus 0,753,00 %
15.12.2022plus 0,503,50 %
02.02.2023plus 0,504,00 %
23.03.2023plus 0,254,25 %
11.05.2023plus 0,254,50 %
22.06.2023plus 0,505,00 %
03.08.2023plus 0,255,25 %
01.08.2024minus 0,255,00 %
07.11.2024minus 0,254,75 %
06.02.2025minus 0,254,50 %
08.05.2025minus 0,254,25 %
07.08.2025minus 0,254,00 %
18.12.2025minus 0,253,75 %
Alle Änderungen der Bank Rate seit Dezember 2021 in Prozentpunkten, ausgelesen aus der Bank-Rate-Datenbank der Bank of England.

Die Zahlen stammen aus der Bank-Rate-Datenbank der Bank of England. Auffällig ist der 3. November 2022: Mit 0,75 Prozentpunkten war es die größte einzelne Erhöhung seit Oktober 1989. Größere Schritte gab es seitdem nur nach unten, etwa die Senkung um 1,5 Prozentpunkte im November 2008.

Seit Dezember 2025 steht die Bank Rate still, aber die Stimmen dahinter haben sich gedreht. Das zeigt die Abstimmungshistorie des MPC Termin für Termin:

TerminErgebnisMinderheit
05.02.20265 zu 4vier für Senkung
19.03.20269 zu 0keine
30.04.20268 zu 1eine für Erhöhung
18.06.20267 zu 2zwei für Erhöhung
30.07.20266 zu 3drei für Erhöhung
17.09.20266 zu 3drei für Erhöhung
Abstimmungen des MPC über die Bank Rate 2026, jeweils für ein Halten bei 3,75 Prozent. Quelle: MPC-Abstimmungshistorie der Bank of England.

Binnen sieben Monaten hat sich die Richtung der Minderheit umgekehrt. Im Februar fehlte eine einzige Stimme zur Senkung, seit Juli fordern drei Mitglieder eine Erhöhung. Der Zins selbst hat sich dabei nicht bewegt. Wer nur auf die Bank Rate schaut, übersieht diese Verschiebung komplett.

Wie stark bewegt ein BoE-Entscheid das Pfund?

Für diesen Artikel haben wir alle 80 Zinsentscheide seit Januar 2017 nachgerechnet. Seit 2017 tagt das MPC regulär achtmal im Jahr. Als Kursquelle dienen die Referenzkurse der EZB, die um 14:15 Uhr festgestellt werden, also eine Stunde und 15 Minuten nach der Ankündigung. Verglichen wird die Tagesveränderung an BoE-Tagen mit der an allen anderen Handelstagen desselben Zeitraums.

Das Ergebnis ist eindeutig, aber kleiner als bei der SNB. EUR/GBP bewegte sich an Entscheidungstagen im Mittel um 0,40 Prozent gegenüber 0,28 Prozent an normalen Tagen. Das ist der Faktor 1,4. An 49 von 80 Terminen lag der Ausschlag über dem Median normaler Tage. Seit der Zinswende im Dezember 2021 liegt der Faktor bei 1,5.

Der Unterschied entsteht fast nur an den Tagen, an denen sich der Zins ändert. An den 24 Terminen mit Zinsschritt bewegte sich EUR/GBP im Mittel um 0,53 Prozent, Faktor 1,9. An den 56 Terminen ohne Änderung waren es 0,35 Prozent, also nur Faktor 1,2. Ein gehaltener Zins ist bei der Bank of England meist ein ruhiger Termin. Die Grafik darunter zeigt jeden Termin seit 2022 einzeln: blau die Tage mit Zinsschritt, grau die gehaltenen.

BoE-Zinsentscheid und EUR/GBP: Tagesveränderung an allen 38 Terminen der Bank of England seit 2022, Zinsschritte blau, gehaltene Termine grau
EUR/GBP an allen 38 BoE-Terminen von Februar 2022 bis September 2026: Tagesveränderung des EZB-Referenzkurses. Ein Plus bedeutet ein schwächeres Pfund. Quelle: EZB-Referenzkurse, eigene Berechnung.

Noch deutlicher trennt der Quartalsbericht die Termine. An den 38 Terminen mit Monetary Policy Report bewegte sich EUR/GBP im Mittel um 0,50 Prozent, Faktor 1,8. An den 40 Terminen ohne Bericht waren es 0,29 Prozent, praktisch so viel wie an einem normalen Handelstag. Die beiden Notsenkungen vom März 2020 sind dabei nicht mitgezählt. Allerdings fielen auch die meisten Zinsschritte auf Termine mit Bericht, beides lässt sich nicht sauber trennen.

Die auffälligsten Ausschläge einzeln

TerminEUR/GBPAnlass
02.11.2017plus 1,49 %erste Erhöhung seit 2007
05.05.2022plus 1,18 %Erhöhung auf 1,00 %
16.06.2022minus 0,90 %Erhöhung auf 1,25 %
03.11.2022plus 1,31 %Erhöhung um 0,75 Punkte
02.02.2023plus 0,99 %Erhöhung auf 4,00 %
05.02.2026plus 0,87 %gehalten, 5 zu 4
17.09.2026plus 0,10 %gehalten, 6 zu 3
Tagesveränderung des EZB-Referenzkurses EUR/GBP an ausgewählten BoE-Terminen. Ein Plus bedeutet ein schwächeres Pfund.

Das Muster widerspricht der Lehrbuchregel, nach der eine Zinserhöhung die Währung stärkt. An vier der fünf Erhöhungstage mit den größten Ausschlägen wurde das Pfund schwächer. Am 2. November 2017 erhöhte die Bank of England zum ersten Mal seit zehn Jahren, und das Pfund verlor am selben Tag 1,5 Prozent gegen den Euro. Nur am 16. Juni 2022 zog es an.

Die Erklärung liegt im Abstand zwischen Erwartung und Entscheid. Ist eine Erhöhung am Markt längst eingepreist, zählt nur noch der Ausblick. Signalisiert die Bank of England dabei weniger weitere Schritte, als der Markt erwartet, fällt das Pfund trotz Erhöhung. Umgekehrt kann ein gehaltener Zins bewegen, wenn die Abstimmung knapp ausfällt, wie am 5. Februar 2026 mit 5 zu 4.

Ein Hinweis zur Messung, der für jede Auswertung mit dem Dollar gilt. Die Bank of England entscheidet oft am Tag nach der US-Notenbank, zuletzt am 17. September 2026 nach der Fed am Vorabend. Der EZB-Referenzkurs für GBP/USD enthält dann auch die Fed-Reaktion. Deshalb messen wir die Wirkung am EUR/GBP, das diese Verzerrung kaum kennt. Referenzkurse sind zudem keine handelbaren Kurse, und eine Tagesveränderung enthält alles, was an dem Tag sonst passierte.

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BoE, EZB, Fed und SNB im Vergleich

Für Pfund-Trader zählt nicht der britische Zins allein, sondern sein Abstand zu den anderen Währungen. Die Zinsdifferenz entscheidet mit, wohin Kapital fließt. Die Tabelle zeigt den Stand nach den September-Terminen.

BankLeitzinsTermin
BoE3,75 %05.11.2026
EZB2,50 %29.10.2026
Fed3,75 bis 4,00 %28.10.2026
SNB0,00 %10.12.2026
Stand 27. September 2026, Termin = nächster Entscheid. BoE: Großbritannien, EZB: Euroraum, Fed: USA, SNB: Schweiz. EZB: Einlagesatz, gültig seit 16. September 2026. Fed: Zielband, beschlossen am 16. September 2026.

Gegenüber dem Euro hat das Pfund 1,25 Prozentpunkte Zinsvorsprung, gegenüber dem Dollar praktisch keinen. Die Bank Rate liegt genau auf der Untergrenze des Fed-Zielbands. Beim Euro-Pfund-Kurs dagegen stehen sich zwei Notenbanken mit klarem Abstand gegenüber.

Die Unterschiede zeigen sich auch in der Kursentwicklung 2026. Gegen den Euro hat das Pfund seit Jahresbeginn zugelegt: EUR/GBP fiel laut EZB-Referenzkurs von 0,8719 am 2. Januar auf 0,8605 am 25. September. Gegen den Dollar gab es nach, GBP/USD sank im selben Zeitraum von 1,3443 auf 1,3252.

Die Schwesterartikel ordnen die anderen Termine ein. Wie die Europäische Zentralbank entscheidet, steht beim EZB-Zinsentscheid. Die Schweizer Notenbank mit ihrem Sonderfall Devisenmarkt erklärt der Beitrag zum SNB-Zinsentscheid, Japan der BoJ-Zinsentscheid.

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So gehst du als Trader mit dem BoE-Termin um

Lies zuerst das Stimmenverhältnis, dann den Zins. Ein unveränderter Zins mit 6 zu 3 ist eine andere Nachricht als einer mit 9 zu 0. Die Zahl der Abweichler und ihre Richtung stehen in der ersten Zeile der Zusammenfassung, noch vor der Begründung.

Achte auf die Termine mit Monetary Policy Report. Dort erscheinen neue Prognosen für Inflation und Wachstum, und sie verschieben die Erwartungen für mehrere Termine auf einmal. Der 5. November ist so ein Termin.

Handle das Pfund über das Paar, das die Bank of England wirklich abbildet. Für die britische Geldpolitik ist EUR/GBP der sauberere Spiegel, die aktuelle Einordnung steht in unserer EUR/GBP Prognose. GBP/USD hängt stärker am Dollar, dazu passt die GBP/USD Prognose.

Verkleinere die Position an Tagen, an denen eine Überraschung möglich ist. Unsere Messung zeigt, dass die großen Ausschläge an den Tagen mit Zinsschritt kamen, und dass ihre Richtung nicht aus dem Schritt selbst folgt. Ein Stop-Loss ist dabei kein garantierter Kurs, sondern wird zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt.

Unterschätze die Bank of England nicht als Gegenspieler des Marktes. Wie teuer es werden kann, wenn Notenbank und Markt auf verschiedenen Seiten stehen, zeigt der Schwarze Mittwoch vom September 1992, nachzulesen im Artikel über George Soros.

Fazit: Bei der Bank of England verraten die Stimmen die Richtung

Der BoE-Zinsentscheid ist planbar: acht Termine im Jahr, fast immer donnerstags, immer um 13 Uhr deutscher Zeit. Der Kalender steht bis Ende 2027 fest, und die Uhrzeit ändert sich für deutsche Trader das ganze Jahr nicht.

Offen ist dagegen der Inhalt. Unsere Auswertung über 80 Termine zeigt, dass EUR/GBP an BoE-Tagen im Mittel 1,4-mal so stark schwankt wie sonst, und dass die großen Bewegungen an Tagen mit Zinsschritt kamen. Dass eine Erhöhung das Pfund stärkt, bestätigen die Daten nicht: An vier der fünf auffälligsten Erhöhungstage wurde es schwächer.

Für den 5. November zählt deshalb vor allem das Stimmenverhältnis. Seit Juli wollen drei von neun Mitgliedern erhöhen, und die Inflation liegt mit 3,1 Prozent deutlich über dem Ziel. Ob daraus eine Erhöhung wird, entscheidet sich an den neuen Prognosen im Monetary Policy Report und an der Frage, ob die Energiepreise in die Löhne durchschlagen.

Häufige Fragen zum BoE-Zinsentscheid

Um wie viel Uhr veröffentlicht die Bank of England ihren Zinsentscheid?

Die Bank of England veröffentlicht um 12 Uhr Londoner Zeit, das ist 13 Uhr in Deutschland. Weil Großbritannien und die EU am selben Tag die Uhren umstellen, bleibt es das ganze Jahr bei 13 Uhr. Protokoll und Stimmen erscheinen gleichzeitig.

Wie hoch ist der Leitzins in Großbritannien aktuell?

Die Bank Rate liegt bei 3,75 Prozent, gültig seit dem 18. Dezember 2025. Am 17. September 2026 wurde sie mit 6 zu 3 Stimmen bestätigt, die drei Gegenstimmen wollten eine Erhöhung auf 4 Prozent.

Hat die Bank of England den Leitzins erhöht?

Nein, zuletzt nicht. Die letzte Erhöhung gab es am 3. August 2023 auf 5,25 Prozent. Seit August 2024 hat die Bank of England sechsmal gesenkt, zuletzt im Dezember 2025 auf 3,75 Prozent. Seit Juli 2026 stimmen allerdings drei von neun Mitgliedern für eine Erhöhung.

Wie oft entscheidet die Bank of England über den Leitzins?

Achtmal im Jahr, fast immer an einem Donnerstag. Viermal erscheint gleichzeitig der Monetary Policy Report mit neuen Prognosen. Außerplanmäßige Beschlüsse sind möglich, wie im März 2020.

Wer entscheidet bei der Bank of England über den Zins?

Das Monetary Policy Committee mit neun Mitgliedern: Gouverneur Andrew Bailey, drei Vizegouverneure, der Chefvolkswirt und vier externe Mitglieder. Jede Stimme wird mit Namen veröffentlicht, bei Gleichstand entscheidet der Gouverneur.

Wie stark bewegt sich das Pfund am Tag des BoE-Entscheids?

In unserer Messung über 80 Termine seit 2017 schwankte EUR/GBP an Entscheidungstagen im Mittel um 0,40 Prozent gegenüber 0,28 Prozent an normalen Tagen, also etwa 1,4-mal so stark. An Tagen mit Zinsänderung lag der Faktor bei 1,9.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Die Geldpolitik der großen Notenbanken verfolgt er seit über 45 Jahren.

Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er alle zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel wurden alle 80 Zinsentscheide der Bank of England seit 2017 ausgewertet. Die Tagesreaktion von EUR/GBP und GBP/USD an jedem Termin wurde gegen die EZB-Referenzkurse nachgerechnet, die Stimmen aller Mitglieder stammen aus der Abstimmungshistorie der Bank of England.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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