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Kalshi in Deutschland: Ist der Prognosemarkt legal, und was taugt er für Trader?

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2026

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17 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Deutschland fehlt auf Kalshis Sperrliste, und trotzdem ist der Handel von hier aus nicht zulässig. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder stuft Wetten auf politische und wirtschaftliche Ereignisse als nicht erlaubnisfähig ein. Kalshis eigener Mitgliedsvertrag nennt neben der Länderliste zusätzlich Rechtsräume, in denen der Handel verboten ist. Die Börse selbst ist dabei inzwischen mehr als viermal so groß wie Polymarket.

Ich habe Kalshi nicht mit eigenem Geld getestet, sondern von außen geprüft. Grundlage sind die Zulassung der US-Aufsicht CFTC, Mitgliedsvertrag, Gebührenordnung und Hilfeseiten von Kalshi, die Marktdaten der Börse im Vergleich zum CME FedWatch Tool sowie die App-Stores, alles abgerufen am 6. Oktober 2026. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Kalshi: das Wichtigste in 30 Sekunden

Die Kernpunkte unserer Prüfung vom 6. Oktober 2026:

  • Was es ist: eine US-Börse für Ereigniskontrakte, seit November 2020 von der Terminmarktaufsicht CFTC zugelassen. Gehandelt wird in US-Dollar, nicht in Kryptowährung.
  • Rechtslage in Deutschland: Kalshi hat keine deutsche Erlaubnis. Nach der Mitteilung der GGL vom 13. August 2026 sind solche Gesellschaftswetten nicht erlaubnisfähig, die Teilnahme aus Deutschland ist nicht zulässig.
  • Sperrliste: 55 Länder sind namentlich ausgeschlossen, darunter Frankreich, Italien und die Schweiz. Deutschland und Österreich fehlen, eine Freigabe für den Handel ist das nicht.
  • Für Trader interessant: Kalshis Markt zur Fed-Sitzung am 28. Oktober 2026 lag mit 82 Prozent für einen unveränderten Leitzins nah am CME FedWatch Tool mit 80,6 Prozent.
  • Kosten: Wer sofort kauft, zahlt 0,07 × Kontrakte × Preis × (1 − Preis). 100 Kontrakte zu 50 Cent kosten damit $1,75.
  • Aktie und App: Kalshi ist nicht börsennotiert, laut CoinDesk wird ein Börsengang 2027 erwogen. In unserer Suche fanden wir die offizielle App weder im deutschen App Store noch bei Google Play.
  • Größe: rund 37,17 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen im August 2026, mehr als das Vierfache von Polymarket.

Was ist Kalshi?

Kalshi ist eine US-Börse für Ereigniskontrakte, die die Terminmarktaufsicht CFTC im November 2020 als regulierten Handelsplatz zugelassen hat. Nutzer kaufen dort Ja- oder Nein-Kontrakte auf den Ausgang eines Ereignisses, abgerechnet wird in US-Dollar, und Gegenpartei sind andere Nutzer, nicht ein Buchmacher.

Die Zulassung ist der Kern des Geschäftsmodells. Am 4. November 2020 erteilte die Commodity Futures Trading Commission der KalshiEX LLC den Status eines Designated Contract Market, also eines zugelassenen Handelsplatzes für Terminkontrakte. Den öffentlichen Handel startete Kalshi im Juli 2021. Polymarket kehrte erst 2025 über den Kauf der Börse QCX in den regulierten US-Markt zurück, Kalshi war von Anfang an dort zugelassen.

Gehandelt wird fast alles, worauf sich ein Ergebnis festlegen lässt. Die Rubriken reichen von Wirtschaft und Finanzen über Politik, Sport und Kultur bis zu Krypto, Rohstoffen und Klima. Für Trader sind vor allem die Märkte zu Zinsentscheiden der Fed, zu Inflationsdaten und zum Arbeitsmarkt interessant, weil sie Erwartungen in Prozent übersetzen.

Gemessen am Volumen ist Kalshi inzwischen der größte Prognosemarkt. Im August 2026 setzte die Börse laut The Block rund 37,17 Milliarden US-Dollar um, Polymarket samt US-Ableger 8,16 Milliarden. Gegenüber Juli sank Kalshis Volumen um 7,3 Prozent, nach dem Sommerhoch durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Einen Überblick über alle Plattformen und die Rechtslage gibt unser Ratgeber zu Prognosemärkten.

Wer steht hinter Kalshi?

Gegründet haben Kalshi zwei Absolventen des MIT. Tarek Mansour ist Mitgründer und CEO, Luana Lopes Lara Mitgründerin und für das operative Geschäft zuständig. Beide lernten sich als Studierende am MIT kennen und gründeten das Unternehmen 2018.

BetreiberKalshiEX LLC (Börse), Kalshi Inc.
Gegründet2018, Handelsstart Juli 2021
GründerTarek Mansour (CEO), Luana Lopes Lara
AufsichtCFTC, Designated Contract Market seit 04.11.2020
AbrechnungUS-Dollar
ProdukteEreigniskontrakte zu Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur, Krypto, Rohstoffen und Klima
Erlaubnis in Deutschlandkeine
Sperrliste55 Länder, Deutschland und Österreich nicht genannt (Stand 06.10.2026)
Appim US-App-Store gelistet, in DE, AT und CH nicht gefunden (Stand 06.10.2026)

Der Handel bei Kalshi ist aus Deutschland nicht zulässig. Die US-Zulassung ersetzt keine deutsche Erlaubnis, und nach der Einordnung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder sind Wetten auf politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Ereignisse in Deutschland nicht erlaubnisfähig. Die öffentlichen Kurse als Informationsquelle zu lesen, ist davon getrennt.

Die Behörde kennt den Anbieter. Im Oktober 2025 erklärte eine Sprecherin der GGL gegenüber dem Branchendienst Ingame, die Kalshi Inc. habe keine Erlaubnis, Glücksspiel im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zu veranstalten oder zu vermitteln. Zu einzelnen Verfahren äußerte sie sich nicht. In ihrer Mitteilung vom 13. August 2026 stellt die GGL klar, dass Gesellschaftswetten in Deutschland nicht erlaubnisfähig sind. Gemeint sind Wetten auf den Ausgang gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Ereignisse, und genau solche Märkte bilden bei Kalshi einen Schwerpunkt.

Die US-Zulassung ändert daran nichts. Die CFTC beaufsichtigt Kalshi als Terminbörse, das deutsche Recht ordnet Wetten auf solche Ereignisse als Glücksspiel ein. Die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel kann nach § 285 StGB strafbar sein, ob die Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen, lässt sich hier nicht beurteilen. In ihren Fragen und Antworten zu Gesellschaftswetten weist die GGL zudem darauf hin, dass sich Ansprüche auf Auszahlung bei unerlaubten Anbietern in der Regel nicht durchsetzen lassen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Deutschland fehlt auf der Sperrliste: warum das keine Freigabe ist

Kalshi schließt 55 Länder namentlich vom Handel aus. Die Liste steht im Mitgliedsvertrag, den ich am 6. Oktober 2026 gelesen habe. Darauf stehen unter anderem Frankreich, Italien, Belgien, Polen, Portugal, Irland, Ungarn, Bulgarien, Großbritannien und die Schweiz. Deutschland und Österreich stehen nicht darauf.

Das Entscheidende steht im Satz davor. Jedes Mitglied versichert dort, nicht in einem Land zu wohnen oder sich aufzuhalten, in dem der Handel mit Ereigniskontrakten nach geltendem Recht verboten ist oder den Kalshi nicht zulässt. Nach unserer Lesart ist die Länderliste deshalb nicht abschließend. Dass Deutschland dort nicht genannt wird, ist keine Freigabe für die Teilnahme.

Erreichbar ist die Seite trotzdem. kalshi.com lädt aus Deutschland ohne Sperrhinweis, Märkte und Kurse sind ohne Anmeldung einsehbar. Eine Anmeldung haben wir bewusst nicht getestet. Der Vertrag trennt selbst: Die Länderbeschränkung gilt nur für den Handel mit Ereigniskontrakten, nicht für den Zugang zur Plattform. Die GGL wiederum stellt darauf ab, ob ein Angebot Personen in Deutschland die Teilnahme ermöglicht. Ein Anbieter, der Deutschland wirksam ausschließt, bietet nach ihrer Mitteilung nicht ohne Weiteres unerlaubtes Glücksspiel an. Eine solche Sperre haben wir bei Kalshi nicht gefunden.

Wie funktioniert Kalshi?

Gehandelt werden Ja-Nein-Kontrakte auf ein künftiges Ereignis. Jeder Kontrakt zahlt bei richtigem Ausgang 1 US-Dollar aus, bei falschem nichts. Der Preis bewegt sich deshalb zwischen 1 und 99 Cent und lässt sich direkt als Wahrscheinlichkeit lesen: Ein Kontrakt zu 18 Cent heißt, der Markt traut dem Ereignis rund 18 Prozent zu.

Kalshi ist dabei Börse, nicht Buchmacher. Käufer und Verkäufer treffen sich im Orderbuch, Kalshi verdient laut eigener Angabe an den Transaktionsgebühren. Rechtlich ist das in den USA eine Terminbörse, die die CFTC in derselben Kategorie führt wie die großen Terminbörsen in Chicago. Positionen können vor der Abrechnung verkauft werden, sofern passende Gegenorders vorhanden sind. Der Gewinn oder Verlust ergibt sich dann aus der Kursdifferenz. Endet der Markt gegen dich, ist der Kaufpreis vollständig verloren, die Gebühren kommen hinzu.

Wer entscheidet über das Ergebnis eines Marktes?

Anders als bei Polymarket entscheidet Kalshi selbst. Jeder Markt hat schriftliche Regeln. Beim Fed-Markt für Oktober heißt es etwa: Senkt die Federal Reserve am 28. Oktober 2026 um 25 Basispunkte, löst der entsprechende Kontrakt mit Ja aus. Fällt die Sitzung aus, gilt „Zins unverändert“ als Ergebnis. Über Anträge auf Abrechnung entscheidet laut Hilfecenter das Markets-Team von Kalshi. Bei Polymarket stimmen dagegen Inhaber eines Kryptotokens ab.

Das hat zwei Seiten. Eine zentrale Stelle entscheidet schneller, und als beaufsichtigte Börse unterliegt sie der CFTC. Dafür liegt das letzte Wort beim Betreiber, nicht bei einem offenen Verfahren. Wer handelt, liest deshalb die Regeln eines Marktes vollständig, bevor er kauft.

Kalshi für Trader: Fed-Wahrscheinlichkeiten im Vergleich zum FedWatch Tool

Für mich als Trader ist Kalshi vor allem eine Datenquelle. Die Märkte zu Zinsentscheiden, Inflations- und Arbeitsmarktdaten zeigen, wie Marktteilnehmer mit echtem Geld Wahrscheinlichkeiten einpreisen. Die Kurse sind ohne Anmeldung öffentlich einsehbar, dafür braucht es weder ein Konto noch einen Trade.

Der Vergleich mit dem FedWatch Tool zeigt, wie nah beide Quellen beieinanderliegen. Am 6. Oktober 2026 gegen 21:40 Uhr preiste Kalshi für die Fed-Sitzung am 28. Oktober zu 82 Prozent einen unveränderten Leitzins ein und zu 18 Prozent eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Das CME FedWatch Tool, das seine Werte aus den Preisen der Fed Funds Futures ableitet, stand am selben Abend bei 80,6 zu 19,4 Prozent.

Kalshi Deutschland: Fed-Markt für die Sitzung am 28. Oktober 2026 mit 82 Prozent für unveränderten Leitzins
Kalshis Markt zur Fed-Sitzung am 28. Oktober 2026: 82 Prozent für einen unveränderten Leitzins, 18 Prozent für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Screenshot vom 06.10.2026.
Ausgang am 28.10.KalshiFedWatch
Leitzins unverändert82 %80,6 %
Erhöhung um 0,2518 %19,4 %
Senkung um 0,25unter 1 %0,0 %
Abgerufen am 06.10.2026 abends (MESZ). Kalshi: angezeigte Wahrscheinlichkeit je Ausgang, die ausführbaren Kaufkurse liegen leicht darüber. FedWatch: nach der CME-Methodik aus den Preisen der 30-Day Fed Funds Futures abgeleitet.

Beide Quellen zeigten zu diesem Zeitpunkt ähnliche eingepreiste Wahrscheinlichkeiten. Wie viele Marktteilnehmer eine Einschätzung teilen, lässt sich daraus nicht ablesen. Weichen die Werte deutlich voneinander ab, lohnt der zweite Blick: Dann verarbeitet ein Markt neue Informationen schneller, einer ist dünner gehandelt, oder die Berechnungsmethoden unterscheiden sich. Kalshis Oktober-Markt hatte bis zum Abruf rund 8,45 Millionen US-Dollar Volumen.

Drei Wochen vor dem Fed-Zinsentscheid am 28. Oktober 2026 war eine Pause das höher gewichtete Szenario. Eine weitere Erhöhung nach dem Schritt vom 16. September war mit knapp einem Fünftel eingepreist. Der Vergleich ist eine Momentaufnahme: Die Werte ändern sich mit jeder neuen Datenveröffentlichung, und wie die Märkte auf einen Entscheid reagieren, lässt sich aus ihnen allein nicht ableiten.

Zinserwartungen lassen sich auch über andere Instrumente abbilden. Fed Funds Futures und SOFR-Futures an der CME sind regulierte Terminkontrakte. Zugang und Eignung hängen vom Broker und deinen persönlichen Voraussetzungen ab, und der Hebel wirkt in beide Richtungen. Wie diese Kontrakte funktionieren, erklärt unser Ratgeber zum Futures-Handel.

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Was kostet der Handel bei Kalshi?

Kalshi berechnet die Gebühr auf den erwarteten Gewinn, nicht auf den Einsatz. Laut Gebührenordnung (Stand 7. Juli 2026) zahlt, wer eine Order sofort gegen das Orderbuch ausführt, 0,07 × Kontrakte × Preis × (1 − Preis), aufgerundet und mit dem Standardmultiplikator 1. Das gilt beim Kauf wie beim Verkauf. Am teuersten ist damit ein Kontrakt zu 50 Cent, an den Rändern sinkt die Gebühr deutlich.

Preis je KontraktGebühr für 100 Kontrakte
10 Cent$0,63
30 Cent$1,47
50 Cent$1,75
70 Cent$1,47
90 Cent$0,63
Taker-Gebühr nach Kalshis Standardformel für 100 zusammen gehandelte Kontrakte zum gleichen Preis, eigene Rechnung. Einzelne Märkte können abweichende Sätze haben.

Wer im Orderbuch wartet, zahlt meist nichts. Aufträge, die nicht sofort ausgeführt werden, bleiben grundsätzlich gebührenfrei. In ausgewählten Märkten löst eine solche Order bei späterer Ausführung eine Maker-Gebühr mit dem Satz 0,0175 aus. Eine Abrechnungs- oder Mitgliedsgebühr gibt es nicht.

Teurer wird es bei Ein- und Auszahlung. Für Karteneinzahlungen behält sich Kalshi bis zu 2 Prozent vor. Nutzer außerhalb der USA zahlen laut Hilfecenter per Debitkarte, per Überweisung ab $1.000 oder in Kryptowährung ein, Lastschrift, PayPal und Venmo stehen ihnen nicht offen. Ausgezahlt wird für sie per Debitkarte oder in Kryptowährung, eine Überweisung unterstützt die Gebührenordnung erst ab $500.000.

Im Vergleich zu Polymarket ist das die obere Stufe. Polymarket rechnet nach derselben Formel, setzt den Satz aber je Kategorie zwischen 0 und 0,07 an. Kalshis Standardsatz entspricht dem höchsten Polymarket-Satz, der dort nur für Krypto-Märkte gilt.

Gibt es eine Kalshi Aktie?

Eine Kalshi Aktie gibt es nicht. Kalshi ist ein privates Unternehmen, das sich über Finanzierungsrunden bei Wagniskapitalgebern finanziert, Laut CoinDesk wird ein Börsengang 2027 erwogen, ein verbindlicher Termin ist damit nicht belegt.

Die Bewertung ist in kurzer Zeit stark gestiegen. Im August 2026 berichtete CoinDesk über Gespräche mit Sequoia Capital und Wellington Management, die das Unternehmen mit rund 40 Milliarden US-Dollar bewerten würden. Die vorige Runde im Mai 2026 lag laut demselben Bericht bei 22 Milliarden. Abgeschlossen war die neue Runde zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht.

Eine börsengehandelte Kalshi Aktie gibt es derzeit nicht. Kalshi-Anteile werden an keiner Börse gehandelt, Angebote für private Beteiligungen sind davon zu unterscheiden. Wer solche Angebote sieht, prüft genau, was dort tatsächlich verkauft wird. Börsennotiert ist dagegen ein Teil des Umfelds: Der Börsenbetreiber ICE, Muttergesellschaft der New Yorker Börse, hat sich an Polymarket beteiligt. Das ist ein Hinweis auf die Marktstruktur, keine Anlageempfehlung.

Gibt es die Kalshi App in Deutschland?

Im deutschen App Store haben wir die Kalshi App nicht gefunden. Bei unserer Abfrage bei Apple am 6. Oktober 2026 erschien die offizielle App der Kalshi Inc. im US-Store, dort mit 4,8 von 5 Sternen aus rund 583.000 Bewertungen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz erhielten wir keinen Eintrag. In unserer Suche im deutschen Google Play Store fanden wir ebenfalls keine offizielle Kalshi App.

Dafür tauchen Apps mit ähnlichem Namen auf. Im deutschen App Store erscheint bei der Suche eine App „KLS: Event & Prediction Market“ eines anderen Anbieters, bei Google Play mehrere Apps fremder Entwickler mit Kalshi im Namen. Keine davon stammt von Kalshi. Vor jeder Installation lohnt deshalb der Blick auf den Entwicklernamen. Und wer eine APK-Datei aus einer Drittquelle installiert, verzichtet auf die Prüfung durch den Store.

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Kalshi vs. Polymarket: die Unterschiede

Beide handeln dasselbe Produkt, aber auf verschiedenem Unterbau. Polymarket rechnet in der Kryptowährung USDC ab und läuft international auf einer Blockchain, Kalshi in US-Dollar über eine klassische Börse. Bei strittigen Ergebnissen entscheidet bei Polymarket ein Abstimmungsverfahren, bei Kalshi das eigene Team.

MerkmalPolymarketKalshi
Gegründet20202018
US-Zulassung2025, über QCX2020, CFTC
AbrechnungUSDCUS-Dollar
ErgebnisUMA-OracleKalshi-Team
Volumen 08/2026$8,16 Mrd.$37,17 Mrd.
Stand 06.10.2026. Volumen laut The Block, bei Polymarket einschließlich der US-Plattform.

In Deutschland unterscheiden sie sich nicht. Für beide gilt die Einordnung der GGL als nicht erlaubnisfähiges Glücksspiel, keine der beiden hat eine deutsche Erlaubnis. Polymarket ist aus Deutschland ebenfalls erreichbar und bietet eine deutsche Oberfläche, die Website von Kalshi ist englischsprachig.

Welche Alternativen gibt es zu Kalshi?

Wer Prognosemärkte über einen Broker nutzen will, landet oft wieder bei Kalshi. Der US-Broker Tastytrade etwa wickelt seine Prediction Markets über Kalshi ab. Am rechtlichen Rahmen in Deutschland ändert der Zugangsweg nichts.

Auch Interactive Brokers bietet inzwischen eigene Prognosekontrakte an. Die Prognosemarkt-Oberfläche von IBKR bündelt die IBKR-Tochter ForecastEx, Kalshi und CME Group. Bei Interactive Brokers Ireland, über die deutsche Kunden geführt werden, gibt es die Kontrakte laut Gebührenseite nur für professionelle Kunden. Für Kleinanleger in Deutschland passt das ins Bild: Sind solche Kontrakte Finanzinstrumente, fallen sie nach einer Stellungnahme der ESMA vom 3. Juli 2026 unter die Regeln für binäre Optionen, deren Vertrieb an Privatkunden die BaFin seit Juli 2019 grundsätzlich untersagt. Sind sie keine Finanzinstrumente, greift die Einordnung der GGL.

Für Trader liegt die naheliegende Alternative am Terminmarkt. Zinserwartungen lassen sich über Fed Funds Futures handeln, und Datenveröffentlichungen wie die US-Inflationsdaten bewegen Anleihen, Devisen und Indizes direkt. Zugang und Eignung hängen vom Broker ab, und bei schnellen Kursbewegungen begrenzt auch ein Stop-Loss den Verlust nicht zuverlässig auf den gewünschten Betrag.

Kalshi: Vorteile und Nachteile im Überblick

Die Bilanz fällt für Leser in den USA und in Deutschland verschieden aus. Die Vorteile betreffen die Börse selbst, der erste Nachteil wiegt für Leser aus Deutschland schwerer als alle Vorteile zusammen.

Vorteile von Kalshi

  • Beaufsichtigte US-Börse: die CFTC hat Kalshi 2020 als Handelsplatz für Terminkontrakte zugelassen
  • Abrechnung in US-Dollar: für den Handel braucht es keine Krypto-Wallet
  • Kurse frei einsehbar: die Wahrscheinlichkeiten taugen als Marktindikator, etwa neben dem FedWatch Tool
  • Größter Prognosemarkt: hohe Handelsaktivität kann die Liquidität stützen, den Spread prüfst du trotzdem je Markt
  • Wartende Aufträge meist gebührenfrei: wer Liquidität ins Orderbuch stellt, zahlt in den meisten Märkten nichts

Nachteile von Kalshi

  • In Deutschland nicht erlaubnisfähig: laut GGL ist die Teilnahme an Gesellschaftswetten aus Deutschland nicht zulässig
  • Klausel im eigenen Vertrag: neben der Länderliste sind auch Rechtsräume ausgeschlossen, in denen der Handel verboten ist
  • Keine App in Deutschland gefunden: dafür Fremd-Apps mit ähnlichem Namen im App Store und bei Google Play
  • Hoher Standardsatz: die Taker-Gebühr liegt auf dem höchsten Niveau von Polymarket, Karteneinzahlungen kosten bis zu 2 Prozent
  • Totalverlust möglich: endet ein Markt gegen dich, ist der Kaufpreis weg, und Auszahlungen per Überweisung gibt es erst ab $500.000
  • Ergebnis entscheidet der Betreiber: über strittige Abrechnungen urteilt Kalshis eigenes Team
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Fazit: Kalshi ist für Trader in Deutschland eine Datenquelle, kein Handelsplatz

Kalshi unterscheidet sich vom internationalen Polymarket-Angebot vor allem im Unterbau. Die Plattform ist seit 2020 von der CFTC zugelassen, rechnet in US-Dollar ab und hat Polymarket beim Volumen um mehr als das Vierfache überholt. Dass Investoren über eine Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar verhandeln, zeigt, wie ernst der Finanzmarkt das Modell inzwischen nimmt.

Für Leser aus Deutschland ist die Einordnung der Aufsicht klar. Nach der GGL ist die Teilnahme an solchen Gesellschaftswetten aus Deutschland nicht zulässig. Dass Deutschland auf Kalshis Länderliste fehlt, ist nach unserer Lesart des Mitgliedsvertrags keine Freigabe.

Mein Urteil: Den größten Nutzen hat Kalshi als Indikator. Die Fed-Wahrscheinlichkeiten lagen im Oktober 2026 auf wenige Prozentpunkte genau beim FedWatch Tool. Als zusätzliche Datenquelle neben den Terminmärkten sind die öffentlichen Kurse für Trader deshalb interessant, der Handel dort ist es aus Deutschland nicht.

Häufige Fragen zu Kalshi

Ist der Handel bei Kalshi aus Deutschland erlaubt?

Nach der Einordnung der Aufsicht nicht. Kalshi hat keine deutsche Erlaubnis, die US-Zulassung ersetzt sie nicht. Laut Mitteilung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder vom 13. August 2026 sind Gesellschaftswetten nicht erlaubnisfähig, die Teilnahme aus Deutschland ist nicht zulässig. Dass Deutschland nicht auf Kalshis Länderliste steht, ist nach unserer Lesart keine Freigabe, denn der Mitgliedsvertrag nennt zusätzlich Rechtsräume, in denen der Handel verboten ist.

Kann man Kalshi aus Deutschland nutzen?

Ansehen ja, handeln nein. Die Website lädt aus Deutschland, und die Kurse sind ohne Anmeldung einsehbar. Die Teilnahme ist nach Einschätzung der GGL nicht zulässig und kann nach § 285 StGB strafbar sein. Im deutschen App Store haben wir die Kalshi App am 06.10.2026 nicht gefunden.

Was macht Kalshi genau?

Eine zugelassene US-Börse für Wetten auf Ereignisse. Kalshi ist eine US-Börse für Ereigniskontrakte, die seit November 2020 von der CFTC zugelassen ist. Nutzer kaufen Ja- oder Nein-Kontrakte auf Ereignisse wie Zinsentscheide, Wahlen oder Sportergebnisse. Ein Kontrakt zahlt bei richtigem Ausgang 1 US-Dollar, sein Preis entspricht der vom Markt erwarteten Wahrscheinlichkeit.

Kann man Kalshi Aktien kaufen?

Nicht an der Börse. Kalshi ist nicht börsennotiert. Laut CoinDesk liefen im August 2026 Gespräche über eine Finanzierungsrunde bei rund 40 Milliarden US-Dollar Bewertung, ein Börsengang wird für 2027 erwogen. Angebote für private Beteiligungen sind davon zu unterscheiden.

Wer ist der CEO von Kalshi?

Mitgründer Tarek Mansour. CEO ist Tarek Mansour. Er gründete Kalshi 2018 zusammen mit Luana Lopes Lara, die das operative Geschäft verantwortet. Beide studierten am MIT.

Was kostet ein Trade bei Kalshi?

Es hängt vom Preis ab. Wer sofort gegen das Orderbuch handelt, zahlt 0,07 × Kontrakte × Preis × (1 − Preis), aufgerundet. 100 Kontrakte zu 50 Cent kosten damit $1,75, zu 10 Cent $0,63. Wartende Aufträge sind in den meisten Märkten gebührenfrei, Karteneinzahlungen kosten bis zu 2 Prozent (Stand der Gebührenordnung: 7. Juli 2026).

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.

Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Diese Fassung stützt sich auf folgende Quellen. Die Zulassung stammt aus der Pressemitteilung der CFTC vom 4. November 2020, Sperrliste und Vertragsklausel aus Kalshis Mitgliedsvertrag, Gebühren aus der Gebührenordnung vom 7. Juli 2026. Die rechtliche Einordnung folgt der Mitteilung der GGL vom 13. August 2026, ihren Fragen und Antworten zu Gesellschaftswetten und ihrer Aussage gegenüber Ingame vom Oktober 2025. Fed-Wahrscheinlichkeiten, App-Stores und Erreichbarkeit haben wir am 6. Oktober 2026 selbst abgerufen. Dieser Text ist keine Rechtsberatung und keine Anlageberatung. Stand: 6. Oktober 2026.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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