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What is the truth? Aktien oder Optionen?

Im Zweifel beides. Der legendäre Satz vom leider viel zu früh verstorbenen Mark Douglas lautete:

What is the truth? Whatever works!

Ich benutze für mein persönliches Trading Aktien und Optionen, sowie einen Trading-Plan, der auf meinen Fragen und meiner Überzeugung beruht („find your own path“).

Ein Ausflug in die Welt der Optionen

Ich will hier einen kurzen Ausflug in die Welt der Optionen vornehmen anhand meiner heutigen Trades. Allerdings ist bei so einer Betrachtungsweise die Perspektive wichtig, also die Art wie ich handele.

  • Ich handele eine Aktien-Long only Strategie durch Aktien und Aktienoptionen
  • Ich hedge mein Long-Portfolio durch Shorts auf den SPY, aber (fast) niemals neutral
  • Ich übernehme die Aktien, die ich durch Optionen angedient bekomme
  • Ich handele ausschließlich „undefind risk strategies“ im Options Markt (naked put)
  • Ich manage meine Aktien aktiv, auch durch Covered Options. Ich habe multiple Entry and Exit levels (Stage 1 -3)

Ein solcher Stil hat immer Long-Positionen mit Take Profit Orders im Markt und hat viele kleine Treffer. Heute hatte ich wurde bei vier Aktien die Gewinnziele erreicht. Das ist allerdings nichts Außergewöhnliches, wenn eine Long-Strategie in einem steigenden Markt Gewinner abwirft. Hier die Trades:

Optionsgeschäft Skyworks Solutions (SWKS)
Skyworks Solutions (SWKS) Tageschart
Optionsgeschäfte American Express
American Express Tageschart (AXP)
Optionsgeschäft Procter & Gamble
Procter & Gamble (PG) Tageschart
Optionsgeschäft Verizons Communication (VZ)
Verizons Communication (VZ) Tageschart
Handelsprotokoll SWKS, AXP, PG, VZ
Handelsprotokoll Put Optionen

Long gesetzt, long gekommen, Geld gemacht. Ich bitte die, die keine Erfahrung mit Optionen haben, sich den Verizon-Trade etwas genauer anzuschauen. Der Einstieg war weder gut geschweige denn optimal oder so, aber trotzdem wurde Geld verdient, da die Option an Wert verlor, Stichwort: Theta oder time decay.

Was nun wie eine Gelddruckmaschine aussehen mag, hat allerdings seine Tücken:

  • Optionen verkaufen hat limititertes Gewinn-Potential
  • undefined risk

Optionen als Einstiegsinstrument in das tatsächliche Underlying

Ich persönlich betrachte Optionen vielmehr als ein Einstiegsinstrument in das tatsächliche Underlying, in meinem Fall in die Aktie selbst. Hier ein Trade aus meinem Portfolio, der netto im Verlust ist, der Trend ganz klar bearish und ich long gehe:

Macy's (M) Optionsgeschäft
Macy’s (M) Tageschart

 

Technische oder Fundamentale Anlayse?

Ich bin ein Schattenmann und gehe im Schatten der Big Boys; die Jungs schauen sich definitiv Zahlen an. Ich habe Optionen auf Macy’s im Bereich 31, 28, 26, 25, das ist mein Stage 1 Entry. Ich weiss, dass das Unternehmen  9 MRD USD wert ist.

Marktkapitalisierung von Macy's (M)
Marktkapitalisierung von Macy’s (M)

Quelle: Finviz

Und mit etwas Recherche kommt man an die Zahl, das das Unternehmen für das Jahr 2016 einen Gewinn von 2,9 – 3,1 USD je Aktie erwirtschaftet hat. Der Durchnittspreis bei meinen Optionen lautet: 27,5 USD und ein Gewinn von 2,9 USD je Aktie bedeutet eine Rendite von 10,29 %, auch wenn sie sich seitwärts bewegt. Kann Sie weiter fallen? Klar, aber dafür habe ich meinen Trading-Plan und habe meine Frage „what do i play“ für mich beantwortet.

„Every market has is own personality“ und wenn du einen Markt bzw. ein Instrument handelst, musst du bereit sein, damit umzugehen. Im Optionsmarkt bedeutet dies, dass Optionspreise sprichwörtlich „explodieren“ können, wie man an der 31er put option erkennen kann (-453,60 %).

 

Put Optionspreise explodieren
Put Optionspreise explodieren

 

Ein Optionstrader muss wie eine Versicherung agieren

Am Einfachsten ist es so zu verstehen, dass man als Versicherungsgesellschaft agiert. Man hat viele kleine Einnahmen und manchmal üble Verluste. Zocker haben ihre Schwierigkeiten damit, da man hin und wieder  große Verluste hinnehmen wird und auch muss. Nimm deine Verlierer planmäßig vom Tisch und gehe zum nächsten Trade und spiele deinen Plan (wiederhole was du tust). Es darf niemals zu dem einen Trade werden, der dich aus dem Spiel wirft = übelsten emotionalen wie finanziellen Schaden an dir anrichtet. Es ist unser Job, das zu vermeiden und im Spiel zu bleiben.

Ich hatte mal einen Lehrer, er ist eine „Wallstreet-Größe“, Buchauthor, Coach etc. Ich nenne seinen Namen nicht, da ich glaube, dass er seine Seele verloren hat, aber trotzdem habe ich das Eine von ihm gelernt: It is only one Trade! Ich habe das schon hinter mir und will es nie wieder erleben, das ein einziger Trade großen emotionalen und finanziellen Schaden anrichtet!

Ich kann über mich sagen, dass der Markt mich gelehrt hat, meinen Verlust innerhalb meiner Parameter vom Tisch zu nehmen und zum nächsten Trade zu gehen. Eine meiner härtesten Lektionen, die ich zu lernen hatte und für die ich heute sehr dankbar bin. Es geht nicht ohne Verlust-Trades, damit müssen wir uns abfinden.

Fan von Aktien und Optionen auf Aktien / ETFs

Ich habe exzessiv Devisen und Futures gehandelt, Devisen erfolgreich, Futures nicht. Ich habe Hebel von bis zu 1:500 eingesetzt und Erfahrungen sammeln dürfen. Diese Erfahrungen haben mich persönlich Respekt und Demut gelehrt. Allerdings halte ich das „Spezialisieren“ auf „deinen“ Markt / Märkte für einen wichtigen Meilenstein im Leben eines jeden Traders. Mir sind persönlich einige richtig gute Trader begegnet, vor denen ich mich verneige und von denen ich viel gelernt habe und immer weiter lerne. Aber manchmal lehre ich auch.

Die Pfeifen, die in diesem „Business“ rumlaufen, sind meiner Ansicht nach keiner Rede wert, aber auch „prominente“ Namen enttarnen sich mit der Zeit. Trading ist das härteste Geschäft, was ich jemals gewagt habe, umso dankbarer bin ich, wenn ich gewinnenden und guten Tradern begegne und lernen darf. Lehre ich den einen oder anderen bei der einen oder anderen Sache? Auch das ist eine Ehre.

Ich kann jedem Trader empfehlen, sich seine Fragen zu stellen: Ist es gut, das ich das handele, was ich jetzt handele? Wie viele Märkte, wie viele Strategien handele ich? Bin ich überall gleich gut oder gibt es Abweichungen? So habe ich meinen „Markt“ und auch „meinen“ Tradingplan gefunden: Aktien und Optionen auf Aktien und ETFs.

Ich kann jeden Trading-Anfänger nur anspornen „deine härtesten Trading-Lektionen“ zu überstehen, da ich die Auffassung vertrete, dass der finanzielle und emotionale Schmerz es wert sind, mit dem Trading weiter zu kommen. Nach einer Zeit verstehst du davon immer mehr, wenn du denn aus deinen Fehlern lernst. Der Markt wird dich dazu zwingen oder aus dem Spiel schmeißen.

Schreibe ein Trading-Journal

Ich habe viele Jahre gebraucht, dort angekommen zu sein. Mein Lehrer Will, von dem ich am meisten über Disziplin gelernt habe, hat mir den „letzen“ Stoss dorthin gegeben. Ich bin ihm sehr dankbar dafür.

Hier ist mein Trading-Journal von heute und vollkommen primitiv erfasst. Mir persönlich hat es geholfen und meiner Ansicht nach muss es keine Doktorarbeit sein. Ich persönlich möchte einfach Notizen machen, die mich auf die „Spur“ bringen, wenn ich sie hinterfrage. Was habe ich da eigentlich gemacht? Ein Trading-Journal zu schreiben ist extrem wichtig, notwendig und dringend ratsam.

Ein weiterer „Nachteil“ von Optionen. so wie ich dieses Instrument handhabe, ist der recht hohe Kapitalbedarf bei höherpreisigen Aktien wie FedEx:

FEDEX Aktie Tageschart
FEDEX Aktie Tageschart

 

Für Optionsgeschäfte braucht man relativ viel Margin

Man sollte verstehen, dass ein short Put @ 160 im Umkehrschluss 16 .000 USD Handelsvolumen pro Option und pro Stage bedeutet und entsprechende Margin kostet. Überhaupt gehen wir mit dem Thema Handelsvolumen im Verhältnis zu Margin sehr leger um, was meiner Ansicht nach falsch ist. Wenn du heute einen ES-Future Intraday handelst, dann kannst du das bereits mit 4-500 USD Margin machen, also auch mit kleinen Konten handeln. Bei einem Stand von 2200 mal 50 USD pro Punkt ergibt das aber trotzdem ein Handelsvolumen von 110.000 USD pro Future Kontrakt. Das sollte man zumindest im Hinterkopf haben. Mit einem 10.000 Euro Konto 400.000 USD im Forex zu handeln ist heute sehr einfach, aber auch gefährlich.

Aktien-Trading zwingt mich auch zu mehr Disziplin, da ich „nur“ einen Hebel von 4 habe. Mittlerweile halte ich es für einen Vorteil, einen kleinen Hebel einzusetzen, da er dich vor Overtrading bewahren (sollte) und eigentlich auch tut. Ich muss bereit sein, Geld vorzuhalten, wenn ich Aktien und Aktienoptionen handeln will. Das muss man zwar bei allen Finanzinstrumenten, aber wenn ich sehe, wie hoch gehebelt im FX oder im Future Bereich getraded wird, bin ich dankbar einen nur kleinen Hebel zu haben. Bei Multiple Entries kommt da schon Einiges zusammen und erst recht, wenn man beispielsweis 78 short Put Optionen hält, verteilt auf 50 Aktien.

Übrigens: Die FedEx Option ist bei 21,4 % im Plus (von der Prämieneinnahme), sie kann allerdings nächste Woche bei -500 % stehen.

Fedex Put Option
Fedex Put Option

What do I play?

„What do I play?“ ist meines Erachtens nach für jeden Trader sehr wichtig, egal ob du 2 oder 50 Märkte handelst. Die besten Trader, die mir begegnet sind, waren meistens spezialisiert auf „deren“ Märkte. Nur Bonds, nur Aktien, nur Optionen, nur FX, nur Futures, nur Oil, nur Gold usw. oder die eine oder andere Kombination. Mir ist noch keiner begegnet, der alles gehandelt hat, muss jeder für sich selbst wissen.

Mit meinem Blog-Beiträgen hier bei  kagels-trading.de ist es meine Absicht, über meine persönlichen Erfahrungen zu berichten. Karsten Kagels war mein erster Trading Mentor & Coach, von ihm habe ich sehr viel gelernt. Vor 12 Jahren habe ich mit ihm den E-Mini S&P 500 Future gehandelt. Er sagte schon damals:

In der Welt des Tradings ist weniger mehr. Wenn es etwas gibt, wo dies zutrifft, dann ist es Trading.

Mein Schreiben hier geschieht in voller Demut, einem Markt dem ich seit 13 Jahren als Real-Money-Trader beiwohne. Auch das ist eine wichtige Lektion, die wir alle Lernen müssen: Demut, denn das wird dir der Markt schon zeigen. Ich selbst kann nur sagen: ich bin dankbar für die Zeit und weiß nicht, ob ich mein 14. Trading-Jahr erreichen werde. Aber ich werde es versuchen, der Liebe wegen: If you love what you do, you do it good.

Ich liebe das Trading und bin dankbar, das zu erkennen. Ich möchte es bis an mein Lebensende machen dürfen.

Good luck with your trading and finding your own path. Your path is the truth!

Ihr Mert Meral aka Schattemann

 

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