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Warum sind die Märkte nicht zufällig?

Jeder hat sich doch bestimmt schon mal in seiner Tradingkarriere die Frage gestellt, ob es überhaupt möglich ist, in den Märkten auf Dauer Geld zu verdienen. Sind die Märkte nicht alle nur durch den Zufall bestimmt?

Den Beweis dafür zu bringen, dass die Märkte nicht nur aus Zufallsbewegungen bestehen, ist natürlich nicht so einfach. Ab wann kann man denn sagen, dass jemand auf Dauer profitabel handelt? Ab einem Jahr, ab fünf Jahren, ab zehn Jahren? Was ist, wenn jemand zehn Jahre lang profitabel handelt, und dann plötzlich nur noch Verluste macht? Hatte der bis dahin nur Glück? Ich denke, Ihr seht schon, auf was ich hinaus will.

Also wie kann man beweisen, ob die Märkte zufällig sind oder nicht?

Ich glaube, dass wenn die Märkte nur aus Zufall bestehen, und es nicht möglich wäre, auf Dauer Geld zu verdienen, müsste es doch viel weniger Verlierer geben. Es müsste meiner Meinung nach viel mehr Leute geben, die Plus Minus null handeln über einen längeren Zeitraum hinweg. Wo sind denn diese Leute? Ich kenne eigentlich nur Leute, die alles verlieren in den Märkten. Wohin geht denn dieses Geld? Ein Teil sicher zu den Brokern. Aber ich glaube nicht, dass all das Geld an die Broker geht, was in den Märkten verloren wird.

Es gibt so diese Zahl, die im Internet kursiert, dass 90% – 95% aller Trader verlieren. Ich habe zwar keine Ahnung, wie man das messen kann, aber ich glaube, das dürfte der Wahrheit relativ nahe kommen.

Das die meisten Leute verlieren ist, denke ich, der beste Beweis dafür, dass es möglich ist profitabel zu handeln. Weil man weiss ja, das Geld wechselt nur den Besitzer an der Börse. Wo ein Gewinner ist, muss auf der anderen Seite irgendwo auf dieser Welt ein Verlierer sein.

Im Gegensatz zum Casino wo man gegen das Haus spielt, und daher immer einen negativen Erwartungswert hat, kämpft man ja an der Börse gegen andere Börsen-Teilnehmer.

Jedoch ist der Edge (Vorteil), den man sich an der Börse erarbeiten kann, viel kleiner als die meisten Leute glauben. Was auch der Grund ist, warum so viele Leute aufgeben, und dann behaupten, es ist nicht möglich an der Börse Geld zu verdienen.

Was denkt Ihr über dieses Thema? Es würde mich freuen, wenn dazu hier eine kleine Diskussion zustande kommen würde.

Thomas Thurzo, Trader

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Walter Vogel - 07/02/2015

Hallo,

Charles Dow war da anderer Meinung. Es gibt Trends, die lange andauern. (Seitwärtstrends sind im Grunde Konsolidierungen.) Geld verliert, wer dauernd gegen den Trend ankämpft, in der Hoffnung an einem extremen Wendepunkt im Markt einzusteigen. Diese Leute haben aber bis dahin schon so viel an Nervensubstanz verbraucht, dass sie dann nicht mehr fähig sind, einen Trend, wenn sie ihn mal erwischen am Extrem, dann auch ganz oder weitgehend auszureiten. Insofern ist es nutzlos, dauernd nach Trendwenden zu lauern. Wenn man sie geschehen lässt und sich dann anhängt, mit TTE oder so, sollte man einigermaßen berechenbare Bewegungen mitnehmen können. Ob die Börse morgen höher ist oder niedriger, das ist allerdings schon weitgehend eine 50 : 50 Möglichkeit. Man kann das unter Fluktuation abhandeln. Deshalb, immer mal die Charts zusammenschieben, um das große Bild zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen

W. Vogel

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André Gitschenko - 08/02/2015

Mal verliert man … und mal gewinnen die Anderen.

Die Börse ist ein Null-Summen-Spiel! Was der eine gewinnen will, muss zwangsläufig ein anderer verlieren. Es werden ja Aktien (oder andere Finanzinstrumente) gegen Geld getauscht und wieder zurück. In Wirklichkeit ist das Schlachtfeld Börse doch nur ein Tauschhandel wie auf einem Basar. An der Börse verdienen zwei kleine Gruppen das Geld. Die Broker (auf einem Basar sind das die Standplatz-Vermieter) und die geduldigen Profis. Das sind die, die geduldig billig kaufen und teuer verkaufen. Das sind die, die das Gegenteil von dem tun, was die Masse tut. Ein Beispiel dafür ist Warren Buffett. Seine Gewinne haben all jene bezahlt, die ihm seine Aktien und andere Finanzinstrumente wieder teuer abgekauft haben. Börse ist und bleibt ein Null-Summen-Spiel. Nur wer das versteht kann langfristig ein Gewinner werden!

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144 - 09/06/2015

Abseits aller allgemein verbreiteten Information über das spekulative Geschehen an den Börsen liegt dem Verlauf von zumindest Rohstoffen ein mathematisch verifizierbares Verhalten zugrunde.So haben Trends eine Mindestdauer,damit einhergehend eine Minimalrange und Trendwenden diverse mathematische Bedingungen die sie erfüllen.Diese mathematischen Beziehungen zu entdecken und verstehen bildet die Basis langfristigen Erfolges ohne Belastung des Nervenkostüms.Wie Herr Kagel auf seiner Ausbildungsseite richtig anmerkt ist eine unverrückbare Grundvoraussetzung erfolgreichen Handelns sich zeitintensiv ausbilden zu lassen oder autodidakt Wissen anzueignen.

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