Trading ohne Selbstvertrauen – Unmöglich!

Mentale Härte als Trader

Dein sicherer Weg zur mentalen Härte als Day Trader

Sei dir bewusst: Du kannst ohne Selbstvertrauen nicht erfolgreich traden. Alles steht und fällt mit diesem emotionalen Zustand.

Aus diesem Grund ist es für dich von enormer Wichtigkeit, so schnell es geht Selbstvertrauen aufbauen zu können. Und das immer wieder.

Selbstvertrauen kann verloren gehen? Aber sicher. Es ist sogar fast die Regel, nicht die Ausnahme.

Frage einen Sportler!

Gerade Profis kämpfen in regelmäßigen Abständen mit schwindendem Selbstvertrauen. Vor allem dann, wenn sie eine heftige Niederlage einstecken mussten, und durch Ablenkung ihrer Gedanken, den Fokus auf das Wesentliche verloren haben. Für dich als Trader wird deine persönliche ‚Niederlage’ in der Regel durch anhaltende, beziehungsweise extrem hohe Verluste spürbar.

Da diese Situationen immer wieder vorkommen, musst du in der Lage dazu sein, gezielt Selbstvertrauen wiederherzustellen.

Dafür sind beim Day Trading vier simple Schritte nötig – welche das sind, zeige ich dir jetzt.

Startklar? Wunderbar. Dann los..

Schritt I: Nimm den Fuß vom Gas, sobald Selbstzweifel aufkommen

Falls du eine üble Phase an den Märkten durchmachst, deine Trading-Ergebnisse sich beständig verschlechtern, und du eine aufkeimende Unsicherheit über deinen dauerhaften Erfolg als Trader in dir hochsteigen spürst, ist es dringend geboten, den Fuss vom Gaspedal deines Tradingkontos zu nehmen.

Dieses Verhalten sichert erstmal dein Konto ab, jedoch auch dein Ego. Diese Maßnahme ist enorm wichtig, denn es sind deine wichtigsten Ressourcen als Trader.

Viele Trader tun jedoch genau das Gegenteil: Aus Wut und Frust drücken sie das Gaspedal weiter durch, mit dem Ziel, schleunigst die Verluste wieder reinzuholen.

Das Ende vom Lied: Es wird für dich hinterher doppelt schwer deine Tradingpsychologie wieder in den Griff zu bekommen. Dein Draw Down wird sich unnötig vergrößern und dies wiederum setzt dich weiter unter Druck. Du machst dir das Traderleben somit mutwillig schwer.

Tu dir das nicht an und klinke dich knallhart aus!

Entziehe dich bewusst dem Druck des täglichen Trading-Wettkampfes. Gewinne Abstand, zerstreue deinen Geist durch andere Dinge und lass dir deine geistigen Spinnweben aus dem Kopf blasen.

Je intensiver, und für dich positiver diese Ablenkung wirkt, desto besser. Erst wenn du kaum noch an das Trading denkst und sich deine emotionale Stimmung anfängt zum Guten zu wenden – wichtig um wieder neue Motivation zu schöpfen – vollführst du den nächsten Schritt, in Richtung Reaktivierung deines Selbstvertrauens.

An dieser Stelle noch ein ganz persönlicher Tipp:

Nehme Trading nicht zu wichtig. Setze es zu anderen Dingen ins Verhältnis. Gerade jenen Dingen, welche dir gut tun und für die du dankbar sein solltest. Eine solche Einstellung wird dir dabei helfen, sehr schnell wieder Boden unter den Füßen zu spüren.

Schritt II: Die Fehleranalyse

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, da du dich dem Problem mit deinem Selbstvertrauen aktiv und rational nähern musst. Genau deshalb ist es so wichtig deine ‚Traderbirne’ tatsächlich frei zu bekommen und deine hochgekochten Emotionen runterzukühlen.

Gehe bei der Fehleranalyse systematisch vor.

Du besitzt jetzt einen enormen Vorteil, wenn du es dir zur Angewohnheit gemacht hast, ein Tradingjournal zu führen. In diesem Fall brauchst du nur deine Notizen darin auszuwerten. Sehr schnell wirst du dann auf die tatsächlichen Problemauslöser stoßen, die zu deiner Misere geführt haben. Konzentriere dich bei der Auswertung auf die massivsten Fehler, und ganz wichtig: Sei dir im Klaren darüber, was überhaupt ein echter Fehler beim Trading ist.

Echte Tradingfehler – eine Definition

Hier zur Orientierung meine eigene Definition eines wirklichen Tradingfehlers:

  • Als Trader begehst du dann einen Fehler, sobald du gegen deine selbst aufgestellten Regeln verstößt. Und nur dann!

Diese Definition bedeutet im Klartext:

Wenn du beispielsweise zu früh Gewinne einstreichst, so muss das noch lange kein echter Fehler sein, nur weil die Kurse im Anschluss doch noch weiter in die Richtung deines Trades gelaufen sind. Du kannst das zum Zeitpunkt der Gewinnmitnahme nicht wissen. Es wäre hingegen sehr wohl ein Fehler, wenn du für diesen Trade gar kein Gewinnziel vorgesehen hattest und dein Plan einen trendfolgenden Stop vorsah, der nachgezogen wird.

Notiere dir die echten Fehler und kläre ab, was für ein Verhalten von dir dazu geführt hat. Dann versuchst du im Anschluss bessere Handlungsoptionen, für ähnliche Ereignisse in der Zukunft, herauszufinden. Mach bitte alles schriftlich. Bring es auf Papier! Dadurch prägt es sich ein und dein Gehirn kann es optimal verarbeiten.

Die sogenannten ‚Pseudofehler’ solltest du auch festhalten. Du musst im weiteren Trading ein Auge auf sie haben, da möglicherweise bei einigen Regeln deines Systems für das tägliches Trading doch Anpassungsbedarf gegeben ist. Soll heissen: Du kannst dein Trading-System, von der technischen Seite aus, womöglich noch verbessern.

Hast du die Fehleranalyse abgeschlossen, ist für dich der Zeitpunkt gekommen, an dem du wieder in die Tradingpraxis einsteigen musst.

Schritt III: Training ohne echtes Risiko

Wenn du in diesem Stadium deiner Krisenbewältigung angelangst bist, kannst du noch nicht wieder maximal ins harte Tagesgeschäft einsteigen. Jetzt muss es dein Ziel sein, die neu erarbeiteten Handlungsoptionen (und bewährte) in praxisnaher Umgebung zu trainieren. Durch diese Maßnahme bringst du Stück für Stück wieder Sicherheit in deine Aktionen beim Trading. Moderne Tradingsoftware eignet sich dafür hervorragend.

Nutze also den Simulationsmodus deiner Tradingplattform. Hierbei läuft alles 1:1 zum Echtgeldhandel ab. Einziger Unterschied: Dein Account ist in diesem Modus nicht scharf geschaltet.

Die Replay-Funktion – Must Have Tool für Daytrader

Noch besser ist es mit der sogenannten Replay Funktion zu arbeiten. Diese Funktion bieten Profi-Plattformen an, leider jedoch nicht alle.

Die Replay Funktion ist eine echte Wucht.

Du kannst Kursdaten speichern und später problemlos wiedergeben lassen. Es kommt dir so vor, als ob das Ganze live abläuft. Und obendrauf hast du die Möglichkeit, die Wiedergabe des gespeicherten Kursverlaufes beschleunigt abzuspielen. Durch dieses Feature bewegen sich die Kurse auf deinem Trading-Monitor im Zeitraffer.

Doch warum ist diese Funktion für dich als Daytrader so nützlich?

Hervorzuheben sind zwei Vorteile:

  1. Du kannst komplette Börsentage in wenigen Minuten durchhandeln und sparst dir somit einen Haufen Zeit.
  2. Mit Hilfe der Zeitrafferfunktion ist es möglich, bei dir künstlich psychischen Stress auszulösen. Du baust beliebig hohen Zeitdruck, bei deiner Entscheidungsfindung während des Tradings, auf.

Falls du dich mit effektiven, modernen Trainingsmethoden von Performern auskennst, wird dir klar sein, was für einen Vorteil diese Art des Trainings mit sich bringt.

Dein Vorbild – Die Navy Seals

Ein gutes Beispiel sind die Navy Seals Spezialeinheit der US Truppen. Diese echt taffen Typen simulieren ganze Einsatzszenarien und trainieren ab einem bestimmten Zeitpunkt unter Zeitdruck, sowie extra widrigen Umgebungsbedingungen.

Fragst du dich jetzt, ob diese taffen Typen sie noch alle haben?

Ich würde behaupten ja – zumindest in den meisten Fällen

Im Ernst: Diese Leute wissen ganz genau, was sie tun. Musst du nämlich ständig unter extra Stress agieren, tust du instinktiv das, was du kannst und was für dich funktioniert. Zudem bereitet dich dieser psychische Druck auf echte Krisensituationen vor, in denen dein Adrenalin zwangsläufig durch die Decke geht.

Du kannst immer und immer wieder eine bestimmte Marktsituation wiederholen, wenn du mit Replay arbeitest. Am besten machst du das solange, bis dir dein optimales Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist. Das ist genial. Denn es hilft dir sehr gut dabei, produktive Automatismen auszubilden. Unter Automatismen versteht der Experte Verhaltensweisen, welche automatisch ablaufen, ohne das du darüber nachdenken musst.

Durch eine künstlich erzeugte Stressumgebung, verbesserst du somit deine mentale Härte im Tradingalltag. Deine Anfälligkeit für Fehler wird sinken, weil du sogar dann das Richtige Verhalten abrufen kannst, wenn deine Emotionen zu kochen beginnen.

Wieso? Ganz einfach, weil du es jetzt gewohnt bist so zu agieren.

Du kannst umso mehr Effekt durch dieses Training erzielen, je kurzfristiger du tradest.

Und wie oben schon angerissen: Durch die Replay Funktion ist es dir möglich, Kursverläufe von Wochen, oder sogar Monaten, in kürzester Zeit zu verinnerlichen. Wenn du diese Möglichkeit intensiv nutzt, kannst du dir sehr flott eine wahnsinnige und intensive Markterfahrung aneignen.

Schritt IV: Echtgeld-Trading bei niedrigem Risiko

Der Wiedereinstieg ins Live-Trading kann für dich dann wieder erfolgen, sobald deine Motivation zurück ist, du endlich wieder ein Kribbeln im Magen verspürst, wenn du an Trading denkst, und du deine Automatismen gut austrainiert hast.

Mein Rat an dich:

Absolviere zuerst ein oder zwei Tage – eventuell auch mehr – Simulationstrading in Echtzeit. Besitzt du ein richtig großes Trading-Konto, kannst du auch sofort das Echtgeld-Trading wiederaufnehmen. In diesem Fall jedoch zwingend mit der niedrigst möglichen Positionsgröße.

Hattest du eine schwere Trading-Krise, solltest du solange mit niedrigem Risiko handeln, bis du signifikante Gewinne verzeichnen kannst. Die Resulate deines Tradings müssen mit niedrigstem Risiko absolut überzeugend sein.

Sei dir darüber klar:

Schaffst du es mit niedrigem Risiko, ist es nur eine Frage der Skalierbarkeit, damit du höhere Gewinne generierst. Bist du allerdings nicht mal in der Lage dazu auf kleinster Risikostufe zu glänzen, wäre es absolut töricht von dir, sofort wieder den Macker spielen zu wollen. In so einer Situation musst du eventuell wieder zu Schritt II zurückkehren. Selbst wenn das – zugegebenermaßen – wohl jedem Trader sehr schwer fallen dürfte.

Um Großes zu leisten benötigst du ein Gefühl neuer Zuversicht in deine Fähigkeiten als Trader und vor allem deine Disziplin.

Jeder von uns ist auf Erfolgserlebnisse sowie eindeutig positives Feedback angewiesen, damit er wahrhafte Überzeugung in seine Fähigkeiten aufbauen kann. Genau für diese Aufgabe ist Schritt IV da.

Eine Sache noch:

Du hast keinen Grund ungeduldig zu werden, weil du eventuell einige dicke Gewinntrades nicht mit vollem Risiko umsetzen konntest. Vor allem als Daytrader wirst du das nächste, lohnenswerte Trading-Setup schon sehr bald wieder vor dir auf dem Monitor haben.

Schlussglocke

Jeder Performer und damit auch Daytrader hat in seiner Laufbahn den Kreislauf von anfänglicher Schwäche zu Stärke, wieder zurück zu Schwäche, und dann zu erneuter Stärke wenigstens einmal zu durchschreiten. Dieser Vorgang ist völlig natürlich. Wir Trader sind keine Roboter ohne Emotionen. Fürchte dich nicht davor, dein Selbstvertrauen hin und wieder zu verlieren. Beherzigst du die vier Schritte in diesem Artikel, und bist du dazu im Stande, aus jeder Krise bessere Handlungsoptionen für die Zukunft mitzunehmen, entwickelst du dich zu einem Meister der Krisenbewältigung. Und das Beste zum Schluss: Genau das wird nach und nach zu deinem größten Vorteil gegenüber deiner Trading-Konkurrenz werden.

Ingmar Folk TraderZum Autor: Ingmar Folk bietet einen Trading-Newsletter mit kostenlosem Start Up Mentoring an. Er hat sich auf den Handel des Eurostoxx 50 und Bund-Futures spezialisiert. Breit gefasste Risikomanagement-Strategien und der Exit stehen bei seinem Trading-Ansatz im Vordergrund. Auf seinem Trading-Blog coin-flip-trading.com führt der Autor immer wieder Experimente zum Zufallseinstieg beim Trading durch.

Image courtesy of [Stuart Miles] at freedigitalphotos.net

Danke für das Teilen!
Klicke hier, um einen Kommentar zu hinterlassen 0 Kommentare

Hinterlassen Sie eine Antwort

Kagels Trading GmbH hat 5,00 von 5 Sterne | 8 Bewertungen auf ProvenExpert.com