Risikobegrenzung und Gewinnmitnahme bei Pullback-Handelsstrategien

Risikobegrenzung und Gewinnmitnahme bei Pullback-Handelsstrategien
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Pullback-Trading ist eine gängige Handelsstrategie. Neue Trader mögen es aufgrund seiner Einfachheit. Und erfahrene Trader schätzen seinen Wert, sich an den Trend zu halten.

Aber der Markteintritt aufgrund eines Pullback ist nur der erste Schritt. Sie müssen auch gründlich überlegen, wie Sie Ihr Risiko begrenzen und Ihre Gewinne sichern können.

Um dies zu erreichen, benötigen Sie Verluststopps und Taktiken zur Realisierung Ihrer Gewinne, um Ihre Handelsposition managen zu können.

In diesem Tutorial lernen Sie eine Reihe von Taktiken zum Management Ihrer Positionen kennen. Sie werden erfahren, wie man das macht:

  1. Platzieren Sie einen ersten Verluststopp
  2. Legen Sie Gewinnziele fest
  3. Verschieben Sie den Verluststopp

Bei den folgenden Beispielen wird das System der Börsenhändler verwendet – eine gut durchdachte Pullback-Handelsstrategie. Wenn Sie mit dieser Strategie vertraut sind, ist es einfacher, den folgenden Charts zu folgen. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren.

Dennoch können Sie die hier erläuterten Techniken auf jede Pullback-Handelsstrategie anwenden.

1. Platzieren des ersten Verluststopps

Ein anfänglicher Verluststopp ist für die meisten Trader obligatorisch.

Erstens begrenzt der Verluststopp Ihr Risiko. Zweitens bietet er Ihnen eine Grundlage zur Berechnung des Chance-Risiko-Verhältnisses.

Verluststopp aufgrund von Kursmustern

Bei Pullback-Setups ist ein Verluststopp auf der Grundlage von Chartmustern die wichtigste Platzierung von Verluststopps.

Dabei werden Kursstäbe/Kursmuster vom Einstieg für die Festlegung des Verluststopps verwendet. Der Grundgedanke dabei ist, das das Kursmuster, das Sie zum Einstieg veranlasst hat, auch für den Ausstieg genutzt werden sollte.

Sie gehen davon aus, dass ein Pullback-Setup mit dem Trend übereinstimmt. Daher ist ein Kursmusterstopp ein logischer Ansatz.

ES Future 5 Minuten Chart

1. Level 2 Börsenhändler Einstieg; Short gehen, als der Markt das Tief dieser Kerze durchbricht. | 2. Einstiegskurs | 3. Kursmuster Stop Loss platziert einen Tick über dem Hoch der Setup Kerze.

Im obigen Beispiel haben wir einen Verluststopp einen Tick über dem Setup-Kursstab platziert. Diese Vorgehensweise ist normalerweise gut für das Daytrading geeignet. Aber für größere Zeitrahmen können Sie in Betracht ziehen, den Stop-loss weiter vom Setup-Kursstab entfernt zu platzieren.

Wenn Sie jedoch zu viele Zick-Zack-Bewegung erleben, sollten Sie stattdessen einen Volatilitätsverluststopp erwägen.

2. Platzieren Sie Gewinnziele mit Limitorders

Die Festlegung eines Gewinnziels hilft bei einem disziplinierten Ausstieg. Dies ist der beste Weg, Gier und Zweifel zu bekämpfen.

Taktisch betrachtet, suchen Sie nach Bereichen von Unterstützung und Widerstand. Diese können Sie erkennen, indem Sie nach früheren Konsolidierungsbereichen, wichtigen Pivots und Gewinnzielen Ausschau halten, die aufgrund von Charformationen ermittelt wurden.

Bei einer Longposition eines Pullback-Trades legen Sie Ihr Gewinnziel an eventuellen Widerstandsbereichen fest. Es handelt sich dabei um Bereiche, an denen der Markt nach unten drehen und sich damit gegen Ihre Position wenden könnte.

Bei einer Shortposition eines Pullback-Trades legen Sie Ihr Gewinnziel an möglichen Unterstützungsbereichen fest. Es handelt sich dabei um Bereiche, an denen der Markt nach oben drehen und sich damit gegen Ihre Position wenden könnte.

Ein Gewinnziel im Verbund mit einem Verluststopp gibt Ihnen ein Gespür für das Chance-Risiko-Verhältnis des Setups.

Sie entscheiden sich nur dann für einen Pullback-Trade, wenn Sie davon ausgehen, dass sich der Trend fortsetzt. Das konservativste Gewinnziel ist daher der letzte extreme Kurswert.

(Die blauen Markierungen im folgenden Chart sind Konsolidierungszonen)

EUR/USD 240 Minuten Chart

1. Level 2 Börsenhändler Einstieg; Short gehen, als der Markt durch das Tief dieser Kerze fällt. | Das konservativste Ziel ist das letzte Kursextrem im Trend, bevor der Pullback einsetzte, den Sie traden.

Hier können Sie weitere Techniken der Gewinnmitnahme untersuchen.

In manchen Situationen kann es optimal für Sie sein, Ihre Gewinne laufen zu lassen. In diesem Fall benötigen Sie ein weiteres Werkzeug: nachgezogene Verluststopps (trailing stop-losses).

3. Verschieben Sie Ihren Verluststopp

Ein sogenannter Trailing-Verluststopp ist eine Stop-Loss Order, die mit der Kursentwicklung nachgezogen wird, wenn sich die Kurse zu Ihren Gunsten bewegen. Für viele Trader ist dies ihre Lieblingstaktik.

Kein Wunder, denn der nachgezogene Verluststopp erfüllt mehrere Ziele:

  • Er vermindert im Lauf der Zeit Ihr Risiko.
  • Er sichert Ihre Gewinne.
  • Er ermöglicht, dass Sie Ihre Gewinne unter idealen Voraussetzungen laufen lassen.

Um einen Trailing-Verluststopp in einem Pullback-Trade anzuwenden, müssen Sie eine entscheidende Frage beantworten:

Wie nah sollten Ihre Verluststopps dem Kursverlauf folgen?

Wenn Ihr Verluststopp zu eng am Markt ist, riskieren Sie, ausgestoppt zu werden, bevor der Trade sein Potential ausschöpfen konnte.

Wenn die Entfernung Ihres nachgezogenen Stopps zu groß ist, riskieren Sie, einen großen Teil Ihrer Gewinne wieder an den Markt zurückgeben zu müssen.

Betrachten wir zwei geläufige Möglichkeiten, um Verluststopps im Rahmen von Pullback-Setups zu verschieben.

Verschieben des Stopps nach jedem Kurstab

Hierbei handelt es sich um eine aggressive Taktik, die am besten funktioniert, wenn Sie mit einer robusten Kursbewegung rechnen. Starke Aufwärtsbewegungen, wie die nachfolgend gezeigte, sind jedoch nicht die Regel.

Der folgende Chart zeigt alle drei Stufen des Tradingsystems der Börsenhändler. Gehen wir davon aus, dass Sie konservativ vorgehen und nur mit einem Einstiegssignal der Stufe 1 einsteigen.

FDAX Future 5-Minuten Chart

1. Level 1 Börsenhändler Einstieg; Long gehen, als der Markt das Hoch dieser Kerze durchbrach. | 2. Das Stop Loss wird einen Tick unter dem Tief von jeder Kurskerze nachgezogen. | 3. Nach der zehnten Stop Loss Anpassung wird unsere Position schließlich vom Markt ausgestoppt.

Dieser Ansatz begrenzt potentielle Verluste auf aggressive Weise. Er schränkt auch die Zeit ein, die Sie dem Markt ausgesetzt sind. Aber in den meisten Fällen wird diese Technik keine nennenswerten Gewinne bringen.

Dies liegt daran, dass die Anpassung des Verluststopps durch die Verschiebung nach jedem einzelnen Kursstab Ihren Trade abwürgen kann. Daher können Sie einen modifizierten Ansatz in Betracht ziehen, der Ihren Verluststopp anpasst bzw. koordiniert, indem er nach ausgewählten Kursstäben verschoben wird (und nicht nach jeden Kursstab).

Für Leser meines Kurses: Ein Beispiel ist der Wide Range Bar Trail, der in Volume 4, Chapter 2.2.3 erklärt wird.

Verschiebung nach jeder Kurswelle

Das Nachziehen nach jeder Kurswelle bietet dem Trade mehr Spielraum zum Bewegen. Durch diesen Ansatz wird die Price Action respektiert, und er bietet gleichzeitig eine Chance auf Zufallsgewinne.

Diese Methode ist zweckmäßig, um Gewinne auf dem Tageschart laufen zu lassen.

 

Coca Cola Aktie (KO) Tageschart

1. Level 2 Börsenhändler; Long gehen, als der Markt das Hoch dieser Kerze durchbricht. | 2. Wir wären hier ausgestoppt worden, falls wir das Stop Loss unter jeder Kerze nachgezogen hätten. | 3. Das Stop Loss wird einen Tick unter jeder Kurswelle nachgezogen. | 4. Bei dieser Kerze wurden wir ausgestoppt.

Das Nachziehen des Verluststopps bei Kurswellen ist nicht so einfach wie es aussieht.

Zuerst müssen Sie entscheiden, was eine Kurswelle ist. Dann müssen Sie entscheiden, wann Sie die Anpassung bzw. Verschiebung des Verluststopps vornehmen.

  • Zählen Sie flache Pullbacks gegen den Trend als neue Welle?
  • Nehmen Sie eine Anpassung bzw. Verschiebung Ihres Verluststopps in dem Moment vor, sobald sich eine Welle gebildet hat?
  • Verschieben Sie Ihren Verluststopp erst dann, wenn das letzte Extrem des Trends überschritten wird?

Egal wie Sie Ihre Verluststopps verschieben, überlassen Sie es nicht Ihren Emotionen. Halten Sie sich an einen konsequenten Ansatz.

Die beiden obigen Charts zeigen, wie man einen Verluststopp entsprechend der Price Action des Marktes anpasst bzw. verschiebt. Wenn Sie einen mathematischen Ansatz bevorzugen, schauen Sie sich den Parabolic SAR an – ein Indikator, der für den Einsatz als Trailing-Stop-loss entwickelt wurde.

Ratschlag für unerfahrene Trader

Es ist einfach, Ihre Handelsentscheidungen von Ihren Emotionen bestimmen zu lassen. Insbesondere dann, wenn Sie Ihr Geld aufs Spiel gesetzt haben.

Halten Sie sich deshalb an eine klare Methode, um Ihre Position zu verwalten. (Zum Beispiel festgelegte Verluststopp- und Gewinnzielorders, wobei Sie dem Ansatz „mit allem einsteigen und mit allem aussteigen“ folgen.)

Sie werden wahrscheinlich auch Ihre Einstiegsstrategie verfeinern. Wenn Sie zu viele Variablen auf einmal ändern, werden Sie nicht herausfinden, was funktioniert.

Untersuchungsmöglichkeiten für erfahrene Trader

  • Verwenden Sie eine Kombination aus Trailing-Verluststopp und Gewinnziel-Order, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
  • Passen Sie Gewinnziele nach dem Einstieg in den Trade an das Kursmomentum an.
  • Steigen Sie nach längerer Konsolidierung oder bei einer extremen Kursbewegung mit ebenso extremem Volumen (Anzeichen für eine Trendwende) mit einer Order „at the market“ aus.
  • Wie unterscheidet man zwischen Trailing-Verluststopp und Gewinnziel-Order? Betrachten Sie das Gewinnpotential des Pullback-Trades. Wenn Sie beispielsweise Daytrading betreiben und nur noch wenig Zeit bis zum Ende der Handelssitzung bleibt, dann macht es kaum Sinn, wenn Sie Ihre Gewinne laufen lassen. Realisieren Sie stattdessen Ihren Gewinn mit einer vernünftigen Gewinnziel-Order.

Schlussbemerkung

Denken Sie daran, dass Sie nicht jeden Cent aus einem Pullback-Trade herausquetschen müssen. Lassen Sie sich also nicht frustrieren, wenn Sie dem Markt einige Gewinne zurückgeben müssen oder ein paar wechselhafte Kursbewegungen erleiden.

Was Sie brauchen, ist eine positive Erwartungshaltung für alle Ihre Trades. Um dies zu erreichen, sollten Sie Ihr Positionsmanagement anpassen.

Dann müssen Sie einfach Ihre Positionsgröße schrittweise erweitern, um Ihre Gewinne zu steigern.

 

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: How to limit Risk and take Profit for Pullback Trading Strategies

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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