Startseite » Trader-Blog » Daytrading » Relative Strength Indicator (RSI)

Den Relative Strength Indicator (RSI) beim Daytrading verwenden

J. Welles Wilder ist ein Gigant auf dem Gebiet der technischen Analyse. In seinem Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ führte er eine Reihe Handelsindikatoren ein. Mittlerweile gehören diese Indikatoren zu den beliebtesten. Einer davon ist der Relative Strength Indicator (RSI).

Die standardmäßige RSI-Einstellung von 14 Perioden funktioniert gut für Swing-Trader. Allerdings empfinden viele Intraday-Trader diesen Indikator als mangelhaft, weil er nur selten Handelssignale generiert.

Einige Trader gehen mit diesem Problem so um, indem sie in einem kleineren Zeitrahmen handeln. Andere wiederum senken die RSI-Periodeneinstellung, um einen sensibleren Oszillator zu erhalten. Diese Lösungen führen jedoch zu RSI-Signalen, die unzuverlässiger sind.

Seltene Trades stellen beim Daytrading nicht zwangsläufig ein Problem dar. Das trifft also dann zu, wenn die wenigen Trading Setups, die auftreten, qualitativ hochwertig sind.

In diesem Artikel lernen Sie eine einfache Methode kennen, um qualitativ hochwertige Daytrades ausfindig zu machen.

Es geht darum, den standardmäßigen RSI, der auf 14 Perioden eingestellt ist, mit den Unterstützungs- und Widerstandsbereichen zu verknüpfen. Unser Ziel ist, Intraday Umkehr Setups (Reversals) mit einem hohen Chance-Risiko-Verhältnis ausfindig zu machen.

Tradingregeln: Daytrading mit dem RSI

Daytrade als Longposition

  1. Der 14-Perioden RSI notiert unter 30 (überverkauft).
  2. Der Unterstützungsbereich wird getestet.
  3. Kaufen Sie über einem bullischen Kursstab.

Daytrade als Shortposition

  1. Der 14-Perioden RSI notiert über 70 (überkauft).
  2. Der Widerstandsbereich wird getestet.
  3. Verkaufen Sie unter einem bärischen Kursstab.

Beispiele: Daytrading mit dem RSI

Konsolidierungsbereiche sind nützlich, um Unterstützungs- und Widerstandzonen ausfindig zu machen. In den folgenden Beispielen habe ich den  Konsolidierungszonen-Indikator aus meinem Price Action Kurs verwendet.

(Die Handelssitzungen sind durch schwarze senkrechte Linien voneinander getrennt.)

Gewinntrade

Relative Strength Indicator (RSI) Welles Wilder
1. Die Konsolidierungszone in der vorangegangenen Session war ein potentieller Unterstützungsbereich. | 2. Der RSI fiel unter 30 in den überverkauften Bereich. | 3. Die bullische Trendkerze war eine schöne Setup Kerze, da sie von der Unterstützungszone abprallte.

Das ist ein 10-Minuten Chart des beliebten Daytrading Marktes S&P 500 E-mini (ES).

  1. Die Konsolidierungszone der vorherigen Handelssitzung war eine potentielle Unterstützungszone.
  2. Der RSI fiel unter 30, was uns dazu veranlasste, nach möglichen Trades Ausschau zu halten.
  3. Als der RSI in den Überverkauft-Bereich geriet, fand der ES Unterstützung und ließ einen bullischen Inside-Kursstab entstehen. Wir bezogen eine Longposition einen Tick über diesem Kursstab und erwischten das Tief der Handelssitzung.

Verlusttrade

Relative Strength Index (RSI)
1. Überlappende Konsolidierungszonen projizieren potentiellen Widerstand. | 2. RSI stieg in den überkauften Bereich. | 3. Ein Short Setup, als der Preis gegen den Widerstand lief. Die folgende Seitwärtsbewegung führte zum Verlust Trade.

Der 5-Minuten Zeitrahmen wird auch gerne von Daytradern genutzt.

  1. Dieser Konsolidierungsbereich aus der vorvergangenen Handelssitzung fungierte in der letzten Handelssitzung als Widerstand.
  2. Der RSI stieg über 70 und geriet in den Überkauft-Bereich.
  3. Dieses Überkauft-Signal entwickelte sich, als die Kurse den Widerstandsbereich erreichten. Wir bezogen eine Shortposition unter dem ersten bärischen Kursstab, der in diesem Bereich entstand.

Dieser Trade ist nicht gut ausgefallen. Nach einigen Zick-Zack-Kursbewegungen fielen die Kurse geringfügig. Dann stiegen die Kurse und durchbrachen die Widerstandszone endgültig.

In diesem Fall hielt die Widerstandszone den Markt eine Zeitlang auf. Der Zeitpunkt dieses Trades war jedoch nicht ideal.

Solange Sie das Risiko eines Trades im Griff haben, können Sie solche Verluste spielend in Kauf nehmen.

Schlussbemerkung zum Daytrading mit dem Relative Strength Index (RSI)

Entscheidend für dieses Trading Setup ist Ihre Beurteilung der Unterstützung- und Widerstandszonen. Berücksichtigen Sie die Marktstruktur und konzentrieren Sie sich auf die qualitativ hochwertigen Trading Setups.

Diese Strategie eignet sich für Trader, die den Chart nicht dauernd im Auge behalten wollen. Sie können Unterstützungs- und Widerstandszonen vor Beginn einer Handelssitzung festlegen. Sie sollten Warnmeldungen für den überkauften/überverkaufen Relative Strength Index installieren. Sobald diese Warnsignale ertönen, sollten Sie genauer hinschauen, um die Qualität der Trading Setups einschätzen zu können.

Wenn Sie einen noch sensibleren Indikator bevorzugen, versuchen Sie es mit dem 2-Perioden RSI.

Daytrading muss keine Angelegenheit überstürzter Trades sein. Indem Sie weniger Trades eingehen, haben Sie mehr Zeit, das Gesamtbild zu analysieren. Dies ist nämlich das Verdienst dieser RSI Daytrading Strategie.

›› zurück zum Anfang des Artikels Die Verwendung des Relative Strength Indicators (RSI) beim Daytrading

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: How to use the relative strength indicator (RSI) for day trading

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

 

Weiterlesen:

 

Schreibe einen Kommentar