MACD als einfaches Trade-Setup

Ein einfaches MACD Trade-Setup von seinem eigenen Entwickler: Gerald Appel. Unsere Version enthält seine ergänzenden Regeln.

MACD steht für „Moving Average Convergence Divergence“; es handelt sich somit um einen Trendfolge-Indikator, der auf dem Zusammenlaufen bzw. Auseinanderlaufen von zwei Gleitenden Durchschnitten unterschiedlicher Zeitperioden beruht. Wenn ein Trend stärker wird, werden die beiden exponentiell Gleitenden Durchschnitte auseinanderlaufen, d.h. der Abstand vergrößert sich, und wenn eine Schwächung des Trends eintritt, werden diese beiden Gleitenden Durchschnitte zusammenlaufen, d.h. der Abstand verringert sich.

Da bei der Analyse des MACD größtenteils eine Signallinie eingesetzt wird, erfolgt die Darstellung der Differenz als Abstand von der Signallinie, die einfach einen Gleitenden Durchschnitt des MACD darstellt. Indem man sich auf den Abstand zwischen den beiden Gleitenden Durchschnitten konzentriert, sind Trendumkehrsignale leichter zu erkennen als es bei den sonst üblichen Kreuzungspunkten der Gleitenden Durchschnitte der Fall ist.

Tradingregeln für das einfache MACD Setup

Für dieses Setup werden folgende MACD Standardeinstellungen verwendet: 12, 26, 9 (schnell, langsam, gewichtet)

Tradingregeln für ein Long-Trade-Setup

  1. MACD kreuzt unter der Signallinie (Zusatzregel)
  2. MACD kreuzt unter der Nulllinie (Zusatzregel)
  3. Kauf, wenn der MACD über seiner Signallinie kreuzt

Tradingregeln für ein Short-Trade-Setup

  1. MADC kreuzt über der Signallinie (Zusatzregel)
  2. MADC kreuzt über der Nulllinie (Zusatzregel)
  3. Verkauf, wenn der MADC unter seiner Signallinie kreuzt

Tradingbeispiele des einfachen MACD Setup

Gewinntrade

MACD Kaufsignal Gewinntrade

MACD kreuzt unter die Signallinie. | MACD kreuzt unter die Null-Linie. | MACD kreuzt über die Signallinie. | Kauf zum Ende des Tages.

Dies ist Tageschart von Suncor Energy Inc., gehandelt an der Toronto Stock Exchange. Wir beobachteten zuerst ein Verkaufsignal, was bedeutet, dass der MACD unter seiner Signallinie gekreuzt hat. Der MACD bewegte sich weiterhin unter der Nulllinie, was ein bestimmtes Überverkauft-Level anzeigte.

Daher kauften wir zum Handelsschluß, sobald der MACD über seine Sinallinie kreuzte. Die Kurse stiegen weiterhin um fast 12% den nächsten Monat. (Tatsächlich gab der MACD hier auch ein gutes Ausstiegssignal, falls man einen Trailingstop eingesetzt hatte – d.h. einen nachgezogenen Stopp zur Gewinnmitnahme – unter dem Tief jedes Tages, nachdem das Verkaufssignal am 6. November 2007 ausgelöst worden ist.)

Dieser Trade-Setup machte aus den folgenden beiden Gründen einen guten Eindruck: die bullische Outside Umkehrkerze einen Tag vor unserem Einstieg, sowie die Keilformation. Die Keilformation endete mit einen Ausbruch nach oben, gefolgt von einem Pullback, der mit dem genannten bullischen Reversal Bar (Umkehr-Kursstab) seinen Abschluß fand. Der MACD gab somit ein verzögertes Signal.

Verlusttrade

MACD Kaufsignal in EUR-USD

MACD kreuzt unter die Signallinie. | MACD kreuzt unter die Null-Linie. | MACD kreuzt über die Signallinie. | Kauf zum Ende des Tages.

Dies ist ein Tageschart des Währungspaares EUR/USD. Der MACD kreuzte unter seiner Signallinie, bevor er unter der Nulllinie kreuzte, was der Ergänzungsregel entsprach. Aufgrund der folgenden positiven Kreuzung des MACD im Dezember eröffneten wir am Ende des nächsten Handelstages eine Long-Position. Die Kursbewegung hatte sich fast unmittelbar danach gegen unsere Position entwickelt.

In diesem Fall hatten die Kurse eine wichtige Trendlinie auf der linken Seite des Charts überschritten und schufen damit den entsprechenden Kontext für eine Trendwende. Allerdings ging der darauf folgende Test des Tiefs vom vorigen Abwärtstrend zu weit.

Die gekennzeichnete Keilformation korrigierte fast 80% der Aufwärtsbewegung, die mit dem Ausbruch durch die braune Abwärtstrendlinie entstand. Dieses Retracement zeigte, dass es höchst unwahrscheinlich war, dass der erwartete Trendwechsel eintritt, so dass Long-Trades nicht angebracht waren.

Abschließende Bemerkungen zum einfachen MACD Trade-Setup

Das einfache MACD Setup ist als Verbesserung gegenüber den gewöhnlichen Kreuzungen des Gleitenden Durchschnitts zu verstehen. Die Zusatzregeln fungieren sozusagen als Oszillator, um sicherzugehen, dass der Markt ausreichend überverkauft ist, bevor ein Kaufsignal angebracht ist oder überkauft, bevor ein Verkaufsignal als erfolgversprechend gelten kann.

Ich habe festgestellt, dass die Zusatzregeln beim Herausfinden komplexerer Pullbacks wie beispielsweise einer Keilformation hilfreich sind, aber die besseren Einstiegssignale erfolgen eher aufgrund von Chartmustern, anstatt auf die Kaufsignale des MACD zu warten.

Um es zusammenzufassen: Der MACD ist eigentlich ein Trendindikator und Oszillator in einem und ermöglicht somit eine ganzheitlichere Sicht auf den Markt. Der MACD eignet sich zwar gut zur Klärung der Price Action, aber er gibt verzögerte bzw. verspätete Signale. Daher ist es empfehlenswert zuerst den MACD zu verwenden, um die Marktverhältnisse zu erfassen,  und dann sollte man auf Kursstäbe als Einstiegssignale achten.

Sie können auch auf versteckte Divergenzen achten, um weitere Trading Setups zu finden.

 

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: MACD Basic Trade Setup

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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