Jens Klatt: Forex Trading – Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisen-Trader

Jens Klatt: Forex Trading – Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisen-Trader
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In diesem Beitrag möchte ich das Buch Forex Trading: Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisen-Trader von Jens Klatt vorstellen.

Es gibt ja nur sehr wenige deutschsprachige Tradingbücher mit Schwerpunkt Devisenhandel für den privaten Trader.

Eigentlich erstaunlich, da weiterhin das Forex-Trading sehr beliebt ist und immer wieder neue Trader in die Forex-Arena kommen.

Auf jeden Fall kann ich jetzt schon sagen, dass mir das Forex-Buch von Jens Klatt sehr gut gefallen hat.

Schauen wir nun mal in das Buch hinein und erfahren mehr darüber, was uns Klatt an Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisenhandel mitzuteilen hat.

Aber zuvor eine Kurzvorstellung des Autors:

Wer ist Jens Klatt?

Jens Klatt ist Gründer und Geschäftsführer von Jens Klatt Trading und der frühere Chefanalyst von DailyFX Deutschland. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Mathematik und Volkswirtschaftslehre studiert und währenddessen den Börsenhandel von der Pike auf bei einem großen Börsenmakler erlernt. Mit seinem eigenen Unternehmen bietet er neben Marktnachrichten und Analysen auch Trading-Ausbildungen und eine Vermögensverwaltung an. Klatt wird geschätzt für seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte so zu kommunizieren, dass nahezu jeder diese schnell und einfach verstehen und für sich anwenden kann.

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Der Inhalt des Buches Forex Trading von Jens Klatt

Das Buch erschien am 14. November 2014 im Finanzbuchverlag. Ich habe hier die 2. Auflage aus dem Jahr 2015 vorliegen, das Buch ist also noch relativ neu. Die gebundene Ausgabe hat 256 Seiten und kostet EUR 34,99.

Das relativ kurze Vorwort wurde von Brendan Callan geschrieben, dem CEO des Forex Brokers FXCM Europe. Und so schreibt Callan richtig, dass es im deutschsprachigen Raum kaum tiefer gehende Literatur über den Devisenmarkt gibt. Das Buch von Jens Klatt ist somit lange überfällig und trägt dazu bei, dass sich Trader diesem Markt von der bestmöglichen Position aus nähern. Denn Jens Klatt ist gut informiert! Der Leser lernt nicht nur von einem erfahrenen Trader und Analysten, sondern auch von einem sehr erfahrenen Lehrer.

Was ist der Devisenhandel?

So lautet die Überschrift für das erste Kapital, das sehr kurz gefasst ist. Der Autor erklärt die Begriffe Forex/FX und weist auf die Größe des Devisenmarktes hin, der ein tägliches Handelsvolumen von mehr als 5 Billionen USD hat und damit der größte Markt der Welt ist.

Da der internationale Devisenhandel dezentralisiert ist (es gibt keine Forex-Börse, sondern der Handel findet direkt zwischen den Banken statt), läßt sich auch nicht der getätigte Umsatz auf einem bestimmten Kursniveau zu einem bestimmten Zeitpunkt für ein Währungspaar bestimmen.

Klatt verspricht aber, in den folgenden Kapiteln Wege aufzuzeigen, wie man diese fehlende Information über das Volumen, ausgehend von der Positionierung spezifischer Marktteilnehmer am Devisenmarkt, umgehen kann. Aber zuvor werden im zweiten Kapitel die Grundlagen des FX-Handels erklärt.

Grundbegriffe des Devisenhandels – Von Longs und Shorts, Pips und Spreads…

Dieses Kapitel richtet sich in erster Linie an Forex-Anfänger, wie der Autor mittels einer kleinen Anekdote über seinen ersten Vortrag vor größerem Publikum als Chefanalyst von DailyFX erzählt.

Das Trading-Fachvokabular wird ganz hervorragend erklärt, so dass, wie ich finde, auch der fortgeschrittene Trader ruhig noch mal eine kleine Auffrischung mitnehmen kann. Im Einzelnen wird gezeigt, wie ein Währungspaar aufgebaut ist, bestehend aus Basiswährung und Gegenwährung bzw. Kurswährung, und was „long gehen“ und „short gehen“ bedeutet.  Weiter geht es mit Ausführungen zum Geld- und Briefkurs (Der Spread) und zum „Pip“.

Es wird gezeigt, dass Devisenpaare in Lots, Mini-Lots und Micro-Lots gehandelt werden.

Inbesondere die dann folgende Erklärung des Hebels (auch Leverage genannt), ist ein sehr wichtiger Abschnitt, der direkten Einfluß auf das Risiko- und Geldmanagement des FX-Traders hat.  Wird der Hebel zu groß gewählt, kann es einen „Margin Call“ geben.

Die Begriffe „Bullish“ und „Bearish“ dürfen als nächstes nicht fehlen, um damit die Stimmung der Forex-Trader zu beschreiben.

Die Währungspaare können in „Majors“ und „Crosses“ unterteilt werden, wird kurz erläutert.

Weiter geht es dann mit der Unterscheidung zwischen Devisen-Spot-Trading (Kassahandel) und FX-Forwards und FX-Futures. Hier im Detail erklärt, welchen Einfluß die „Cost of Carry“, was im wesentlichen Zinserträge sind, auf die Kursbildung im Devisenmarkt haben. Auch der „Rollover“ und der „Carry-Trade“ werden angesprochen. Dieses gut zusammen gefasste Kapitel endet mit der Erklärung der „Slippage“.

Die Ursprünge des Devisenmarktes

Das dritte Kapitel des Buches Forex Trading beschäftigt sich mit dem Weg, den der Währungshandel insbesondere seit dem Jahr 1971 mit der Aufhebung des Gold-Standards genommen hat. Heutzutage wird ein Großteil des täglich gehandelten Devisenvolumens am Interbankenmarkt gehandelt, im Gegensatz zur Devisen-Future-Börse wie der CME, erklärt Klatt.

Insbesondere die Hauptspieler im Devisenmarkt, die „Parteien“, also die großen Banken, die Zentralbanken, die Unternehmen, die Hedgefonds, Vermögensverwalter und andere spekulative Akteure, sowie die Online-Retail-Broker stehen jetzt in diesem Teil des Buches im Fokus.

Jeder private Forex-Trader sollte schon ein gutes Verständnis davon haben, wer denn überhaupt seine Gegenspieler sind. Antworten darauf kann man hier nachlesen.

Und nicht alle Trader wissen, dass ihre Forex-Aufträge gar nicht im Interbankengeschäft landen, sondern dass die Forex-Broker, die als Market Maker agieren, häufig die Gegenpositionen zu ihren Kunden einnehmen, was  für den Kunden selten vorteilhaft ist. Insbesondere der Abschnitt über die Tätigkeit des „Dealing-Desk-Brokers“ hat mir in diesem Zusammenhang sehr gut gefallen.

Welche Handelsplattform nutzt der Interbankenmarkt?

Im vierten Kapitel gibt es richtig was zu lernen. Wir erfahren, welche elektronischen Handelsplattformen genutzt werden, und warum der Retail-Trader (private Trader) sehr oft nicht direkt im Interbankenmarkt handeln kann, sondern den Weg über einen „Zwischenhändler“, den Broker, gehen muss. Der Grund dafür sind Kreditlinien und Margins.

Im folgenden werden die jeweiligen Orderausführungsmodelle erklärt, die man bei den verschiedenen Brokern antrifft. Jens Klatt lichtet hier den Nebel, der über Kürzeln wie „NDD“, „ECN“, „STP“ und „DD“ liegt. Die wichtigen Begriffe wie Dealing-Desk (DD), No-Dealing-Desk (NDD), Electronic Communications Network (ECN) und Straight Through Processing (STP) werden anschaulich und im Detail erklärt. Es wird klar gemacht, worauf der Trader bei der Brokerwahl zu achten hat. Eine kurze Checkliste für ECN- und NDD-Broker schließt dieses überaus wichtige Buchkapitel ab.

Das Sentiment im Devisenhandel

Nachdem die ersten Kapitel dazu dienten, besonders die Funktion des Interbankenmarktes besser zu verstehen und zu lernen, worauf man als Anfänger bei der Wahl seines Brokers achten sollte, steigt Klatt nun in das eigentliche Hauptthema des Buches ein, die Sentimentanalyse im Devisenmarkt.

Zuvor aber gibt es einen kurzen Blick auf die Fundamentalanalyse, die im Forex-Trading für längerfristige Positionierungen genutzt wird und im wesentlichen die Entwicklung der Zinsniveaus und den Wirtschaftsausblick des jeweiligen Landes und seiner Währung betrifft.

Für die Trader in kleineren Zeiteinheiten gibt es einen kurzen Blick auf die technische Analyse. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob die technische Analyse besonders am Devisenmarkt erfolgversprechend sein kann.

Klatt kommt zu dem Schluß, dss beide Analysemethoden fantastische Hilfswerkzeuge sind, die es Analysten und Tradern ermöglichen, sich im Markt zurechtzufinden.

Ergänzt um ein drittes Hilfswerkzeug, nämlich der Sentimentanalyse, können nun spannende und lukrative Trading-Gelegenheiten am Markt offengelegt werden.

Als Abschluß in diesem Kapitel erklärt der Autor, was Sentiment ist, und warum das Sentiment bzw die Positionierung einzelner Marktteilnehmer besonders am Devisenmarkt interessant und wichtig ist.

Der Commitment of Traders Report (CoT)

In diesem sechsten Kapitel zeigt Klatt, wie ein Blick auf die Extrempositionierungen der Marktteilnehmer wertvolle Informationen für eigene längerfristige Handelsentscheidungen geben können. Grundlage dafür sind die am International Monetary Market (IMM) der Chicago Mercantile Exchange (CME) gehandelten Währungs-Futures, deren Geschichte und Hintergründe einleitend noch einmal vorgestellt werden.

Die Positionierung der kommerziellen Firmen (Commercials),  der Großspekulanten (Non Commercials)  und Retail-Trader (Non Reportables) in den Währungs-Futures wird wöchentlich im Commitment of Traders Report (Cot) veröffentlicht und kann für eine weiterführende Sentimentanalyse sinnvoll genutzt werden.

Während die kommerziellen Handelsfirmen die Devisen-Futures nutzen, um Wechselkursrisiken abzusichern („Hedger“), ist die Ausrichtung der Großspekulanten wie Fonds, Banken, große Vermögensverwalter tatsächlich spekulativer Natur. Da diese Gruppe von Marktakteuren großes Volumen bewegt, sind sie in der Regel trendfolgend am Markt aktiv.

Der CoT-Report bietet die Möglichkeit, die Positionierung dieser Gruppe zu verfolgen und sich gegebenfalls der Positionierung dieser gut informierten Marktteilnehmern anzuschließen. Auch eine Auswertung der Non Reportables (kleine Spekulanten) kann interessante Anhaltspunkte für antizyklische Positionierungen ergeben.

Die Analyse und das Trading mit dem Commitment of Traders Report wird von Klatt  auf den folgenden Seiten tiefergehend erklärt, wobei er den Schwerpunkt auf die Positionierung der Großspekulanten legt. Außerdem zeigt er weitere Möglichkeiten der Anwendung des CoT-Reports auf, indem man das im Report veröffentlichte Open Interest mit der Positionierung der Großspekulanten und der Price Action nutzt, um einen Eindruck von der Stärke eines Trends zu bek0mmen.

Zusammenfassend weist Klatt noch einmal darauf hin, dass der Commitment of Traders Report ein hilfreiches und ergänzendes Tool ist, das bereits Trading-Legenden wie Larry Williams nicht missen wollten, und das sollte für jeden Trader, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, Grund genug sein, einen genaueren Blick darauf zu werden.

Für kurzfristige Trader bieten sich jedoch andere Sentimentindikatoren an, basierend auf dem Retail-Sentiment, sprich der Positionierung der Kleinanleger. In den folgenden Kapiteln wird sich diesen detaillierter gewidmet.

Kurzfristige CoTs = Retail-Sentimentindikatoren

Das Kapitel 7 ist mit 50 Seiten sehr umfangreich und zeigt die Möglichkeiten von „kurzfristigeren CoT-Reports“ auf. Diese basieren auf dem sogenannten Retail-Sentiment, sprich auf der Positionierung der Kleinanleger, und werden gemeinhin häufiger als der CoT-Report veröffentlicht und sind folglich aktueller.

Im weiteren Verlauf dieses Kapitels zeigt Klatt, dass die Retail Trader des großen Forex-Brokers FXCM zwar eine gute Trefferquote haben, aber die Gewinntrades nicht lange genug halten und deshalb im Schnitt langfristig Geld verlieren. Der Erwartungswert der privaten Trader ist negativ. Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis spricht viel dafür, die Retail-Trader als klassischen Kontraindikator zu nehmen.

Für die weitere Retail-Sentimentanalyse nutzt Klatt den Speculative Sentiment Index (SSI) von FXCM. Der SSI misst die Anzahl aller offenen Long- und Shortpositionen in dem jeweiligen Währungspaar und setzt diese dann ins Verhältnis. Die daraus gewonnene Erkenntnis, ob die Retail-Trader netto long oder netto short sind, läßt sich dann für das Timing der eigenen Trades nutzen, wie anhand von Beispielen in EUR/USD gezeigt wird. Der SSI wird dabei täglich und wöchentlich aktualisiert. Ein Blick auf die fundamentale und technische Situation des untersuchten Währungspaares ergänzt die Einschätzung.

Extrempositionierungen im Retail-Sentiment und im Speculative Sentiment Index (SSI) können klare Warnsignale für das Ende von Kursbewegungen sein. Wie man in der Praxis mit solchen Situationen umgeht, wird anhand der Währungspaares USD/JPY  und EUR/CHF gezeigt. Sehr häufig muss es erst zu einem fundamentalen Katalysator bzw. eine fundamentale News-Veröffentlichung kommen, um für eine Auflösung des Positionierungsextrems zu sorgen. In vielen Fällen ist das eine Notenbanksitzung oder die Veröffentlichung von monatlichen Arbeitsmarktdaten.

Zum Ende dieses Buchteils weist Klatt drauf hin, dass die Identifikation von Sentimentextremen kein heiliger Gral ist, so einfach ist es dann doch nicht. Aber „wenn die breite Masse auf die unfassbaren Chancen im Devisenmarkt aufmerksam wird, ist die Party meist vorbei“, so der Autor. Beendet wird dieses aufschlussreiche Kapitel noch mal mit zwei Praxisbeispielen für die Devisenpaare USD/JPY und EUR/USD.

Hinweis: Da die DailyFX Webseite vor einiger Zeit in den Besitz von IG Markets übergegangen ist, müssen Sie sich erst registrieren, um Zugang zur Sentimentanalyse zu bekommen: DailyFX-Webseite

Gute Informationen über das Verhältnis der offenen Positionen von privaten Tradern bietet auch der Forex-Broker Oanda: Oanda mit Verhältnis der offenen Positonen

Sentimentbasierte Handelsstrategien

Das Kapitel 8  beginnt mit dem Hinweis, dass es „Heiliger Gral“-Trading-Strategien nicht gib, auch wenn viele Trader das nicht wahr haben wollen.

Im Internet wird an jeder Ecke für Seminare und Webinare geworben, die dem Trading-Anfänger und manchmal auch dem fortgeschrittenen Trader einfache und hochprofitable Handelsstrategien versprechen.

Ganz anders geht hier Klatt vor, der genau erklärt, warum eine „Heiliger Gral“-Handelsstrategie auf Dauer nicht funktionieren kann. Stattdessen möchte er dem Leser Ideen liefern und Denkanstöße geben, aus welcher Perspektive man sich dem Devisenhandel und bei der Formulierung einer Strategie bzw. eines Handelsansatzes nähern kann.

Mit dem Hinzuziehen des Retail-Sentiments in trendigen Märkten konnte man in der Vergangenheit eine Erhöhung der Profitabilität erreichen.  An dieser Stelle weist Klatt auf die Wichtigkeit von richtig durchgeführen Backtests hin, wo insbesondere das Risiko- und Geldmanagement an die Volatilität des Marktes angepasst werden muss.

Mit einer „Monte-Carlo-Simulation“ kann sich der Trader seinem Handelssystem einen Stresstest unterziehen. Ziel einer Monte-Carlo-Simulation soll es sein, das Risiko des Handelssystems, Bankrott zu machen (im Fachjargon auch Risk of Ruin bezeichnet) zu reduzieren.

Das Retail-Sentiment läßt sich in alle drei Trader-Typen Handelsansätze einbeziehen, nämlich dem Trendfolge-Trading, dem Trading in einer Seitwärtsbewegung und dem Trading von Ausbrüchen aus Trading-Ranges oder Ausbrüchen in Trends. Auch an dieser Stelle finden wir von Klatt den wichtigen Hinweis, dass das Retail-Sentiment zwar als Signalgeber auch in Handelssysteme integriert werden kann, aber dass eine starre Anwendung eines solchen Programs selten profitabel ist.

Als einen brauchbaren Trendfolge-Indikator stellt der Autor an dieser Stelle den sogenannten SuperTrend-Indikator vor, der hauptsächlich als Trendfilter genutzt wird, aber auch als Ausstiegssignal eingesetzt wird. Auch für Breakout-Trading in etablierten Trends bietet sich der SuperTrend-Indikator an.

Klatt favorisiert in seinem persönlichen Trading Breakout- und trendbasierte Handelsansätze und kombiniert diese miteinander. Das Range-Trading gehört nicht in sein Trading-Arsenal und zählt auch nicht zu seinem Spezialgebiet, weshalb er auf diese Trading-Strategie nur am Rande eingeht.

Behavioral Finance – Warum kämpfen Retail-Trader gegen den Trend?

„Lasse deine Gewinne laufen und begrenze deine Verluste“, ist eine Trading-Weisheit, von der mit Sicherheit jeder Trader gehört hat. Aber ausgehend vom Retail-Sentiment, und auch vom Commitment of Traders Report (CoT), läßt sich die Erkenntnis ziehen, dass die Retail-Trader sich offensichtlich gegen den vorherrschenden Trend stellen und das Momentum „faden“. Sie wollen also Umkehrpunkte im Chart von Währungspaaren identifizieren, statt den Vorteil des Trendhandels zu nutzen. In Kapitel 9 erklärt Klatt dieses zerstörerische Trader-Verhalten mit der Behavioral Finance. Es sind die starken menschlichen Emotionen Gier und Angst, die am Ende dazu führen, dass die privaten Trader auf zu kleine Gewinntrades blicken.

In diesem Zusammenhang stellt Klatt auch die Effizienzmarkthypothese (EMH) vor, deren logische Konsequenz bedeutet, dass es aufgrund der Effizienz der Märkte unmöglich ist, den Markt auf Dauer outzuperformen.

Die EMH geht davon aus, dass grundsätzlich alle Marktteilnehmer zu 100 Prozent rational handeln und allen jederzeit die gleichen Informationen zur Verfügung stehen. Als Resultat sind folglich alle Informationen jederzeit vollständig in den Kursen verarbeitet und somit abgebildet.

Klatt zeigt im weiteren Verlauf dieses Kapitels einige Beispiele auf, welche dagegen sprechen, dass die Effizienzmarkthypothese korrekt sein kann.  Abschließend beschreibt er überzeugend, warum ängstliche Trader und gierige Trader in den Märkten keine Chance auf Profitablilität haben.

Dazu kommt, dass ein Großteil der Retail-Trader ein Ego-Problem hat und das unbedingte „Recht-haben-wollen“ als Hauptgrund für den Misserfolg ihres Tradings gesehen werden kann. Es sind ganz offensichtlich die Trader mit den kleinsten Egos, welche in den Märkten am erfolgreichsten agieren.

Risk- und Money-Management: Der heilige Gral für profitables Trading

Schon in den vorangegangenen Kapiteln seines Buches hat Klatt immer wieder darauf hingewiesen, dass das Risk- und Money-Management, ausgehend vom Retail-Sentiment und dem Management offener, gewinn- und verlustbringender Positionen, auf jeden Fall elementar ist.

Trader sind, ob nebenberuflich oder hauptberuflich im Devisenhandel tätigt, Risikomanager. Und das wiederum bedeutet, dass ein guter Trader per definitionem ein guter Risikomanager ist.

Paradoxerweise beginnt profitables Trading auf der Verlustseite, aber nur die wenigsten Trader wollen das verstehen. Es sind wichtige Begriffe wie Erwartungswertberechung, Payoff-Ratio, etc., vor denen die Trader regelrecht flüchten, wie Klatt in diversen Live-Tradings erlebt hat.

Es ist wieder das übersteigerte Selbstbewusstsein bzw. Ego der Trader, welches dazu führt, dass ausgehend von der Verlustaversion der Trader, diejenigen mit den größten Egos die schlechtesten Risikomanager (und folglich schlechtesten Trader) über haupt sind.

Nach Klatt ist es nicht möglich, Kursbewegungen vorherzusagen. Desto wichtiger ist das Risikomanagement, welches bei der Marktanalyse beginnt.  Eine Marktanalyse zu erstellen, bedeutet aber nicht, vorherzusagen, wo es für den jeweils betrachteten Markt in der Zukunft hingeht. Kann es trotzdem sinnvoll sein, sich mit dem Thema Trading und Handel an den Devisenmärkten auseinanderzusetzen? Für Jens Klatt lautet die Antwort ganz klar: „Ja!“

Man muss aber in diesem Zusammenhang die Marktanalyse als das verstehen, was sie eigentlich ist: Sie fungiert als Mittel, um potentielle intelligente Wetten zu identifizieren. Und im Bereich des Risk-Management bewertet eine gute Marktanalyse das Risiko, das der Trader mit seinem Trade eingeht. Die Zinssitzung der EZB im Mai 2014 ist dafür ein Beispiel, denn es hatte sich  zuvor erneut ein Sentimentextrem im Speculative Sentiment Index (SSI) für das Währungspaar EUR/USD ausgebildet, wie Klatt beobachten konnte und detailliert beschreibt. Auch ein Trade im Devisenpaar GBP/USD wird in diesem Abschnitt über die Marktanalyse genauer erklärt.

Wissen Sie, was  der „Erwartungswert“ für einen Trade ist? Für Klatt ist es die „wichtigste Formel, die ein jeder Trader kennen muss“. Im Bezug auf die Stop-Platzierung werden alle Facetten des Erwartungswert vorgestellt.

Weitergehend zeigt Klatt reale Kenngrößen aus seinem persönlichen Live-Trading mit einem 10.000 Euro-Echtgeld-Konto, um die bisher aufgeführten Punkte wie Risk- und Money-Management, sowie den Erwartungswert, real nachprüfbar zu machen.

Das aktive Managen von Gewinn- und Verlust-Trades trennt den Profi-Trader vom Amateur. Es werden weitere wichtige Begriffe wie „Payoff-Ratio“ und „Chance-Risiko-Verhältnis“ erklärt. Die Kontogröße der Trader und der gewählte effektive Hebel (Leverage) haben direkten Einfluß auf die Profitabilität, wie anhand der Statistiken von FXCM gezeigt werden kann.

Abschließend wird die Führung eines Tradingjournals empfohlen und Klatt zeigt die wesentlichen Punkte, welche in den Aufzeichnungen eines ernsthaften Traders unbedingt zu finden sein müssen. Die Pflege eines Trading-Journals kann den Unterschied zwischen einem Gewinner und einem Verlierer im Trading bedeuten.

Dem Leser wird auch eine Art Checkliste an die Hand gegeben, mit der er sein Risk- und Money-Management professionalisieren kann.

Zehn Punkte, die Sie aus diesem Buch mitnehmen sollten

Mit dem Kapitel 11 endet dieses inhaltlich wertvolle, spannend und flüssig geschriebene Forex-Tradingbuch. Der Autor gibt hier dem Lesen 10 Punkte mit auf den Weg, die Anfängern als Basis dienen, worauf sie vor ihrem ersten Devisen-Trade achten sollten. Fortgeschritttene Trader hingegen nehmen eventuell Ergänzungen für ihren bereits bestehenden Trading-Plan mit oder frischen den ein oder anderen Aspekt in ihrem FX-Trading noch einmal auf.

Abschließende Bewertung

Das vorgestellte Buch Forex Trading: Grundlagen, Strategien und Methoden für den erfolgreichen Devisen-Trader von Jens Klatt bekommt von mir eine absolute Kaufempfehlung.

Der Autor zeigt enormes Fachwissen aus Theorie und Praxis. Besonders gut gefallen hat mir seine Ehrlichkeit in Bezug auf das schwierige Geschäft des Devisenhandels.

Trader, die neu in den Forex-Handel einsteigen möchten, müssen dieses Buch vorher lesen, da es mit vielen Mythen aufräumt, aber dennoch Wege zum erfolgreichen Devisenhändler aufzeigt.

Auch erfahrene Forex-Trader sollten das Buch noch mal lesen, denn sie werden auf jeden Fall die eine oder andere wertvolle Information mitnehmen können.

Der Preis von EUR 34,99 ist angemessen.

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Forex Trading Buch von Jens Klatt

„Klatt schreibt gut verständlich; Fallbeispiele, Grafiken, Vergleiche, eine gute Gliederung und Zusammenfassungen am Ende der Kapitel erleichtern des Lesen. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die privat mit dem Devisenhandel liebäugeln, aber auch professionellen Tradern, die noch etwas dazulernen wollen.“
getAbstract

„Jens Klatt ist ein professioneller Autor und Analyst, der weiß, wovon er spricht. Dank seiner langjährigen Trading-Erfahrung erklärt er das komplexe Thema Forex kompetent und anschaulich zugleich. Somit bietet sein Buch nicht nur für den erfahrenen Forex-Händler einen echten Mehrwert, sondern auch für den Anfänger, der mit der Lektüre einen ersten wichtigen Grundstein für seinen Forex-Handel legt.“
Lothar Albert, Herausgeber Traders‘

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