Forex Minors: Was ist das? (2022)

Am Devisenmarkt bilden die Forex Minors bilden das Gegenstück zu den bekannteren Forex Majors.

Die Forex Minors sind Kreuzungen zwischen den sogenannten Hauptwährungen, bei denen der US-Dollar (USD) als weltweite Währungsreserve und meistgehandelte Währung der Welt nicht beteiligt ist.

Forex Majors sind die am aktivsten gehandelten Währungspaare im Devisenhandel und beinhalten allesamt den US-Dollar (USD). Diese Paare verfügen zumeist über die größte Liquidität im Forex Trading.

Die Majors auf TradingView

Zu den Forex Minors zählen Währungspaare, die aus den folgenden Währungen bestehen:

  • AUD – der australische Dollar
  • CAD – der kanadische Dollar
  • CHF – der schweizer Franken
  • EUR – der Euro
  • GBP – der britische Pfund
  • JPY – der japanische Yen
  • NZD – der neuseeländische Dollar

Währungspaare wie EUR/USD oder USD/JPY gehören also zu den Majors, EUR/GBP oder AUD/CHF zu den Minors.

Die Forex Minors umfassen also leicht weniger populäre Instrumente im Vergleich zu den Majors. Ihre Währungen verkörpern einen eher lokalen Wert, deren Liquidität primär von den wichtigsten Reservewährungen der Welt bereitgestellt wird: dem Euro, britischen Pfund und japanischen Yen. Alle Währungspaare weisen unterschiedliche Volatilitätsniveaus auf und lassen sich unterschiedlich gut zu bestimmten Handelszeiten traden.

Hier eine Grafik mit allen Forex Minors:

Forex Minors: Die einzelnen Währungspaare im Überblick

Zu den Anfangszeiten des Devisenhandels existierten noch keine Minors. Damals war es bspw. schwierig GBP/JPY zu handeln: Trader mussten ihre Währung hierfür zuerst in USD wechseln, um diesen dann in die eigentlich gewünschte Währung umzutauschen.

Die Minors auf TradingView

Die wichtigsten Forex Minors

Die am aktivsten gehandelten Minors leiten sich von den drei wirtschaftlich wichtigsten Nicht-USD-Währungen ab:

  • dem Euro (EUR),
  • dem britischen Pfund (GBP) und
  • dem japanischen Yen (JPY).

Deren Paarungen nehmen wegen der ökonomischen Bedeutung ihrer Staaten eine besondere Rolle im Devisenhandel ein.

Der Euro (EUR) ist die nationale Währung in 19 EU-Staaten. Er ist zugleich Teil des liquidesten Währungspaares der Welt: dem EUR/USD. Dessen Kursbewegungen gelten als führender Indikator für die Wirtschaftslage der USA und Europas.

Der japanische Yen (JPY) wird oft als sichere Anlage betrachtet. Der Handel mit dem Yen ist bekanntermaßen schwierig und wird zumeist nur von erfahrenen Händlern in Angriff genommen werden.

EUR/GBP

Das Paar Euro – britischer Pfund ist während der European Session sehr beliebt. Es wird von den Fondsmanagern oft als Sicherheit oder Quelle der Bestätigung für andere Währungspaare verwendet.

Der EUR/GBP verfügt über eine hohe Liquidität und weist eine positive Korrelation mit dem EUR/USD auf. Das Währungspaar bietet kurz- und langfristige Handelsmöglichkeiten bei geringerer Volatilität im Vergleich zum GBP/USD oder EUR/USD.

Die Kreuzungen EUR/GBP und EUR/USD werden gemeinhin als leichter vorhersagbar angesehen und sind bekannt für enge Spreads.

EUR/JPY

Die Kreuzung Euro – japanischer Yen ist ein weiteres wichtiges Nebenpaar, welches mit rund 3 % aller täglichen Transaktionen auf Rang sieben der meistgehandelten Währungspaare steht. Es hat den Ruf besonders volatil zu sein, wodurch sich häufig gute Handelsmöglichkeiten ergeben. EUR/JPY wird häufig von Tradern während der asiatischen Sitzung und am europäischen Vormittag gehandelt und weist eine starke Korrelation mit dem GBP/JPY auf.

Der EUR/JPY hat den Ruf sehr liquide zu sein und gute Auskunft über die wirtschaftliche Lage Japans zu geben. Einige Trader ziehen hier Parallelen zum EUR/CHF bzw. der Schweiz.

GBP/JPY

Das Währungspaar britischer Pfund – japanischer Yen ist eines der volatilsten Paare in der Welt der Devisen. Der Spread des GBP/JPY ist vergleichsweise hoch und Positionen sind mit einem höheren Risiko verbunden.

Der GBP/JPY bewegt sich im Durchschnitt um die 150 Pips pro Handelstag. Dieses Währungspaar hat eine positive Korrelation mit dem USD/JPY und EUR/JPY. Es verfügt zudem über eine negative Korrelation mit EUR/USD.

Was sind exotische Forex Paare?

Währungspaare, bei denen eine Währung keine Hauptwährung darstellt, heißen exotische Währungspaare (Exotic Forex Pairs). Diese umfassen also die restlichen Währungspaare, die nicht von den Majors und Minors abgedeckt werden. Jene Kreuzungen werden oft als der Wilde Westen des Devisenmarktes bezeichnet.

Die exotischen Devisenpaare setzen sich aus mindestens einer Währung kleinerer Volkswirtschaften zusammen. Diese Währungspaare werden weitaus weniger gehandelt als die Majors und Minors, da die Volkswirtschaften wesentlich unattraktiver für Forex Trader sind. Der Handel exotischer Paare wird daher nur von wenigen Anbietern zur Verfügung gestellt und geht mit höheren Handelskosten und Provisionen einher. Exotische Währungspaare haben oft die stärksten Schwankungen, da die Marktliquidität im Vergleich zu den Majors oder Minors geringer ist.

Die Exoten auf TradingView

Beispiele für exotische Währungspaare sind:

  • EUR/RUB – der russische Rubel (RUB)
  • USD/RUB
  • EUR/TRY – die türkische Lira (TRY)
  • USD/CNY – der chinesischer Yuan (CNY, in China Renminbi genannt)
  • EUR/CNY
  • USD/BRL – der brasilianischer Real (BRL)
  • CNY/INR – der indischer Rupie (INR)

Wo kann man Forex Minors handeln?

Forex Minors können auf nahezu jeder Handelsplattform für Forex Trading gehandelt werden. Ganz im Gegensatz zu den exotischen Währungspaaren, deren Tausch nur von wenigen Anbietern unterstützt wird. Hier bleiben zumeist nur die größten Plattformen übrig, da nur sie sich diese Dienstleistungen finanziell leisten können.

Warum ist das so? Je wichtiger die Währungen eines Paares sind, desto attraktiver ist dieses für Forex Trader. Basiert eine Währung auf einer kleinen Volkswirtschaft, so interessieren sich weitaus weniger Trader für den Markt. Dieser ist dementsprechend kleiner und verfügt über eine geringere Liquidität, da hier weniger gehandelt wird.

Das Anbieten dieses Paares ist folglich nur für wenige Handelsplattformen von Interesse, da die Majors und Minors fast immer vollkommen ausreichen. Forex Broker wälzen die Mehrkosten für derartige exotische Dienstleistungen durch höhere Transaktionskosten auf ihre Trader ab.

Wie handelt man Forex Minors?

Stellen Sie zuerst sicher, dass Ihr Broker die gewünschten Währungspaare auch wirklich unterstützt. In der Regel bieten alle Forex-Broker den Handel sämtlicher Forex Majors und Minors an. Prüfen Sie die Märkte Ihres Anbieters ggf. erneut, um wirklich sicherzugehen.

Für den Handel der Minors muss man zuerst deren Besonderheiten in Bezug zu den Majors verstehen. Die Minors sind in der Regel volatiler als die Majors. Aber auch unter ihnen bieten einige Paare mehr Volatilität als andere. So gelten EUR/GBP, EUR/CHF und GBP/CHF als stabil im Vergleich zu GBP/JPY, EUR/JPY oder GBP/CAD.

Das Trading einer jeden Währung hängt davon ab, wie es um das Land und dessen Wirtschaft bestellt ist.

Hierzu ein Beispiel: Die Wirtschaft von Kanada ist stark vom Erdöl abhängig. Daher sollten Forex Trader beim Handel mit einem kanadischen Währungspaar (bspw. NZD/CAD) stets einen Blick auf die Ölpreise werfen.

Im Gegensatz dazu verfügt Australien über große Goldreserven. Zudem ist der australische Dollar (AUD) an den Goldpreis gekoppelt. Daraus folgt, dass der AUD/CAD ein Währungspaar mit starkem Rohstoffbezug ist.

Forex Trader sollten auch die Haupthandelszeiten der örtlichen Händler bedenken: Japanische Trader handeln die Paare des JPY in der asiatischen Sitzung, die zeitgleich mit unserem Vormittag stattfindet. Trader von EUR, GBP und CHF handeln zu unseren „börsenüblichen“ Zeiten.

Fazit: Forex Minors

Die Forex Minors sind sozusagen die kleinen Vettern der Forex Majors. Ohne den US-Dollar fehlt es den meisten Minors schlichtweg an Stärke hinsichtlich der Volkswirtschaft, um einen Großteil der Trader zum Handel zu bewegen. Die exotischen Währungspaare liegen abgeschlagen auf den hinteren Plätzen und werden wegen der geringen Nachfrage nur von wenigen Anbietern zum Handel angeboten.

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