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Folge dem Trend! – Guter Rat oder Irrtum?

Vor etwa 200 Jahren hat der Volkswirtschaftler David Ricardo mit seinem Rat „Cut short your losses“ und „Let your profits run on“ (auf Deutsch: „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“) auf das Trendverhalten der Finanzmärkte hingewiesen. Ein Jahrhundert später stellte der legendäre Trader Jesse Livermore fest:

„Big money was not in the individual fluctuations but in sizing up the entire market and it‘s trend.“ (auf Deutsch: „Das große Geld an der Börse verdient man nicht mit einzelnen Kursschwankungen, sondern mit dem Trend und den großen Bewegungen des Marktes.“).

Auch heute wird kaum ein Trader leugnen, dass sich mit Trendfolgen Geld verdienen lässt. Dennoch fällt es vielen Tradern schwer, das Trend-Trading konsequent umzusetzen. Das Wissen um die Hintergründe und Funktionsweise von Trends könnte hier Abhilfe schaffen.

Doch zunächst will ich mich Ihnen vorstellen: Mein Name ist Lukas Dudek. Ich arbeite im Team einer globalen Investmentbank. Dort entwickeln wir quantitative Anlagestrategien.

Ursprünglich mit Daytrading gestartet, habe ich mich schon früh darum bemüht, so viele Einblicke wie möglich in das professionelle Investment-Geschäft zu bekommen. So habe ich aus erster Hand von Hedgefonds-Managern und echten Tradern erfahren, wie man den Märkten richtig begegnet. Durch verschiedene Praktika und Neben-Tätigkeiten bei Aktienfonds, Investmentbanken und einem Hedgefonds habe ich erfahren, was eine profitable Strategie ausmacht.

Unter anderem ist mir dabei eine Sache besonders wichtig geworden: Ich will verstehen warum meine Strategie funktioniert. Was erklärt den Erfolg meiner Strategie?

Genau diesen Aspekt werden wir jetzt in Bezug auf Trendfolge-Trading genauer untersuchen.

Wie entstehen Trends?

An der Börse bestimmen Angebot und Nachfrage den Kurs. Solange Angebot und Nachfrage sich nicht im Gleichgewicht befinden, passen sich die Preise an – der Kurs bewegt sich.

Ein Trend zeichnet sich nun dadurch aus, dass eine von beiden Seiten überwiegt. Während eines Aufwärtstrends kann dies zum Beispiel die Anzahl der Käufer bzw. deren Kaufvolumen sein. Eine mehrere Tage bis Wochen andauernde Kursbewegung in Aufwärtsrichtung könnte ein solcher Aufwärtstrend sein – er zeichnet sich durch kleinere, zwischenzeitliche Gegenbewegungen oder Unterbrechungen aus. In diesem Falle spricht man von einem mittelfristigen Trend. Umgekehrt gilt das Szenario natürlich auch für die Abwärtsbewegung.

Wie entsteht ein Trend? Aufschluss verschafft wieder das soeben beschriebene Beispiel eines mittelfristigen Aufwärtstrends.

In den ersten Tagen kommen vermehrt Kaufaufträge in den Markt, die ersten Investoren und Trader sind positiv gestimmt und erwarten höhere Preise.

Die Ursachen dafür können viele sein:

  • subjektive Einschätzung aufgrund von Fundamentaldaten
  • Nachrichten, die zu Käufen veranlassen
  • Zurückkaufen von Short-Positionen
  • strategische Positionierungen im Markt

Konkrete Faktoren, die die Marktteilnehmer zu einer Anpassung ihrer Erwartungen führen, sind beispielsweise: Zentralbankpolitik, Wirtschaftsdaten, Unternehmensgewinne, Wetterbedingungen, usw.

Informationen werden nur allmählich eingepreist

Zunächst reichen oben genannte Faktoren noch nicht aus, um den Kurs weit zu bewegen: Märkte bewegen sich nur bei eindeutigen, überraschenden Nachrichten schlagartig.

Viel häufiger findet ein allmählicher Verarbeitungsprozess der Nachrichten von geänderten Fundamentaldaten oder natürlich auch der Preisänderung selbst statt.

Die menschliche Psyche verarbeitet Informationen nicht automatisch, sondern gewöhnt sich langsam an die Änderung von Bedingungen – etwa eine neue Marktrichtung.

Hinzu kommt, dass die meisten Investoren nicht nur ihre eigene Entscheidung handeln –  ihre Käufe und Verkäufe müssen zusätzlich noch in Investmentteams verarbeitet und genehmigt werden.

Schließlich haben Ereignisse und Nachrichten nicht für jeden Investor dieselbe Relevanz. Einige Investoren passen ihre Positionierung im Markt sofort aufgrund einer Nachricht an, andere betrachten die tatsächlichen Auswirkungen dieser Nachricht zunächst noch skeptisch und ziehen nur schrittweise nach. Kommen diese „Nachzügler“ dann als Käufer in den Markt, wird der Kurs weiter nach oben getrieben.

Trends verstärken sich selbst

Wie wirkt sich eine Kursbewegung auf die einzelnen Marktteilnehmer aus? Ein Markt in Bewegung veranlasst Trader und Investoren zum Handeln. Diese müssen entweder Verluste begrenzen (im Aufwärtstrend also Short-Positionen zurückkaufen), Gewinne mitnehmen, oder werden durch die starke Performance eines Marktes angezogen.

Während manche Investoren sich schon im Voraus positioniert haben, folgen andere erst dann, wenn sich der Kurs tatsächlich bewegt hat. Nicht jeder will sein Geld „auf Verdacht“ dem Markt aussetzen und wartet stattdessen noch auf eine Bestätigung durch den Preis.

Dieses Phänomen kann auf kleineren (Stundenchart und darunter) wie größeren (Tageschart und darüber) Zeitebenen beobachtet werden. Dennoch sind die Kursbewegungen auf dem Tageschart am ehesten andauernd und fundamental begründet. Unter anderem lässt sich das damit erklären, dass weit mehr Investoren und Trader ihre Positionen auf größeren Zeitebenen anpassen, als beispielsweise nur im 5-Minuten-Chart (ein Chart der eine Zeitspanne von etwa einem Tag abbildet).

Untenstehendes Schaubild verdeutlicht schematisch, wie ein Trend entsteht und sich weiter fortsetzt.

So entwickelt sich ein Trend

 

Nicht zuletzt beruht dieses Grundprinzip auf psychologischen Verhaltensmustern der Investoren und Trader. Offensichtlich wird sich die Psychologie der Marktteilnehmer in absehbarer Zeit nicht spürbar ändern. „Folge dem Trend“ ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern wird sich auch in Zukunft beweisen. Es lohnt sich, daran teilzuhaben!

Möchten Sie vom Trendfolgen mit der passenden Handelsstrategie profitieren? Dann dürfen Sie mich gerne kontaktieren.

Ich lade Sie zu einem kostenlosen Trader-Coaching am Telefon ein – dort werden wir darüber sprechen, wie Sie hochprofitable Handelsstrategien entwickeln können.

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