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Explosionen im Optionsmarkt – Gamma Risiko am Beispiel Macy’s (M)

Every market has its own personality

und damit müssen wir umgehen (lernen). Ich hatte in diesem Artikel etwas dazu geschrieben und auch zu Macy’s, deren Aktien ich gerade über Optionen handele. Das übergeordenete Ziel ist es, die Aktien zu einem möglichst günstigen Preis inklusive Prämieneinnahmen zu erwerben.

Wie man in dem Artikel sehen kann, befand sich die Februar Option vor 3 Wochen bei einem Strikepreis von 31 bei – 448,9 %.

Heute steht die gleiche Option bei +6,5 % bei einer Restlaufzeit von noch 6 Tagen.

Optionspreise Macy’s

Die hintersten Zahlen im obigen Bildes geben die Restlaufzeiten an. Das schöne für Put Verkäufer ist, dass die Wochenenden mitzählen und entsprechend auch Preisverfall an handelsfreien Tagen vorliegt. Reine Optionsverkäufer wollen das und nur das, nämlich Preisverfall ihrer verkauften Optionen.

Macy`s Aktie angedient bekommen

Ich selbst habe andere Ambitionen, denn ich wünsche mir, die Aktie bei 30,99 angedient zu bekommen und hätte dazu auch die volle Prämieneinnahme. Und natürlich erwarte ich dann, dass die Aktie auf 8 Quadrotrillionen USD steigt…

Wie man an dem nachfolgenden Tageschart erkennen kann, hat es eine gewisse „Beruhigung“ im heftigen Fall dieser Aktie gegeben, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Implizite Volatilität gesunken ist = Optionspreise werden günstiger.

Macy's (M) Tageschart mit Optionsverkäufen
Macy’s Tageschart

Die Kennziffern des Optionshandels

Implizite Volatilität beeinflusst die Optionspreise signifikant, aber es gibt auch noch andere Kennziffern, die beim Optionshandel ins Spiel kommen. Diese werden unter Optionshändlern „the Greeks“ genannt. Das Black-Scholes-Modell gilt als Meilenstein in der Finanzwirtschaft und man sollte als Optionshändler wissen, was diese Kennziffern bedeuten.

Im Falle dieses Trades auf Macy’s kommt nun in den letzen Tagen Gamma ins Spiel. Gamma steht für Beschleunigung, und das Risiko, dass die Optionspreise sich in den letzen Tagen bis zum Verfall durchaus extrem bewegen können ist verständlich. Wenn du nur noch 5 Tage bis zu einem Optionsverfall hast, ändert sich der Preis sehr viel extremer für eine Option, die noch 100 Tage bis zum Verfall hast.

Nachfolgend ein weiterer Trade auf TEVA, der zumindest in Teilen im Verlust liegt:

TEVA Tageschart mit Optionsverkäufen
TEVA Tageschart

Put-Optionen schreiben auf TEVA Pharmaceutical Industries

Seit Wochen schreibe ich Optionen im Healthcare Sector, unter anderem auch auf TEVA. Hier der Wochenchart:

TEVA Wochenchart
TEVA Wochenchart

Fällt euch was auf? Wie kann man sowas nur kaufen? Bin ich blöd?

Die Dritte Frage mögen andere beantworten, aber so was kauft man deshalb (über Optionen), da die Volatilität hoch ist und entsprechend gute Prämien bezahlt werden. Außerdem ist die P/E Ratio =  Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Teva für institutionelle Investoren sehr interessant, da diese unter 7 liegt.

Kurs/Gewinn-Verhältnis vom TEVA
Fundamentals zu TEVA (P/E Ratio)

 

Teva ist ein israelischer Pharmagigant (Marktwert ca. 33 MRD USD) und der Mutterkonzern von Ratiopharm. Der Schuppen verdient immer noch richtig gutes Geld und wurde übelst runtergeprügelt. Kennt jemand den Spruch „buy low, sell high“ ?

Als Optionstrader muss man ins „fallende Messer“ greifen können

Im Falle von Optionshandel bedeutet dies (meistens), dass du bereit sein musst, ins „fallende Messer“ zu greifen, da die Optionspreise nicht nur explodieren sondern auch implodieren können.

Zu den Fragen vom Wochenchart: „The Queen“ kommt zurück = Volumen springt signifikant an. Auf dem Wochenchart gibt es unter dem Preisfenster drei Trading-Indikatoren. Der unterste ist der adaptive CCI-Indikator, auf dem klar und deutlich eine Divergenz zu sehen ist.

TEVA Wochen mit Indikatoren
Teva Wochenchart mit Adaptive CCI und Volumen

Wer mehr über den CCI abseits des Üblichen erfahren will, dem sei der Tucker Report empfohlen. Indikatoren sind nicht wichtig, sie dienen nur als Bestätigung deines Gesamtbildes. Für mich gilt das Nachfolgende:

  • Price Action is King.
  • Volume is Queen
  • Volatility is Prince
  • Play against the crowd (wer würde diesen „Schrott“ Teva kaufen?)
  • Plan the trade, trade the plan

Der fünfte Punkt kann nur funktionieren, wenn du deinen „eigenen Pfad“ gefunden hast. Ich weise unermüdlich darauf hin, dass jeder seinen eigenen Pfad = seinen eigenen Stil, Trading-Strategie etc. finden muss, bevor man dauerhaft profitabel sein kann.

Hier noch mal der Monatschart von Teva:

TEVA Monatschart
Teva Monatschart

Volumenanstieg gibt Hinweise

Und fällt dir was auf? Ja, eine extrem dominante „Queen“ = Volumenanstieg. Viele Value Areas, hohe Vola, vermutlich auch Fibonacci-Levels (ich achte nicht auf sie). Nun werden unerfahrene Trader vorbringen: „Ja aber das ist ein Abwärtstrend!“. Dies ist zweifelsfrei richtig und du bekommst im Internet „gelehrt“, dass du sowas nicht kaufen darfst. Von wem? Von Leuten, die auf der anderen Seite stehen und dir dein Geld abnehmen wollen.

Mit dem Volumen solltest du dir vielleicht folgende Gedankenbrücke merken: „Wenn alle schon verkauft haben, wer verkauft denn noch?“ Außerdem gibt es für jeden Verkauf einen Gegenkauf, wer ist das bloß? Ja das sind die Big Boys, mit den großen Taschen und sie sind nicht freundlich zu uns, denn sie wollen uns unser Geld abnehmen.

Werde ein Schattenmann/Frau = gehe im Schatten der großen Jungs, meistens haben sie die richtige Richtung. Setze Strategien und Instrumente ein, die auch sie benutzen (Hedging, Optionen etc.). Wusstet ihr, dass Warren Buffett ein ganz großer Optionshändler ist? Wenn er aussteigt, dann steigt er sehr häufig über Covered Calls aus.

Aber die wichtigste Botschaft lautet: „find your own path“. Ansonsten wird es nicht funktionieren.

Good luck with your trading!

Euer

Mert Meral aka Der Schattenmann

 

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