Euro/USD Future verlässt Konsolidierung

Markt: Euro/USD Future Endlos Kontrakt

Zeitpunkt der Analyse: 23.02.2020

Letzter Kurs: 1,0872 USD

Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 2008 bis heute, bei Kursen von 1,0872 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro-Futures für jeden Monat ab.

EUR/USD Monatschart

Langfristigen Abwärtstrend wieder aufgenommen

Am 20. Februar erreichte der Euro-Future bei 1,0797 den tiefsten Stand seit Mai 2017. Damit wurde der neutrale Konsolidierungsbereich der letzten Monate mit dem Unterstützungsniveau von 1,110 bis 1.0928 unterschritten. Das technische Bild hat sich somit verschlechtert, der übergeordnete langfristige Abwärtstrend wurde erneut bestätigt. 

Derartige mittelfristige Unterstützungen sind keine sinnlosen in den Chart gezeichneten Linien, sondern aus der beobachteten Vergangenheit abgeleitete Zonen hoher Aufnahmebereitschaft.

In vielen Fällen, wenn es einem Chart gelingt, diese Aufnahmebereitschaft rund um ein solch kritisches Niveau komplett abzubauen, werden weitere Abgaben folgen. In jeder anderen Situation wäre die Aufnahmebereitschaft der Marktteilnehmer in diesem Bereich zu hoch.

Mittelfristiges Verkaufssignal

Auch aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts ist das Unterschreiten der trendbestätigenden Seitwärtsbewegung im abgebildeten Wochenchart deutlich sichtbar. Idealtypisch wurde mit diesem Verkaufssignal auch der mittelfristige Abwärtstrend etabliert.

Mittels Kurszielprojektion lässt sich ein mittelfristiges Kursziel um 1,0550 aus der vorangegangenen Konsolidierung ableiten. Dort beginnt gleichzeitig der bedeutsame Unterstützungsbereich aus März und Dezember 2015, sowie Dezember 2016 zwischen 1,0550 und 1,0370.

EUR/USD Wochenchart

Kurzfristig überverkaufte Situation

Durch das stark verbrauchte Abwärtsmomentum seit Ende Januar deuten viele kurzfristige Marktindikatoren (nicht eingezeichnet) auf einen überverkauften Zustand hin. Die Dynamik der letzten Bewegung hat den kurzfristigen Trend aus technischer Sicht somit etwas überreizt. 

Kurzfristig erwarten wir daher eine Fortsetzung der Erholung auf den kräftigen Preisrutsch der vergangenen Wochen. Mehr als eine Gegenbewegung lässt sich im gegenwärtigen Marktumfeld allerdings nicht ableiten.

Niedrige Volatilität der letzten Monate vor der Umkehr?

Die Schwankungsbreite der europäischen Gemeinschaftswährung war im letzten Jahr extrem gering.

Beispielsweise liegt die Volatilität des letzten halben Jahres bei unter 5 US Cent. Damit wurde die niedrigste Schwankungsbreite der letzten 21 Halbjahre erreicht. Ähnlich auffällig niedrige Volatilitäten sind auch auf dem Jahres- und dem Quartalschart zu beobachten. Erfahrungsgemäß nähert sich die „Vola“ damit ihren kritischen Umkehrpunkten.

Charakteristisch bei lange anhaltenden Seitwärtsphasen mit niedriger Volatilität wird die daran anschließende Bewegung meist sehr stark und dynamisch ausfallen, weil Stoporderaufträge in beide Richtungen relativ nahe am aktuellen Kursgeschehen platziert sein dürften.

Fazit:

Aus der lang- und mittelfristigen Perspektive hat sich das technische Gesamtbild verschlechtert. Mit dem Unterschreiten der vorherigen Konsolidierung wurden technische Verkaufssignale generiert. 

Der übergeordnete langfristige Abwärtstrend hat sich wieder durchgesetzt, so dass mittel- bis langfristig mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden muss. 

Bei Kursen unter 1,0797 ist ein Test des bedeutsamen Unterstützungsbereiches zwischen 1,0550 und 1,0370 in den nächsten Monaten anzunehmen.

Kurzfristig scheint eine Fortsetzung der Erholung der letzten beiden Tage wahrscheinlich. Betrachtet man die Abwärtsbewegung seit Ende Januar lassen sich Fibonacci-Korrekturlevel zwischen etwa 1,0920 und 1,10 errechnen, ohne den kurzfristigen Abwärtstrend zu gefährden.

Bei Kursen über 1,1150 würde sich das mittelfristig negative Chartbild neutralisieren.

Jedoch erst Kurse über 1,13 verbessern die langfristige Chartsituation.

Insgesamt ist dem Abwärtsszenario mit mindestens 65% die größere Erfolgswahrscheinlichkeit zuzuordnen.

Scroll to Top