„Du wirst immer Fehler im Trading machen, aber du musst daraus lernen“

DHL: „Die härtesten Lektionen“ im Trading

Unter der Überschrift „DHL“ veröffentlichen wir künftig interessante Erfahrungen von Real-Time-Tradern

Schauen Sie sich bitte die nachfolgenden Aktiencharts an. Können Sie sich einen Trader mit 12 Jahren Real-Money-Erfahrung vorstellen, der bei bei solchen Trades nicht gut verdient hat?

BRK Aktien Berkshire Hathaway
(BRK) Berkshire Hathaway Tageschart
Oracle Aktie Tageschart
(ORCL) Oracle Inc. Tageschart
UTX Aktie Tageschart
(UTX) United Technologies Tageschart
AXP Aktie
(AXP) American Express Tageschart

Ich kann das, das bin nämlich ich selbst, Mert Meral.

Es ist erstaunlich, dass ich bei der Sache so gelassen bleibe, aber es erfreut mich, denn es zeigt mir, dass ich als Trader reife. Die wichtigste dieser „härtesten Lektionen“ ist es nämlich, dass ich meine Schwäche in diesem Trade erkenne und dankbar daraus lerne.

Was war passiert?

Technisch habe ich Position-Trades in 4 Aktien long gehandelt und zeitgleich einen short Swing-Trade im SPY (S&P 500 ETF) aufgebaut.

Wie war das Ergebnis?

Ich habe 5 von 5 = 100 % meiner offenen Positionen im Gewinn geschlossen.

Wie können solche Trades „die härtesten Lektionen“ sein?

Hier die Auflösung: Unter einem Swing-Trade versteht man einen mittellangen Trade, während man unter Position-Trade einen langen Trade eingeht.

Ich erwartete einen Rücksetzer im SPY auf Tagesbasis, während ich diese Aktien auf Wochenbasis (also möglichst viele Tage, Wochen und sogar Monate) aufwärts gerichtet sah.

Ich schloss die Aktientrades, da sich meine SPY-Shortposition in die erwartete Richtung bewegte und ich einen recht starke Abwärtsbewegung  über 2-3 Tage erwartete. Ich bekam schlichtweg Angst, von meinen entstandenen Buchgewinnen bei den Aktien wieder abgeben zu müssen und nahm das schnelle Geld. Meine Erwartung war, dass auch meine Aktien bei dem Kursrücksetzer fallen würden. Ich habe damit gegen die Management-Regeln meines Tradingplans verstoßen. Emotionen übernahmen die Kontrolle über mich.

Drei Stunden im ES  in bärische Richtung haben ausgereicht, meine Aktien zu schließen und das tut im Nachhinein weh. Es passiert jedem und das ist kein Problem, sondern vielmehr die emotionale Herausforderung des Menschen im Trading-Geschäft. So etwas oder so etwas Ähnliches passiert Anfangs häufiger und du fängst an, zu erkennen, wahrzunehmen und aus deinen Fehlern zu lernen. Übrigens: wenn du nicht daraus lernst, bist du bald raus aus dem Spiel, sei gewiss.

Auch professionellen Kapitalverwaltern geht es nicht anders

  • Bill Ackmann von Pershing Square hat seine letzten 5 Trades übel versenkt und ist mit seinem Multi-Billion-Dollar Fund -25 Prozent unter Wasser, er verliert gerade auch mal 200-300 Mio. USD wöchentlich.
  • Kyle Bass ist mit seinem Fund Multi-Milliarden Yuan short und hat in der Erholung der letzten Wochen sehr gelitten, in seiner Haut möchte ich gerade nicht stecken. Wer mehr über die „richtigen“ Größen in der Finanzwelt lesen möchte, dem sei zerohedge.com empfohlen, aber auch die Profi-Trader versenken, sei gewiss.

Diese Typen interessieren mich nicht, sie sind jenseits meines Universums. Ich träume nicht davon Multi-Milliarden zu traden oder zu managen, unabhängig der Eignungsfrage. Ich will mich vielmehr um meine drei Groschen innerhalb meines Universums kümmern und dabei lernen.

Im Spiel der großen Jungs dabeisein

Man kann als Privat-Trader ein gutes und weitestgehend geographisch freies Leben führen, wenn man denn dieses Spiel des Tradens beherrscht und auch entsprechende Geldsummen zur Verfügung stellt, aber das ist sehr hart. Sehr sehr hart. Es sind immer drei Groschen, die wir Privat-Trader setzen, egal ob 5 T, 500 T oder sogar 5 Mio. Das ist das Spiel der großen Jungs und wir sammeln den Müll auf oder probieren es wenigstens. Der Müll ist natürlich sehr, sehr groß, wenn man es denn kann.

Für den, den es interessiert, so bin ich aus den Aktien ausgestiegen:

Alle Aktien am 29. Februar geschlossen

Ich bin Kaufmann und bin in unterschiedlichen Branchen tätig. Ich habe sozusagen viele Jobs und einer davon ist Trader, ich bin privater Trader. Aber ich versichere hier öffentlich: „trading is the fucking hardest job i have ever started! “ und meine das genau so.

Dauerhaft profitabel zu sein, ist die größte Kunst, und wie wir sehen, gelingt es den besten Tradern der Welt manchmal nicht. Ich hatte insgesamt fünf Coaches, davon vier US-Amerikaner, drei mit Pit-Erfahrung und habe sechs Monate für eine private US-Investment-Firma mit 3000 Tradern getraded.

Knowhow habe ich genug und das ist in keinster Weise überheblich gemeint, es ist eine Feststellung.

Diese Feststellung ist sehr wichtig in der Reifephase eines Traders, denn irgendwann solltest du in einer Phase des „How to“ sein, nämlich dein Wissen in ein Handelsmodell eingebaut haben, deinem Tradinplan folgen und deine emotionalen Skills stärken.

Die Schwäche dieses vorgestellten Trades hat mit meinen emotionalen Skills zu tun, und ich bin dankbar, diese Schwäche zu erkennen. Natürlich handele ich nicht immer so, sondern ziehe solche Trades zumeist durch, aber diesmal haben mich „emotionals“ erwischt. Ich nenne das „herausgeswingt“ worden zu sein, von mir selbst.

Würde ich diese Schwäche in diesem Trade nicht erkennen, würde ich als Trader stehenbleiben, und Stillstand ist nicht gut, lernen ist gut!

Für mich ist das eine „der härtesten Lektionen“, und auch du hast welche. Wenn du darüber schreiben willst, damit wir was lernen können, bist du gerne eingeladen; kontaktiere bitte Karsten Kagels.

Good luck with your trading!

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