DAX weiter angeschlagen?

Markt: DAX-Index (Xetra)
Zeitpunkt der Analyse: 09.06.2019
Letzter Kurs: 12.045 Indexpunkte

Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des deutschen Aktienindex DAX von 1990 bis heute, bei Kursen von 11.612 Indexpunkten. Jeder Notierungsstab stellt die Kursbewegung des DAX für ein Quartal dar.

DAX Quartalschart

Durch die starke Abwärtsbewegung im letzten Quartal 2018 wurde der seit 2009 bestehende langfristige Aufwärtstrend unterschritten. Die Kurse des deutschen Börsenbarometers stürzten bis Ende Dezember auf 10.279.  Ausgehend von diesem Marktwendepunkt meldeten sich die Bullen Anfang des Jahres zurück. In einer beeindruckenden Aufwärtsbewegung stieg der Dax bis 04. Juni um mehr als 23% auf das bisherige Jahreshoch bei 12.656.

Nicht zuletzt durch den wieder aufkeimenden Handelskrieg zwischen China und den USA fielen die Aktienkurse dann von Ende Juli bis Mitte August um über 10% auf ein Bewegungstief von 11.266.

Schlüsselumkehr auch auf dem Quartalschart?

Anfang Juni eröffnete der DAX mit einer Notierungslücke auf den Charts der großen Zeiteinheiten, wie dem Halbjahres-, dem Quartals-, und dem Monatschart. Erfahrungsgemäß treten derartige Kurslücken nicht sehr oft auf den langfristigen Zeiteinheiten auf. Ferner stellen diese Art von Notierungslücken häufig emotionale Extreme dar, so dass  für die Bullen die Gefahr einer „Schlüsselumkehr“ (Key-Reversal) besteht. Auf der Zeiteinheit des Monatscharts wurde diese Einbar-Formation ausgebildet und unterschritten und hat schon für einigen Verkaufsdruck gesorgt.

Relative Schwäche gegenüber US-Pendants hält weiter an

Während die US-Märkte um den S&P 500 noch im Juli neue historische Bestmarken in den Chart geschrieben haben, fehlten dem deutschen Börsenbarometer über 10% zum Erreichen dieser bedeutsamen Chartmarke. Auch in den letzten Wochen konnte diese Tendenz nicht umgekehrt werden. Für alles andere als ein Fortschreiben dieser relativen Schwäche lassen sich weiterhin wenige Begründungen finden.

Das langfristige technische Bild bleibt weiter eingetrübt, technische Oszillatoren, wie beispielsweise der MACD auf Quartalschart bleiben auf Verkauf und sollten von den Bullen neben dem Unterschreiten des langfristigen Aufwärtstrends als Warnhinweise charakterisiert werden.

Mittelfristiger bestehender Abwärtstrend

Aus der mittelfristigen Perspektive des Wochencharts wurde die seit Ende Dezember bestehende Aufwärtsbewegung beendet und die Aufwärtstrendlinie klar unterschritten. Gleichzeitig wurde Ende Juli eine obere Umkehrformation vollendet.  Somit befindet sich das deutsche Börsenbarometer mittelfristig in einem definierten Abwärtstrend.  Aus der mittelfristigen Perspektive des Wochencharts wurde die seit Ende Dezember bestehende Aufwärtsbewegung beendet und die Aufwärtstrendlinie klar unterschritten.

Gleichzeitig wurde Ende Juli eine obere Umkehrformation vollendet. Somit befindet sich das deutsche Börsenbarometer mittelfristig in einem definierten Abwärtstrend. 

Nach dem daraus resultierenden starken Ausverkauf stoppten die Kurse vorerst in dem Unterstützungsbereich zwischen 11.240 und 11.300 und setzten zu der aktuellen technischen Erholung auf die fallenden Kurse der Vorwochen an.

Dax Wochenchart

August und September traditionell schwacher Zeitraum für Aktionäre

Historisch gesehen ist das Sommerquartal das einzige, das im Mittel seit über 40 Jahre durchschnittlich Verluste verzeichnete. Insbesondere ab Mitte Juli nahen für den DAX die erfahrungsgemäß gesehenen schwächeren Monate. Der Zeitraum von August bis Ende September ist als schwächste saisonale Phase des Jahres für die Aktionäre zu bewerten.

Fazit:

Das langfristige Chartbild bleibt seit dem vierten Quartal 2018 eingetrübt. Die technischen Verkaufssignale wichtiger langfristiger Indikatoren konnten noch nicht neutralisiert werden. 

Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts befindet sich der DAX seit Ende Juli in einem Abwärtstrend. Die Aufwärtsbewegung der letzten Tage ist lediglich als kurzfristige Erholung im mittelfristigen Abwärtstrend zu werten.

Sollte das auf dem Wochenchart eingezeichnete Unterstützungsniveau zwischen 11.240 und 11.300 unterschritten werden, eröffnet sich weiteres Abwärtspotential. Als erster schwächerer Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft wäre die Zone um dies psychologisch wichtige 11.000er Marke und 10.800 zu erwähnen. Bei Kursen darunter ist mit einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung in Richtung des Jahrestiefs aus 2018 bei 10.279 zu rechnen.

Bei Kursen über 11.900 ist eine Fortsetzung der technischen Erholung bis maximal 12.200 wahrscheinlich, ohne dabei den mittelfristigen Abwärtstrend umzukehren.

Für einen stärkeren Kursanstieg in den nächsten Wochen fehlen weiterhin die technischen und saisonalen Hinweise.

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