DAX trotzt Brexit-Schock – Trendlinienentscheidung vertagt

DAX trotzt Brexit-Schock – Trendlinienentscheidung vertagt
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Markt: DAX-Index (Xetra)
Zeitpunkt der Analyse: 03.07.2016
Letzter Kurs: 9.776 Indexpunkte

DAX nach Brexit

DAX-Index Quartalschart – eingekeilt zwischen zwei Trendlinien

 

Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des deutschen Aktienindex DAX von 1984 bis heute, bei Kursen von 9.776 Indexpunkten. Jeder Notierungsstab stellt die Kursbewegung des DAX für ein Quartal dar.

Das mittelfristige Chartbild neutralisiert sich und verliert an Aussagekraft

Nach dem schwachen Jahresstart erholten sich die Kurse des deutschen Börsenbarometers von 8.700 im Februar bis auf 10.474 im April. Die volatilen Kursausschläge vor dem Brexit im Mai und Juni von 10.365 auf 9.433 und wieder auf 10.341 haben den seit Februar bestehenden mittelfristigen Aufwärtsimpuls neutralisiert, so dass zur Analyse größere Zeiteinheiten wie der Quartalschart aufschlussreicher sind.

Mit der rasanten Talfahrt, ausgelöst durch die Brexit-Abstimmung, testete der DAX zum wiederholten Male die seit März 2009 bestehende eingezeichnete Aufwärtstrendlinie (logarithmische Darstellung) und erholte sich auf das jetzige Niveau.

Langfristig befindet sich der DAX eingekeilt zwischen zwei Trendlinien

Im wahrsten Sinne des Wortes spitzt sich die Situation im DAX durch das entstandene Dreieck weiter zu. Die seit April 2015 bestehende eingezeichnete Abwärtstrendlinie befindet momentan sich bei etwa 10.160, die seit März 2009 bestehende eingezeichnete Aufwärtstrendlinie bei annähernd 9.514. Ausgehend von der klassischen Chartanalyse dürfte ein Ausbruch aus diesem Dreieck die Richtung für die nächsten Monate einleiten.

Etwas konservativer betrachtet ist bei Kursen klar über 10.160 zumindest mit einem Test der nächsthöheren entscheidenden Widerstände bei 10.340, dem Aprilhoch bei 10.475 und der offenen Notierungslücke (Tages- und Wochenchart, nicht abgebildet) vom ersten Handelstag des Jahres zwischen 10.486 und 10.783 zu rechnen. Erst Kurse über 10.800 drehen das langfristige Chartbild wieder auf Kauf. Ein erster Kursschub bis 11.400 ist dann wahrscheinlich.

Ähnlich wie auf der Oberseite ist bei Unterschreiten der eingezeichneten Aufwärtstrendlinie bei Kursen klar unter 9.500 mit einem ein Test der zyklischen Unterstützungstiefs zwischen 9.300 und 9.200 zu rechnen.

Insgesamt hat sich durch das Kursverhalten der letzten Monate das langfristige Chartbild eingetrübt. Aus Sicht der Bullen ist die Verteidigung der Marke von 9.200 zur Aufrechterhaltung der positiven Ambitionen daher elementar. Kurse darunter eröffnen dem deutschen Leitindex weiteres Abwärtspotential bis 8.700. Wird auch dieses Jahrestief unterschritten ist in einer ersten Reaktion mit einem Test der ehemaligen Allzeithochs aus 2000 und 2008 um 8.150 zu rechnen.

DAX-Chartanalyse

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